Chey Tae-won, Vorsitzender der SK Group, der Muttergesellschaft von SK Hynix, verspricht die Produktion von KI-Speicherchips zu steigern, um der steigenden Nachfrage aufgrund des weltweiten Ausbaus von Rechenzentren gerecht zu werden. Dazu berichtet Bloomberg: Der milliardenschwere Chef des zweitgrößten südkoreanischen Mischkonzerns bezeichnete High-Bandwidth-Speicher bei einer Konferenz in Washington am 20. Februar als „Monsterchip”, der SK Hynix enorme Gewinne einbringt. Der Aktienkurs des Chipherstellers hat sich im vergangenen Jahr aufgrund Rekordgewinnen mehr als vervierfacht.
SK Hynix investiert dank KI-Boom
Chey machte zwar keine Angaben zum Umfang der Expansion seines Chip-Unternehmens, aber SK Hynix gab im Januar bekannt, dass seine Investitionsausgaben im Jahr 2026 gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen werden, um die Nachfrage nach HBM-Chips zu befriedigen, die für die Herstellung von Beschleunigern benötigt werden, die von Unternehmen wie Nvidia für das Training und den Betrieb von KI-Diensten entwickelt werden.
US-Technologieunternehmen von Microsoft bis Meta Platforms stellen in diesem Jahr rund 650 Milliarden US-Dollar für Infrastruktur bereit, um sich einen Vorsprung im Wettlauf um die Entwicklung von KI-Technologien zu verschaffen. Diese Rekordausgaben führen zu einer weltweiten Verknappung von Speicherchips, einem Markt, der von SK Hynix, seinem südkoreanischen Konkurrenten Samsung Electronics und dem US-amerikanischen Unternehmen Micron Technology dominiert wird. SK Hynix hat seine gesamte Palette an Speicherchips für 2026 ausverkauft, während Micron mit seinen HBM-Produkten ähnlich verfahren ist.
Chey warnte jedoch auch davor, dass aufgrund möglicher Veränderungen in der Wettbewerbslandschaft, die durch rasante technologische Veränderungen verursacht werden, auch in Zukunft Verluste möglich sind. Die durchschnittlichen Prognosen der Analysten für den Jahresbetriebsgewinn von SK Hynix für 2026 sind laut Chey von etwa 50 Milliarden US-Dollar Ende letzten Jahres auf 70 Milliarden US-Dollar im Januar gestiegen, und einige haben diese Prognose erneut auf über 100 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert.
„Das klingt nach einer wirklich guten Nachricht“, sagte Chey, „aber es könnte genauso gut zu einem Verlust von 100 Milliarden US-Dollar führen.“ Chey hob auch die wachsenden Herausforderungen im Bereich der Infrastruktur hervor. Er sagte, die SK Group prüfe derzeit den Bau von Kraftwerken neben KI-Rechenzentren, da eine Nichtdeckung des Energiebedarfs „katastrophale Folgen“ haben könnte.
Kommentar
FMW: Es ist längst kein Geheimnis mehr: Der globale Markt für Speicherchips ist massiv unterversorgt. Samsung konnte wohl deswegen erst letzte Woche eine Preiserhöhung von 30 % durchsetzen. SK Hynix könnte folgen, die Margen sind saftig. Auch wenn man die Kapazitäten erhöht – die Unterversorgung des Marktes dürfte noch lange anhalten, wenn man bedenkt, wie viel Nachfrage nach KI-Beschleunigern und KI-Speicherchips erzeugt wird, wenn nur die vier größten Tech-Konzerne 650 Milliarden Dollar nur in diesem Jahr investieren. Die Zeiten dürften erst einmal rosig bleiben für SK Hynix, Micron und Samsung. Die Börsianer preisen die zukünftig gut laufenden Geschäfte ein. So sind diese drei Aktien der drei Speicherchip-Giganten in den letzten zwölf Monaten um 322 %, 293 % und 201 % gestiegen, während der Nasdaq 100 Index nur um 17 % anstieg. Amazon, Microsoft und Meta liegen sogar im Minus.
FMW/Bloomberg
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