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Silberpreis: Die Rückeroberung der 18-Dollar-Marke

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Silber Beispielfoto

Im Windschatten des Goldpreisanstiegs kann sich auch der Silberpreis wieder erholen und schafft den Sprung über charttechnisch wichtige Marken. Wie nachhaltig dieser Anstieg ist und ob der Schwung für neue zyklische Höchststände ausreicht, muss sich noch zeigen. Die jüngste Dynamik bei der Preisentwicklung des Hightech-Edelmetalls stimmt gleichwohl zuversichtlich.

Das Chartbild beim Silberpreis in US-Dollar sieht konstruktiv aus

Nachdem der Goldpreis in US-Dollar bereits neue zyklische und in den meisten anderen Währungen, so auch im Euro, Allzeithöchststände erreicht hat, tut sich der Silberpreis damit noch schwer. Dies hat dazu geführt, dass das Verhältnis der Gold- und Silberpreise zueinander in historischer Dimension auseinanderklafft: Ganze 88 Unzen Silber muss man derzeit für eine Unze Gold bezahlen. Berücksichtigt man das Verhältnis der beiden Edelmetalle in der Erdkruste (1:15), die überirdischen Bestände (1:5) und die Produktionsmenge (1:8), dann scheint der Silberpreis im Verhältnis zum Goldpreis aktuell zu niedrig und Silber signifikant unterbewertet zu sein. Das Gold-Silber-Ratio liegt deutlich über dem historischen Mittel und über dem natürlichen Verhältnis. Das Zwittermetall aus Industrie- und monetärem Edelmetall (Geldmetall) läuft der Entwicklung seines gelben Brudermetalls bereits seit Beginn der jüngsten Hausse-Phase im Sommer 2019 hinterher.

Damals begann die US-Notenbank ihren jüngsten Zinssenkungszyklus. Umso niedriger die Zinsen und umso höher die Bewertung von Anleihen und Aktien, desto attraktiver werden die zins- und dividendenlosen Edelmetalle für Investoren. Auch deshalb, weil die parallel zur Niedrigzinspolitik erfolgte Liquiditätsflutung der Märkte die knappen Geldmetalle relativ zur explodierenden Geldmenge aufwerten lässt. Immerhin hat der Silberpreis im Windschatten der jüngsten Rekordjagd des Goldpreises die Marke von 18 US-Dollar zurückerobern können und sich bis an die im Chart als rote gestrichelte Linien erkennbaren Widerstände herangearbeitet. Übergeordnet arbeitet der Silberpreis damit aber immer noch an dem Abschluss der lang gezogenen Konsolidierungsformation nach der Sommerrallye.

Silberpreis Chart in US-Dollar

Gelingt der Ausbruch aus dieser Formation, dann steht auch beim Silberpreis der Anlauf auf die zyklischen Höchststände von Anfang September bei 19,63 US-Dollar pro Unze auf der charttechnischen Agenda.

Der Silberpreis in Euro ist schon ein gutes Stück weiter

Für Anleger aus dem Euroraum entwickelt sich der Preis erfreulicher, ähnlich wie beim Gold. Zum Vergleich: In US-Dollar hat der Silberpreis auf Jahresbasis 14,4 Prozent zugelegt – in Euro um 20 Prozent. Da in diesem Zeitraum die Teuerungsrate in den USA sogar höher war als in Europa, ist die Kaufkraft einer Unze Silber in Europa um sechs Prozent stärker angestiegen als für einen in den USA lebenden Silber-Investor. In Euro notiert die Unze Silber (31,1 Gramm) aktuell bei 16,96 Euro.

Silber in Euro vs Silber in USD

Die Investmentnachfrage ist der entscheidende Impulsgeber für die Rallye

Die Stabilität des Silberpreises und die jüngste Aufwärtsentwicklung stimmt in doppelter Hinsicht zuversichtlich: Zum einen steigt das Edelmetall in einer Phase der Dollar-Stärke an – was auch die Outperformance in Euro erklärt. Normalerweise korrelieren der Dollar und die monetären Edelmetalle Gold und Silber negativ zueinander. Dies mag daran liegen, dass die aktuelle Coronavirus-Krise in China stattfindet und damit sowohl der US-Dollar als auch Gold und Silber als sichere Häfen von risikoaversen Investoren angesteuert werden. Zum Zweiten speist sich die Silbernachfrage zu gut der Hälfte aus der Industrienachfrage. In Anbetracht der aktuellen Produktionsstillstände in der Automobil- und Elektroindustrie in China, wo Silber als elektrischer Leiter und in Spiegeln eine wichtige Rolle spielt, ist die Robustheit der Silbernotierungen positiv zu werten.

Der Grund für die relative Stabilität gegenüber zum Beispiel dem Industriemetall Kupfer ist die deutlich anziehende Nachfrage vonseiten der Investoren. Besonders die Nachfrage der großen physisch gedeckten Silber-ETF erklärt diese Preisstabilität. Noch vor Jahresfrist lagen die weltweit bekannten Bestände dieser ETF bei 510 Millionen Unzen. Aktuell sind es bereits 630 Millionen Unzen – ein Plus von 23,5 Prozent innerhalb von nur 12 Monaten. Da die Produktion im gleichen Zeitraum stagnierte, wirkt die Investorennachfrage positiv und kompensiert den aktuellen Nachfrageausfall aus der verarbeitenden Industrie.

Fazit und Ausblick

Im Zuge der anhaltenden konjunkturellen Schwächephase, die flankiert wird von der akkommodierenden Geldpolitik der Notenbanken weltweit, hält sich das Hightech-Industriemetall Silber preislich sehr stabil und kann zuletzt sogar im Kielwasser des Goldpreises reüssieren. Sollte es in Folge der noch nicht vollumfänglich sichtbaren Schäden durch die Coronavirus-Epidemie zu noch aggressieverer Geldpolitik kommen, wird sich auch die Nachfrage der Investoren nach dem Geldmetall Silber weiter verstärken. Da im Laufe des Jahres mit einer Normalisierung der Industrieproduktion in China nach dem Abklingen der Virus-Epidemie zu rechnen ist, bleibt das Umfeld für einen weiter steigenden Silberpreis in Summe konstruktiv. Gelingt der Ausbruch aus der Konsolidierungsformation endgültig, sind in diesem Jahr sogar neue zyklische Höchststände und aufgrund der relativen Unterbewertung gegenüber dem Gold sogar eine Outperformance des Silberpreises gegenüber dem Goldpreis sehr wahrscheinlich.

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Devisen

Rüdiger Born und Andre Stagge mit Blick auf Dax, Gold, Euro, Öl

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Rüdiger Born und Andre Stagge melden sich im folgenden Video direkt vor der Frankfurter Börse. Laut Andre Stagge steckt die Börse derzeit kräftig im Sommerloch. Seit Montag steckt der deutsche Markt in einer Handelsrange. Gold sei derzeit spannender. Der Euro sei fürs Trading einen Blick wert. Beim Trading im Öl hat er einen interessanten Handelsansatz. Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Gold/Silber

Goldpreis zeigt mit 1.813 Dollar echte Stärke – die aktuelle Lage

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Der Goldpreis konnte gestern Mittag die 1.800 Dollar-Marke überschreiten. Wir fragten dann auch zeitnah, ob jetzt die Post abgehen würde auf dem Weg nach oben. Denn bei großen runden Kursmarken ist es oft so, dass Shorties Verlust-Stops einbauen, und Long-Spekulanten, die einsteigen wollen, legen knapp oberhalb solcher Marken gerne Kauf-Stops-Orders, um in den steigenden Markt reinzukommen. Gestern konnte der Goldpreis dann in der Tat zügig weiter laufen, und stieg in der Spitze bis auf 1.818 Dollar. Dieses erhöhte Niveau kann der Markt bis jetzt mit aktuell 1.813 Dollar halten. Der Chart am Ende des Artikels zeigt den Goldpreis-Verlauf (rot-grün) seit Ende 2019 im Vergleich zum Dow Jones-Index (blau). Gold hat sich in der Krise bis dato als sehr robust erwiesen.

Goldpreis zeigt Stärke

Gold zeigt seit Tagen und Wochen Stärke. Angefacht wird sie durch einen US-Dollar (sichtbar im US-Dollar Index), der seit dem 30. Juni immer weiter fällt, nämlich von über 97,75 Indexpunkten auf jetzt 96,39. Auch wird dem Edelmetall jüngst weiter Auftrieb verliehen durch gestrige Aussagen des Chefs der Atlanta Fed Raphael Bostic, wonach dass sich die wirtschaftliche Erholung in den USA verzögern könnte. Auch die weltweite Zunahme der Corona-Infektionszahlen sorgt für zunehmende Ängste. Dazu Zinsen sind auf Null, Gelddrucken und neue Schulden ohne Ende. Der perfekte Mix für einen steigenden Goldpreis. Markus Fugmann hat die Lage rund um das Edelmetall jüngst in seinem Markgeflüster besprochen (hier ansehen). Und das folgende Thema ist in aller Munde. Zahlreiche Investoren kaufen keine Gold-Futures oder physisches Gold als Münze. Nein, größtenteils fließen die Anlegergelder in die börsengehandelten Gold-Fonds (ETF). Die Zuflüsse sind enorm. Der folgende Chart zeigt den ansteigenden Berg an mit Gold hinterlegten ETF, parallel dazu der steigende Goldpreis.

Analystenkommentare

Jasper Lawler von der London Capital Group erwähnt, dass der Goldpreis am späten Mittwoch 1.818 Dollar erreichte. Die unmittelbare Quelle der Gewinne seien ein schwächerer US-Dollar und zunehmende Corona-Zahlen. Aber der grundsätzliche Grund für die Hausse am Goldmarkt liege seiner Ansicht nach im schieren Ausmaß der Interventionen der Zentralbanken und der daraus resultierenden Währungsabwertungen. Naeem Aslam von Avatrade, meint, dass die Entwicklung im Goldpreis durch den Zufluss in Gold-ETFs unterstützt werde. Das aktuelle Momentum des Edelmetallpreises zeige, dass Händler den Goldpreis wahrscheinlich unterstützen werden. Die Tür für den Goldpreis steht weit offen um ein neues Allzeithoch anzustreben.

Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader, meint dass der Goldpreis nicht zu stoppen sei. Die starke Nachfrage sei auch ein Zeichen dafür, dass viele Investoren trotz steigender Aktienkurse einen sicheren Hafen suchen würden. Ipek Ozkardeskaya von Swissquote sagt heute, dass sich die Nachfrage nach Safe-Hafen-Vermögenswerten festige, mit zunehmenden Zuflüssen in US-Treasuries, Schweizer Franken und Gold. Der Goldpreis habe den Widerstand von 1.800 Dollar durchbrochen, und habe sich bei Stopps auf einem Niveau von 1.820 Dollar erholt. Unabhängig davon, ob das sich verstärkende positive Momentum im Gold auf die rutschigen Risikomärkte oder auf steigende Spekulationen zurückzuführen sei. Dass der Anstieg bis auf 2.000 Dollar reichen könnte, sollte das Gefühl, dass Gold in einem zu kurzen Zeitraum zu schnell gekauft worden sein könnte, kurzfristig zu einer Pause ermutigen. Je höher der Preis einer Unze ist, desto größer sei das Risiko einer scharfen Abwärtskorrektur.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen Dow Jones als CFD

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Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis überschreitet 1.800 Dollar – geht jetzt die Post ab?

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Während der Gold-Future (August-Laufzeit) schon Ende Juni die Marke von 1.800 Dollar überschritten hatte und dann seit gestern nachhaltig über der Marke notiert (aktuell 1.812 Dollar), so hatte sich der Goldpreis in der Kasse noch geziert. Aber jetzt  läuft Gold über die 1.800 Dollar-Marke mit aktuell 1,801 Dollar.

Geht jetzt die Post ab im Goldpreis?

Über die Gründe für den steigenden Goldpreis (heute früh noch 1.795 Dollar) hatten wir vorhin schon etwas ausführlicher geschrieben (mehr dazu hier). Jetzt stellt sich die rein börsentechnische Frage: Geht in Kürze die Post ab? Haben Trader, die Short in Gold sind, knapp oberhalb der runden Marke von 1.800 Dollar Kauf-Stop-Orders platziert zwecks Verlustbegrenzung? Und kommen noch Long-Spekulanten hinzu, die sich ebenfalls mit Kauf-Stop-Orders in den steigenden Markt reinstoppen wollen, wie man es im Trader-Slang so schön sagt?

Dies könnte für einen weiter rasch steigenden Goldpreis sorgen. Aber oft sieht man auch andere Phänomene. Denn manchmal prallen Preise, wenn sie wichtige, große runde Marken überschreiten, für eine gewisse Zeit wieder zurück unter diese Marke, und steigen dann später weiter kräftig nach oben. Der Drang für einen weiter steigenden Goldpreis scheint da zu sein. Im Chart sieht man den Preisverlauf in der Kasse seit Montag früh.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis seit Montag früh

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