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Skandal: Chef von größter US-Bank beschimpft Aktionäre wegen 20 Mio-Gehalt

Redaktion

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am

Von Claudio Kummerfeld

Da kann man in der Tat von einem Skandal sprechen, oder ist es das beschämende Gefühl zwar die größte Bank der USA zu lenken, aber nur 20 Mio Dollar zu verdienen? Der Chef von JP Morgan beschimpft Aktionäre, weil die sein Gehalt für zu hoch halten…

JP Morgan Jamie Dimon
JP Morgan-Chef Jamie Dimon hält einen Teil seiner Aktionäre für faul.
Foto: Steve Jurvetson/Wikipedia (CC BY 2.0)

Nach mehreren Übernahmen ist JP Morgan inzwischen die größte Bank der USA. Jamie Dimon ist seit 10 Jahren der Macher, in Personalunion Vorstandsvorsitzender und „Präsident“. Für einen diplomatischen Umgang mit Aktionären und Öffentlichkeit war er noch nie bekannt, aber jetzt überspannte er den Bogen.

Auf einer Investorenkonferenz nannte er einen Teil der Aktionäre „faul“, weil diese ihr Stimmrecht für Hauptversammlungen an Aktionärsvereinigungen abtreten würden (weltweit übliche Vorgehensweise), die dann wiederum gegen sein 20 Mio Dollar-Gehaltspaket gestimmt haben. Jahr für Jahr schrumpft der Anteil der Aktionäre, die sein Gehalt in dieser Höhe für gerechtfertigt halten – zuletzt waren es nur noch 61%. Man kann davon ausgehen, dass vielleicht in ein oder zwei Jahren keine Mehrheit auf der Hauptversammlung von JP Morgan mehr da ist, um sein Gehalt durchzuwinken. Auch kritisierte Jamie Dimon massiv Aktionäre als faul, weil sie den Empfehlungen der Aktionärsvereinigungen folgen würden, und keine eigenen Entscheidungen träfen. Wörtlich sagte Dimon

„Nur Gott weiß, warum ihr anhand der Empfehlungen von ISS oder Glass Lewis abstimmt. Wenn ihr das tut, handelt ihr unverantwortlich und seid keine guten Anleger“.

Der Aufruhr am Markt folgte umgehend, von Realitätsferne und Abgehobenheit seitens Jamie Dimon ist die Rede. Gerade die Profis, die für Kleinanleger als mächtiger Interessenvertreter auf den Hauptversammlungen auftreten, kritisieren immer wieder die bei einem Großteil der Bankkonzerne gelebte Praxis derart viele Boni an Manager und Investmentbanker zu zahlen, dass der Gewinnanteil für die Aktionäre deutlich schrumpft. Wir meinen dazu generell: was wäre, wenn diese Aktionärsvereinigungen für sein Gehalt gestimmt hätten? Bestimmt hatte Dimon sie für ihre „kluge und besonnene“ Empfehlung gelobt.

Jamie Dimon nahm auch Stellung zum Schuldeingeständnis von JP Morgan von letzter Woche gegenüber der US-Justiz wg. der Manipulation von Devisenkursen (natürlich war dies wie immer das Werk von Einzeltätern). Er sagte hierzu JP Morgan hätte die Anstrengungen verdoppelt und verdreifacht um diese „Penner und Kriminellen“ auszusondern. Er sagte wortwörtlich „wir werden es nie erreichen ein fehlerfreies Umfeld zu schaffen. Das ist in keiner Institution möglich“. Dazu meinen wir: die Manipulation von Devisenkursen ist kein Fehler, sondern eine absichtliche Handlung!

Seit dem Amtsantritt von Jamie Dimon hat sich der Aktienkurs von JP Morgan fast verdoppelt, natürlich mit einigen Krisenphasen. Den Großteil der Performance verdankt die Aktie wohl aber nicht dem Können von Jamie Dimon, sondern der allgemeinen Explosion der Aktienkurse in den USA in den letzten beiden Jahren, u.a. weil die US-Notenbank „Federal Reserve“ die Kapitalmärkte mit Geld flutete.
JP Morgan

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Chris

    29. Mai 2015 11:49 at 11:49

    Too big (not in Brain)to fail!

  2. Avatar

    KK

    30. Mai 2015 12:33 at 12:33

    Wenn die Finanzindustrie

    “ nur Gott weiss “

    in den Mund nimmt,

    wie steht’s dann mit dem Zahnbefund ?

    Bzw.: wie riechts ??

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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