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Silberpreis – der Ausbruch kann heftig werden

Silber Barren Stapel

Der Silberpreis hinkte bisher dem Goldpreis deutlich hinterher. Ein Grund dafür ist die größere Konjunktursensibilität des Rohstoffs. Doch die nun startende neuerliche Explosion der globalen Geldmenge durch die Notenpressen der Zentralbanken schafft ein idealtypisches Umfeld für das weiße Edelmetall.

Silberpreis – bei Deflation ein Underperformer

Anders als Gold hat Silber nach wie vor eine große Bedeutung als Industrierohstoff. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften ist das Hightech-Metall bei der Herstellung von Smartphones, Autos, Solaranlagen und in der Medizintechnik unentbehrlich. Auf die Industrie entfällt mehr als die Hälfte der Gesamtnachfrage. Bei Gold sind es lediglich 7,6 Prozent. Kommt es zu wirtschaftlichem Abschwung und sinkenden Teuerungsraten, bleibt der Silberpreis hinter der Preisentwicklung des als sicherer Hafen geltenden Goldes zurück. Dies gilt insbesondere für die Nachfrage vonseiten der Notenbanken. Als letzte Zentralbank hatte die Reserve Bank of India ihre Silberreserven vollständig veräußert. Seitdem halten die Notenbankanken ausschließlich Gold als Krisenwährung vor. Der Goldkaufrausch der Zentralbanken hält auch in diesem Jahr nach den Rekordkäufen 2018 an. Die Nachfrage nach Silber kann von diesem Sonderfaktor nicht profitieren und blieb zuletzt in der Entwicklung hinter dem großen Brudermetall zurück.

Silberpreis vs Goldpreis Chart

Vergleicht man die Entwicklung des Silberpreises mit der Entwicklung anderer Rohstoffe, wie Kupfer, Eisenerz oder dem Ölpreis, in Phasen von Deflation, dann steht Silber dennoch besser da. Der Grund dafür liegt in der historischen Bedeutung des Edelmetalls als Geldmetall. Kommt es zu krisenhaften Entwicklungen, eignet sich Silber, ebenso wie Gold, als Schutz vor systemischen Krisen. Vor allem, wenn eine Krise das Potenzial hat, die politische und wirtschaftliche Stabilität in ihren Grundfesten zu erschüttern.

Gold und Silber Deflation

Dennoch ist die Underperformance des Silberpreises gegenüber der Goldpreisentwicklung in solchen Phasen sehr ausgeprägt, vor allem, wenn diese zusammenfallen mit wirtschaftlicher Depression und wegbrechender Industrienachfrage. Letzteres ist aktuell aber nicht zu erwarten. Im Gegenteil: In dem seit 1971 existierenden weltweiten ungedeckten Geldsystem (Fiat Money System) haben die Zentralbanken die Macht, die Geldmenge zu kontrollieren.

Die Notenbanken sind erneut des Silbers bester Freund

Silber erfüllt wie Gold alle Kriterien einer Krisenwährung: Es ist nur begrenzt verfügbar, weltweit gleichwertig, beliebig teilbar und wertkonservierend. Darüber hinaus ist die Leistbarkeit wesentlich höher als bei Gold.

Die jüngst gestarteten neuerlichen Gelddruckprogramme der einflussreichsten Notenbanken der Welt, Fed und EZB, sind eine erwartbare Gegenreaktion auf den globalen Abschwung, den Stress an den Staatsanleihemärkten und die sich dadurch verschärfenden Überschuldungstendenzen.

Da Silber ebenso zinslos ist wie Gold und nur beschränkt verfügbar, profitiert es von extrem laxer Geldpolitik und der sukzessiven Erosion des Vertrauens in das Fiatgeld. Sinkende Zinsen und die künstliche Aufblähung der Geldmenge treiben den Silberpreis im Zeitverlauf sogar stärker an als den Goldpreis, da das Metall überirdisch knapper ist als Gold und der Markt dafür deutlich enger.
Schaut man sich die Entwicklung bei den Realzinsen weltweit an, dann sind diese in nahezu allen OECD-Staaten mittlerweile wieder negativ (Nominalzins minus Teuerungsrate).

Gleichzeitig steigt die Geldmenge durch die Wertpapierkaufprogramme der großen Zentralbanken (BOJ, EZB, SNB, Fed etc.) wieder an. Allein die US-Geldmenge M2 stieg in den zwölf Monaten von September 2018 bis Oktober 2019 um +5,7 Prozent auf einen neuen Rekordstand. Der Grund dafür ist u. a. die Wende in Sachen Geldpolitik der Fed in Folge dieser sie die Zinsen wieder senkt und seit Mitte September erneut Geld druckt. Die Bilanzsumme der Fed hat sich seit dem Sommer bereits um über 200 Mrd. aufgebläht, durch das digitale Drucken von Geld für den Ankauf von US-Staatsanleihen.

M2 Money Supply

Die Perspektiven für das weiße Edelmetall stehen also nicht schlecht. Gelingt es dem Silberpreis, aus der trendbestätigenden Flagge nach oben auszubrechen, und danach sieht es aktuell aus, dann ist der Weg zunächst bis in Richtung der zyklischen Höchststände aus dem Juli 2016 bei 21,00 US-Dollar pro Unze frei.

Silberpreis Tageschart

Fazit

Bereits in führen Zyklen hinkte der Silberpreis dem Goldpreis hinterher. Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung während der Finanzkrise 2008 ff. Doch sobald die Zentralbanken zu aggressiven Gegenmaßnahmen gegen die realwirtschaftliche Krise griffen und die Märkte massenhaft mit billigem Geld aus dünner Luft fluteten, konnte Silber das Gold deutlich outperformen. Nachdem nun auch die Fed in das Lager der digitalen Gelddrucker und Zinsabschaffer zurückgekehrt ist, haben sich die Perspektiven für den Silberpreis deutlich aufgehellt. Ebenso wie beim Goldpreis ist auch beim Silberpreis in der Folge explodierender Notenbankbilanzen ein Angriff auf die Allzeithöchststände aus dem Jahr 2011 bei knapp 50 US-Dollar pro Unze wieder realistisch geworden.



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