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Sind ihre Spargroschen Teil der nächsten Finanzkrise? Hier ein Hinweis…

Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt, das ist sicher. Nur in welcher Form, und zu welchem Zeitpunkt, das weiß niemand ganz genau. Aber wir möchten an dieser Stelle schon mal einen möglichen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt, das ist sicher. Nur in welcher Form, und zu welchem Zeitpunkt, das weiß niemand ganz genau. Aber wir möchten an dieser Stelle schon mal einen möglichen Ausblick geben auch für Ihren persönlichen Spargroschen, den Sie vielleicht Monat für Monat in einen Rentenfonds oder in eine Lebensversicherung einzahlen. All die Gelder, die in diese gigantischen Töpfe fließen, hätten eine Nullverzinsung, wenn sie von diesen großen Geldsammelstellen zum Beispiel ausschließlich in deutschen Staatsanleihen angelegt würden.

Diese großen Institutionellen, denen Sie als Kleinsparer mit kleinen monatlichen Beträgen zu gigantischen Investmentsummen verhelfen, sind schon seit 3, 4, 5 Jahren auf der großen Hatz nach Rendite. Und gefunden haben sie die Rendite anscheinend in bedeutendem Umfang im Markt für US-Unternehmensanleihen. Der hat sich in den letzten Jahren in einem unvorstellbaren Maß aufgeblasen. Denn auch in den USA waren die Anleihezinsen jahrelang im Keller – und oftmals haben US-Konzerne kreditfinanziert ihre eigenen Aktien zurückgekauft – nicht mit Bankkrediten, sondern mit Anleihen. Oftmals wird möglicherweise ihr Spargroschen an einen großen US-Konzern geflossen sein, der das Geld verpulverte, in dem er unter anderem seine eigenen Aktien zurückkaufte – nur um seinen Aktienkurs in die Höhe zu treiben.

Daten der Bank of America Merrill Lynch zeigen, dass sich der gesamte Markt für „hochwertige Unternehmensanleihen“ in den USA seit der Finanzkrise 2008 von 2 Billionen auf jetzt 6 Billionen Dollar aufgeblasen hat. Dabei bedeutet „hochwertige Anleihen“ lediglich, dass sie von irgendeiner Ratingagentur ein halbwegs akzeptables Rating erhalten, auch wenn andere Agenturen ein Schrott-Rating ausstellen. Aber egal, spätestens seit der letzten Finanzkrise wissen wir alle was Ratings wirklich wert sind, wenn Papphäuser als hochwertige Immobilien und Niedriglohnbezieher als hochwertige Schuldner eingestuft werden.

Wie Daten der US-Notenbank Federal Reserve zeigen (Flow of Funds Data), wurden im Jahr 2015 gut die Hälfte der neue ausgegebenen hochwertigen Unternehmensanleihen durch US-Investmentfonds, und die andere Hälfte durch ausländische Investoren gekauft. Was bedeutet das? Genau wie vor der Finanzkrise 2008, wo ausländische Banken und sonstige Investoren nur zu gerne überteuerte Immobilienkredite kauften, scheinen jetzt erneut ausländische Investoren in ihrem Hunger nach Rendite „hochwertige“ Schulden von US-Unternehmen zu kaufen, statt vorher Immobilienkredite. Und wer hat genug Cash um in solch gigantischem Ausmaß Anleihen zu kaufen? Richtig, nur die großen Kapitalsammelstellen wie Rentenfonds, Lebensversicherungen etc.

Diese Grafik stammt von der US-Notenbank Federal Reserve – wir haben hier mal den interessanten Ausschnitt rausgezogen. Die markierte blaue Linie zeigt die Käufe durch ausländische Investoren in Milliarden Dollar. Ganz rechts 178,3 Milliarden Dollar sind der Wert für das 1. Quartal 2016. Die vier Werte links daneben stehen für die jeweiligen vier Quartale aus 2015. Links daneben geht es jahreweise weiter. 2013 fing die ganze Sause also erst so richtig an mit Nettokäufen ausländischer Investoren von 203 Milliarden Dollar!

Fed Finanzkrise
Grafik: Federal Reserve.
Zum Vergrößern bitte anklicken.

Interessant ist auch, was die Federal Reserve in ihrem Statement von Mittwoch Abend zu sagen hatte zum Thema „Jagd auf Rendite“. Sie schrieb Zitat:

„Expressed concern that an extended period of low interest rates risked intensifying incentives for investors to reach for yield and could lead to the misallocation of capital and mispricing of risk, with possible adverse consequences for financial stability.“

Man ist also besorgt, dass eine fortgesetzte Periode niedriger Zinsen die Suche von Investoren nach Rendite intensiviere, und zu einer Fehlleitung von Kapital führe. Das führe auch zu einer falschen Risikobewertung, und möglicherweise zu ungünstigen Folgen für die finanzielle Stabilität. Da Notenbanken ja immer recht geschwülstig reden, übersetzen wir das nochmal in Klartext: Es gibt eine Blase, sie bläst sich weiter auf, und bringt irgendwann ganz böse Resultate! Lustig oder eher traurig ist dabei: Die Fed, die gerade auf dieses Risiko hinweist, ist ja selbst verantwortlich für diese niedrigen Zinsen! Aber die günstige Versorgung der Wirtschaft mit niedrigen Zinsen ist anscheinend wichtiger. Das Hamsterrad muss sich weiter drehen!

Dieser Mittelzufluss aus dem Ausland ist auch ein schöner realer Beleg dafür, wie die gesamte US-Volkswirtschaft ihr jährliches Außenhandelsdefizit von immer um die 500 Milliarden Dollar finanziert. Wie vor der Finanzkrise sind auch jetzt jede Menge ausländische Investoren bereit dieses Hamsterrad am Laufen zu halten, in diesem Fall über US-Unternehmensschulden. Am Ende zahlt wie immer der Kleinsparer oder Steuerzahler den Preis.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Helmut Josef Weber

    19. August 2016 11:00 at 11:00

    Habe damit keine Probleme.
    Meine 2009 von mir gekündigte Lebensversicherung hat mir bis heute (umgetauscht in Goldmünzen) über 75% legale und steuerfreie Kurssteigerungen eingebracht.
    Wertpapiere, gleich welcher Art werden aber für die nächste Währungsreform dringend benötigt, denn nur die können entwertet werden.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  2. Avatar

    LookOut

    19. August 2016 11:25 at 11:25

    Ich mach eigentlich schon die letzten Monate nichts anderes als Euros gegen physisches Gold & Silber zu tauschen :-)

    Solange die Masse noch nicht weiß was los ist kann man aktuell zu einem noch günstigen Preis Gold & Silber erwerben :-)
    Selbst wenn der Gold und Silberpreis regelmäßig an der COMEX/Goldpreisfixing „verändert“ wird macht mir das nichts aus da Gold für mich ein eigenen Wert hat, und spätestens im Falle des Falles korrekt bepreist wird :-)

    Liebe Grüße
    Stefan

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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