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Gold/Silber

Ist Silber das bessere Gold?

Hannes Zipfel

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am

Silber und Gold

Die Präferenz für entweder Gold oder Silber hängt stark von dem Kaufmotiv und der Größe des Vermögens ab. Beide Metalle haben Vor- und Nachteile. Wobei Silber das größere Preispotenzial zugeschrieben wird.

Ein wesentlicher gemeinsamer Vorteil von Silber und Gold

Die Finanzämter in Deutschland behandeln Erträge aus dem Verkauf von physischem Gold und Silber als privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EstG. Innerhalb einer Haltefrist von einem Jahr fällt zwar Einkommensteuer nach dem persönlichen Steuersatz des Verkäufers an. Die Besteuerung entfällt jedoch, wenn der Gewinn die Freigrenze von 600 Euro nicht erreicht.
Nach Ablauf der Haltefrist von zwölf Monaten ist der Gewinn aus der Veräußerung steuerfrei. Dies ist ein signifikanter Vorteil gegenüber Aktien, Anleihen und Immobilien.

Vier Vorteile von Gold gegenüber Silber

Ausgehend von einem Szenario, in dem die Realzinsen weiter fallen und die globale Geldmenge weiter schneller steigt als die Menge an verfügbarem Gold und Silber, sind grundsätzlich beide Edelmetalle als Investment attraktiv.
Die beiden Edelmetalle besitzen jedoch individuelle Spezifika. Kommen wir zunächst zu vier einzigartigen Vorteilen des gelben Edelmetalls:

– Gold gilt in Dtl. offiziell als Zahlungsmittel und ist unter bestimmten Bedingungen von der Mehrwertsteuer befreit
– Das Metall bietet eine sehr hohe Wertdichte von aktuell 43 Euro pro Gramm
– Gold wird von Notenbanken als Reservewährung nachgefragt
– Im Rahmen von Basel III wird Gold zum Tear-1-Asset für Geschäftsbanken

Besonders der letzte Punkt ist unter dem Aspekt der Zusatznachfrage erwähnenswert: Da Gold im Zuge von Basel III in den Rang eines Tier-1-Assets gehoben wird, dürfte die Nachfrage vonseiten der Banken in den nächsten Jahren signifikant ansteigen. Unter den Regularien von Basel III müssen Banken eine Eigenkapitalquote von 8 Prozent vorhalten und dürfen diese künftig auch in Gold halten.

Festgeschrieben ist diese für Gold geltende Besonderheit in den BIZ-Regeln unter dem Titel „Minimum capital requirements for market risk“ vom Januar 2019. Zur Begründung führt die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich = Zentralbank der Zentralbanken) an, dass Gold nicht wie ein Rohstoff, sondern wie eine Währung behandelt werden soll, weil seine Volatilität mehr der einer Fremdwährung entspräche und Banken Gold deshalb in gleicher Weise managen können. Gold ist also aus Sicht des der BIZ kein Rohstoff, sondern liquides Eigenkapital (eine Devise).

Banken profitieren von dieser Regelung doppelt: Sie können sich gegen systemische Risiken mit Goldbeständen in der Bilanz absichern und darüber hinaus das 12,5-fache des Gegenwertes des Goldes als Kredit verleihen. Je mehr Gold die Banken besitzen, je weiter können sie ihre Kreditportfolios ausweiten. Das World Gold Council (WGC) geht davon aus, dass die Banken dem Beispiel der Zentralbanken folgen werden und ihre Goldbestände massiv aufstocken. Empirisch belegbar, so das WGC, lassen sich die Schwankungen und Risiken großer Portfolios mit Gold besser managen, vor allem in Zeiten experimenteller Geldpolitik und globaler Überschuldung.

Die vier Vorteile des Silbers

Silber ist im Gegensatz zu Gold ein vitaler Industrierohstoff mit zahlreichen Einsatzgebieten. Seine Nachfrage ist nicht beschränkt auf den Schmucksektor und den Krisenschutz. Seine physikalischen Eigenschaften machen es auch in Zeiten gesunder und prosperierender wirtschaftlicher Verhältnisse zu einem interessanten Investment mit steigender Nachfrage aus Zukunftsbranchen.
Die beiden prägnantesten Vorteile gegenüber Gold sind jedoch die Leistbarkeit und die Fungibilität.

Silber ist aktuell 86-mal günstiger als Gold. Das Gold-Silber-Preisverhältnis ist damit historisch günstig. Daraus leitet sich bei weiter steigenden Kursen erfahrungsgemäß eine höheres Wertsteigerungspotenzial ab. In früheren Hausse-Phasen der beiden Edelmetalle bildete sich das Preisverhältnis bis in den Bereich von 30 zugunsten von Silber zurück.

Im Falle einer ernsten Krise bietet Silber zudem den Vorteil, dass es trotz starker Aufwertung immer noch recht fungibel, also relativ leicht gegen Waren und Dienstleistungen eintauschbar ist. Der Wert einer gängigen Goldmünze mit einem Gewicht von einer Unze (31,1 Gramm) liegt aktuell bereits bei ca. 1.370 Euro. Dieser Wert könnte in einer bedrohlichen Krise schnell in den fünfstelligen Bereich ansteigen. Damit wäre Gold als Zahlungsmittel im Alltag untauglich. Der Wert einer Unze Silber liegt aktuell nur bei ca. 18,70 Euro. Im Krisenfall könnte man trotz deutlich gestiegener Preise immer noch normale Alltagsgeschäfte damit abwickeln. In der Geschichte der Menschheit war Silber daher auch das eigentliche Geldmetall – wohingegen Gold fast ausschließlich gehortet wurde. Wer Silber Gold vorzieht, muss sich auch über ein mögliches Besitzverbot von Gold, wie es bereits mehrfach in der Geschichte vorkam, keine Gedanken machen – ein weiterer wesentlicher Vorteil.

Die Nachteile von Silber

Der Grund, warum eine geprägte Silbermünze momentan nur um den Faktor 73 günstiger ist und nicht wie beim Vergleich der Spotpreise um den Faktor 86, liegt an der unterschiedlichen Besteuerung. Da Silber ein Rohstoff ist, fällt beim Kauf die Mehrwertsteuer an. Allerdings wird nicht der gesamte Nettopreis der Silbermünze mit dem vollen Satz von 19 Prozent belegt, sondern es findet eine Differenzbesteuerung statt. Dabei wird nur die Differenz zwischen dem Ankaufswert den der Edelmetallhändler z. B. der Münzprägeanstalt bezahlt und dem Wiederverkaufswert an den Endkunden mit der Mehrwertsteuer belegt. Dennoch ist dies ein Nachteil gegenüber Gold.

Zwar kann man Silber mehrwertsteuerfrei in Zollfreilager einliefern lassen, aber spätestens bei der Entnahme des Metalls, bzw. der Einführung nach Deutschland zu einem späteren Zeitpunkt, wird die Mehrwertsteuer fällig, auf einen dann möglicherweise deutlichen höheren Nettowert im Zuge gestiegener Silberpreise. Für Sammler und Ästhetiker sei noch auf einen weiteren Nachteil des Silbers hingewiesen: Anders als Gold reagiert Silber mit Schwefeldioxid aus der Luft und läuft schwarz an. Zwar arbeitet die Industrie bereits an schwefelresistenten Legierungen und Beschichtungen, aber diese sind wiederum mit Mehrkosten verbunden.
Daher empfiehlt es sich, Silbermünzen luftdicht verpackt zu belassen. Oder man putzt sie regelmäßig wie Omas Silberbesteck.

Fazit

Ein Investment in Silber ist wegen seiner vielfältigen Einsatzgebiete komplexer und in der Preisentwicklung deutlich volatiler als Gold. Man könnte auch sagen, es ist das anspruchsvollere Investment. Wer sich jedoch von den Nachteilen nicht abschrecken lässt, und neben einem krisenbewährten Geldmetall auch einen Hightech-Rohstoff besitzen möchte, der sollte sich der Herausforderung stellen. Die Erfahrung zeigt, dass die höhere Volatilität in Hausse-Phasen durch eine deutlich höhere Wertsteigerungen belohnt wird. Wer hingegen größere Vermögen mit Hilfe von Gold diversifizieren möchte und die wesentlich höhere Schwankungsbreite bei Silber scheut, der ist bei Gold deutlich besser aufgehoben.Für alle anderen empfiehlt sich ein gesunder Fifty-Fifty-Mix.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    sabine

    26. November 2019 13:04 at 13:04

    Es stimmt, es kommt darauf an, was man braucht und will.
    Wegen der Versteuerung ist ein Problem, daß man den Kauf von Edelmetallen nachweisen muß. Der Grund ist einerseits die Frage, ob man es denn wirklich schon über 12 Monate besitzt, andererseits natürlich Terrorgefahr, Mafia, Geldwäsche usw. Kreativ eben.
    Die geschenkten Goldmünzen der Oma oder die Käufe in Ebay werden da schwierig. Bei Geldscheinen muß man die Herkunft dagegen in kleineren Mengen (noch) nicht nachweisen.

    – Die Volatilität bei Silber ist für das Argument „Vermögensschutz“ eher unwichtig, da man „auf längere Sicht“ Vermögensschutz betreibt. Gold und Silber gleichen sich immer wieder an, auch wenn Silber höhere und frühere Sprünge macht.
    – Silber ist auch bei Diebstahl wesentlich weniger gefragt. Es gab schon Einbrüche, wo die Silber-Kilobarren (derzeit 600€) oder Münzsammlung nicht mitgenommen wurden, Goldmünzen aber immer. Der Wert ist zu gering im Vergleich zur Masse. Ein Dieb läuft eher nicht mit 10kg Silbermünze weg, bei einem Wert von 6.000€! Dies gilt auch für die Sorte Gelegenheitsdiebstähle, die zumindest bis vor ein paar Jahren die wesentlich höhere Zahl der Delikte ausmachte.
    Andererseits, wenn der WK3 kommt, und ich fliehen muß, lauf ich mit ein paar Goldmünzen leichter umher, als mit vielen Kilo Silber…
    – Die Fälschungen bei Silberunzen sind wesentlich seltener, auch wenn China damit seit ein paar Jahren ganz offiziell den Markt flutet. Es rentiert sich ein Betrug bei dem kleinen Gewinn nicht, bei Gold dagegen schon. Außerdem stehen bei Investmünzen (Philharmoniker, Eagle, Mapple Leaf, Kookaburra usw.) oft staatliche Münzprägstätten dahinter, die wesentlich effektiver gegen Diebe vorgehen können als ein privater Hersteller. (Cook Island…)

    • Avatar

      sabine

      26. November 2019 13:06 at 13:06

      Am Schluß muß es ehißen: „die wesentlich effektiver gegen Münzfälscher vorgehen“

  2. Pingback: *** Aktuelles vom 26.11.2019! Must-Read! *** | das-bewegt-die-welt.de

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Gold/Silber

Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Gold/Silber

Goldpreis wacklig unterwegs – Achtung US-Dollar und US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Gestern berichteten wir über das größere Bild für Gold, und warum der Goldpreis nach einem Biden-Wahlsieg in den USA eventuell spürbar steigen könnte (hier der Artikel). Heute schauen wir auf die Tagesaktualität. Die Gold-Bullen könnten im Keller verschwinden und stundenlang schreien vor Wut. War der Goldpreis noch vorgestern auf 1.931 Dollar gestiegen, und sah es endlich nach dem großen Durchbruch nach oben aus, so rauschte das Edelmetall gestern mal wieder unter die Marke von 1.900 Dollar, auf bis zu 1.893 Dollar im Tief.

Goldpreis mit Blick auf US-Dollar und Anleiherenditen

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.909 Dollar. Nach fast zweitägigem Ansteigen zeigt der US-Dollar seit heute wieder Schwäche. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt heute von 93,08 auf 92,69 Indexpunkte. Kann man ein Niveau im Goldpreis von um die 1.900 Dollar inzwischen als charttechnische Unterstützungsmarke betrachten? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es seit Wochen ein elendiges Rauf und Runter um diese runde Marke.

Wichtig für Gold-Bullen ist, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen seit einigen Tagen am Steigen ist. Binnen genau einer Woche steigt sie von 0,73 Prozent auf 0,85 Prozent. Damit werden Anleihen in Relation zum zinslosen Gold also wieder attraktiver, was den Goldpreis anfälliger für Rückschläge macht.

Die Analysten der Commerzbank merken in einem aktuellen Kommentar zu Gold an, dass die steigenden US-Renditen womöglich auch der Grund seien, dass ETF-Investoren gestern den dritten Tag in Folge Positionen verkauft haben. In den letzten drei Tagen summieren sich die Abflüsse auf 7,6 Tonnen. Auch einige spekulative Finanzinvestoren könnten laut CoBa weitere Long-Positionen geschlossen haben. Einen Eindruck hierüber gebe die CFTC-Statistik heute Abend.

Der folgende Chart zeigt seit Dienstag Abend in rot-grün den Goldpreis gegen den Dollar-Index in blau. Der ganz aktuell fallende US-Dollar könnte heute Mittag dem Goldpreis Aufschub verleihen. Aber man vergesse bitte wie gesagt nicht die steigenden US-Renditen. Und es ist weiterhin unklar, wie nun mit dem möglichen Konjunktur-Stimulus in den USA verfahren wird.

Chart zeigt Vergleich zwischen Goldpreis und US-Dollar

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