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Sind Sie Supermarktmitarbeiter/in? Der Job-Killer kommt schneller als Sie denken!

Amazon fegt nicht nur Buchhandlungen, Klamottengeschäfte (H&M schließt Filialen) und Elektrogeschäfte leer. Nein, Amazon hat schon lange erkannt, dass das Wachstum im Onlineshopping zwar gigantisch ist, dass aber ein…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Amazon fegt nicht nur Buchhandlungen, Klamottengeschäfte (H&M schließt Filialen) und Elektrogeschäfte leer. Nein, Amazon hat schon lange erkannt, dass das Wachstum im Onlineshopping zwar gigantisch ist, dass aber ein großer Teil der Einzelhandelsumsätze auch in Zukunft stationär in richtigen Geschäften stattfinden wird. Deswegen kaufte man dieses Jahr unlängst die US-Biokette „Whole Foods Market“. Aber wenn Sie jetzt denken, dass Amazon vorhat auch in Deutschland Supermarktketten aufzukaufen: Das wird wohl kaum passieren.

Wir hatten schon vor einiger Zeit über „Amazon Go“ berichtet, den Test-Supermarkt von Amazon in Seattle, wo komplett auf Kassierer und auch komplett auf Kassen verzichtet wird. Der Kunde checkt einmal beim Betreten des Supermarkts ein mit seiner Amazon-Kundenkarte. Was er/sie aus den Regalen nimmt, wird in Echtzeit gescannt und gefilmt. So weiß das Amazon-System, was der Kunde in seine Tüte packt. Der Kunde verlässt den Laden, einfach so, das war´s

Setzt sich so ein System durch, sind womöglich alleine in Deutschland hunderttausende Jobs im Einzelhandel in Gefahr. Und alle Kunden, die es wie die Pest hassen an der Kasse Schlange zu stehen, werden es kaum erwarten können bei Amazon einzukaufen. Dem Druck werden sich andere Ladenketten nicht lange entziehen können! Offensichtlich scheint das System zu funktionieren. Denn Amazon´s Deutschlandchef sagte heute gegenüber der Funke Mediengruppe, dass es nicht mehr eine Frage sei, ob Amazon in Deutschland in den Stationären Einzelhandel geht, sondern wann. Auch in London sucht man schon konkret einen ersten Standort.

Auch lässt der deutsche Amazon-Chef durchblicken, dass man plane auch normale Privatpersonen in die Amazon-Lieferkette einzubeziehen. Die könnten als Nebenverdienst auch Pakete austragen, natürlich alles im Rahmen der Arbeitsschutzbestimmungen. Schöne neue flexible Arbeitswelt? Die Revolution in den Supermärkten könnte viel schneller kommen, als man es sich vorstellen kann. Hier nochmal Amazon´s eigener Clip zum Amazon Go-Supermarkt ohne Kassen aus Dezember 2016.

Hier eine Präsentation drei Monate nach Amazon´s Veröffentlichung, wo schon darauf verwiesen wird, adss man die Technologie von Amazon Go weiterentwickelt habe. Interessant anzusehen!

Und hier die Satire zum Amazon-Video.


Amazon CEO Jeff Bezos. Photo: U.S. Department of Defense photo by Senior Master Sgt. Adrian Cadiz / Public Domain

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    18. Dezember 2017 17:44 at 17:44

    Moin, moin,
    soweit, so gut. Nur wer packt die Regale nach? Wer räumt zwischen den Regalen wieder nach dem „Kundenbesuch“ auf? Wer kann Fragen beantworten? Was passiert, wenn die Technik abstürzt oder „böse“ Buben diese zum Absturz bringen? Was passiert mit den Einkaufsdaten? An Datenschutz braucht wohl niemand mehr zu denken, da wäre Amazon sicher der erste Fall von verstandenem Datenschutz.
    Mir persönlich wäre es fast zu unpersönlich ohne die Kassiererin. Fehlt nur noch Mc D., wo Hamburger aus einem Schacht aufs Tablett fallen. Dann lieber das gestresste Personal ertragen.
    Apropo Automatisierung. Wann wird der Bundestag automatisiert? Wäre doch eine riesen Einsparung für den Steuerzahler.

    • Avatar

      leser

      18. Dezember 2017 18:07 at 18:07

      Datenschutz würde mich auch daran hindern, dort einzukaufen. Denn die nächsten Schritte sind dann schon absehbar: Weitergabe der Daten an die Kranken- und Lebensversicherung? Magarine statt Butter gekauft > der Hauskredit wird teurer.

      Die breite Masse wird darüber aber nicht nachdenken. Das tut sie schon heute schon nicht bei dem billigen Tausch Kundendaten gegen Kundenkarte.

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      Helmut Josef Weber

      19. Dezember 2017 09:01 at 09:01

      Hallo asyoulike.
      die Regale füllen die Lieferanten nach und einmal am Tag kommt eine Reinigungskraft
      Wenn die Technik abstürzt, ist auch heute ALDI geschlossen.
      Zu den Daten: Ich denke das heute auch viele Daten gesammelt werden, denn kaum habe ich ein Flasche Rotwein gekauft, habe ich zu Hause die Werbung auf dem Computer.
      Ich hoffe, dass ich dann bei Amazon, wie mit einem NAVI, anhand meiner Einkaufsliste, durch die Regale navigiert werde.

      Viele Grüße aus Andalusien
      H. J. Weber

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    baeuerin

    18. Dezember 2017 17:59 at 17:59

    Amazon hat doch seine Facharbeiter,schon im Merkelland!
    Alles laeuft nach Plan…
    Fuer einfache Arbeiten,ist der Michl nicht geschaffen….
    Dass ihr ueberhaupt nach Amischrott schreit,ist mir ein Raetsel?
    Ist das so geil,dass man seine dt.Arbeitskraft an US-Firmen verheizt?
    Amerika first and DE last…
    Da hat ja der Asiate noch mehr stolz als ihr!!!

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      leftutti

      18. Dezember 2017 21:18 at 21:18

      @baeuerin, es schreit doch keiner danach, das sind doch nur verdrehte Ideen von ein paar Elons aus dem Wunderland. Sicher wird es wie immer 10 bis 15% supermoderne und dauergestresste Michels geben, die in allen Lebenslagen (Autofahren, Einkaufen, Biergarten, Volksfeste, Sportveranstaltungen, Freizeitaktivitäten usw.) von anderen Menschen genervt sind. Die lieber alleine und frei von nervigen Mitmenschen auf diesem Planeten wären mit ihrer geliebten Technik, ihren 350 PS-Autos und 6-Zoll-Smartphones. Oder ihrem Vermögen. Die gibt und gab es schon immer.
      Aber es gibt doch einen großen Prozentsatz an deutschen Bürgern aus allen Schichten, die derartigen Entwicklungen sehr skeptisch gegenüber stehen. Sie können doch nicht aus einem Wahlergebnis auf die Einstellung oder den Stolz eines Volkes verallgemeinern. Und wenn doch, die Raute hat doch einen ganz gewaltigen Tritt in den fetten Hintern erhalten. Was sich protestmäßig links und rechts der CDU/CSU getan hat, war doch veritabel. Fast ein Drittel der Michels protestiert massiv! Praktisch genau so viele, wie die Raute gewählt haben.
      Also bedenken Sie, wen Sie immer beschimpfen und pauschalisieren. So macht man sich keine Freunde, auch nicht unter Gleichgesinnten.

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      lucki

      18. Dezember 2017 21:24 at 21:24

      Stimmt, habe einmal 1,5 Jahre für eine Ami-Bude gearbeitet.
      Der dort vorhandene IQ war wie es hier kolportiert wird, etwa um die 85. Die Weißen MA waren ein wenig besser. 90 % der Jobs waren völlig verstrahlte dummdreiste Hühner. Die Arbeitsplätze waren in etwa in der Größe eines Lokushäuschens aus dem 30 er Jahren in der Eifel. Es waren ausschließlich Primitivjobs, wie Lochkartenstanzen, Listen drucken bis zum geht nicht mehr.
      Jobs, die Denken erforderlich machten gab es nur in den europäischen Niederlassungen. Schlimm und nach vergeblichen Versuchen System in den Haufen zu bringen unconditional surrender.

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      frank

      18. Dezember 2017 22:21 at 22:21

      von diesen neuen Merkel-Fachkräften sehe ich nur nie jemanden arbeiten. Wenn man morgens zur Arbeit fährt schlafen diese noch, man fühlt sich fast an alte Zeiten zurück erinnert. Sonst sehe ich diese Klientel auch nur herumlungern oder Kaffee trinken. Aber arbeiten werden die sicher nicht. Wozu auch, wenn alles finanziert wird…

  3. Avatar

    frank

    18. Dezember 2017 22:18 at 22:18

    Sehe kein Problem darin, ganz im Gegenteil. Das ist technischer Fortschritt. Vielleicht stellt man dann neue Leute ein die Einkäufe einpacken oder einfach den Service verbessern. Heutzutage ist es ja eine Zumutung als Kunde in einem deutschen Supermarkt. Man steht ewig an der Kasse, das Kassenband ist versifft und dreckig, die Leute vor einem brauchen Ewigkeiten zu zahlen, der Hintermann drückt seine Einkäufe auf die eigenen, man muss ewig langsam mit Karte bezahlen oder Kleingeld suchen und dann muss man im Bruchteil einer Sekunde seine Einkäufe verpacken, sofern man vorher eine dieser neuen klobigen unhandlichen Papiertüten für 0,50 Euro pro Stück ergattert hat. Also wenn ich es mir recht überlege, freue ich mich sehr auf das neue moderne Einkaufen…

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      Michael

      18. Dezember 2017 23:28 at 23:28

      @frank, würde Ihnen das gefallen, wenn Sie und Ihr Smartphone durch den Supermarkt stürmen würden, und Kunta Kinteh würde Ihr Klopapier, Ihre Pariser und sonstigen Einkäufe diskret, demütig und unterwürfig einpacken und vielleicht noch zum Auto tragen?
      Wo kaufen Sie denn eigentlich ein? Bei uns im Supermarkt dauert es nicht ewig, sondern etwa 15 Sekunden, bis eine Kartenzahlung abgeschlossen ist. Ich oder der Hintermann stellen einen Warentrenner hinter meinen Einkauf, manchmal unterhält man sich sogar während der paar Minuten von Mensch zu Mensch. Vokal, face to face, Smalltalk. Man steht auch nicht ewig an der Kasse, sondern je nach Tageszeit 1 bis max. 5 Minuten.
      Ewiges Kleingeldsuchen weist auf fehlende motorische und kognitive Fähigkeiten des Zahlenden hin und kann nicht den Supermärkten angekreidet werden. Wir müssen auch nicht einpacken, sondern die Waren nur in den Einkaufswagen zurück legen und können dann in aller Ruhe hinter der Kasse einpacken. Schlau und nachhaltig, wie wir nun einmal sind, haben wir sogar eigene größenmäßig geeignete Einkaufstaschen dabei. Wir dürfen sogar mit dem Einkaufswagen bis zum Auto auf dem Parkplatz fahren, um dort umzupacken.
      Ist das alles vielleicht subjektiv empfundener, selbstgemachter Stress?

      • Avatar

        leftutti

        19. Dezember 2017 00:45 at 00:45

        @Michael, ich denke, da haben Sie schon zum Teil Recht. Respektieren und bedenken Sie aber die enormen Belastungen des modernen Einkäufers. Diese implizieren Zeitmanagement und Stressmanagement. Im Idealfall über eine Smartphone-App, die ihm parallel live und laufend seine Fitness- und Stresswerte liefert, am besten von einer Smartwatch gemessen und übertragen.
        Darin liegt aber auch der Hund begraben: Wie soll @frank stressfrei und schnell wie ein Nicht-Smart-Digitaler an der Kasse live bezahlen, während seine Live-Vital-Stresswerte bei nicht akzeptablen ein bis zwei Empfangs-Balken nur noch mit Verzögerung synchronisiert werden? Wenn die App nicht mehr das Kleingeld sucht und im Bruchteil einer Sekunde seine Einkäufe verpackt. Während ihn gleichzeitig biologische Lebensformen körperlich und kommunikativ von vorne und hinten bedrängen?
        Oder wenn ihm an der Kasse bei gutem Empfang gerade sein Smartphone mitteilt, dass die Temperatur in Gäste-WC seines Smarthomes um 0,1° C zu hoch ist?
        Was aber erst dann, wenn sein Smartphone, seine Smartwatch, sein Smarthome, seine Apps fehlerhaft arbeiten? Muss er dann diese neuen klobigen unhandlichen Papiertüten essen, statt die schönen Plastiktüten im Smart-Ofen zu verfeuern?
        Einkaufen ist unmenschlich, technischer Fortschritt muss her, lol ha ha ;)

        • Avatar

          frank

          19. Dezember 2017 11:58 at 11:58

          haha. Ich hab natürlich etwas übertrieben und es sind keine echten Probleme. Aber eben viele Kleinigkeiten die beim Einkaufen nerven. Wenn das Einkaufen durch neue Technik angenehmer wird ist es trotzdem ein Fortschritt… Und Kuntah Kinteh wäre vielleicht genau froh über so einen Job. Die Servicewüste Deutschland ist auch einmalig. In den USA ist es Standard dass einem die Einkäufe eingepackt werden…

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Ernst Wolff über das globale Finanzsystem – Geld und Demokratie

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Spätestens die Wirtschaftskrise 2007/2008 ließ an der Seriosität des globalen Finanzsystems zweifeln. Wer seine Zweifel allerdings durch Sachkenntnis untermauern möchte, bekommt schnell ein Problem: Er trifft auf ein Dickicht aus komplizierten und oft widersprüchlichen Informationen, die noch dazu in einer für Laien unverständlichen Fachsprache gehalten sind. Kein Wunder also, dass der Versuch, das Finanzsystem zu verstehen, häufig schon in der Anfangsphase scheitert. Genau hier setzt Ernst Wolff an. Im Folgenden ein Ausschnitt auf der Einleitung meines neuen Buches (hier zu kaufen).

Die zwei großen Fehleinschätzungen unserer Zeit

Es gibt in unserer Gesellschaft zwei Ansichten, die von der überwiegenden Mehrheit der Menschen geteilt und von fast niemandem angezweifelt werden. Sie betreffen zum einen die politischen Strukturen, unter denen wir leben, und zum anderen die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Realität, auf der diese politischen Strukturen basieren. Zusammen bilden beide so etwas wie eine von der breiten Allgemeinheit stillschweigend akzeptierte Übereinkunft. Ansicht Nr. 1 lautet: Bei uns regiert das Volk. Ansicht Nr. 2 lautet: Das Finanzsystem ist nur ein Teilbereich unserer Gesellschaft, den man nicht unbedingt verstehen muss.

Geht man diesen Ansichten auf den Grund, dann stellt man allerdings fest, dass sie nicht etwa auf intellektueller Einsicht oder auf Erfahrungswerten basieren, sondern den Menschen zunächst von Elternhaus, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten mit auf den Weg gegeben und später ein Leben lang von Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingetrichtert werden – mit dem Ergebnis, dass ihr Wahrheitsgehalt kaum jemals in Frage gestellt wird.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass sich hinter diesen Ansichten ganz handfeste Interessen verbergen, deren Durchsetzung nur einem kleinen Teil der Bevölkerung nützt. Im Grunde handelt es sich also um zwei vorsätzlich herbeigeführte Fehleinschätzungen, die weitreichende Konsequenzen haben. Sie tragen nämlich entscheidend dazu bei, die bestehende Ordnung und ihre Machtstrukturen zu festigen und verhindern so, dass die Menschen diese Strukturen durchschauen – mit der Folge, dass sie dadurch unfähig werden, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern.

Sehen wir uns beide Fehleinschätzungen deshalb etwas genauer an:

Fehleinschätzung Nr. 1: „Bei uns regiert das Volk“. In einem Obergeschoss des Berliner Hauptbahnhofs hängt ein Schild mit der Aufschrift „400 Meter von hier regiert das Volk“. Der Hinweis gilt dem südlich vom Bahnhof gelegenen Reichstagsgebäude, Sitz des deutschen Parlaments, und soll dem Betrachter ganz offensichtlich eine uns allen bekannte Botschaft vermitteln:

Wir leben in einem Gesellschaftssystem, in dem wir als Volk das Sagen haben. Und da das Volk zu groß ist, um als Ganzes regieren zu können, übergeben wir diese Aufgabe an sogenannte Volksvertreter. Die bestimmen wir, indem wir sie alle vier Jahre wählen. Sollten sie nicht so handeln, wie wir das von ihnen erwarten, dann können wir sie nach dem Ablauf ihrer Amtszeit wieder abwählen und durch andere ersetzen.

Diese Grundsätze der parlamentarischen Demokratie werden uns von Kindesbeinen an mit auf den Weg gegeben und im Verlaufe unseres Lebens durch eine Reihe weiterer Informationen ergänzt und untermauert. So erfahren wir unter anderem: Unsere Wahlen sind frei, gleich, geheim, allgemein und unmittelbar und werden auf der Grundlage einer Verfassung abgehalten, die unsere Würde für unantastbar erklärt und uns körperliche Unversehrtheit garantiert. Wir sind vor dem Gesetz alle gleich und haben das Recht, unsere
Meinung zu äußern und uns mit anderen zum Zwecke gemeinsamer Meinungsäußerung zu versammeln.

Die Formulierungen erwecken in uns den Eindruck, dass es sich bei der parlamentarischen Demokratie um ein zu unser aller Gunsten entwickeltes System handelt, das den Einzelnen schützt, dem Gemeinwohl dient und dessen oberstes Ziel darin besteht, den Willen
der Mehrheit der Bevölkerung in die Tat umzusetzen. Doch ist das tatsächlich so? Wollen wir alle, dass immer weniger Menschen immer größere Vermögen anhäufen, während der Lebensstandard der Masse bestenfalls stagniert, in vielen Fällen sogar sinkt? Dass der Niedriglohnsektor explodiert, dass Arbeits- und Obdachlosigkeit um sich greifen? Dass von Jahr zu Jahr mehr Geld für Rüstung und den Ausbau von Sicherheitsapparaten ausgegeben wird, während am Bildungs- und Gesundheitswesen immer drastischer gespart wird? Sind wir dafür, dass die Umwelt zunehmend zerstört wird? Dass in unserem Namen Kriegseinsätze unterstützt werden? Dass Persönlichkeitsrechte abgebaut und wir alle immer stärker überwacht werden?

Wendet man sich direkt an die Menschen und fragt sie, was sie von dieser Entwicklung halten, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Die meisten sind damit nicht einverstanden, viele lehnen sie sogar rundheraus ab. Wie aber kann das sein? Wie kommt es, dass zwischen dem, was die Menschen wollen, und dem, was in ihrem Namen und auf Grund ihrer offensichtlich frei getroffenen Wahlentscheidung umgesetzt wird, ein solch krasses Missverhältnis besteht – in einer Gesellschaft, deren Verfassung doch besagt, dass alle Macht vom Volk ausgeht?

Wir lassen uns täuschen

Die Antwort auf diese Frage lautet: Wir lassen uns täuschen. Wir akzeptieren die wohlklingenden Formulierungen unserer Verfassung, die auf dem Gleichheitsgrundsatz basieren, und schließen daraus, dass wir alle nicht nur gleiche Rechte genießen und gleich behandelt werden, sondern dass wir alle gleich sind. Das aber stimmt nicht. In einer vom Geld beherrschten Gesellschaft wie der unseren können die Menschen auf Grund ihrer Vermögensverhältnisse gar nicht gleich sein. Wer über viel Geld und großen Besitz verfügt, ist nämlich nicht nur wohlhabender, sondern kann sich auf Grund seiner wirtschaftlichen Überlegenheit über diejenigen, die weniger besitzen, erheben, sie von sich abhängig machen und sie im Extremfall sogar vollends beherrschen. Die Vermögensverhältnisse entscheiden also nicht nur darüber, wer reich und wer arm ist, sondern vor allem darüber, wer in welchem Ausmaß Macht ausüben kann und welche gesellschaftlichen Hierarchien sich im Lauf der Zeit bilden.

Diese Aufspaltung der Gesellschaft hat schon lange vor der Einführung des Parlamentarismus und sogar schon lange vor der Einführung des Geldes begonnen. Ihre Anfänge gehen auf die Tauschwirtschaft zurück. Sie ist die Grundlage, auf der sich ein Zustand entwickeln konnte, der die gesamte bisherige Geschichte der Menschheit prägt: die soziale Ungleichheit. Sie hat es den Menschen, die mehr Besitz angehäuft und damit mehr Macht erlangt haben als andere, ermöglicht, Strukturen zu schaffen, die ihren privilegierten Status festigen, die sie einmal erworbene Privilegien auf Dauer beibehalten und diese sogar auf nachfolgende Generationen übertragen lassen.

Im ausgehenden Mittelalter sind die Besitzer großer Vermögen noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich das Geldsystem und damit den Blutkreislauf der Gesellschaft unterworfen, indem sie Banken gegründet und sich so das Recht der Geldschöpfung angeeignet haben. Später, nach der Gründung der Nationalstaaten, haben die von ihnen beherrschten Banken sich dieses Recht auf der Grundlage nationaler Währungen mit den Zentralbanken geteilt und damit als „Finanzwesen“ einen ganz eigenen Wirtschaftszweig geschaffen, der mit der Zeit immer einflussreicher wurde. Da dem Rest der Bevölkerung nicht entging, dass auf diese Weise einige Wenige zusehends reicher und mächtiger wurden, hat sich immer stärkerer Widerstand gegen diese Entwicklung gebildet. Als mit der Industrialisierung dann Schulen eingeführt, der Analphabetismus nach und nach überwunden und das allgemeine Bildungsniveau immer weiter angehoben wurde, nahm dieser Widerstand für die Privilegierten zunehmend bedrohlichere Formen an, sodass sie sich gezwungen sahen, Zugeständnisse zu machen.

Ein historisches Zugeständnis

Das historisch wichtigste Zugeständnis – und die zugleich geschickteste Täuschung der Öffentlichkeit – war die Einführung des Parlamentarismus. Indem die Gleichheit der Menschen in einer von Ungleichheit geprägten Welt zum Verfassungsgrundsatz erhoben wurde, entstand mit der parlamentarischen Demokratie eine Fassade, hinter der sich die tatsächlichen Machtstrukturen nicht nur hervorragend verbergen, sondern ungehindert weiter ausbauen ließen. Das Prinzip dieser Täuschung ist im Grunde recht einfach: Man unterschlägt einen fundamental bedeutsamen Mechanismus, der die gesellschaftliche Realität seit Jahrhunderten prägt, und übertüncht ihn mit hochtrabenden Worten. So gibt es bis heute weltweit keine einzige parlamentarische Demokratie, in deren Verfassung die Bedeutung des Geldes für die Entstehung von Machtstrukturen erwähnt oder in der das Prinzip der Geldschöpfung auch nur angesprochen wird. Dafür aber wird in den meisten Verfassungen, verbrämt mit blumigen Formulierungen über die soziale Verpflichtung von Eigentum, der Schutz desselben garantiert – und zwar ohne jede Begrenzung nach oben.

Auf diese Weise ist eine Herrschaftsform entstanden, die sich vordergründig auf den Willen der Mehrheit des Volkes stützt, die aber tatsächlich einer Minderheit nützt und die es darüber hinaus geschafft hat, die soziale Ungleichheit in krassem Widerspruch zum offiziell beteuerten Gleichheitsgrundsatz zu einem akzeptierten und gesetzlich geschützten Dauerzustand werden zu lassen.

Ernst Wolff über das Finanzsystem und die Politik
Der Buchautor Ernst Wolff

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Das sind die Informationsquellen der Profis – Werbung

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Lieber Börsianer,

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensberater gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. Oder aber: Ihr Gegenüber packt…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

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Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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