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Skandal bewiesen: EZB finanziert griechischen Staatshaushalt

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Alle wussten es, niemand redete darüber, niemand wollte es zugeben, bis jetzt. Der Skandal ist bewiesen: die EZB finanziert den griechischen Staatshaushalt. Bundesbankchef Weidmann spricht Klartext über das, was verboten ist…

Jens Weidmann Bundesbankchef und EZB Rat
Jens Weidmann, Chef der Deutschen Bundesbank und Mitglied im EZB-Rat.
Foto: Chatham House / Wikipedia (CC BY 2.0)

Was macht die EZB da bloß?

Seit Monaten (wir berichteten schon mehrmals darüber) gewährt die EZB über die griechische Notenbank (die Teil des „Euro-Systems“ ist) den griechischen Banken sogenannte ELA-Kredite (kurzfristige Notkredite wie ein Dispo für Privatkunden), damit die Banken selbst überleben können. Inzwischen hat dieser Dispo ein Gesamtvolumen von 80 Miliarden Euro erreicht und wird fast wöchentlich erhöht. Komischerweise fallen die Vergaben der ELA´s und die Neuemissionen von Anleihen des griechischen Staates immer zeitlich sehr eng zusammen. Allen ist klar, dass die Banken das von der EZB erhaltene Geld nehmen und davon die neu ausgegebenen griechischen Staatsanleihen kaufen. So finanziert die EZB und damit jeder Steuerzahler in der Eurozone de facto die Renten und Gehälter in Griechenland. Dies geschieht zwar nur indirekt über mehrere Zwischenstationen, aber an den Fakten ändern diese „Buchungsschritte“ nichts.

Eine ausführliche Erläuterung des Vorgangs finden Sie hier.

Böse Absichten nach dem Motto „Weltverschwörung gegen die Bürger“ kann man EZB-Chef Mario Draghi wohl kaum unterstellen. Er wird sehen, dass niemand außer der EZB konkret Geld nach Griechenland schickt, damit die Rentner und Staatsangestellten am jeweils Monatsersten überhaupt noch Geld aus dem Bankautomaten holen können. Es scheint eine Art stillschweigendes Geschäft zu sein. Die EU-Kommission und die Euro-Mitgliedsstaaten schauen weg, hören nichts, sehen nichts, wissen aber genau was geschieht. Sie müssen gegenüber ihren eigenen Wählern das Gesicht wahren, und können daher nicht zulassen, dass sie weiter unbegrenzt Griechenland helfen ohne Gegenleistung. Andererseits wissen sie aber, dass JETZT reales Geld fließen muss, um Gehälter und Renten zu zahlen. Daher schauen alle weg bei dem, was Draghi da macht.

Warum ist das verboten?

Erstens: die EZB hat sich in ihren eigenen Regularien dieses Vorgehen selbst verboten. Zitat:

“The ECB is a rule-based institution. It’s not a political institution. One of the rules that we comply with is contained in the Treaty, and it’s Article 123, and it’s the prohibition of monetary financing. Monetary financing is when the central bank of a country prints money to buy the government bonds in the primary market of that country, and it could be either direct or indirect, when banks bring collateral to the ECB in order to be financed in order to buy the sovereign debt of that country, and we are prohibited from doing that.”

Zweitens: Würden Staaten oder Staatengebilde wie die EU ihren Zentralbanken erlauben Geld zu drucken und es dann einfach dem eigenen Staat zu geben, wäre dies Geldpolitik a la „Weimarer Republik“ mit wahrscheinlicher Hyperinflation, da die Extra-Geldmenge dem „Markt“ nicht wieder entzogen wird. Und es wäre eine Infragestellung der Währung und des Staatsapparates an sich, was alle halbwegs intelligenten Menschen dazu bringen würde ihre Wertgegenstände in andere Länder umzuschichten. Einfach Geld aus dem Nichts zu schaffen und es zu verteilen, klingt zu schön um wahr zu sein – dann bräuchte niemand mehr arbeiten und alle hätten Geld, einfach so… da ist doch irgendwo ein Haken an der Sache!

Alles nicht so schlimm?

Jetzt kann man argumentieren „was ist schon so schlimm daran Griechenland über diesen Weg das Geld zu geben, schließlich kauft die EZB derzeit ja auch in großem Stil die Staatsanleihen anderer Euro-Länder auf“. Da gibt es aber einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied. Die EZB kauf über ihr QE-Programm (Quantitative Easing) Anleihen von Euro-Staaten über den sogenannten „Sekundärmarkt„, also Anleihen, die schon begeben wurden und jetzt am freien Anleihemarkt gehandelt werden. D.h. der Staat hat irgendwann vorher die Anleihen per Auktion („Primärmarkt“) an einen echten interessierten Käufer verkauft und sich Geld von jemandem besorgt, der nicht eine andere staatliche Institution ist. Wenn die EZB danach am freien Markt („Sekundärmarkt“) diese Anleihe kauft, hat der Staat schon vorher von einem anderen externen Käufer per Auktion das Geld erhalten. Die EZB finanziert also beim QE nicht direkt einen Staat, sondern kauft die Anleihen privaten Eigentümern wie Fonds und Versicherungen ab. Diese sollen dann mit dem frei gewordenen Geld die Wirtschaft ankurbeln.

Was bei Griechenland passiert, ist per Eigendefinition der EZB verbotene Staatenfinanzierung, denn wie oben im EZB-Zitat beschrieben:

„Monetary financing is when the central bank of a country prints money to buy the government bonds in the primary market of that country“

Die EZB verbietet sich selbst also den Kauf von Anleihen am Primärmarkt, also in der ursprünglichen Anleiheauktion des Staates, wo das Geld des Käufers direkt dem Staat zufließt. Aber genau das geschieht derzeit mit Wissen der EZB über den Zwischenschritt „Griechische Geschäftsbanken“.

Der endgültige Beweis

Jens Weidmann ist als Chef der Deutschen Bundesbank automatisch auch Mitglied im EZB-Rat, also sozusagen fester Bestandteil der EZB-Familie. Er ist weltweit hoch angesehen und hat das Gelddrucken und die Staatsanleihekäufe der EZB immer massiv kritisiert. Im aktuellen Interview mit dem „Handelsblatt“ nimmt er ebenfalls kein Blatt vor den Mund und bestätigt erstmals als Funktionsträger der EZB-Familie offiziell das, was alle wussten, aber niemand bisher direkt aussprach.

Die EZB finanziert den griechischen Staatshaushalt !

Auszug aus dem Handelsblatt-Artikel:

„Der Bundesbank-Präsident kritisierte die wöchentliche Aufstockung der ELA-Kredite für die griechischen Geldhäuser: „Dass Banken ohne Marktzugang Kredite gewährt werden, die damit Anleihen des eigenen Staates finanzieren, der selbst ohne Marktzugang ist, finde ich mit Blick auf das Verbot der monetären Staatsfinanzierung nicht in Ordnung“. Zugleich warnte das EZB-Ratsmitglied vor einer Überbeanspruchung der Notenbank: „Wir sind nicht allmächtig. Mich sorgt die zunehmende Politisierung der Notenbanken genauso wie die immer größeren Erwartungen, die an uns gerichtet werden. Damit droht eine gefährliche Überforderung der Notenbanken. Nicht nur unter dem Aspekt der demokratischen Legitimation, sondern auch weil wir gar nicht in der Lage wären, die Probleme Europas zu lösen.“

Dazu kann man nur sagen: Danke Herr Weidmann für Ihre Offenheit und ihre klaren Standpunkte. Dass die Gelder für Löhne und Renten in Griechenland irgendwo herkommen müssen ist klar – aber dass alle außer ihm glauben es verheimlichen zu müssen, ist traurig und schadet der Glaubwürdigkeit der europäischen Institutionen, die vor allem durch die heutzutage überall gepredigte „Transparenz“ hergestellt werden könnte…


4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Michael

    15. Mai 2015 13:07 at 13:07

    Da die Banken für Staatsanleihen kein Eigenkapital hinterlegen müssen, haben sie die Staatsanleihen als Steuerzahlungsversprechen quasi geschenkt gekriegt. Jetzt kauft ihnen die EZB die Anleihen gegen Zentralbankgeld ab. Ein Geldgeschenk für Banken, die keinen blöderen Einfall hatten, als Kredite an nicht kreditwürdige Pleitiers zu vergeben. Oder noch blöder. Faule Kredite zu kaufen. Sicherlich ist das in Griechenland illegale Staatsfinanzierung. Nicht nur das, der griechische Staat ist nicht gewillt sich an die Regeln des Geldsystems zu halten. Dann muss er sein eigenes Geldsystem außerhalb des Euros versuchen. Die illegale Staatsfinanzierung unterscheidet sich nicht sehr von der legalen. Theoretisch sind die Staaten fast alle bankrott. Auch Deutschland oder die USA. Sie haben sich den Zockern ausgeliefert. Wenn die Banken und Zentralbanken ihre Aufgaben nicht erfüllen, weil die ausreichende Regulierung unmöglich ist, das ist mit den kaum zu übersehenden Finanzmarktblasen offensichtlich der Fall, muss eine Währungsreform her.

    Die Frage ist, warum soll sich ein Staat überhaupt bei einer Privatbank verschulden? Der Staat hat dem Volk zu dienen. Nicht das Volk den internationalen Großbanken ihre Geldfestspiele zu finanzieren. Wer gerne privat mit den großen Zockern in den Ring steigen möchte, darf das auf eigenes Risiko, aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit.

    • Avatar

      rote_pille

      15. Mai 2015 15:49 at 15:49

      die privatbanken werden lediglich benutzt, um die tätigkeiten der notenbanken zu verschleiern. die beste regulierung waren, sind und bleiben die hohen zinsen, die der markt selbst erzwingt, wenn das risiko ansteigt. genau diese will die politik aber abschaffen, weil sie ihrer zentralplanung im weg stehen. wenn die finanzmarktblasen ein für alle mal ordentlich eingedämmt werden sollen, müssen nur die zentralbanken verschwinden und die zinsen nicht länger von der politik vorgegeben werden.

  2. Avatar

    sensortimecom

    15. Mai 2015 18:59 at 18:59

    Es ist noch ärger.
    In Wahrheit finanziert sich Griechenland mittels der ELA-Notfazilität selber, ohne EZB. Denn die griech. Notenbank hat die ausdrückliche Befugnis, genau wie alle anderen autonom agierenden Notenbanken der Eurozone auch, ELA in Anspruch zu nehmen nach eigenem Gutdünken, quasi auf Treu und Glauben. Da gibt es in Wahrheit überhaupt keinen Geldfluss von Frankfurt nach Athen. Das ist Giralgeld das von der griech. ZB „geschöpft“ wird, basta. Die EZB erhält eine Nachricht. Etwa von der Art: „wir mussten leider wieder mal 2 Mrd. Euronen schöpfen“, und die EZB gibt zähneknirschend dazu den Sanktus. Und GR zahlt davon seine Schulden und seine Beamten.Würde die EZB man NEIN sagen, bedeutet das automatische Ilegalität für jede Athener Geldschöpfung, der Staat wäre entweder blitzartig pleite oder ab sofort Falschgelddrucker. So läuft der Hase.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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