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Gold/Silber

Silberpreis – kommt nun endlich der Ausbruch?

Hannes Zipfel

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am

Beispielbild Silber Barren

Hartnäckig arbeitet der Silberpreis an dem Ausbruch aus der Konsolidierungsformation. Mit der Saisonalität im Rücken könnte es nun klappen.

Hat der Silberpreis nun endlich auskonsolidiert?

Seit dreieinhalb Monaten läuft die Korrekturbewegung beim Silber. Mehr als die Hälfte des Anstiegs aus der vorherigen Rallye, die Ende Mai startete, gab der Preis in den letzten 15 Wochen wieder ab. Eine echte Geduldsprobe für Investoren. Doch die Zeit des Wartens könnte nun zu Ende gehen. Vor allem das saisonale Preisverlaufsmuster deutet einen kommenden Preisschub gen Norden an. Von Mitte Dezember bis Mitte Februar ist die beste Zeit für steigende Notierungen bei Silber – das gilt sowohl für die Spot-Preise, als auch für die Preise der Future-Kontrakte.

Nach einem kurzen und heftigen Rückfall bis auf die horizontale Unterstützungslinie bei 16,50 US-Dollar pro Unze hat sich der Silberpreis wieder erholt und erneut über der Marke von 17- US-Dollar etabliert. Gelingt der Ausbruch über die Abwärtstrendlinie, hat Silber zunächst Luft bis zum 38,2-Prozent-Fibonacci-Level bei ca. 17,58 US-Dollar.

Silberpreis in USD als Tageschart

Darüber hinaus hängt vieles von der Entwicklung des Goldes sowie von der Entwicklung des US-Dollars ab. Auch für das gelbe Edelmetall stehen die Zeichen saisonal günstig, für den US-Dollar hingegen ungünstig – was in diesem Zusammenhang positiv für Silber ist. Aber das sind nicht die Hauptgründe für meinen Optimismus, dass der Silberpreis nun endlich den Ausbruch aus der Konsolidierungsformation schaffen kann.

Silber ist zurück im Spiel

Der Auslöser für den nochmaligen heftigen Rückgang am Nikolaustag (große rote Kerze im Chart) waren die überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten für den November, die am 6. Dezember veröffentlicht wurden. Diese Daten weckten die Hoffnung auf eine starke Erholung der US-Konjunktur. In Folge dessen wurde Gold als Risk-Off-Asset abverkauft, und der US-Dollar stieg an. Beide Entwicklungen führten zu einem kleinen Sell-Off am engen Silbermarkt. Doch seitdem ist bei den Marktteilnehmern die Erkenntnis gereift, dass die November-Arbeitsmarktzahlen durch Sondereffekte verzerrt waren. Außerdem hat die Fed auf ihrer letzten Sitzung am 11. Dezember klar gemacht, dass die Zinsen in den USA in absehbarer Zeit nicht wieder steigen werden und dass sie ihre Bilanz noch aggressiver ausbauen muss, als sie dies ohnehin seit Mitte September schon getan hat.

Sowohl die Liquiditätsengpässe am US-Repo-Markt als auch die emsige Emissionstätigkeit des US-Finanzministeriums bei neuen Staatsanleihen sind der Grund für diese Zwangslage der Fed. Damit kommen gleich von mehreren Seiten unterstützende Faktoren für den Silberpreis: von den Zinsen, von der Geldmenge, von der US-Dollar-Entwicklung und von der Saisonalität.

Aufwärtsdrang trotz Gegenwind

Interessant ist zudem, dass trotz weiter haussierender Aktienmärkte und des Pseudo-Handelsdeals die monetären Edelmetalle nicht im Rahmen eines Short-Sellings massiv abverkauft werden. Obwohl die Terminmarktdaten eine solche Möglichkeit hergeben, da die spekulativen Positionen auf weiter steigende Kurse beim Silber nach wie vor relativ hoch sind (rote Linie im verlinkten Chart). Generell ist festzustellen, dass sich das spekulative Exposure am Terminmarkt für Silber trotz der ausgeprägten Korrektur der letzten Monate nur wenig abgebaut hat. Diese Tatsache allein ist aber kein Hinderungsgrund für ein positives Preisszenario, wie man vergleichbar bei Palladium sehr gut sehen kann.

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Silberpreises wird sein, wie sich die Nachfrage bei den mit physischem Metall gedeckten ETFs in den kommenden Wochen und Monaten darstellt. Gestaltet sich die Nachfrage im engen Silber-Markt robust, so wie bei Palladium, spielt die Terminmarktstruktur eine untergeordnete Rolle. Dieses Muster ist bei Rohstoffen generell in Hausse-Phasen zu beobachten.

Im Grunde ist das Umfeld, das sich für Silber für die kommenden Monaten abzeichnet, ideal. Silber ist zur Hälfte Industriemetall und zur anderen Hälfte monetäres Edelmetall. Wenn, wie zu erwarten, die Geldpolitik weltweit stark expansiv bleibt (niedrige Zinsen u. steigende Geldmenge) und sich gleichzeitig mit einer konjunkturellen Stabilisierung auch die Industrienachfrage nach Silber erholt, dann sind alle Parameter für einen weiteren Anstieg beim Silberpreis erfüllt.

Fazit und Ausblick

Mit der Saisonalität und der Geldpolitik im Rücken sollte der Silberpreis in den letzten Tagen des Jahres den Wiedereintritt in den Hausse-Modus gelingen. Für das kommende Jahr steht eine Mischung aus massiven geldpolitischen Stimuli und einer sich daraus ergebenen Konjunkturbelebung einem weiteren Anstieg des Silberpreises nicht im Wege.

Im Idealfall steigt in einem solchen Umfeld die Nachfrage nach Investment-Silber via ETFs ebenso an, wie die Nachfrage aus der verarbeitenden Industrie. Die Erkenntnis, dass das eine (Wachstum) ohne das andere (laxe Geldpolitik) nicht mehr möglich ist, sollte auch bei den daueroptimistischen Amerikanern spätestens im kommenden Jahr reifen und zu entsprechenden Portfolioanpassungen zugunsten der monetären Edelmetalle führen.

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Gold/Silber

Goldpreis: Charttechnische Ampeln springen auf „Gelb“

Jörg Bernhard

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Der Goldpreis rutschte in den vergangenen Handelstagen aufgrund einer nachlassenden Risikoaversion auf den tiefsten Stand seit vier Monaten ab. Dadurch hat sich die charttechnische Situation erheblich eingetrübt.

Goldpreis wirkt charttechnisch angeschlagen

Weltweit sind derzeit vor allem riskantere Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien oder Kryptowährungen gefragt. Die Hoffnung, dass die Welt in Kürze möglicherweise mit drei Impfstoffen die Pandemie eindämmen kann, führte insbesondere bei Gold-ETFs zu massiven Abflüssen. Allein beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares war im November bei der gehaltenen Goldmenge ein Rückgang von 1.257,67 auf 1.199,74 Tonnen (minus 57,93 Tonnen) registriert worden.

Unter charttechnisch orientierten Goldinvestoren herrscht gegenwärtig aus zwei Gründen eine starke Verunsicherung. Erstens: Mit dem jüngsten Kursrutsch in Richtung 1.800 Dollar bewegt sich das gelbe Edelmetall in einer leichten Unterstützungszone, die sich in der ersten Julihälfte herauskristallisiert hat und nun akut gefährdet ist. Zweitens: Außerdem verläuft die langfristige 200-Tage-Linie ebenfalls im Bereich von 1.800 Dollar. Im Falle eines signifikanten Unterschreitens dieses Kursbereichs entstünden gleich zwei Verkaufssignale und somit möglicherweise zusätzlicher chartinduzierter Verkaufsdruck für den Goldpreis.

Doch eines sollten Anleger bei jedem Verkaufssignal stets im Hinterkopf behalten: Nicht selten erweisen sie sich als Fehlsignal. Im März dieses Jahres stürzte zum Beispiel der Goldpreis für einige Tage relativ deutlich unter seine 200-Tage-Linie, um sich nachfolgend innerhalb von weniger als fünf Monaten wieder um in der Spitze 600 Dollar auf ein neues Rekordhoch zu verteuern. Ein bisschen treffsicherer erwies sich ein solches Verkaufssignal Mitte 2018, schließlich folgte damals eine technische (temporäre) Korrektur von immerhin zehn Prozent.

Ein bisschen Optimismus verbreitet aktuell der Timingindikator Relative-Stärke-Index (RSI). Mit aktuell 32 Prozent ist dieser nicht mehr weit von der überverkauften Zone (< 30 Prozent) entfernt. Sollte der RSI die 30-Prozent-Hürde in den kommenden Wochen von unten nach oben durchschneiden, gilt dies in der Chartlehre nämlich als Einstiegssignal.

Fazit

Unter fundamentalen Gesichtspunkten sollten sich Anleger mit langfristigem Anlagehorizont keine großen „Goldsorgen“ machen. Als Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz dürfte die Geldalternative in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin wertvolle Dienste leisten, schließlich werden sich selbst im Falle eines Siegs über die Pandemie die weltweiten Schuldenberge nicht in Wohlgefallen auflösen.

Der Goldpreis ist zuletzt unter Druck gekommen

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Gold/Silber

Aktuell: Dow mit Allzeithoch, Ölpreis steigt – warum der Goldpreis bei 1.800 Dollar hängt

Claudio Kummerfeld

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Aktuell tut sich einiges an den Märkten. Der Dow Jones hat vorhin mit 29.996 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktienmärkte sind in guter Laune. Der Dax ist von seinem Hoch aus dem Frühjahr immer noch gut 500 Punkte entfernt, aber er klettert auch mit nach oben. Der Ölpreis steigt, der Goldpreis fällt weiter. Aber warum? Neben den positiven Corona-Nachrichten bringt heute eine weitere gute Nachricht neuen frischen Schub für die Aktienmärkte. Donald Trump macht nun offenbar den Weg frei für die Amtsübergabe an die Biden-Administration. Damit haben die Märkte mehr Sicherheit, dass in den USA wohl doch kein großes Chaos oder eine Verfassungskrise ausbrechen wird.

Außerdem scheint Joe Biden die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen zur neuen US-Finanzministerin machen zu wollen. Auch das freut den Markt. Die Geldflut kann weiter gehen, und die Konjunktur in den USA dürfte weiteren staatlichen Stimulus erhalten. Das pusht die Aktienmärkte, und auch der Ölpreis steigt kräftig. Alleine seit heute Nacht bei 43 Dollar steigt der WTI-Ölpreis aktuell auf 44,94 Dollar. Mehr Konjunktur-Stimulus bedeutet auch mehr Öl-Nachfrage. Logisch, dass da der Ölpreis ansteigt.

Goldpreis verliert gegen Aktienmärkte

Gold ist der Verlierer. In so einem positiven Umfeld schichten die Börsianer in risikoreichere Geldanlagen wie Aktien um, und der Goldpreis fällt. Nach positiven US-Konjunkturdaten von gestern war der Goldpreis bereits spürbar gefallen, von gestern 1.868 Dollar bis vorhin auf genau 1.800 Dollar im Tief. Ein große runde Marke ist immer wichtig für die Börsianer. Drüber und drunter liegen in der Regel viele Stop-Orders.

In den letzten Augenblicken kann der Goldpreis leicht auf 1.807 Dollar steigen, aber die Lage ist doch sehr wacklig. Es kann auch in Kürze einen Abwärtsschub unter 1.800 Dollar geben. Interessant: Die Bewegung im US-Dollar scheint derzeit weniger Einfluss auf den Goldpreis zu haben. Die negative Korrelation zwischen den beiden funktioniert diese Woche nicht so richtig. Vielmehr ist es aktuell eine negative Korrelation zwischen Gold und Aktienmärkten. Der Chart reicht bis Mitte letzter Woche zurück. Wir sehen den steigenden Dow Jones gegen den fallenden Goldpreis. Die aktuell gute Stimmung für risikoreichere Assets drückt gegen Gold.

Chart zeigt Kursverlauf von Dow Jones gegen Goldpreis seit letzter Woche

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Goldpreis: 1.800 Dollar-Marke in Gefahr? ETF-Abflüsse und Optimismus

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Barren aus Gold

Der Goldpreis ist derzeit Opfer vieler Angriffe. Nun drei Wochen in Folge wurde jeweils am Montag von einem anderen Pharmahersteller eine positive Meldung für einen Corona-Impfstoff präsentiert, zuletzt gestern von AstraZeneca. Immer war dies positiv für die Aktienmärkte und alle anderen risikoreichen Geldanlagen (Hoffnung auf Konjunkturerholung), und negativ für den Goldpreis. Der sogenannte Risk On-Trade wird durch die Impfstoff-Hoffnung befeuert. Und Gold erfüllt vor allem die Funktion des sicheren Hafens in der Krise, als letzte Bastion vor Inflation und sonstigen Unsicherheiten. Bei schnellen hoffnungsfrohen Nachrichten ist Gold der Verlierer.

Kurzfristig weiter Schwäche und Anfälligkeit im Goldpreis

Und gestern Nachmittag dann der nächste Schlag, der den Goldpreis zügig um mehr als 30 Dollar auf 1.834 Dollar fallen ließ. Die US-Einkaufsmanagerdaten wurden besser vermeldet als erwartet. Aber vor allem die mit den Einkaufsmanagerdaten veröffentlichten Preise stiegen. Höhere Inflationsangst sorgt für die unterschwellige Befürchtung an den Märkten, dass die Zinstendenz in den USA ansteigend ist, was wiederum positiv für den US-Dollar wirkt. Das wiederum drückt negativ auf den Goldpreis. Nur die Angst vor steigenden Zinsen wirkt auch ganz ohne steigenden US-Dollar negativ auf das zinslose Gold. Auch gab es gestern erneut Abflüsse aus Gold-ETFs (Begriffserklärung hier) im Umfang von 11 Tonnen.

Und so rutschte der Goldpreis bis jetzt weiter ab auf 1.826 Dollar. Einige Analysten und Chartisten sehen es als negativ an, dass die wichtige Unterstützungsmarke von. 1.850 Dollar im gestrigen Abrutsch sang und klanglos binnen Sekunden nach unten vernichtet wurde. Ist sogar die runde Marke von 1.800 Dollar in Gefahr? Milan Cutkovic von Axi schreibt dazu heute, dass ein Fall im Goldpreis unter die wichtige Marke von 1.800 Dollar den nächsten Ausverkauf einleiten könnte. Carsten Fritsch von der Commerzbank erwähnte vor wenigen Minuten in seiner Gold-Analyse, dass es bis zur Marke von 1.800 Dollar wenig Unterstützungszonen gebe, welche den Rückgang im Goldpreis aufhalten könnten. Erst dort sei nach seiner Meinung mit einer Stabilisierung zu rechnen.

Langfristig Gold mit weiterhin guter Perspektive

Die von zahlreichen Leitmedien als Crashpropheten betitelten Kommentatoren wie Dirk Müller und viele andere sehen eine extrem stark ansteigende Inflation im Anflug, und sprechen deswegen über einen möglichen viel höheren Goldpreis. Wir bei FMW sehen es ähnlich wie Carsten Fritsch von der Commerzbank. Man muss nicht zwingend von einer anstehenden Hyperinflation sprechen, und kann trotz der aktuellen Schwäche im Goldpreis auf längere Sicht die Möglichkeit für höhere Kurse sehen (das ist keine Handelsempfehlung). Denn ja, das längerfristige Szenario ändert sich nicht durch ein paar gute Konjunkturdaten oder gute Impfstoff-Nachrichten.

Die Null- und Negativzinspolitik wird noch jahrelang anhalten. Die Notenbanken drucken weiterhin Geld. Denn die Volkswirtschaften sind durch Corona extremst geschwächt worden. Das ist der perfekte Anlass um mit immer mehr Gelddruckerei und Staatsschulden alles mit Geld zu fluten. Das ist ein grundsätzlich schönes Szenario für einen steigenden Goldpreis. Wo das Papiergeld durch grenzenlose und obszöne Vermehrung verwässert wird, da kann das nicht unbegrenzt vermehrbare Gold an Attraktivität gewinnen. Aber kurzfristig, das sieht man dieser Tage wieder, ist der Goldpreis durch gute Konjunktur- und Corona-Nachrichten negativ beeinflussbar. Laut aktuellen Berichten soll die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden. Die Geldschwemme dürfte also auch in den USA in den nächsten Jahren weiter gehen!

Chart zeigt Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate
Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate.

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