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Gold/Silber

Silberpreis fällt nach US-Konjunkturdaten – wie geht es weiter?

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Silber Barren Beispielbild - Silberpreis fällt

Am Terminmarkt gerät der Silberpreis nach positiven Konjunkturdaten aus den USA unter Druck. Das hohe Exposure der Spekulanten sowie eine geringere Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen setzen den Notierungen kurzfristig zu.

Silberpreis fällt in guter Gesellschaft

Wie pervers die Situation an den Märkten bereits geworden ist, sieht man an der ersten Reaktion verschiedenster Vermögenspreise nach Bekanntgabe positiver US-Konjunkturzahlen – alles fällt:

Silberpreis in USD Chart

Vor allem die Einkaufsmanagerindizes zum US-Dienstleistungsgewerbe kamen mit 54,7 deutlich über der Expansionsschwelle (50) und über den Erwartungen des Marktes von 53,5 herein. Zuvor lag der Index bei nur 52,6 Punkten. Nach dem Motto: Gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten, wurden darauf hin an allen Märkten Gewinne realisiert. Sobald der Strom an billiger Liquidität durch die Zentralbanken weniger wahrscheinlich wird, drücken die Händler auf den Sell-Knopf. Das spiegelt die totale Abhängigkeit der vorherigen Rallye von der Geldpolitik wider.

Das gilt für Silber ebenso wie für Gold, Aktien und Bonds. Der im Verhältnis zu anderen Assetpreisen überproportional stark gefallene Silberpreis ist zum einen der Enge des Marktes sowie zum anderen dem hohen spekulativen Exposures auf der Long-Seite am Terminmarkt geschuldet. Zwar sind derartige Strukturen am Terminmarkt nicht per se negativ für den weiteren Kursverlauf eines Edelmetalls, siehe Palladium, aber sie machen den Preis anfällig für heftige Korrekturen.

COT Daten als Chart

Ohne Moos nix los

Wie ich in meinem Artikel „US-Wirtschaft stabilisiert sich an der Herz-Lungen-Maschine“ schrieb, läuft weder an den Finanzmärkten noch in der Realwirtschaft noch irgendetwas ohne die Notmaßnahmen der Zentralbanken. Das gilt auch für die jetzt publizierten Stimmungsdaten der Einkaufsmanager. Ohne die Notinjektionen der Fed seit Mitte September wäre der US-Geldmarkt bereits kollabiert und die jetzt befragten Einkaufsmanager bereits arbeitslos. Fakt ist, dass es ohne anhaltende geldpolitische Stimuli keine konjunkturelle Aufhellung mehr geben wird. Ergo wird auch der Abverkauf von liquiditäts- und zinssensiblen Anlagen wie Gold und eben auch Silber nur temporärer Natur sein.

Gefährlich für alle Märkte und die Konjunktur ist der Anstieg der Zinsen am Kapitalmarkt, die spiegelbildlich zu den fallenden Anleihekursen nach oben gehen. Ein Hauptgrund für die bisherige Rallye nahezu aller Märkte waren neben der Liquiditätsschwemme die sinkenden Zinsen.

Auch für die überschuldeten Volkswirtschaften sind steigende Zinsen, v. a. am langen Ende der Zinsstrukturkurve, pures Kryptonit. Die Zinskosten für Langfristdarlehen aller Art orientieren sich an diesen Benchmarkrenditen der langlaufenden US-Staatsanleihen: Autokredite, Hypothekendarlehen, Studentendarlehen und Kreditkartendarlehen. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Verschuldung des Staates über langlaufende Anleihen. Der Schuldenstand der US-Bundesregierung hatte zum Monatsauftakt November gerade erst die Schallmauer von 23 Billionen Dollar durchbrochen. Bereits vor Jahresfrist brachten steigende Anleiherenditen den Aktienmarkt und damit die gesamte konsumabhängige US-Konjunktur in Gefahr:

S&P 500 vs US-Anleiherenditen

Seit dem letzten Herbst sind die Schulden und die Kurse der Aktien weiter gestiegen und mit ihnen die Zinssensitivität. Läuft es also zu gut bei den Konjunkturdaten und es droht dem Markt der Liquiditätsentzug durch die Notenbanken, dann erreichen die Kapitalmarktzinsen schnell wieder gefährliche Niveaus – mit den bekannten negativen Folgen. Auf die dann entstehenden Turbulenzen reagiert die Geldpolitik zwangsläufig erneut mit noch mehr Stimulus – und so setzt sich der Kreislauf fort. Auch aus diesem Grund ist jede Korrektur bei dem zins- und liquiditätssensiblen Edelmetall Silber nur temporärer Natur.

Fazit und Ausblick

Der Abverkauf der monetären Edelmetalle, allen voran sichtbar im derzeit fallenden Silberpreis, ist im übergeordneten Bild bedeutungslos. Die Abhängigkeit der Finanzmärkte und der gesamten Weltwirtschaft von einer ständig steigenden Amplitude an Alimentierung durch die Zentralbanken garantiert mittelfristig die Fortsetzung der Silber-Rallye. Auch wenn kurzfristig eine „alles ist wieder gut Mentalität“ einiger Marktteilnehmer in Folge positiver Konjunkturdaten den Blick auf das Wesentliche vernebelt.

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Gold/Silber

Goldpreis: Wann endet der Abverkauf? Jetzt Kaufgelegenheit?

Redaktion

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am

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Der Optimismus, der durch die Nachricht über die erfolgreiche Erprobung des Impfstoffs gegen das Pfizer-Coronavirus ausgelöst wurde, hat den Goldpreis unter Druck gesetzt. Gegenwärtig hält sich das gelbe Metall immer noch über der starken Unterstützung des Goldpreises von 1800 Dollar. Allerdings zeigt die Analyse deutliche Anzeichen für ein anhaltendes rückläufiges Momentum.

Warum der Goldpreis unter Druck ist derzeit

Neben dem Impfstoff gibt es vielversprechende Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung, die den Goldpreis zuletzt unter Druck gesetzt haben. Ein weiterer Faktor, der für das Edelmetall eine große Rolle spielt, ist die Entspannung im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen. Mit dem Nachlassen der Unsicherheit reagieren die Märkte entsprechend – und das gilt auch für Gold.

Solange das gelbe Metall weiterhin unter der früheren Unterstützungsmarke von 1850 Dollar gehandelt wird, bleibt der stetige Abwärtstrend beim Goldpreis vorerst bestehen. Sollte es jedoch zu einem Durchbruch unter die 200-DMA-Unterstützung von 1798 Dollar kommen, könnte der Dezember einen viel stärkeren Rückgang verzeichnen. In diesem Fall wird der Goldpreis wahrscheinlich sogar einen Rückgang bis auf 1765 Dollar verzeichnen.

In folgendem Video analysiert David Jones, chief market strategist bei capital.com, positive und negative Faktoren für den Goldpreis und zeigt nicht nur, wo die relevanten Widerstände und Unterstützungen liegen, sondern auch das, was er selbst jetzt tun wird:

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Der Goldpreis ist derzeit unter Druck

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Gold/Silber

2021: Ein schwieriges Jahr für Gold – Werbung

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Lieber Börsianer,

im laufenden Jahr deckten sich die Investoren nochmals satt mit Gold ein. Ende Oktober verwalteten die Gold-ETFs rund um den Globus Gold im Wert von 235 Milliarden USD. Niemals zuvor waren die Gold-Sammelstellen schwerer. Gleichwohl zeigte der Goldmarkt zuletzt Ermüdungserscheinungen. So nahm das Volumen der Zuflüsse gerechnet in USD im Oktober nur noch um 0,6 % zu. Vor allem US-Investoren hielten sich spürbar zurück. Und genau das ist die Anlegergruppe, die letztlich das Marktgeschehen bestimmt.

Wie wird 2021? Welches Potenzial sehe ich für das Edelmetall?

Ich gehe derzeit davon aus, dass der Impfstoff im nächsten Jahr wesentlich über die Preisentwicklung am Goldmarkt entscheiden wird. Zwei grundsätzliche Szenarien sind denkbar.

Der Impfstoff funktioniert, und es gelingt den Medizinern das tückische Virus allmählich zurückzudrängen. In diesem Fall springt die Weltkonjunktur wieder an. Möglicherweise werden wir sogar leicht inflationäre Tendenzen sehen. Ergo werden die Zentralbanken die Zügel der Geldpolitik wieder anziehen, um das Inflationsrisiko möglichst gleich im Anfangsstadium zu ersticken. Steigende Zinsen sind allerdings für Gold Gift.

Auffällig war, dass sich die Notenbanken bereits zuletzt mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen zurückgehalten haben. Obwohl etwa Europa in den zweiten Lockdown gegangen ist, haben wir von unserer obersten Währungshüterin, Christine Lagarde, nicht viel gehört. Offenbar baut auch die Französin stark auf den Impfstoff und hält weitere Stützungsmaßnahmen für die EU-Volkswirtschaften für nicht erforderlich. Goldanleger hätten hier gerne weitere Aktivitäten gesehen.

Der Impfstoff wirkt nicht. Die Erholung wird von stets wiederkehrenden Lockdown-Maßnahmen gebremst. Das würde ohne Frage den Golfpreis stützen, zumal dann die Geldpolitik doch nochmals nachlegen muss und weitere Hilfsgelder in die Volkswirtschaften des Westens pumpen wird. In einem solchen Szenario bliebe auch der Aktienmarkt eher zurück und Investoren würden wieder den sicheren Hafen suchen. Dabei darf man freilich nicht vergessen, dass die US-Notenbank zunächst nicht mehr…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Gold/Silber

Goldpreis: Charttechnische Ampeln springen auf „Gelb“

Jörg Bernhard

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Der Goldpreis rutschte in den vergangenen Handelstagen aufgrund einer nachlassenden Risikoaversion auf den tiefsten Stand seit vier Monaten ab. Dadurch hat sich die charttechnische Situation erheblich eingetrübt.

Goldpreis wirkt charttechnisch angeschlagen

Weltweit sind derzeit vor allem riskantere Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien oder Kryptowährungen gefragt. Die Hoffnung, dass die Welt in Kürze möglicherweise mit drei Impfstoffen die Pandemie eindämmen kann, führte insbesondere bei Gold-ETFs zu massiven Abflüssen. Allein beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares war im November bei der gehaltenen Goldmenge ein Rückgang von 1.257,67 auf 1.199,74 Tonnen (minus 57,93 Tonnen) registriert worden.

Unter charttechnisch orientierten Goldinvestoren herrscht gegenwärtig aus zwei Gründen eine starke Verunsicherung. Erstens: Mit dem jüngsten Kursrutsch in Richtung 1.800 Dollar bewegt sich das gelbe Edelmetall in einer leichten Unterstützungszone, die sich in der ersten Julihälfte herauskristallisiert hat und nun akut gefährdet ist. Zweitens: Außerdem verläuft die langfristige 200-Tage-Linie ebenfalls im Bereich von 1.800 Dollar. Im Falle eines signifikanten Unterschreitens dieses Kursbereichs entstünden gleich zwei Verkaufssignale und somit möglicherweise zusätzlicher chartinduzierter Verkaufsdruck für den Goldpreis.

Doch eines sollten Anleger bei jedem Verkaufssignal stets im Hinterkopf behalten: Nicht selten erweisen sie sich als Fehlsignal. Im März dieses Jahres stürzte zum Beispiel der Goldpreis für einige Tage relativ deutlich unter seine 200-Tage-Linie, um sich nachfolgend innerhalb von weniger als fünf Monaten wieder um in der Spitze 600 Dollar auf ein neues Rekordhoch zu verteuern. Ein bisschen treffsicherer erwies sich ein solches Verkaufssignal Mitte 2018, schließlich folgte damals eine technische (temporäre) Korrektur von immerhin zehn Prozent.

Ein bisschen Optimismus verbreitet aktuell der Timingindikator Relative-Stärke-Index (RSI). Mit aktuell 32 Prozent ist dieser nicht mehr weit von der überverkauften Zone (< 30 Prozent) entfernt. Sollte der RSI die 30-Prozent-Hürde in den kommenden Wochen von unten nach oben durchschneiden, gilt dies in der Chartlehre nämlich als Einstiegssignal.

Fazit

Unter fundamentalen Gesichtspunkten sollten sich Anleger mit langfristigem Anlagehorizont keine großen „Goldsorgen“ machen. Als Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz dürfte die Geldalternative in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin wertvolle Dienste leisten, schließlich werden sich selbst im Falle eines Siegs über die Pandemie die weltweiten Schuldenberge nicht in Wohlgefallen auflösen.

Der Goldpreis ist zuletzt unter Druck gekommen

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