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Sind wir nicht klar bei Verstand? Wieso hat Deutschland bei mehr als 3 Mio Arbeitslosen 1 Mio offene Stellen? Neuer Rekord!

Die deutsche Konjunktur brummt, das sieht man an diversen Daten. Die Arbeitslosigkeit ist offiziell bei 5,8% oder einer Zahl von 2,56 Millionen Menschen, obwohl sie tatsächlich eher um die 3,5 Millionen herumliegt…

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FMW-Redaktion

Die deutsche Konjunktur brummt, das sieht man an diversen Daten. Die Arbeitslosigkeit ist offiziell bei 5,8% oder einer Zahl von 2,56 Millionen Menschen, obwohl sie tatsächlich eher um die 3,5 Millionen herumliegt. Die Differenz von fast 1 Mio Menschen besteht nämlich aus tatsächlich Arbeitslosen, die nicht in die Statistik gebucht werden, weil sie älter als 58 sind, weil sie gerade in Maßnahmen geparkt sind usw. Also haben wir ungefähr 3,5 Millionen tatsächliche Arbeitslose, die auch alle staatliche Leistungen beziehen.

Gleichzeitig weist die Bundesagentur für Arbeit für März 691.924 offene Stellen aus. Das ist die Zahl von Arbeitsstellen, die private Arbeitgeber im Angebot haben, nicht besetzen können und daher an die Bundesagentur als unbesetzt melden. Das sagt aber noch nichts darüber aus, wie viele offene Stellen es in Deutschland wirklich gibt. Denn warum sollte jeder Arbeitgeber offene Stellen zum Amt melden, wenn er hierüber nie oder fast nie positive Erfahrungen gemacht hat? Aufschlussreicher sind da schon die vier mal im Jahr durch Umfragen erhobenen Daten des „Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB), das eine Art Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit ist.

Das IAB zählt für Ende März 1,06 Millionen offene Stellen in Deutschland. Ein Rekordstand! Damit lag die Zahl um 9.000 Stellen höher als beim bisherigen Höchststand aus dem Vorquartal, und 75.000 höher als vor einem Jahr! Diese Zahl basiert auf vierteljährlichen Umfragen bei gerade mal 8.000 Arbeitgebern. Wenn man bedenkt, wie viele offene Stellen es da bundesweit bei wirklich ALLEN Arbeitgebern sein könnten? Vielleicht 1,5 oder 2 Millionen offene Stellen? Nichts genaues weiß man nicht!

Warum die Bundesagentur für Arbeit nicht diese Daten des IAB übernimmt, die doch wohl aussagekräftiger sind? Nun, immer größer werdende Zahlen (1,06 Mio statt 0,69 Mio) könnten doch die Frage aufwerfen, warum es unser Sozialapparat aus Arbeitsagenturen, Jobcentern etc nicht schafft aus den 3,5 Millionen Arbeitslosen 1 Million Menschen zu finden um diese offenen Stellen zu besetzen. Gut, wir hatten auch dies schon mal erwähnt: Wenn ein Hightech-Konzern einen hochspezialisierten Ingenieur sucht, und der unter den Arbeitslosen nicht zu finden ist, dann kann diese Stelle eben nicht besetzt werden – das ist logisch.

Aber grundsätzlich fällt doch immer mehr auf: Die Zahl ist gewaltig, hier stimmt was nicht. Wie kann es sein, dass man aus 3,5 Millionen Arbeitslosen, die schon lange eine Art „Mindestsockel“ bilden, nicht zumindest einen spürbaren Teil in diese offenen Stellen vermitteln kann? Die Diskrepanz wird immer größer zwischen Rekord-Konjunktur, Rekord-Beschäftigungsstand, Rekord-Steuereinnahmen, extrem niedriger Arbeitslosigkeit seit Anfang der 90er und dann dem Rekord bei den offenen Stellen.

Es bleibt unsere Frage, die wir schon so oft gestellt haben. Sind all die Arbeitslosen einfach nur faul, wie so mancher wohl behaupten wird? Oder kann es nicht viel eher sein, dass der deutsche Behördenapparat, der für die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zuständig ist, völlig unfähig ist und total versagt, und zwar Monat für Monat aufs Neue? Es ist schon längst kein Geheimnis mehr im Kreis von Arbeitsmarktforschern, dass all die Maßnahmen der Jobcenter letztlich nichts, aber auch rein gar nichts bringen, sondern nur Parkplätze für Menschen sind, um sie offiziell aus der Arbeitslosenstatistik entfernen zu können. Und der ach so „böse“ Arbeitgeber, der die Arbeitslosen vielleicht einfach nicht einstellen will? Was soll der machen mit einem Langzeitarbeitslosen, der seit Jahren von einer nutzlosen Maßnahme zur nächsten „umgebucht“ wird, sich dabei aber inhaltlich in keinster Weise fortbilden oder weiter qualifizieren konnte…

Oder sind wir Kleingeistigen von FMW einfach doch nicht intelligent genug um dieses große Mysterium zu verstehen? Laut heutiger IAB-Aussage wird bei 20% der offenen Stellen KEINE Ausbildung vorausgesetzt. Also könnte man doch zumindest eine spürbare Zahl von Arbeitslosen ohne Ausbildung unterbringen? So gibt es laut IAB viele freie Stellen im Bereich Logistik und Lagerwesen. Naja… wie gesagt, wir verstehen das nicht!


Die aktuellste Übersicht der Bundesagentur für Arbeit vom 3. Mai.


Die heute veröffentlichte Übersicht des IAB. Die Zahl der offenen Stellen steigt langfristig immer weiter an.

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    gerd

    9. Mai 2017 17:15 at 17:15

    FMW:
    „Laut heutiger IAB-Aussage wird bei 20% der offenen Stellen KEINE Ausbildung vorausgesetzt.“

    Als ich die Meldung heute an anderer Stelle las, dachte ich, gleich tragen sie mich weg:

    Zweitens wegen der angeblich 200000 freien Stellen, für die nicht mal ne Ausbildung erforderlich ist und
    erstens, weil da scheinbar kein Journalist mal nachhakt, wie so was denn unter den gegebenen Umständen überhaupt möglich sein könnte.

    • Avatar

      gerd

      9. Mai 2017 17:31 at 17:31

      Noch eines dachte ich, als ich das ursprünglich las:
      Hoffentlich thematisiert FMW das auch heute wieder.
      Habt ihr, Danke.

      P.S.: Vielleicht wird FMW einst mal noch viel mehr bekannt als jetzt schon. Wenn ich bei Google unter News „freie Stellen“ eingebe, erscheint euer Artikel an dritter Stelle.

      • Avatar

        Petkov

        13. Juni 2017 10:23 at 10:23

        Das hat nichts zu bedeuten, Gerd. Leider. Wenn Sie nicht gerade mit gefaketer IP und im anonymen Modus rumsurfen, erkennt der Sichalgorithmus Ihre Präferenzen und priorisiert die Ergebnisse entsprechend. Und FMW ist eindeutig eine Seite, die Sie präferieren 🙂

        • Avatar

          gerd

          13. Juni 2017 11:47 at 11:47

          Nu bin ich baff.
          Das hieße, wenn jemand, der noch nie auf FMW war, denselben Suchbegriff eingibt, bekommt der ne andere Reihenfolge angezeigt und u.U sieht er FMW erst paar Seiten später.

          Bei den Werbezuschaltungen war mir das klar.
          Hatte auch ab und zu bei FMW so appetitliche Bikinimodelle eingeblendet, dass ich mich gar nicht auf die Kurse konzentrieren konnte. Da dachte ich schon immer, die lachen doch wohl ganz allein mich an. 🙂

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    Irgendjemand

    9. Mai 2017 17:43 at 17:43

    Ca. 80-90% der „offenen Stellen“ existieren überhaupt nicht, sondern sind Zweitausschreibungen. Sobald ein Unternehmen einen einzigen echten Job ausschreibt entstehen kurz darauf je nach Qualifikationsgrad mindestens 5-10 weitere „Jobs“ mit ähnlicher oder gar identischer Tätigkeitsbeschreibung, die von irgendwelchen Vermittlern und Sklavenhändlern ausgeschrieben werden, die entweder nur Daten sammeln oder das Personal dann der ursprünglichen Quelle mit Gewinn anbieten wollen. Ist so ähnlich wie bei der Geldschöpfung.

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    tomtomb

    9. Mai 2017 17:45 at 17:45

    Hallo, die Antwort findet sich in den Anzeigen der Firmen. Es wird die „Eier legende Wolllmichsau“ gesucht. Qualifizierte erfahrene junge Leute die es nicht gibt.
    Oder es werden Jobs angeboten die keiner machen will, weil zu gefährlich oder ungesund.
    zb LKW Fahrer, die stehen quasi immer mit einem Bein im Knast wegen horrender Strafen für kleine Verstöße die sich im Alltag nicht immer vermeiden lassen, und das für im Schnitt 11,70€/Std. nein danke.
    Gruß vom Ex Fahrer

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    ubsb55

    9. Mai 2017 17:46 at 17:46

    Oder könnte es nicht so sein, dass die meisten freien Stellen über Zeitarbeitsfirmen angeboten werden. Dadurch werden dann mal ruck Zuck aus einem Lohn von 12 Euro nur noch 9 Euro. Dann muß man flexibel sein, also entweder gute Anbindung an die Övis, was ja automatisch auch hohe Mieten bedeutet, oder man besitzt ein Auto, was sich ja toll rentiert bei 9 Euro pro Std. Das ist die Situation bei den weniger hoch ausgebildeten.
    Bei den Facharbeitern ist das etwas besser, je nach Berufszweig. Dann sollte man natürlich dynamisch, hochflexibel sein und viel Erfahrung haben. Wenn man das alles hat gibt es ein Problem, wenn man 55 Jahre + X alt ist. Da kräht kein Hahn mehr nach einem. Da hat man dann 35 Jahre einen speziellen Job gut ausgefüllt, plötzlich erfindet irgendwer einen Paragraphen, nachdem man jetzt dafür ein Stück Papier braucht ( Qualifikation). Dann kriegt man keinen vernünftigen Job mehr. Bevor man dann H4 bekommt, darf man alles erst mal verbrauchen, was mal irgendwie gespart wurde und dann darf mann betteln gehen, auf dem Amt.
    Da wundere ich mich doch stark, dass es Leute gibt, die sich wundern.

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    Joachim

    9. Mai 2017 17:49 at 17:49

    Wenn die „Arbeitgeber“ wirklich 200 000 offene Stellen haben, für die man keine Ausbildung braucht, dann scheinen die Arbeitgeber ganz schön blöd zu sein, wenn sie diese bei 3 Millionen Arbeitslosen nicht besetzt bekommen. Oder an der Zahl stimmt etwas nicht, denn ich habe auch einige Arbeitsplätze frei bei mir zu Hause. Bräuchte jemanden zum Bügeln, natürlich nur als Werksvertrag, pro Hemd 1Cent und schon gibt es ein Jobangebot mehr. Quantität und Qualität sind nun mal nicht das Gleiche.

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      leser

      9. Mai 2017 18:19 at 18:19

      @Joachim
      „Quantität und Qualität sind nun mal nicht das Gleiche“
      Für die Arbeitsagentur schon. Und für die Medien (FMW ausgenommen) auch. Macht die Sache ja auch viel einfacher und leichter verdaulich. Am Ende kommt man sonst noch auf dumme Gedanken. Zum Beispiel nach dem Geldsystem…

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    Bademeister

    9. Mai 2017 18:01 at 18:01

    Wenn Unternehmen händeringend nach Arbeitskräften suchen, heisst das heutzutage immer öfter: Wir suchen halt, auch wenn wir gar nicht finden wollen oder geschweige denn wirklich brauchen.
    Damit hat irgrndwann mal eine abgebrannte Bude begonnen um sich den nächsten Kredit zu sichern, und es werden immer mehr…soll heissen: „Wir haben mehr Arbeit als wir schaffen können und scheffeln mehr als wir (fiskal) tragen dürfen“.
    Der Konkurrent an der nächsten Ecke soll sehen, wie gut das Geschäft läuft…und wie macht man das effektiv ohne grosse Kosten? Man sucht, was man eigentlich nicht braucht. Irgendwann machts dann auch der Konkurrent und dessen Konkurrenz genauso und danach gehört es einfach zur Unternehmenskultur….so wie die weissen Hemden mit dem Firmenlogo am Kragen…
    Wenn dann noch Wahlen anstehen, ist die Divergenz zwischen Sein und Schein besonders für manche Rattenfänger (Politiker) attraktiv verwertbar. Wetten, dass nach den Wahlen wieder die grosse Depression ausgerufen wird?

  7. Avatar

    Hans Kolpak

    9. Mai 2017 18:29 at 18:29

    Während eine Werbeanzeige verpufft, schindet eine Stellenanzeige Eindruck. Beides verbrennt Geld, bringt aber keine neuen Kunden.

  8. Avatar

    Jan

    9. Mai 2017 18:37 at 18:37

    Icb glaube, allen hier haben recht.
    Meine Firma sucht auch mal leute und es ist durchaus passiert, dass der Werkstattmeister Bewerber Kopfschüttelnt wieder heim geschickt hat. Entschuldigung, zu nichts zu gebrauchen. Will nicht, kann nicht, große Klappe, um 6 anfangen? Nööö.
    Aus eigener Jobsuche: der gleiche Job findet sich 3x. Einmal von der suchende Firma selber und noch bei 2 (von mir gefundene) Vermittler.
    Und es werden tatsächlich „Stellen“ insereriert als „uns geht es gut“ Anzeigen.
    Wäre interessant wenn jemanden da mal durch recherchiert. Wird bestimmt nicht einfach.

    • Avatar

      Bademeister

      9. Mai 2017 20:25 at 20:25

      @JAN Wenn man sich mit diesem Thema längere Zeit beschäftigt, bekommt man schon einen guten Blick für Fake-Anzeigen. Ich schreibe jetzt nicht über ein und die selbe Stelle, die drei Mal (1×vom Unternehmen selbst, 1x als anonyme Chiffre und einmal durch Headhunter) ausgeschrieben ist….wer diese Stelle dreimal zählt muss Politiker oder pathologischer Optimist sein.
      Ich meine jene Positionen, die über viele Jahre immer wieder ausgeschrieben werden, und niemals besetzt werden. Die Anzahl dieser Ausschreibungen nimmt stark zu. Teilweise günstige PR fürs Unternehmen, Angstmache für (unzufriedene) eigene Mitarbeiter, Karrierekiller und möglicher Stolperstein für Mitarbeiter und Bewerber der Konkurrenz, Treiber für staatl. und regionale Förderpolitik, Teil der Kreditstrategie….
      Durch gutes Netzwerken und z.B. mehrmalige und unterschiedliche Fakebewerbungen und „Mysteryanrufe“ kann man solche „Jobdummies“ schon enttarnen…der Aufwand ist aber gross. Da könnten eigentlich ALGOS gute Abhilfe schaffen, aber wer will das schon?

  9. Avatar

    Einzahler

    10. Mai 2017 00:10 at 00:10

    @tombtomb: Bei uns in Österreich wäre ein LKW-Chauffeur mit 11,70/Std. überbezahlt, das übliche ist 8,02/Std., deshalb bin ich auch lieber langzeitarbeitslos 😉
    @usb55: Genau so läuft es ab!
    Auch alle anderen Kommentare sehr gut getroffen!
    Videoempfehlung von mir:
    https://www.youtube.com/watch?v=Oh47wHp37iM

  10. Avatar

    joah

    10. Mai 2017 11:09 at 11:09

    Das mit dem Ingenieur ist natürlich ein gewisses Extrembeispiel, aber in einer sich deflationär-kontrahierenden Wirtschaft scheinen auch keine Finanzmittel mehr für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen vorhanden zu sein. Somit ist selbst ein nicht ganz passender Arbeiter vom Kenntnis-/Wissensstand eben schon nicht mehr für die entsprechende Vakanz als passend angesehen, da Investitionssumme und Zeitspanne bis zum Einsatz zu groß.

    Das verschärft sich meiner Beobachtung nach immer weiter. Teils werden auch von den Arbeitsagenturen vom zukünftigen Arbeitgeber geforderte Weiterbildungsmaßnahmen gefördert, aber man muss gezielt danach fragen (ich meine hier nicht sinnfreie Beschäftigungskurse). Teils muss der angedachte Arbeiter hier zwischen zukünftigem Arbeitgeber und Arbeitsagentur den Vermittler spielen, da dann die Arbeitsagentur (auch etwas verständlicherweise) eine Übernahmegarantie bei Erfolg zugesprochen haben möchte – alles schon erzählt bekommen, ist allerdings nicht generalisierbar.

    • Avatar

      joah

      10. Mai 2017 11:51 at 11:51

      noch meinerseits vergessen: gleichzeitig steigt bei den Arbeitgebern die Erwartungshaltung auch auf ein teilweise unnatürlich hohes Niveau, möglicherweise überzogen und damit fast unerbringbar. Hier wirkt der Konsolidierungsdruck beobachtet sehr stark: immer weniger Beschäftigte sollen eine Steigerung des Betriebsergebnisses erwirtschaften.

  11. Avatar

    torben

    13. Juni 2017 07:51 at 07:51

    Hmmm Deutschland geht es beschissen und wir haben keinen fachkräftemangel

    und ich bin weder rechts noch der AFD oder sonstigen Rattenfängern nahe.

    Das Problem ist einfach, es gibt keine jobs mehr.

    Wir haben ein perfides und wahnwitziges System, wonach in den Stellenbörsen Jobs angeboten werden. Bewirbt man sich drauf gibt es meist absage oder keine Reaktion.

    Vorsicht bei der Zahl der offenen Stellen! Es gibt nun so viele Zeitarbeitsfirmen und dienstleister. Die haben in jedem Segment gesiegt und den Markt erobert

    ist man nicht Polizist, arzt oder Lehrer dann wird man ganz sicher nur noch jobs finden, die von denen stammen

    leider keine Kontrolle über deren Aktivitäten. Sie veröffentlichen viele Stellenangebote wo es keinen Job gibt. Das ist eine blase, die jedoch Geld bringt und Image aufrecht erhält.

    Zeitgleich kann Bundesregierung sagen,,schaut her da sind doch Jobs“

    Schau dir mal an auf Jobbörse der BA und in den ganzen anderen privaten Börsen. Da stösst du fast nur auf die gleichen unseriösen Arbeitgeber
    wenn man sich wundert warum die keine Reaktion zeigen? Dann einfach kununu.de schauen. fast alle berichte negativ

  12. Avatar

    torben

    13. Juni 2017 07:55 at 07:55

    ich halte es für einen Mythos dass die Unternehmen die eierlegende wollmilchsau suchen

    es ist eher so, dass das ganze System eine Scheinwelt darstellt. Stellenangebote kosten im Idealfall nix. Bei der BA kann man Stellenangebote reinstellen. und dann erscheinen diese wenig später auf den meta-jobsuchmaschinen

    als eine person, die viele Leute in der freien Wirtschaft kennt, kann ich sagen, die meisten unternehmen haben seit Jahren Einstellungsstopp.

    Da wird keiner eingestellt. und zeitgleich sind es die gleichen großen firmen die jeden Monat 25 stellanegebote bei mir in der nähe reinstellen

    Ist das nicht perfide?

    Schau dir mal die jobs auf der BA Seite an da steht explizit dass die BA nicht haftet für die Stellen

    Moral und Anstand sind verloren gegangen

  13. Avatar

    Beobachter

    13. Juni 2017 12:23 at 12:23

    Wenn man denkt ,dass die genannten Fälle das beste,reichste, exportstärkste Land der Welt betrifft, dann müssten bei den Politikern u.den Managern alle ALARMGLOCKEN LÄUTEN. Die leben im gleichen Gebäude wie die Betroffenen u.trotzdem in einer andern Welt. sagte doch vor einigen Monaten ein Chef einer grossen Auto -Nobelmarke ,die Zuwanderer würden das Facharbeiterproblem lösen!! Das Verrückte daran ist, dass alles Negative ( Lohndumping u.s.w.) für die Börsen immer ( noch ) positiv ist. DIE SCHERE DIE ZU WEIT AUSEINANDERGEHT WIRD IRGENDWANN ZUSCHNAPPEN.

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China: Coronavirus und die Reise der Massen zum Neujahrsfest

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In China läuft die Reisewelle zum Neujahrsfest: ca. 400 Millionen Chinesen machen sich auf den Weg in ihre ursprüngliche Heimat. Das ist die wohl größte Migrationswelle der gesamten Welt.

Die Aktienmärkte aber haben das Thema Coronavirus scheinbar schon wieder abgehakt: an Asiens Märkten sorgte die Pressekonferenz des chinesischen Gesundheitsministeriums für Beruhigung, Chinas Indizes drehten ins Plus. Aber wie die Lage wirklich ist, wird sich wohl erst nach dem Neujahrsfest zeigen: die Wahrscheinlichkeit ist jedenfalls hoch, dass die Zahl der Infektionen mit dem Virus durch die Reisewelle deutlich ansteigen wird.

Inzwischen hat sich das Virus in chinesischen Großstädten verbreitet – heute vormittag hat auch Hongkong den ersten Fall gemeldet. Laut neuesten Meldungen gibt es nun 473 bestätigte Fälle einer Erkrankung mit dem Coronavirus in China. Betroffen sind inzwischen aber auch Japan, Taiwan, Südkorea und Thailand. Gestern Abend auch der erste Fall in den USA durch einen Reisenden aus Wuhan nach Seattle – heute hat Donald Trump in einem Interview behauptet, dass man die Lage völlig unter Kontrolle habe.

Ob dem wirklich so ist, wird sich zeigen. Heute jedenfalls – und das könnte aufgrund der wirtschaftlichen Folgewirkungen für die Aktienmärkte wichtig werden – wird die Weltgesundheitsorganisation WHO entscheiden, ob sie offiziell den Ausbruch einer gefährlichen Pandemie erklären wird. Geschieht das, würden weltweit Behörden Sondermaßnahmen und Einschränkungen erlassen, die wohl vor allem die Branchen Luftfahrt und Tourismus treffen würden. Noch sind die Befürchtungen, dass das Coronavirus auch in Deutschland um sich greifen könnte, gering – die Bundesregierung jedenfalls hat heute bekannt gegeben, keine Reiswarnungen auszusprechen.

Anders als bei der SARS-Epidemie (als Peking das Ausmaß der Pandemie lange verheimlicht hatte) scheint China diesmal in seiner Informationspolitik viel transparenter vorzugehen. Folgendes ARD-Video zeigt, dass dennoch viele Chinesen den offiziell gemeldeten Infektions-Zahlen mißtrauen. Das Video vermittelt darüber hinaus einen Eindruck der bereits begonnen gigantischen Reiswelle in China – und skizziert die Sicherheitsvorkehrungen in der 11 Millionen-Stadt Wuhan, wo der Virus sich vermutlich ausgehend von einem Marktplatz ausgebreitet haben soll:

In China läuft eine gigantische Reisewelle - breitet sich das Coronavirus weiter aus?

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Mario Draghi erhält Bundesverdienstkreuz (kein Witz) – der deutsche Sparer gratuliert!

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Nein, wir haben noch nicht den 1. April. Nein, es ist kein bitter böser Scherz. Der ehemalige Chef der EZB Mario Draghi wird am 31. Januar von Bundespräsident Steinmeier das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Die Verleihung ist auch schon offiziell terminiert. Ja, da möchte der deutsche Sparer doch gleich mal gratulieren für die Niedrig- und Nullzinsen, und das über Jahre hinweg? Herzlichen Glückwunsch, da hat man sich so ein Bundesverdienstkreuz auch redlich verdient?

Aber Scherz bei Seite. Bekommt Mario Draghi das Bundesverdienstkreuz dafür, dass seine Geldpolitik (2,6 Billionen Euro drucken und Zinsen abschaffen) so gut funktioniert hat, dass er die Wirtschaft stimuliert und die Inflation planmäßig auf 2% gehoben hat? (was ja gar nicht geschehen ist). Nein, es geht natürlich um das „Große Ganze“. Wofür bekommt er denn diese Auszeichnung nun konkret? Man darf spekulieren. Man denke da zum Beispiel an die Worte an Angela Merkel bei der Verabschiedung von Mario Draghi als EZB-Präsident Ende letzten Jahres. Er habe die Eurozone erfolgreich durch die Schuldenkrise geführt. Die Währungsunion sei durch Draghi gestärkt worden etc.

Lesen Sie hier nochmal unseren „Abgesang“ auf Mario Draghi aus November 2019.

Dass Mario Draghi das Gebilde namens Eurosystem letztlich nur durch brutales Gelddrucken künstlich am Leben gehalten hat? Egal, wen interessieren in der hohen Politik schon die „kleinen Details“? Dass dank der von Mario Draghi abgeschafften Zinsen die Südländer nur künstlich überleben können, kein Wort dazu. Egal. Dass Banken, Pensionskassen, Versicherungen etc massivste Probleme haben dank Draghis Politik, egal. Dass die Rentensysteme dank ihm dramatisch in die Krise rutschen, egal. Das oberflächlich betrachtete Ergebnis zählt. Es geht ja schließlich um eine Auszeichnung. Dass das Gebäude dahinter (die Eurozone und das EZB-System) wacklig und morsch ist, dass Banken, Staaten etc sich nun wie bei einer Droge an Gelddrucken und Nullzinsen gewöhnt haben und nicht mehr davon loskommen können – alles egal. Mario Draghi bekommt sein Bundesverdienstkreuz, für seine Verdienste!

Mario Draghi erhält am 31. Januar das Bundesverdienstkreuz
Mario Draghi im Oktober 2019. Foto: EZB CC BY-NC-ND 2.0

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Jeff Bezos: Warum hackt Saudi-Arabiens Kronprinz sein Handy?

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Drei Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, entpuppen sich nach langer Recherche als eine Story. Mohammed bin Salman, Saudi-Arabiens Kronprinz, Verteidigungsminister und Vize-Ministerpräsident, chattet per WhatsApp mit Jeff Bezos, dem reichsten Menschen der Welt. Wenige Monate später veröffentlicht ein US-Klatschblatt intime Details aus Bezos‘ Leben inklusive SMS und ein Reporter der Washington Post wird in einem saudi-arabischen Konsulat getötet. Die Washington Post gehört… Jeff Bezos. Diese drei Handlungsstränge sind in Wahrheit einer – und das könnte sich negativ auf das händeringend nach Investoren suchende Saudi-Arabien auswirken.

Dass der Kronprinz Saudi-Arabiens mit ihm chatten will, war für Jeff Bezos vermutlich nicht ungewöhnlich. 2018 wurde gerade der Börsengang von SaudiAramco vorbereitet und Mohammed bin Salman weltweit auf Investorensuche, um sein Land vorsichtig zu öffnen und zu modernisieren. Wer läge da als Ansprechpartner näher als der reichste Mensch auf Erden? Dass bin Salman im lockeren Smalltalk ein Video schickt, stimmte Bezos daher auch nicht misstrauisch, schließlich sind geteilte Videos Alltag bei Whatsapp.

bin Salman selbst versandte den Trojaner, mit das Handy von Bezos gehackt wurde

Blöd für Jeff Bezos, dass in den Stunden nach dem Anschauen des Videos der Inhalt seines Smartphone-Speichers ausgelesen und nach Saudi-Arabien transferiert wurde. Wirklich misstrauisch wurde er aber sicherlich erst, als einige Monate später vom Klatschblatt National Enquirer während der Scheidung von seiner Frau Details über seine außereheliche Affäre publiziert wurden – private Nachrichten inklusive. bin Salman dürfte damals aber noch nicht zu Bezos Verdächtigen gezählt haben. Denn wer geht schon davon aus, von einem der mächtigsten Männer Saudi-Arabiens persönlich gehackt worden zu sein?

Dass in dem von bin Salman versandten Video ein Trojaner steckte, der Bezos‘ Handy infizierte und Daten absaugte, das fanden nach der Veröffentlichung der Daten erst Experten heraus, die das Handy untersuchten. Und langsam schließt sich der Kreis. Denn der Besitzer des National Enquirer, David Pecker bzw. dessen Unternehmen American Media, arbeitet eng mit Saudi-Arabien zusammen, um den Ruf des Landes in den USA aufzupolieren. Pecker ist zudem ein Unterstützer Donald Trumps, der wiederrum schlecht auf Jeff Bezos zu sprechen ist. Denn Jeff Bezos ist Besitzer der Zeitung Washington Post, die ausnehmend kritisch über Trump berichtet. Und Trump wiederrum unterstützt bin Salman in seinen Bemühungen, Saudi-Arabien und sich selbst als achtbare Partner darzustellen.

Ließ sich Jeff Bezos nicht von Saudi-Arabien erpressen?

Und was hat Jamal Kashoggi mit all dem zu tun? Der wurde nicht nur auf Geheiß bin Salmans im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul ermordet. Er war zudem auch noch Journalist im Dienste der Washington Post, der in dieser Zeitung kritisch über Saudi-Arabien und bin Salman schreiben durfte. Denkbar also, dass Saudi-Arabien hoffte, mit dem Hack belastende Informationen über Bezos beschaffen zu können, um anschließend die Washington Post oder Bezos zu erpressen und die kritische Berichterstattung verstummen zu lassen. Als das nicht klappte, wurden private Informationen aus Bezos‘ Leben über ein Saudi-Arabien wohlgesonnenes Medium veröffentlicht und Kashoggi kurzerhand ermordet.

Zum Problem wird nun, dass das ganze aufgedeckt wurde. Und Probleme hat nicht nur Saudi-Arabien, sondern auch Donald Trump. Der gibt sich zwar als enger Freund bin Salmans, ist aber als US-amerikanischer Präsident den US-Amerikanern und Unternehmen – und nicht bin Salman verpflichtet. Wird der reichste Amerikaner gehackt, um die Pressefreiheit der USA zu untergraben, wird Trump als selbst ernannter Freund des Täters wohl oder übel einige kritische Worte dazu sagen müssen.

Ein viel größeres Problem könnte jedoch Saudi-Arabien bekommen. Das Land hat ohnehin nicht den besten Ruf und wer als potentieller Investor angesprochen wird, dürfte seit dem Fall Kashoggi zumindest stets darauf achten, kein saudi-arabisches Konsulat allein zu betreten. Nun kommt noch dazu, dass selbst Kontakte in höchste Regierungskreise offenbar nicht davor schützen, gehackt, ausgespäht, erpresst oder mit Dreck beworfen zu werden. Wer soll unter diesen Voraussetzungen die Milliardeninvestitionen stemmen, die sich Saudi-Arabien erhofft? Die geplante Öffnung Saudi-Arabiens für ausländische Investoren dürfte einen erheblichen Dämpfer bekommen.

Jeff Bezos - Opfer eines Trojaners des saudischen Kronprinzen

Jeff Bezos at Amazon Spheres Grand Opening in Seattle. Foto: Seattle City Council CC BY 2.0

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