Schauen wir heute auf die enorme Rally bei Silber, aber auch die tollen Gewinne bei Kupfer und Gold. Im Chart sehen wir alleine für die letzten drei Monate: Der Silberpreis steigt in so kurzer Zeit um sagenhafte 54 %, der Goldpreis um 18,8 %, und der Kupferpreis um 17 5. Top-Experten sprechen in einer heute veröffentlichten Analyse von der „Unaufhaltsamen Edelmetallrallye“.
Silber eilt von Rekord zu Rekord
Der Silberpreis kennt aktuell kein Halten, so klar formulieren es aktuell die Edelmetallexperten der Commerzbank. Sie erwähnen auch den Anstieg in den letzten drei Wochen um 27 %, und seit Jahresbeginn von 120 %. Damit steht Silber vor dem stärksten Jahresgewinn seit 1979. Das Gold/Silber-Verhältnis ist gestern unter 67 gefallen, das niedrigste Niveau seit Juni 2021, womit es nur noch leicht über dem Durchschnitt der vergangenen 50 Jahre liegt, so schreibt es aktuell der Experte Carsten Fritsch. Auftrieb geben seiner Aussage nach eine Mischung aus einer angespannten Marktlage, was sich in niedrigen Lagerbeständen in China und einem Rückgang der Silberlagerbestände an der Comex zeigt, auch wenn diese noch immer höher sind als zu Jahresbeginn. Hinzu kommen zuletzt wieder stärkere ETF-Käufe, was sich im Anstieg der von Bloomberg erfassten Silber-ETF-Bestände innerhalb eines Monats um 1.145 Tonnen widerspiegelt. Allerdings hat der Preisanstieg laut Carsten Fritsch übertriebene Ausmaße angenommen, was zur Vorsicht mahnt. Auf längere Sicht sei das fundamentale Bild für Silber weiterhin positiv. So habe das Silver Institute in dieser Woche einen Bericht zur Silbernachfrage für industrielle Anwendungen veröffentlicht, der einen stark steigenden Silberbedarf für Photovoltaik, Elektromobilität und Datenzentren/Künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren in Aussicht stellt.
Gold nach der Fed-Sitzung im Aufwind
An Anstieg bei Gold über 4.300 Dollar war das vor knapp zwei Monaten der Fall, als der Goldpreis sein bislang letztes Rekordhoch markierte. Rückenwind gab die Fed-Sitzung Mitte der Woche. Die Zinssenkung um 25 Basispunkte war erwartet worden und stellte somit keine Überraschung dar. Die Entscheidung fiel nicht einstimmig. Zwei regionale Fed-Präsidenten stimmten gegen eine Zinssenkung, der von US-Präsident Trump ernannte Gouverneur Miran votierte dagegen erneut für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte, so führt es Carsten Fritsch aus. Auf der anschließenden Pressekonferenz sprach Fed-Chef Powell davon, dass die Lage am Arbeitsmarkt schlechter sein würde als es die Daten derzeit ausweisen. Das sei ein Argument für weitere Zinssenkungen. Für die nächste Sitzung im Januar deutet sich zwar eine Zinspause an. Die Tür für Zinssenkungen danach steht aber weiterhin offen. Die Commerzbanker rechnen dabei mit stärkeren Zinssenkungen als der Markt, insbesondere nachdem der Nachfolger von Powell als Fed-Chef sein Amt im Mai angetreten hat. Als Favorit gilt Trumps Wirtschaftsberater Hassett, der sich wiederholt für stärkere Zinssenkungen ausgesprochen hat. FMW: Für Gold bedeutet das: Niedrigere Opportunitätskosten, und möglicherweise weiterer Preisauftrieb.
Rekordhohe Kupferpreise zeigen Wirkung
Die Rohstoffanalystin Barbara Lambrecht von der Commerzbank schreibt aktuell über den steigenden Preis für Kupfer, der neue Rekorde schreibe. Nach der Zinssenkung der Fed stieg er gestern deutlich und erreichte heute Morgen fast die Marke von 12.000 USD je Tonne. Der Preis notiert damit 36% höher als zu Jahresbeginn. Die Sorge, dass das Angebot an Kupfer nicht mit der steigenden Nachfrage mithalten kann, ist laut Barbara Lambrecht der wesentliche Treiber. Doch der massiv gestiegene Kupferpreis dürfte ihrer Aussage nach nicht ohne Wirkung auf das Angebot bleiben. So seien zumindest nach Auswertungen der chilenischen Kupferkommission Cochilco die Investitionspläne für den chilenischen Bergbau massiv angehoben worden: Laut Unternehmensplänen werden im nächsten Jahrzehnt bis 2034 fast 105 Mrd USD investiert. Das wären 26% mehr als im Vorjahr für den Zeitraum 2024-2033 vorausgesagt wurde, und die höchste Investitionssumme seit 2015. (FMW: Langfristige Ausweitung der Angebotsmenge spräche auch langfristig für eher fallende Preise)
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Habe ein Angebot erhalten, Silber gegen Gold zu verkaufen.
Sehr verlockend.
Es scheint wohl mehrfach angeboten zu werden, weil Verkäufer von Silber keine Papier-Währungen annehmen wollen.
Praktisch wird dann Silber mit Gold bezahlt.
Wer hätte das vor Monaten für möglich gehalten?
Wenn das im großen Umfang geschieht, wird es den Goldpreis zusätzlich stützen.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut