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Gold/Silber

Silberpreis – jetzt wird es wieder spannender

Hannes Zipfel

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Die ausgeprägte Korrekturphase seit Anfang September scheint an ihr Ende zu kommen – der Silberpreis sendet wieder konstruktive Signale aus.

Der Silberpreis kämpft sich erneut nach oben

Im Vergleich zum Goldpreis fiel die Korrektur beim Silberpreis in den letzten Monaten deutlich intensiver aus, was dem typischen Muster der Vergangenheit entspricht. Dies bedeutet aber auch, dass die Notierungen des Silbers bei einer Fortsetzung der säkularen Edelmetall-Hausse auch wieder deutlich dynamischer steigen werden als die des Goldes.

Nachdem der Preis des weißen Edelmetalls bereits Ende Oktober aus der trendbestätigenden Flagge nach oben ausgebrochen war und sich bis an das 23,6-er Fibonacci-Level herangearbeitet hatte, erlitt der Silberpreis im Zuge fallender Goldnotierungen einen erneuten Schwächeanfall, der die Kurse bis auf ein Niveau knapp über die Horizontalunterstützung bei ca. 16,60 US-Dollar führte.

Nach einer zähen Seitwärtsphase berappelt sich der Kurs des Silbers aktuell wieder und macht sich daran, die neu gebildete kurzfristige Abwärtstrendlinie bei ca. 17,34 anzugreifen.

Der Silberpreis ist gestern stark gestiegen

Sobald es den Silbernotierungen gelingt, auch diesen Widerstand zu überwinden, hellt sich das Bild charttechnisch weiter auf.

Der Weg zu neuen zyklischen Höchstständen ist für Silber gleichwohl viel weiter, als dies beim großen Bruder Gold der Fall ist. Das gelbe Edelmetall ist in US-Dollar noch ca. 5,5 Prozent von diesem Ziel entfernt. Silber muss hingegen noch prozentual zweistellig zulegen, also ca. 14 Prozent, um sein Hoch vom 4. September bei 19,65 US-Dollar pro Unze aus dem Markt zu nehmen. Ob dies noch in diesem Jahr gelingt oder erst im Auftaktquartal des Jahres 2020, das hängt auch stark davon ab, wie lange sich die Amerikaner noch der Illusion einer selbsttragenden konjunkturellen Belebung und einer kurzfristigen Lösung im Handelskrieg hingeben werden.

Drei Dinge sind für Silber entscheidend

Für die Fortsetzung der Silber-Rallye sind drei Dinge von entscheidender Bedeutung: erstens die weitere Zinsentwicklung, zweitens die Geldmengenentwicklung und drittens die Nachfrage nach Silber-ETF. Letzteres resultiert für gewöhnlich aus den ersten beiden Faktoren.

Das größte Potenzial für alle drei Parameter besteht in den USA. Dort floss im Zuge der Preiskorrektur wieder Metall aus den ETFs ab, auch Gold. Die ist ein Zeichen dafür, dass speziell die Amerikaner der Nachhaltigkeit der Edelmetall-Hausse noch nicht trauen. Zu tief sitzt die Illusion, Amerika ginge es wirtschaftlich besser als anderen Regionen und es bedarf keiner weiteren Zinssenkungen oder weitergehender quantitativer Maßnahmen durch die US-Notenbank Fed.

Dies ist jedoch eine Illusion, die darauf basiert, dass speziell die USA etwas bessere Wachstumszahlen als andere Wirtschaftsregionen ausweisen. Doch diese relative Besserstellung in Sachen Wachstum konnte nur dank massiver Neuverschuldung erreicht werden. Vor allem im Unternehmenssektor ist dieser Zusammenhang deutlich sichtbar: Stagnierenden Unternehmensgewinnen (seit drei Quartalen sogar rückläufig) steht eine enorme Ausweitung der Verschuldung gegenüber. Die gleiche Entwicklung findet auf Ebene des Staates statt, wo nach 5 Prozent Haushaltsdefizit für das letzte Fiskaljahr über 6 Prozent Defizit im laufenden Fiskaljahr (2019/2020) erwartet werden. Gleichzeitig bildet sich das Wirtschaftswachstum weiter zurück und wird für das vierte Quartal 2019 mit aktuell nur noch 1,3 Prozent erwartet (annualisiert) nach 2,1 Prozent im dritten Quartal.

Die einzige Möglichkeit, eine Rezession in den USA noch zu verhindern, besteht in noch tieferen Zinsen und noch mehr Liquidität für noch mehr billige Kredite. Beides ist für den Silberpreis sehr vorteilhaft. Diese Erkenntnis wird auch in den USA in den kommenden Monaten reifen, zumal die Zeit zwischen Mitte Dezember und Ende April auch saisonal empirisch belegt sehr positiv für den Silberpreis verläuft.

Fazit und Ausblick

An dem grundsätzlich positiven Umfeld für die monetären Edelmetalle, zu denen auch Silber gehört, hat sich nichts geändert. Die Konsolidierung der Preise seit Anfang September fiel gleichwohl zeitlich deutlich ausgedehnter aus, als von vielen erwartet. Dies hängt aber lediglich mit der hartnäckigen Illusion in den USA zusammen, dass eigentlich doch alles in bester Ordnung wäre – das Gegenteil ist aber der Fall. Daher wird auch wider die Erwartungen vieler der Marktteilnehmer das neue Jahr ein noch besseres Umfeld für die Edelmetalle bringen, sprich: schwächeres Wachstum, noch tiefere Zinsen und eine dramatische Ausweitung der globalen Geldmenge, neuerdings sogar im Namen des Klimawandels.

Nicht umsonst wird an dieser Stelle immer wieder von einer säkularen, also einer Jahrhundert-Edelmetall-Hausse gesprochen und nicht von einem beliebigen Kurstrend irgendeines Assets. Gold und Silber sind zur Absicherung des eigenen Vermögens für das, was vor allem vonseiten der Geldpolitik in Zukunft noch auf uns zu kommt, prädestiniert.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Nurmalso

    4. Dezember 2019 16:48 at 16:48

    Unser Herr Zipfel,
    immer wieder für einen Scherz aufgelegt.Kaum schöpft er Hoffnung zack gibt es mal wieder einen Rückschlag. Guter Kontraindikator ;-)

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

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Gold/Silber

Gold: Rekorddaten und Ausblick für 2021 durch World Gold Council

Jörg Bernhard

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Für das abgelaufene Jahr meldete der World Gold Council (WGC) diverse Rekorde im Marktsegment der Gold-ETFs und kommunizierte zudem seinen Ausblick zur Entwicklung der Goldmärkte im Jahr 2021.

Gold: Rekordlaune bei Investments in ETFs

Bedingt durch die Coronakrise haben verunsicherte Investoren im Jahr 2020 in großem Stil Gold in Form von physisch hinterlegten ETFs gekauft. Im September kletterten zum Beispiel die Goldbestände von insgesamt 83 erfassten ETFs auf 3.880 Tonnen und einen Marktwert von insgesamt 235,4 Milliarden Dollar. Beide Werte stellten einen neuen Rekord dar. Zum Jahreswechsel stellten sich Werte von 3.751,5 Tonnen bzw. 228,1 Milliarden Dollar ein.

Ein weiteres Allzeithoch wurde aber auch bei den registrierten Gold-Zuflüssen registriert. Mit 877,1 Tonnen Gold wurde der Vorjahreswert in Höhe von 398,3 Tonnen um 120 Prozent und das im Jahr 2009 erzielte bisherige Allzeithoch in Höhe von 649 Tonnen um 35 Prozent übertroffen. In Nordamerika waren Gold-ETFs übrigens besonders stark gefragt. Dort erhöhten sich die Bestände dieser Form von Papiergold innerhalb eines Jahres um 563,3 Tonnen. Der zweitstärkste Appetit war mit 259,9 Tonnen in Europa auszumachen, womit diese beiden Regionen fast 94 Prozent der weltweiten ETF-Nachfrage repräsentiert haben.

Ausblick für 2021 tendenziell optimistisch

In einem weiteren Statement veröffentlichte der WGC seinen Ausblick für das Jahr 2021. Dessen Analysten gehen davon aus, dass Investoren dauerhaft niedrige Zinsen in riskantere Anlageklassen locken könnte. Weil dies mit steigenden Haushaltsdefiziten, wachsenden Inflationssorgen und hohen Aktien-Bewertungen einhergehen dürfte, rechnet die internationale Interessenvertretung der Goldminenindustrie mit einer stabilen Investorennachfrage, während die Konsumentennachfrage dank einer wirtschaftlichen Erholung anziehen könnte.

Die Performance des Goldpreises hängt laut WGC von insgesamt vier Faktoren ab, von denen zwei von strategischer und zwei von taktischer Natur seien. Zur erstgenannten Gruppe gehören das wirtschaftliche Wachstum sowie das Maß an Verunsicherung. Von taktischer Bedeutung seien die Opportunitätskosten und das Momentum.

Fazit

Der WGC rechnet für 2021 mit einer positiven Performance von Gold, wenngleich in gedämpfter Form. Als wichtigsten Grund für diese Erwartungshaltung wurde die Aussicht auf eine höhere Konsumentennachfrage in China und Indien, gefolgt von der Chance auf dauerhaft niedrige Zinsen und dem damit verbundenen Wegfall von Opportunitätskosten (Zinsverzicht bei Gold) genannt.#

Hier finden Sie zusätzliche Informationen des World Gold Council..

Gold dürfte auch 2021 gesucht sein

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