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Silberpreis – der Ausbruch kann heftig werden

Hannes Zipfel

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am

Silber Barren Stapel

Der Silberpreis hinkte bisher dem Goldpreis deutlich hinterher. Ein Grund dafür ist die größere Konjunktursensibilität des Rohstoffs. Doch die nun startende neuerliche Explosion der globalen Geldmenge durch die Notenpressen der Zentralbanken schafft ein idealtypisches Umfeld für das weiße Edelmetall.

Silberpreis – bei Deflation ein Underperformer

Anders als Gold hat Silber nach wie vor eine große Bedeutung als Industrierohstoff. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften ist das Hightech-Metall bei der Herstellung von Smartphones, Autos, Solaranlagen und in der Medizintechnik unentbehrlich. Auf die Industrie entfällt mehr als die Hälfte der Gesamtnachfrage. Bei Gold sind es lediglich 7,6 Prozent. Kommt es zu wirtschaftlichem Abschwung und sinkenden Teuerungsraten, bleibt der Silberpreis hinter der Preisentwicklung des als sicherer Hafen geltenden Goldes zurück. Dies gilt insbesondere für die Nachfrage vonseiten der Notenbanken. Als letzte Zentralbank hatte die Reserve Bank of India ihre Silberreserven vollständig veräußert. Seitdem halten die Notenbankanken ausschließlich Gold als Krisenwährung vor. Der Goldkaufrausch der Zentralbanken hält auch in diesem Jahr nach den Rekordkäufen 2018 an. Die Nachfrage nach Silber kann von diesem Sonderfaktor nicht profitieren und blieb zuletzt in der Entwicklung hinter dem großen Brudermetall zurück.

Silberpreis vs Goldpreis Chart

Vergleicht man die Entwicklung des Silberpreises mit der Entwicklung anderer Rohstoffe, wie Kupfer, Eisenerz oder dem Ölpreis, in Phasen von Deflation, dann steht Silber dennoch besser da. Der Grund dafür liegt in der historischen Bedeutung des Edelmetalls als Geldmetall. Kommt es zu krisenhaften Entwicklungen, eignet sich Silber, ebenso wie Gold, als Schutz vor systemischen Krisen. Vor allem, wenn eine Krise das Potenzial hat, die politische und wirtschaftliche Stabilität in ihren Grundfesten zu erschüttern.

Gold und Silber Deflation

Dennoch ist die Underperformance des Silberpreises gegenüber der Goldpreisentwicklung in solchen Phasen sehr ausgeprägt, vor allem, wenn diese zusammenfallen mit wirtschaftlicher Depression und wegbrechender Industrienachfrage. Letzteres ist aktuell aber nicht zu erwarten. Im Gegenteil: In dem seit 1971 existierenden weltweiten ungedeckten Geldsystem (Fiat Money System) haben die Zentralbanken die Macht, die Geldmenge zu kontrollieren.

Die Notenbanken sind erneut des Silbers bester Freund

Silber erfüllt wie Gold alle Kriterien einer Krisenwährung: Es ist nur begrenzt verfügbar, weltweit gleichwertig, beliebig teilbar und wertkonservierend. Darüber hinaus ist die Leistbarkeit wesentlich höher als bei Gold.

Die jüngst gestarteten neuerlichen Gelddruckprogramme der einflussreichsten Notenbanken der Welt, Fed und EZB, sind eine erwartbare Gegenreaktion auf den globalen Abschwung, den Stress an den Staatsanleihemärkten und die sich dadurch verschärfenden Überschuldungstendenzen.

Da Silber ebenso zinslos ist wie Gold und nur beschränkt verfügbar, profitiert es von extrem laxer Geldpolitik und der sukzessiven Erosion des Vertrauens in das Fiatgeld. Sinkende Zinsen und die künstliche Aufblähung der Geldmenge treiben den Silberpreis im Zeitverlauf sogar stärker an als den Goldpreis, da das Metall überirdisch knapper ist als Gold und der Markt dafür deutlich enger.
Schaut man sich die Entwicklung bei den Realzinsen weltweit an, dann sind diese in nahezu allen OECD-Staaten mittlerweile wieder negativ (Nominalzins minus Teuerungsrate).

Gleichzeitig steigt die Geldmenge durch die Wertpapierkaufprogramme der großen Zentralbanken (BOJ, EZB, SNB, Fed etc.) wieder an. Allein die US-Geldmenge M2 stieg in den zwölf Monaten von September 2018 bis Oktober 2019 um +5,7 Prozent auf einen neuen Rekordstand. Der Grund dafür ist u. a. die Wende in Sachen Geldpolitik der Fed in Folge dieser sie die Zinsen wieder senkt und seit Mitte September erneut Geld druckt. Die Bilanzsumme der Fed hat sich seit dem Sommer bereits um über 200 Mrd. aufgebläht, durch das digitale Drucken von Geld für den Ankauf von US-Staatsanleihen.

M2 Money Supply

Die Perspektiven für das weiße Edelmetall stehen also nicht schlecht. Gelingt es dem Silberpreis, aus der trendbestätigenden Flagge nach oben auszubrechen, und danach sieht es aktuell aus, dann ist der Weg zunächst bis in Richtung der zyklischen Höchststände aus dem Juli 2016 bei 21,00 US-Dollar pro Unze frei.

Silberpreis Tageschart

Fazit

Bereits in führen Zyklen hinkte der Silberpreis dem Goldpreis hinterher. Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung während der Finanzkrise 2008 ff. Doch sobald die Zentralbanken zu aggressiven Gegenmaßnahmen gegen die realwirtschaftliche Krise griffen und die Märkte massenhaft mit billigem Geld aus dünner Luft fluteten, konnte Silber das Gold deutlich outperformen. Nachdem nun auch die Fed in das Lager der digitalen Gelddrucker und Zinsabschaffer zurückgekehrt ist, haben sich die Perspektiven für den Silberpreis deutlich aufgehellt. Ebenso wie beim Goldpreis ist auch beim Silberpreis in der Folge explodierender Notenbankbilanzen ein Angriff auf die Allzeithöchststände aus dem Jahr 2011 bei knapp 50 US-Dollar pro Unze wieder realistisch geworden.

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Inflation, Bitcoin, Aktien: Beck gegen Marc Friedrich

Markus Fugmann

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Kommt bald die Inflation – und was wird mit Aktien oder Bitcoin passieren? Bedeutet Inflation gleichzeitig, dass Bitcoin und Aktien und auch Rohstoffe steigen werden?

Bitcoin, Aktien und Inflation – was wird passieren?

Derzeit gehen fast alle davon aus, dass die Inflation anziehen wird: mit dem Impfstoff werde sich das Corona-Problem erledigen, woraufhin die Nachfrae anziehen werde, was dann wiederum Inflation mit sich bringe (der Reflations-Trade). Diese Inflation zeigt sich bereits bei den Asset-Preisen vor allem bei Immobilien, mit gewissen Abstrichen auch bei Aktien (vor allem aus dem US-Tech-Sektor). Sind Aktien inzwischen zu teuer?

Der Potzfolioverwalter Andreas Beck bringt die Dinge in einem Interview mit Marc Friedrich in Relation: er hält Immobilien für zu teuer (aufgrund des demografischen Wandels – der ab dem Jahr 2025 kippen wird), bei Aktien sei das „Glas halbvoll“ – während er Bitcoin für eine „Thema-Verfehlung“ hält („Bitcoin ist ein Anrecht für nichts auf niemanden“) und dabei auf eine russische Firma verweist, die dafür ein Muster gegeben hat (was für den Bitcoin-Gläubigen Marc Friedrich schwer zu ertragen ist!). Andreas Beck gegen Marc Friedrich – wer hier die besseren Argumente hat, könne Sie entscheiden. So sagt Andreas Beck zu Bitcoin: „Was nichts ist, kann nicht knapp sein“ – und demaskiert damit das Argument der Bitcoin-Jünger!

 

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Inflation, Aktien und Bitcoin - Marc Friedrich gegen Andreas Beck

 

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Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlen? EU-Urteil liegt vor – mit erstaunlicher Begründung

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Scheine Euro Bargeld

Darf der deutsche Michel darauf bestehen, dass er seinen Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlt, und nicht per Banküberweisung oder Lastschrift? Deswegen war der Wirtschaftsexperte und Journalist Norbert Häring durch alle Instanzen gegangen, und landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Seine Klage basierte auf dem Bundesbankgesetz, welches Bargeld als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel ansieht – womit impliziert werden könnte, dass alle öffentlichen Einrichtungen gezwungen sind Zahlungen in bar zu akzeptieren.

Panische Angst vor Zahlung mit Bargeld?

Aber es ist klar. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Bargeldzahlung. Man stelle sich vor hunderttausende unzufriedene Gebührenzahler würden von diesem Recht Gebrauch machen, und bei den Anstalten vor Ort mit 1 Cent Münzen zahlen, aus Protest. Der Verwaltungsaufwand wäre gigantisch. Und jetzt wird es spannend. Der Europäische Gerichtshof hat heute sein Urteil gefällt (hier im Wortlaut nachzulesen). Gleich die Headline zeigt die erstaunliche Argumentation der Richter. Sie argumentieren nämlich nicht mit Inhalten, sondern begründen ihr Urteil damit, ob die Auswirkungen für die betroffenen Einrichtungen (ARD und ZDF) verwaltungstechnisch umsetzbar sind. Zitat EuGH:

Ein Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets kann seine Verwaltung zur Annahme von Barzahlungen verpflichten, aber er kann diese Zahlungsmöglichkeit auch aus Gründen des öffentlichen Interesses beschränken. Eine solche Beschränkung kann insbesondere gerechtfertigt sein, wenn die Barzahlung aufgrund der sehr großen Zahl der Zahlungspflichtigen zu unangemessenen Kosten für die Verwaltung führen kann.

Also: Das EU-Gericht verweist die letztliche Entscheidung zurück an den Bundesgerichtshof. Aber der erhält von den EU-Richtern de facto eine Vorlage für eine Entscheidung gegen die Zahlung mit Bargeld. Nämlich in dem man sagt: Bei potenziell hunderttausenden oder Millionen Barzahlern des Rundfunkbeitrags werden die Verwaltungskosten derart hoch sein, dass dies zu ernsthaften Problemen für die Rundfunkanstalten führt. Daher wäre es angemessen für Deutschland ein Barzahlungsverbot auszusprechen. So darf man den zweiten Satz aus der Headline-Aussage des Urteils interpretieren. Und man darf vermuten, dass die deutschen Richter diesen Hinweis auch genau so aufnehmen und in ihr Urteil einfließen lassen werden. Also wird es (vermutlich) keine wirklich inhaltliche Begründung für die bevorstehende Ablehnung der Bargeldzahlung in Deutschland geben, sondern nur eine verwaltungstechnische. Das ist ziemlich armselig, so möchte ich es ausdrücken!

Der Klageführer Norbert Häring hat dazu vor wenigen Minuten seinen eigenen Kommentar veröffentlicht (hier nachzulesen). Die Richtung der deutschen Richter dürfte klar sein. Reihenweise könnten Beitragszahler auf Barzahlung bestehen, also wäre der Verwaltungsaufwand für ARD und ZDF bei nur 17,50 Euro pro Beitragszahler nicht mehr verhältnismäßig. Man kann das endgültige Urteil der deutschen Richter schon Monate im Voraus am Horizont sehen, bevor es ausgesprochen wurde. Hier auszugsweise im Wortlaut aus dem heutigen EuGH-Urteil die wohl wichtigsten Aussagen:

In einem zweiten Schritt stellt der Gerichtshof fest, dass der Status der Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Annahme dieser Banknoten und Münzen impliziert, diese Verpflichtung aber von den Mitgliedstaaten grundsätzlich aus Gründen des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden kann, vorausgesetzt, dass diese
Einschränkungen im Hinblick auf das verfolgte Ziel von öffentlichem Interesse verhältnismäßig sind, was u. a. bedeutet, dass andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden verfügbar sein müssen.

Insoweit weist der Gerichtshof darauf hin, dass es im öffentlichen Interesse liegt, dass die Begleichung von Geldschulden gegenüber öffentlichen Stellen dergestalt erfolgen kann, dass diesen keine unangemessenen Kosten entstehen, die sie daran hindern würden, ihre Leistungen kostengünstiger zu erbringen. Daher kann der Grund des öffentlichen Interesses, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Erfüllung einer hoheitlich auferlegten Geldleistungspflicht zu gewährleisten, eine Beschränkung der Barzahlungen rechtfertigen, insbesondere, wenn die Zahl der Beitragspflichtigen, bei denen die Forderungen einzutreiben sind, sehr hoch ist.

Es ist jedoch Sache des Bundesverwaltungsgerichts, zu prüfen, ob eine solche Beschränkung im Hinblick auf das Ziel des tatsächlichen Einzugs des Rundfunkbeitrags verhältnismäßig ist, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die anderen rechtlichen Zahlungsmittel möglicherweise nicht allen beitragspflichtigen Personen leicht zugänglich sind.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

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Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

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