Gold/Silber

Silberpreis – kommt nun endlich der Ausbruch?

Beispielbild Silber Barren

Hartnäckig arbeitet der Silberpreis an dem Ausbruch aus der Konsolidierungsformation. Mit der Saisonalität im Rücken könnte es nun klappen.

Hat der Silberpreis nun endlich auskonsolidiert?

Seit dreieinhalb Monaten läuft die Korrekturbewegung beim Silber. Mehr als die Hälfte des Anstiegs aus der vorherigen Rallye, die Ende Mai startete, gab der Preis in den letzten 15 Wochen wieder ab. Eine echte Geduldsprobe für Investoren. Doch die Zeit des Wartens könnte nun zu Ende gehen. Vor allem das saisonale Preisverlaufsmuster deutet einen kommenden Preisschub gen Norden an. Von Mitte Dezember bis Mitte Februar ist die beste Zeit für steigende Notierungen bei Silber – das gilt sowohl für die Spot-Preise, als auch für die Preise der Future-Kontrakte.

Nach einem kurzen und heftigen Rückfall bis auf die horizontale Unterstützungslinie bei 16,50 US-Dollar pro Unze hat sich der Silberpreis wieder erholt und erneut über der Marke von 17- US-Dollar etabliert. Gelingt der Ausbruch über die Abwärtstrendlinie, hat Silber zunächst Luft bis zum 38,2-Prozent-Fibonacci-Level bei ca. 17,58 US-Dollar.

Silberpreis in USD als Tageschart

Darüber hinaus hängt vieles von der Entwicklung des Goldes sowie von der Entwicklung des US-Dollars ab. Auch für das gelbe Edelmetall stehen die Zeichen saisonal günstig, für den US-Dollar hingegen ungünstig – was in diesem Zusammenhang positiv für Silber ist. Aber das sind nicht die Hauptgründe für meinen Optimismus, dass der Silberpreis nun endlich den Ausbruch aus der Konsolidierungsformation schaffen kann.

Silber ist zurück im Spiel

Der Auslöser für den nochmaligen heftigen Rückgang am Nikolaustag (große rote Kerze im Chart) waren die überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten für den November, die am 6. Dezember veröffentlicht wurden. Diese Daten weckten die Hoffnung auf eine starke Erholung der US-Konjunktur. In Folge dessen wurde Gold als Risk-Off-Asset abverkauft, und der US-Dollar stieg an. Beide Entwicklungen führten zu einem kleinen Sell-Off am engen Silbermarkt. Doch seitdem ist bei den Marktteilnehmern die Erkenntnis gereift, dass die November-Arbeitsmarktzahlen durch Sondereffekte verzerrt waren. Außerdem hat die Fed auf ihrer letzten Sitzung am 11. Dezember klar gemacht, dass die Zinsen in den USA in absehbarer Zeit nicht wieder steigen werden und dass sie ihre Bilanz noch aggressiver ausbauen muss, als sie dies ohnehin seit Mitte September schon getan hat.

Sowohl die Liquiditätsengpässe am US-Repo-Markt als auch die emsige Emissionstätigkeit des US-Finanzministeriums bei neuen Staatsanleihen sind der Grund für diese Zwangslage der Fed. Damit kommen gleich von mehreren Seiten unterstützende Faktoren für den Silberpreis: von den Zinsen, von der Geldmenge, von der US-Dollar-Entwicklung und von der Saisonalität.

Aufwärtsdrang trotz Gegenwind

Interessant ist zudem, dass trotz weiter haussierender Aktienmärkte und des Pseudo-Handelsdeals die monetären Edelmetalle nicht im Rahmen eines Short-Sellings massiv abverkauft werden. Obwohl die Terminmarktdaten eine solche Möglichkeit hergeben, da die spekulativen Positionen auf weiter steigende Kurse beim Silber nach wie vor relativ hoch sind (rote Linie im verlinkten Chart). Generell ist festzustellen, dass sich das spekulative Exposure am Terminmarkt für Silber trotz der ausgeprägten Korrektur der letzten Monate nur wenig abgebaut hat. Diese Tatsache allein ist aber kein Hinderungsgrund für ein positives Preisszenario, wie man vergleichbar bei Palladium sehr gut sehen kann.

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Silberpreises wird sein, wie sich die Nachfrage bei den mit physischem Metall gedeckten ETFs in den kommenden Wochen und Monaten darstellt. Gestaltet sich die Nachfrage im engen Silber-Markt robust, so wie bei Palladium, spielt die Terminmarktstruktur eine untergeordnete Rolle. Dieses Muster ist bei Rohstoffen generell in Hausse-Phasen zu beobachten.

Im Grunde ist das Umfeld, das sich für Silber für die kommenden Monaten abzeichnet, ideal. Silber ist zur Hälfte Industriemetall und zur anderen Hälfte monetäres Edelmetall. Wenn, wie zu erwarten, die Geldpolitik weltweit stark expansiv bleibt (niedrige Zinsen u. steigende Geldmenge) und sich gleichzeitig mit einer konjunkturellen Stabilisierung auch die Industrienachfrage nach Silber erholt, dann sind alle Parameter für einen weiteren Anstieg beim Silberpreis erfüllt.

Fazit und Ausblick

Mit der Saisonalität und der Geldpolitik im Rücken sollte der Silberpreis in den letzten Tagen des Jahres den Wiedereintritt in den Hausse-Modus gelingen. Für das kommende Jahr steht eine Mischung aus massiven geldpolitischen Stimuli und einer sich daraus ergebenen Konjunkturbelebung einem weiteren Anstieg des Silberpreises nicht im Wege.

Im Idealfall steigt in einem solchen Umfeld die Nachfrage nach Investment-Silber via ETFs ebenso an, wie die Nachfrage aus der verarbeitenden Industrie. Die Erkenntnis, dass das eine (Wachstum) ohne das andere (laxe Geldpolitik) nicht mehr möglich ist, sollte auch bei den daueroptimistischen Amerikanern spätestens im kommenden Jahr reifen und zu entsprechenden Portfolioanpassungen zugunsten der monetären Edelmetalle führen.



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