Gold/Silber

Silber-Rally vorbei? Londons Short Squeeze flaut ab

Silberbarren bei Gold Investments Ltd. Foto: Bloomberg

Nach dem spektakulären Short Squeeze am Silbermarkt scheint sich die Lage in London zu beruhigen – doch die Spannung bleibt. Die Silber-Leasingraten, die zuletzt auf Rekordniveau geschossen waren, fallen wieder deutlich und signalisieren eine Entspannung der Marktknappheit. Während Händler auf dem Londoner Edelmetallmarkt aufatmen, richtet sich der Blick auf den Gold- und Silberpreis. Was als rasante Rally begann, verwandelt sich in eine Phase der Konsolidierung – doch die Frage bleibt: Ist dies das Ende des Sturms?

Silber fällt deutlich: Entspannung in London

Wie Bloomberg berichtet, sinken die Leasingraten für Silber, da sich die historische Marktknappheit entspannt hat. Die Kosten, um Silber in London zu leihen, sind von ihrem Rekordhoch zurückgegangen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass wieder mehr Liquidität auf den Markt zurückgekehrt ist und die Knappheit zu Beginn dieses Monats etwas nachgelassen hat. In Anbetracht dessen hat auch die Silber-Rally deutlich an Schwung verloren und der jüngste Short Squeeze scheint vorerst beendet zu sein. Stattdessen setzt sich die jüngste Korrektur fort. Auch die am Wochenende erzielten Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China im Vorfeld des Trump-Xi-Treffens belasten die Edelmetalle.

Die Silber-Leasingraten, die die annualisierten Kosten für die Kreditaufnahme von Metall auf dem Londoner Markt darstellen, fielen am Montag auf 5,6 %. Sie hatten am 9. Oktober mit 34,9 % einen historischen Höchststand erreicht, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Silber-Leasingraten sinken nach historischem Höchststand
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Die mangelnde Liquidität auf dem Londoner Silbermarkt löste zu Beginn dieses Monats eine weltweite Jagd nach dem Edelmetall aus. Da die Referenzpreise in London über denen in New York lagen, buchten einige Händler Frachtplätze für Silberbarren auf Transatlantikflügen – eine kostspielige Option, die normalerweise Gold vorbehalten ist –, um von den Preisunterschieden zu profitieren.

Historische Knappheit

Aufgrund der historischen Knappheit zieht die London Bullion Market Association (LBMA) laut Geschäftsführerin Ruth Crowell die wöchentliche Veröffentlichung der Silberbestände in Betracht. Silber habe dabei Vorrang vor Gold. Die Bestände beider Edelmetalle auf dem Londoner Markt werden derzeit monatlich veröffentlicht. Häufigere Aktualisierungen würden dem Markt eine Frühwarnung vor einer künftigen Verknappung des Angebots geben.

„Der Grund für Silber ist, dass es in letzter Zeit im Mittelpunkt stand”, sagte Crowell am Montag auf der Global Precious Metals Conference in Kyoto, Japan. „Immer wenn wir Gold einbeziehen, muss die Bank of England einbezogen werden, was ein längerer Prozess sein kann.“

Die Spotpreise für Silber fielen am Montag um bis zu 1,7 Prozent und setzten damit ihren Rückgang vom Allzeithoch von 54,4796 US-Dollar pro Unze am 17. Oktober fort. Um 8:01 Uhr Ortszeit in London wurde das Metall bei 48,07 USD pro Unze gehandelt. Die Goldrally ist ebenfalls ins Stocken geraten, der Spotpreis notiert aktuell bei 4.066 Dollar.

FMW/Bloomberg.



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1 Kommentar

  1. Dass die Leasingraten nach den Löschflugzeugen runter gehen ist aber alles andere als überraschend.

    Ich denke diese extremen Ausschläge deuten auf nichts anderes als auf generelle Knappheit. Denn wäre genug da, müsste man es zwischen Comex und LBMA nicht ständig hin und her transprotieren.

    Dass die Raten runter gehen, könnte bedeuten, dass es auf dem Markt verkauft wurde und damit aus den Beständen weg ist. Dass wäre eine weiterführende Information, mit wie vielen Unzen hat man den Brand gelöscht?

    Wenn man eine Knappheit an Silber beurteilen will, muss man die Bestände der LBMA und der COMEX im Blick haben, da werden ja Preise fixiert.

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