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S&K-Opfer selbst schuld? Idioten? Wie kann man denen nur Geld geben? Vorsicht…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Das denken sich dieser Tage viele Menschen. Seit am Freitag der große S&K-Prozess gegen Deutschlands peinlichste Protz-Prolls begonnen hat, die 240 Mio Anleger-Geld versoffen und verjubelten, hält sich das Mitleid für die Opfer in Grenzen, denn oft hört man: Die sind doch selbst schuld, wie kann man diesen beiden peinlichen Typen nur Geld anvertrauen. Idiot, wer denen Geld gibt, und und und. Aber diese Sicht der Dinge ist falsch. Denn (fast) jeden Anleger kann das auch in Zukunft passieren.

Warum? Viele gutgläubige Anleger und auch Anlagevermittler hatten in Fonds tatsächlich seriöser Anbieter investiert, bei denen nur „Immobilienfonds“ drauf stand. Der wiederum investierte Teile der Gelder bei S&K, wovon viele Kunden gar nichts mitbekamen – wie denn auch! Auf den Depotauszügen sahen die Kunden stets nur „Immobilienfonds ABC“… Man vertraute der Seriosität großer Namen. Bei S&K kam sogar noch hinzu: Die beiden Jungs ließen sich vom TÜV eine Bescheinigung ausstellen, mit der sie natürlich prahlten. Darauf fielen auch viele Vermittler rein. Der TÜV sagt damit hätten die beiden gar nicht werben dürfen, aber sie taten es trotzdem, anscheinend ungestraft.

Ähnlich lief es damals beim größten Schneeballsystem aller Zeiten, dem 60 Milliarden Dollar Madoff-Betrug. Viele Anleger wussten auch nach Madoffs Verhaftung noch gar nicht, dass ihr Geld bei ihm investiert wurde. Sie hatten ihr Geld an Vermögensverwalter z.B. in der Schweiz oder sonst wo gegeben, und die wiederum investierten es ohne das Wissen der Kunden bei Madoff. Erst als die Depotauszüge eintrudelten, merkten die Kunden, dass das was nicht stimmt.

Letztlich muss man sich fragen, ob man überhaupt noch Immobilienfonds, Geschlossenen Fonds, Bankberatern etc vertrauen kann. Wenn die jedes Mal solche Verluste erstatten würden, wäre ja alles gut, aber das geschieht nur in den seltensten Fällen. Letztlich konnte man auch bei Madoff an EINEM Fakt klar erkennen, dass etwas nicht stimmte: Er produzierte Jahr für Jahr, wo alle Konkurrenten auch mal Verluste hatten, ausschließlich konstante Gewinne (so wies er es für seine Kunden aus), und auch die lagen im Schnitt immer kräftig über den Vergleichsindizes. Das kann auf Dauer nicht möglich sein, nirgendwo.

Nur derjenige ist in Sicherheit, der statt Fonds oder sonstigen Konstrukten direkt im Original investiert. Ein Haus oder eine Wohnung kaufen statt einen Immobilienfonds, eine Goldmünze oder Goldbarren kaufen und ins Bankschließfach legen statt Goldzertifikate o.ä. kaufen. Denn wo das Geld da letztendlich landet, ist für den normalen Anleger nur sehr sehr schwer zu durchschauen. Irgendwo auf Seite 63 bis 239 in den AGBs der Anbieter steht es dann klein geschrieben. Das Geld landet bei irgendeinem „Zertifikate“-Emittenten in der Karibik oder auf Zypern oder sonst wo. Geht der pleite, können sie dort versuchen ihr Geld zurückzuholen.

Da darf man sich auch fragen, warum überhaupt der Namen „Zertifikat“ zulässig ist. Der gaukelt Seriosität pur vor. Einfach „Schuldverschreibung“ nennen, denn nichts anderes ist es ja, und gut!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    FR

    28. September 2015 18:43 at 18:43

    Wenn selst deutsche Landesbanken nicht verstehen was sie fuer Papiere kaufen um dann Mrd. schwer gerettet zu werden – was soll der arme Michel dann erst machen?
    Eventuell die Totalverlusterklaerung direkt ueber dem Feld mit seiner Unterschrift oder doch den Emissionsprospekt lesen und die Gier bzw. den Steuerspartrieb in der kurzen Zeit mal ausblenden.? Sachwerte kaufen ist eine gute Alternative setzt aber auch Basics wie Immoertragsrechnung oder Grundkenntnisse der Edelmtallmaerkte vorraus – um Erfolg zu haben.
    Ein Patentrezept gibt es nicht ausser sich selbst zu kuemmern und in Assets die man versteht zu investieren. Ein absolut streng vertraulicher Megarenditegeheimtip koente sein: immer exact das Gegenteil der Empfehlungen von Dt. Bank und co. zu machen. :)
    Beste Gruesse & gute Trades

  2. Avatar

    ollifred

    28. September 2015 19:41 at 19:41

    Hier mal meine Börsenweisheit:

    Iss nur was deine Großmutter schon kannte und investiere nur in Dinge die du konsumierst oder besitzt.

    Letztendlich geht es doch nur um die Gier gepaart mit Sorglosigkeit und Faulheit. Und da kann ich nur sagen: wirklich selber Schuld

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Börse: Chancen und Risiken – welche Anlageklassen werden boomen?

Redaktion

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Die Börse hat den Corona-Crash scheinbar überwunden – die Aktienmärkte handeln an Allzeithochs, den Notenbanken sei Dank! Wie aber geht es nun weiter, mittel- bis langfristig?

„Die Börse ist gut drau und geht davon aus, dass alles gut wird“, sagt der ehemalige Hedgefundmanager Florian Homm. Dieses Mantra aber sei gefährlich und risikoreich, so Homm. Angesichts der Bewertungen an der Börse seien die Perspektiven eher mau: selbst wenn die Aktienmärkte im besten Fall 4% pro Jahr weiter steigen würden, bestünde die Gefahr, dass diese Zugewinne durch eine steigende Inflation zunehmend aufgefressen würden.

Homm analysiert in folgendem Video verschiedene Anlageklassen: Edelmetalle, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Kryptowährungen, Anleihen und Aktien. Was dürfte in den nächsten Jahren am besten funktionieren? So oder so: „Wir befinden uns in einer spannenden, hochriskanten Dekade“, sagt Florian Homm. Aber angesichts der finanziellen Repression gehe aber eben kein Weg an der Börse vorbei, so Homm. Dabei zeigt er fünf Szenarien auf:

An der Börse geht angesichts der finanziellen Repression kein Weg vorbei

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Aktiensplit bei Tesla – folgen andere bald nach?

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Es ist Thema in vielen Wirtschaftsteilen der Medien – der Aktiensplit von Tesla und die extreme Kursreaktion eines Automobilherstellers, der schon zuvor fast so viel wert war wie alle Autoproduzenten Europas. Passt natürlich auch ins Schema von Elon Musk, der einen gigantischen Optionsvertrag besitzt, der ihm beim Erreichen hoher Werte in punkto Marktkapitalisierung Zuteilungsrechte eröffnet, die es so noch nicht gegeben hat. Zig-Millionen an Aktien in Stufen bis zu einem Unternehmenswert von 650 Milliarden Dollar, wie im Artikel vom 24. Juli dargelegt.

Der Aktiensplit zum Monatsende

Durch den exponentiellen Anstieg der Aktie von Tesla von 400 Dollar zu Jahresanfang bis auf fast 1800 Dollar, Mitte Juli und in sechseinhalb Monaten, war nicht nur ein Fahnenstangen-Chart entstanden, der nach Korrektur schreit, sondern auch ein psychologisches wie auch praktisches Problem entstanden. Für Millionen Kleinanleger, vor allem die vielen Neuen des Jahres 2020, war das Papier einfach zu teuer. Claudio Kummerfeld hat gestern die Wirkung der Fünftelung des Aktienpreises in einem Artikel beschrieben. Und es hat funktioniert. Am Tag nach der Ankündigung, einen Aktiensplit zu machen, erreichte die Aktie im New Yorker Handel 1585 Dollar und schloss bei 1554 Dollar, sagenhafte 13 Prozent im Plus, obwohl sich fundamental deshalb schon rein gar nichts geändert hat. Bei Beurteilung der Börsenreaktion von Tesla muss man aber die besondere Situation bei diesem Highflyer berücksichtigen. Einer der „meistgeshorteten“ großen Titel, bei dem die Leerverkaufsquote schon einmal 25 Prozent des Free Floats ausmachte. Zuletzt waren es immer noch über 10 Prozent oder 14 Millionen und da kann jede positive Meldung einen Pain Trade auslösen, in Form der berüchtigten Short Squeezes.

Nichtsdestotrotz gibt es Anleger, die keine Aktien mögen, weil sie optisch sehr teuer wirken. Als ob eine Deutsche Bank mit 8 Euro attraktiver wäre als eine Allianz mit 180 Euro.

So hatte kürzlich erst die Ankündigung von Apple, einen Aktiensplit von 4 zu 1 zu planen, Furore gemacht.

Ende August gibt es dann viermal so viele Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt. Statt etwa 455 Dollar wie am gestrigen Tag würde das Papier dann nur noch etwas mehr als 110 Dollar kosten. Die angekündigte Aktiensplit hatte selbst bei einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von über 1,9 Billionen Dollar große Wirkung und ließ den Kurs nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe schnellen. Diese Reaktion macht Anleger neugierig und man hält Ausschau nach Titeln, die optisch teuer sind und wo sich das Management zu so einem Schritt entscheiden könnte. Nach Ansicht von Experten sollten Aktien, die für einen Aktiensplit in Frage kommen, zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssten in der letzten Zeit stark nach oben gegangen sein und die Aktien sollten über 400 Dollar kosten.

Welche Werte könnten dem Beispiel folgen?

Angesichts der „Anomalie“ einer folgenden Kurssteigerung infolge von optischen Psychotricks könnte es nicht verkehrt sein, nach Titeln Ausschau zu halten, die extrem gestiegen und extrem hohe Kurswerte aufweisen. Da fällt einem natürlich sofort Amazon ins Auge, die Online-Aktie, die es bereits zum Schnäppchenpreis von 3100 Dollar gibt. Wann wird sich Jeff Bezos zu diesem Schritt entscheiden, schließlich wurde die Aktie in diesem Jahrhundert auch noch nicht gesplittet? Immer wieder unglaublich anzusehen, die Entwicklung dieses Wertes, der im Crash des Jahres 2001 auf unter 10 Dollar gefallen war. Dann gibt es natürlich noch weitere FAANG-Aktien, die die großen Renner des Jahres waren: Alphabet mit über 1500 Dollar, Netflix mit über 450 Dollar, aber auch andere bekannte Titel wie BlackRock (580 Dollar), Adobe (450 Dollar), Nvidia (460 Dollar) oder der sehr teure und auch in Deutschland bekannte Online-Reisekonzern Booking.com mit über 1800 Dollar. An Auswahl mangelt es nicht.

Wie ist es in Deutschland?

Natürlich kennen wir hierzulande auch den Aktiensplit, vor einem Jahr war es der Sportartikelhersteller Puma, der seine Aktien gezehntelt hatte. Vor Kurzem war es die Medizintechnikfirma Eckert und Ziegler. Aber auch die großen Werte aus dem DAX wie BASF, Beiersdorf, Eon, Fresenius, SAP oder Siemens haben ihre Anteilsscheine schon geteilt, aber das ist schon viele Jahre her. Optisch richtig teure Werte gibt es derzeit nicht im Dax, aus dem MDax ragt der Küchenhersteller Rational mit seinem 600 Euro Kurswert hervor. Aber wer weiß, deutsche Unternehmen ahmen nicht selten angelsächsischen Gepfogenheiten nach und schließlich befindet sich unser Leitindex auch in seiner Mehrheit in ausländischen Händen.

Fazit

Tesla hat strategisch nachgemacht, was Apple bereits vor Monatsfrist erfolgreich vorgemacht hat: Die teuerste Firma der Welt hat bereits vier Mal einen Aktiensplit durchgeführt, der fünfte ist für Ende August angekündigt und hat zu den gewohnten (positiven) Kursreaktionen geführt. Ohne die Splits würde die Aktie des Börsengiganten Apple heute bereits 24.000 Dollar kosten. Für viele Kleinanleger unhandelbar. Dass es dennoch anders geht, zeigt die Aktie von Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Diese kostete bei seiner Übernahme der Firma im Jahre 1965 unter 20 Dollar und heute in der Ur-Form als A-Aktie ungesplittet etwa 318.000 Dollar, eine Performance von über 2 Millionen Prozent, allerdings in einem für Normalanleger unvorstellbar langem Zeitraum. Geschadet hat es der Performance der Aktie auf lange Sicht nicht, weil zu guter Letzt die Fundamentaldaten zählen.

Kurzfristig ist ein Aktiensplit immer ein kleiner Kursturbo, auch wenn sich fundamental nichts ändert. Und für Trader eine lohnende Angelegenheit, wenn es gelingt….?

Wie ein Aktiensplit die Kurse von Apple und Tesla treibt

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Handelskrieg, jetzt Internetkrieg zwischen USA und China?

Markus Fugmann

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