Folgen Sie uns

Allgemein

Sind wir nicht klar bei Verstand? Wieso hat Deutschland bei mehr als 3 Mio Arbeitslosen 1 Mio offene Stellen? Neuer Rekord!

Die deutsche Konjunktur brummt, das sieht man an diversen Daten. Die Arbeitslosigkeit ist offiziell bei 5,8% oder einer Zahl von 2,56 Millionen Menschen, obwohl sie tatsächlich eher um die 3,5 Millionen herumliegt…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die deutsche Konjunktur brummt, das sieht man an diversen Daten. Die Arbeitslosigkeit ist offiziell bei 5,8% oder einer Zahl von 2,56 Millionen Menschen, obwohl sie tatsächlich eher um die 3,5 Millionen herumliegt. Die Differenz von fast 1 Mio Menschen besteht nämlich aus tatsächlich Arbeitslosen, die nicht in die Statistik gebucht werden, weil sie älter als 58 sind, weil sie gerade in Maßnahmen geparkt sind usw. Also haben wir ungefähr 3,5 Millionen tatsächliche Arbeitslose, die auch alle staatliche Leistungen beziehen.

Gleichzeitig weist die Bundesagentur für Arbeit für März 691.924 offene Stellen aus. Das ist die Zahl von Arbeitsstellen, die private Arbeitgeber im Angebot haben, nicht besetzen können und daher an die Bundesagentur als unbesetzt melden. Das sagt aber noch nichts darüber aus, wie viele offene Stellen es in Deutschland wirklich gibt. Denn warum sollte jeder Arbeitgeber offene Stellen zum Amt melden, wenn er hierüber nie oder fast nie positive Erfahrungen gemacht hat? Aufschlussreicher sind da schon die vier mal im Jahr durch Umfragen erhobenen Daten des „Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB), das eine Art Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit ist.

Das IAB zählt für Ende März 1,06 Millionen offene Stellen in Deutschland. Ein Rekordstand! Damit lag die Zahl um 9.000 Stellen höher als beim bisherigen Höchststand aus dem Vorquartal, und 75.000 höher als vor einem Jahr! Diese Zahl basiert auf vierteljährlichen Umfragen bei gerade mal 8.000 Arbeitgebern. Wenn man bedenkt, wie viele offene Stellen es da bundesweit bei wirklich ALLEN Arbeitgebern sein könnten? Vielleicht 1,5 oder 2 Millionen offene Stellen? Nichts genaues weiß man nicht!

Warum die Bundesagentur für Arbeit nicht diese Daten des IAB übernimmt, die doch wohl aussagekräftiger sind? Nun, immer größer werdende Zahlen (1,06 Mio statt 0,69 Mio) könnten doch die Frage aufwerfen, warum es unser Sozialapparat aus Arbeitsagenturen, Jobcentern etc nicht schafft aus den 3,5 Millionen Arbeitslosen 1 Million Menschen zu finden um diese offenen Stellen zu besetzen. Gut, wir hatten auch dies schon mal erwähnt: Wenn ein Hightech-Konzern einen hochspezialisierten Ingenieur sucht, und der unter den Arbeitslosen nicht zu finden ist, dann kann diese Stelle eben nicht besetzt werden – das ist logisch.

Aber grundsätzlich fällt doch immer mehr auf: Die Zahl ist gewaltig, hier stimmt was nicht. Wie kann es sein, dass man aus 3,5 Millionen Arbeitslosen, die schon lange eine Art „Mindestsockel“ bilden, nicht zumindest einen spürbaren Teil in diese offenen Stellen vermitteln kann? Die Diskrepanz wird immer größer zwischen Rekord-Konjunktur, Rekord-Beschäftigungsstand, Rekord-Steuereinnahmen, extrem niedriger Arbeitslosigkeit seit Anfang der 90er und dann dem Rekord bei den offenen Stellen.

Es bleibt unsere Frage, die wir schon so oft gestellt haben. Sind all die Arbeitslosen einfach nur faul, wie so mancher wohl behaupten wird? Oder kann es nicht viel eher sein, dass der deutsche Behördenapparat, der für die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zuständig ist, völlig unfähig ist und total versagt, und zwar Monat für Monat aufs Neue? Es ist schon längst kein Geheimnis mehr im Kreis von Arbeitsmarktforschern, dass all die Maßnahmen der Jobcenter letztlich nichts, aber auch rein gar nichts bringen, sondern nur Parkplätze für Menschen sind, um sie offiziell aus der Arbeitslosenstatistik entfernen zu können. Und der ach so „böse“ Arbeitgeber, der die Arbeitslosen vielleicht einfach nicht einstellen will? Was soll der machen mit einem Langzeitarbeitslosen, der seit Jahren von einer nutzlosen Maßnahme zur nächsten „umgebucht“ wird, sich dabei aber inhaltlich in keinster Weise fortbilden oder weiter qualifizieren konnte…

Oder sind wir Kleingeistigen von FMW einfach doch nicht intelligent genug um dieses große Mysterium zu verstehen? Laut heutiger IAB-Aussage wird bei 20% der offenen Stellen KEINE Ausbildung vorausgesetzt. Also könnte man doch zumindest eine spürbare Zahl von Arbeitslosen ohne Ausbildung unterbringen? So gibt es laut IAB viele freie Stellen im Bereich Logistik und Lagerwesen. Naja… wie gesagt, wir verstehen das nicht!


Die aktuellste Übersicht der Bundesagentur für Arbeit vom 3. Mai.


Die heute veröffentlichte Übersicht des IAB. Die Zahl der offenen Stellen steigt langfristig immer weiter an.

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    gerd

    9. Mai 2017 17:15 at 17:15

    FMW:
    „Laut heutiger IAB-Aussage wird bei 20% der offenen Stellen KEINE Ausbildung vorausgesetzt.“

    Als ich die Meldung heute an anderer Stelle las, dachte ich, gleich tragen sie mich weg:

    Zweitens wegen der angeblich 200000 freien Stellen, für die nicht mal ne Ausbildung erforderlich ist und
    erstens, weil da scheinbar kein Journalist mal nachhakt, wie so was denn unter den gegebenen Umständen überhaupt möglich sein könnte.

    • Avatar

      gerd

      9. Mai 2017 17:31 at 17:31

      Noch eines dachte ich, als ich das ursprünglich las:
      Hoffentlich thematisiert FMW das auch heute wieder.
      Habt ihr, Danke.

      P.S.: Vielleicht wird FMW einst mal noch viel mehr bekannt als jetzt schon. Wenn ich bei Google unter News „freie Stellen“ eingebe, erscheint euer Artikel an dritter Stelle.

      • Avatar

        Petkov

        13. Juni 2017 10:23 at 10:23

        Das hat nichts zu bedeuten, Gerd. Leider. Wenn Sie nicht gerade mit gefaketer IP und im anonymen Modus rumsurfen, erkennt der Sichalgorithmus Ihre Präferenzen und priorisiert die Ergebnisse entsprechend. Und FMW ist eindeutig eine Seite, die Sie präferieren :-)

        • Avatar

          gerd

          13. Juni 2017 11:47 at 11:47

          Nu bin ich baff.
          Das hieße, wenn jemand, der noch nie auf FMW war, denselben Suchbegriff eingibt, bekommt der ne andere Reihenfolge angezeigt und u.U sieht er FMW erst paar Seiten später.

          Bei den Werbezuschaltungen war mir das klar.
          Hatte auch ab und zu bei FMW so appetitliche Bikinimodelle eingeblendet, dass ich mich gar nicht auf die Kurse konzentrieren konnte. Da dachte ich schon immer, die lachen doch wohl ganz allein mich an. :)

  2. Avatar

    Irgendjemand

    9. Mai 2017 17:43 at 17:43

    Ca. 80-90% der „offenen Stellen“ existieren überhaupt nicht, sondern sind Zweitausschreibungen. Sobald ein Unternehmen einen einzigen echten Job ausschreibt entstehen kurz darauf je nach Qualifikationsgrad mindestens 5-10 weitere „Jobs“ mit ähnlicher oder gar identischer Tätigkeitsbeschreibung, die von irgendwelchen Vermittlern und Sklavenhändlern ausgeschrieben werden, die entweder nur Daten sammeln oder das Personal dann der ursprünglichen Quelle mit Gewinn anbieten wollen. Ist so ähnlich wie bei der Geldschöpfung.

  3. Avatar

    tomtomb

    9. Mai 2017 17:45 at 17:45

    Hallo, die Antwort findet sich in den Anzeigen der Firmen. Es wird die „Eier legende Wolllmichsau“ gesucht. Qualifizierte erfahrene junge Leute die es nicht gibt.
    Oder es werden Jobs angeboten die keiner machen will, weil zu gefährlich oder ungesund.
    zb LKW Fahrer, die stehen quasi immer mit einem Bein im Knast wegen horrender Strafen für kleine Verstöße die sich im Alltag nicht immer vermeiden lassen, und das für im Schnitt 11,70€/Std. nein danke.
    Gruß vom Ex Fahrer

  4. Avatar

    ubsb55

    9. Mai 2017 17:46 at 17:46

    Oder könnte es nicht so sein, dass die meisten freien Stellen über Zeitarbeitsfirmen angeboten werden. Dadurch werden dann mal ruck Zuck aus einem Lohn von 12 Euro nur noch 9 Euro. Dann muß man flexibel sein, also entweder gute Anbindung an die Övis, was ja automatisch auch hohe Mieten bedeutet, oder man besitzt ein Auto, was sich ja toll rentiert bei 9 Euro pro Std. Das ist die Situation bei den weniger hoch ausgebildeten.
    Bei den Facharbeitern ist das etwas besser, je nach Berufszweig. Dann sollte man natürlich dynamisch, hochflexibel sein und viel Erfahrung haben. Wenn man das alles hat gibt es ein Problem, wenn man 55 Jahre + X alt ist. Da kräht kein Hahn mehr nach einem. Da hat man dann 35 Jahre einen speziellen Job gut ausgefüllt, plötzlich erfindet irgendwer einen Paragraphen, nachdem man jetzt dafür ein Stück Papier braucht ( Qualifikation). Dann kriegt man keinen vernünftigen Job mehr. Bevor man dann H4 bekommt, darf man alles erst mal verbrauchen, was mal irgendwie gespart wurde und dann darf mann betteln gehen, auf dem Amt.
    Da wundere ich mich doch stark, dass es Leute gibt, die sich wundern.

  5. Avatar

    Joachim

    9. Mai 2017 17:49 at 17:49

    Wenn die „Arbeitgeber“ wirklich 200 000 offene Stellen haben, für die man keine Ausbildung braucht, dann scheinen die Arbeitgeber ganz schön blöd zu sein, wenn sie diese bei 3 Millionen Arbeitslosen nicht besetzt bekommen. Oder an der Zahl stimmt etwas nicht, denn ich habe auch einige Arbeitsplätze frei bei mir zu Hause. Bräuchte jemanden zum Bügeln, natürlich nur als Werksvertrag, pro Hemd 1Cent und schon gibt es ein Jobangebot mehr. Quantität und Qualität sind nun mal nicht das Gleiche.

    • Avatar

      leser

      9. Mai 2017 18:19 at 18:19

      @Joachim
      „Quantität und Qualität sind nun mal nicht das Gleiche“
      Für die Arbeitsagentur schon. Und für die Medien (FMW ausgenommen) auch. Macht die Sache ja auch viel einfacher und leichter verdaulich. Am Ende kommt man sonst noch auf dumme Gedanken. Zum Beispiel nach dem Geldsystem…

  6. Avatar

    Bademeister

    9. Mai 2017 18:01 at 18:01

    Wenn Unternehmen händeringend nach Arbeitskräften suchen, heisst das heutzutage immer öfter: Wir suchen halt, auch wenn wir gar nicht finden wollen oder geschweige denn wirklich brauchen.
    Damit hat irgrndwann mal eine abgebrannte Bude begonnen um sich den nächsten Kredit zu sichern, und es werden immer mehr…soll heissen: „Wir haben mehr Arbeit als wir schaffen können und scheffeln mehr als wir (fiskal) tragen dürfen“.
    Der Konkurrent an der nächsten Ecke soll sehen, wie gut das Geschäft läuft…und wie macht man das effektiv ohne grosse Kosten? Man sucht, was man eigentlich nicht braucht. Irgendwann machts dann auch der Konkurrent und dessen Konkurrenz genauso und danach gehört es einfach zur Unternehmenskultur….so wie die weissen Hemden mit dem Firmenlogo am Kragen…
    Wenn dann noch Wahlen anstehen, ist die Divergenz zwischen Sein und Schein besonders für manche Rattenfänger (Politiker) attraktiv verwertbar. Wetten, dass nach den Wahlen wieder die grosse Depression ausgerufen wird?

  7. Avatar

    Hans Kolpak

    9. Mai 2017 18:29 at 18:29

    Während eine Werbeanzeige verpufft, schindet eine Stellenanzeige Eindruck. Beides verbrennt Geld, bringt aber keine neuen Kunden.

  8. Avatar

    Jan

    9. Mai 2017 18:37 at 18:37

    Icb glaube, allen hier haben recht.
    Meine Firma sucht auch mal leute und es ist durchaus passiert, dass der Werkstattmeister Bewerber Kopfschüttelnt wieder heim geschickt hat. Entschuldigung, zu nichts zu gebrauchen. Will nicht, kann nicht, große Klappe, um 6 anfangen? Nööö.
    Aus eigener Jobsuche: der gleiche Job findet sich 3x. Einmal von der suchende Firma selber und noch bei 2 (von mir gefundene) Vermittler.
    Und es werden tatsächlich „Stellen“ insereriert als „uns geht es gut“ Anzeigen.
    Wäre interessant wenn jemanden da mal durch recherchiert. Wird bestimmt nicht einfach.

    • Avatar

      Bademeister

      9. Mai 2017 20:25 at 20:25

      @JAN Wenn man sich mit diesem Thema längere Zeit beschäftigt, bekommt man schon einen guten Blick für Fake-Anzeigen. Ich schreibe jetzt nicht über ein und die selbe Stelle, die drei Mal (1×vom Unternehmen selbst, 1x als anonyme Chiffre und einmal durch Headhunter) ausgeschrieben ist….wer diese Stelle dreimal zählt muss Politiker oder pathologischer Optimist sein.
      Ich meine jene Positionen, die über viele Jahre immer wieder ausgeschrieben werden, und niemals besetzt werden. Die Anzahl dieser Ausschreibungen nimmt stark zu. Teilweise günstige PR fürs Unternehmen, Angstmache für (unzufriedene) eigene Mitarbeiter, Karrierekiller und möglicher Stolperstein für Mitarbeiter und Bewerber der Konkurrenz, Treiber für staatl. und regionale Förderpolitik, Teil der Kreditstrategie….
      Durch gutes Netzwerken und z.B. mehrmalige und unterschiedliche Fakebewerbungen und „Mysteryanrufe“ kann man solche „Jobdummies“ schon enttarnen…der Aufwand ist aber gross. Da könnten eigentlich ALGOS gute Abhilfe schaffen, aber wer will das schon?

  9. Avatar

    Einzahler

    10. Mai 2017 00:10 at 00:10

    @tombtomb: Bei uns in Österreich wäre ein LKW-Chauffeur mit 11,70/Std. überbezahlt, das übliche ist 8,02/Std., deshalb bin ich auch lieber langzeitarbeitslos ;-)
    @usb55: Genau so läuft es ab!
    Auch alle anderen Kommentare sehr gut getroffen!
    Videoempfehlung von mir:
    https://www.youtube.com/watch?v=Oh47wHp37iM

  10. Avatar

    joah

    10. Mai 2017 11:09 at 11:09

    Das mit dem Ingenieur ist natürlich ein gewisses Extrembeispiel, aber in einer sich deflationär-kontrahierenden Wirtschaft scheinen auch keine Finanzmittel mehr für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen vorhanden zu sein. Somit ist selbst ein nicht ganz passender Arbeiter vom Kenntnis-/Wissensstand eben schon nicht mehr für die entsprechende Vakanz als passend angesehen, da Investitionssumme und Zeitspanne bis zum Einsatz zu groß.

    Das verschärft sich meiner Beobachtung nach immer weiter. Teils werden auch von den Arbeitsagenturen vom zukünftigen Arbeitgeber geforderte Weiterbildungsmaßnahmen gefördert, aber man muss gezielt danach fragen (ich meine hier nicht sinnfreie Beschäftigungskurse). Teils muss der angedachte Arbeiter hier zwischen zukünftigem Arbeitgeber und Arbeitsagentur den Vermittler spielen, da dann die Arbeitsagentur (auch etwas verständlicherweise) eine Übernahmegarantie bei Erfolg zugesprochen haben möchte – alles schon erzählt bekommen, ist allerdings nicht generalisierbar.

    • Avatar

      joah

      10. Mai 2017 11:51 at 11:51

      noch meinerseits vergessen: gleichzeitig steigt bei den Arbeitgebern die Erwartungshaltung auch auf ein teilweise unnatürlich hohes Niveau, möglicherweise überzogen und damit fast unerbringbar. Hier wirkt der Konsolidierungsdruck beobachtet sehr stark: immer weniger Beschäftigte sollen eine Steigerung des Betriebsergebnisses erwirtschaften.

  11. Avatar

    torben

    13. Juni 2017 07:51 at 07:51

    Hmmm Deutschland geht es beschissen und wir haben keinen fachkräftemangel

    und ich bin weder rechts noch der AFD oder sonstigen Rattenfängern nahe.

    Das Problem ist einfach, es gibt keine jobs mehr.

    Wir haben ein perfides und wahnwitziges System, wonach in den Stellenbörsen Jobs angeboten werden. Bewirbt man sich drauf gibt es meist absage oder keine Reaktion.

    Vorsicht bei der Zahl der offenen Stellen! Es gibt nun so viele Zeitarbeitsfirmen und dienstleister. Die haben in jedem Segment gesiegt und den Markt erobert

    ist man nicht Polizist, arzt oder Lehrer dann wird man ganz sicher nur noch jobs finden, die von denen stammen

    leider keine Kontrolle über deren Aktivitäten. Sie veröffentlichen viele Stellenangebote wo es keinen Job gibt. Das ist eine blase, die jedoch Geld bringt und Image aufrecht erhält.

    Zeitgleich kann Bundesregierung sagen,,schaut her da sind doch Jobs“

    Schau dir mal an auf Jobbörse der BA und in den ganzen anderen privaten Börsen. Da stösst du fast nur auf die gleichen unseriösen Arbeitgeber
    wenn man sich wundert warum die keine Reaktion zeigen? Dann einfach kununu.de schauen. fast alle berichte negativ

  12. Avatar

    torben

    13. Juni 2017 07:55 at 07:55

    ich halte es für einen Mythos dass die Unternehmen die eierlegende wollmilchsau suchen

    es ist eher so, dass das ganze System eine Scheinwelt darstellt. Stellenangebote kosten im Idealfall nix. Bei der BA kann man Stellenangebote reinstellen. und dann erscheinen diese wenig später auf den meta-jobsuchmaschinen

    als eine person, die viele Leute in der freien Wirtschaft kennt, kann ich sagen, die meisten unternehmen haben seit Jahren Einstellungsstopp.

    Da wird keiner eingestellt. und zeitgleich sind es die gleichen großen firmen die jeden Monat 25 stellanegebote bei mir in der nähe reinstellen

    Ist das nicht perfide?

    Schau dir mal die jobs auf der BA Seite an da steht explizit dass die BA nicht haftet für die Stellen

    Moral und Anstand sind verloren gegangen

  13. Avatar

    Beobachter

    13. Juni 2017 12:23 at 12:23

    Wenn man denkt ,dass die genannten Fälle das beste,reichste, exportstärkste Land der Welt betrifft, dann müssten bei den Politikern u.den Managern alle ALARMGLOCKEN LÄUTEN. Die leben im gleichen Gebäude wie die Betroffenen u.trotzdem in einer andern Welt. sagte doch vor einigen Monaten ein Chef einer grossen Auto -Nobelmarke ,die Zuwanderer würden das Facharbeiterproblem lösen!! Das Verrückte daran ist, dass alles Negative ( Lohndumping u.s.w.) für die Börsen immer ( noch ) positiv ist. DIE SCHERE DIE ZU WEIT AUSEINANDERGEHT WIRD IRGENDWANN ZUSCHNAPPEN.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

weiterlesen

Allgemein

Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

Gesponserter Inhalt

Wollen Sie aktiv Devisen oder Rohstoffe handeln? bietet ein besonders hochwertiges Trading-Tool für Sie! Je enger die Spreads sind, also je geringer der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs, desto schneller kommen Sie bei einem positiven Trade in die Gewinnzone. Sichern Sie sich für bestimmte Märkte besonders günstige Sonderkonditionen für ihren aktiven Börsenhandel, . Eröffnen Sie hier ein Konto und starten Sie Ihr Trading. Viel Erfolg!

Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

weiterlesen

Allgemein

Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

—-
– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage