Gold/Silber

Silberpreis fällt – ist der „Spuk“ schon vorbei? Expertenmeinungen

Silber Barren

Schon gestern hatten wir den ausführlichen Video-Kommentar des Börsenexperten Andre Stagge über Silber veröffentlicht (hier anschauen). Er erläuterte im Detail, warum es keine Shortsqueeze bei Silber gibt und auch keine vergleichbare Situation wie letzte Woche in der Gamestop-Aktie. Auch hatten wir gestern den begleitenden Kommentar von Eugen Weinberg von der Commerzbank gebracht, dem vielleicht besten Rohstoff-Experten in Deutschland. Auch er sah den Anstieg im Silberpreis äußerst kritisch. Heute legt er nach mit einem sehr interessanten Kommentar zum aktuellen Preisrückgang. Kurz gesagt: Diese kurze Silber-Hausse hat gar nichts mit den Aktien-Sausen der letzten Woche zu tun. Die Lage verhält sich in diesem Markt völlig anders. Der Silberpreis stieg von letztem Donnerstag von 25 Dollar bis auf knapp über 30 Dollar am gestrigen Montag – um bis jetzt schon wieder auf 27,77 Dollar zurückzufallen.

Experte erklärt, warum Action im Silberpreis überhaupt nicht mit Aktien-Sause der letzten Tage vergleichbar ist

Eugen Weinberg sagt ganz aktuell, dass sich der Silbermarkt offensichtlich für manch einen Privatanleger als schwieriger zu „knacken“ erwies als manche Aktien. Dafür gebe es wohl mehrere Gründe. Zum einen sei der Terminmarkt bei Silber recht groß und liquide, was ihn weniger anfällig für spekulative „Angriffe“ mache. Der Angriff selbst war laut Eugen Weinberg außerdem nicht so stark und koordiniert wie bei den betroffenen Aktien. Viele Privatanleger hätten den Sinn des Angriffs angezweifelt und zu Recht darauf hingewiesen, dass die „bösen“ Hedge Fonds am Silbermarkt im Gegenteil zu den Aktien auf steigende und nicht fallende Preise setzen würden.

In der Tat seien die Großanleger bei Silber per Saldo positiv gestimmt und halten seit eh und je recht hohe Netto-Long-Positionen, d.h. Überschüsse an Long-Kontrakten. Daher sei das Potenzial für die Eindeckungen von Leerverkäufen sehr begrenzt. Bei manchen Silberaktien möge es anders gewesen sein, weshalb diese im Zuge des Silberpreissprungs auch meist deutlich stärker zugelegt haben. Doch für den synchronen großflächigen Angriff am Futures-Markt selbst, auf Silber-Aktien und am physischen Markt reichte das Pulver der Privatanleger laut Eugen Weinberg zumindest vorerst nicht aus. Den größten „Erfolg“ habe u.E. der Weg über die Silber-ETFs versprochen, wobei allein am Freitag der iShares Silver Trust einen Rekordzufluss von 1.070 Tonnen meldete. Zum Vergleich liege die weltweite Produktionsmenge bei weniger als 75 Tonnen täglich. Zwar könnte auch der kurzfristige Anstieg im Silberpreis gepaart mit einer höheren Volatilität einige industrielle Kunden verscheuchen.

Doch letztendlich dürfte der mittel- bis langfristige Effekt der jüngsten Aktion laut Eugen Weinberg positiv für den Silberpreis sein. Denn sie habe die Attraktivität von Silber als Anlagemetall deutlich gemacht, wobei viele neue Marktteilnehmer den Silbermarkt für sich entdeckt hätten. Auch habe sie die Preise für Gold und Silber in den letzten Tagen unterstützt, die trotz eines stärkeren US-Dollar zulegten. Eine höhere Risikowahrnehmung der Anleger wegen möglicher Blasenbildung und höherer Schwankungen am Aktien- oder Rohstoffmarkt könne den Goldpreis auch langfristig unterstützen.

Hier finden Sie ein hochinteressantes Video mit einem Experten-Kommentar. Auch hier wird klar davon abgeraten als Privatanleger auf die jüngste Hausse im Silberpreis aufzuspringen:

Chart zeigt Silberpreis im Verlauf der letzten 30 Tage



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