Aktien

Snap +59 Prozent, Amazon +14 Prozent, Facebook -26 Prozent – was ist hier los?

Social Media Apps auf Smartphone

Die Aktien von Snap Inc (SNAP), der Muttergesellschaft der Social Media App „Snapchat“, verloren gestern im regulären Handel satte 23 Prozent an Wert. Dies lag an den vorher präsentierten Zahlen von Facebook, die den Markt enttäuschten. Dann aber stieg die Snap-Aktie heute Nacht nachbörslich um sagenhafte 59 Prozent. Denn nun war Snap selbst an der Reihe mit Quartalszahlen.

Snap überzeugt mit Quartalszahlen und schießt durch die Decke

Und wo die Befürchtung nach Facebook schon echt mies war, konnte Snap positiv überraschen, und so explodierte der Markt nach oben. Snap Inc vermeldet zum ersten Mal überhaupt einen Nettogewinn auf Quartalsbasis. Der Umsatz wurde vermeldet mit 1,3 Milliarden Dollar, bei Erwartungen von 1,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie lag bei 0,22 Dollar bei 0,10 Dollar Erwartung. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer lag bei 319 Millionen gegenüber Erwartungen von 316,9.

Facebook, Google und Amazon im Fegefeuer von Ängsten und Zahlen

Facebook (Meta Platforms) war am Mittwoch Abend mit seinen enttäuschenden Quartalszahlen und einem kräftigen nachbörslichen Minus verantwortlich dafür, dass zahlreiche Tech-Aktien gestern im regulären Handel stark fielen. Facebook verfehlte bei mehreren Kennzahlen die Erwartungen. Im regulären Handel stürzte die Aktie dann gestern um 26 Prozent ab – ein Desaster!

Für Amazon hatte man dann schon Schlimmes erwartet, zumal der Gewinn pro Aktie um 75 Prozent im Jahresvergleich einbrechen sollte. Denn globale Lieferschwierigkeiten, steigende Löhne und die Knappheit an Personal machen Amazon auf der Kostenseite zu schaffen. Gestern im regulären Handel war die Aktie spürbar im Minus. Und dann? Gestern Abend nach US-Börsenschluss meldete Amazon seine Quartalszahlen. Bei einer Erwartung von 3,58 Dollar wurde ein Gewinn pro Aktie von 27,75 Dollar vermeldet. Beim Gewinn in Höhe von 14,3 Milliarden US-Dollar war ein Sonderposten enthalten – nämlich ein Gewinn von 11,8 Milliarden US-Dollar, der auf dem Aktienpaket der Firma Rivian (E-Autobauer) basiert, welches von Amazon gehalten wird. Also konnte Amazon sich quasi durch den Sondergewinn bei Rivian retten. Auch durch höhere Umsätze bei Amazon Web Services und eine Gebührenanhebung bei Amazon Prime konnte das Unternehmen punkten. Die Amazon-Aktie stieg nachbörslich um 14 Prozent.

Fazit – was lernen wir daraus?

Google (Alphabet) konnte bereits Dienstag Abend mit sensationell guten Quartalszahlen auf voller Linie die Börsianer überzeugen, woraufhin die Aktie um 7 Prozent stieg. Google ist in dieser Quartalssaison sozusagen der glänzende Stern am Himmel der großen Tech-Konzerne. Amazon und Snap konnten wie gesagt ebenfalls die Börsianer überzeugen. Nur Facebook schockte den Markt, und sorgte gestern für einen kräftigen Absturz bei einigen Tech-Aktien. Man könnte es als begrenztes negatives Phänomen ansehen. Facebook hat Probleme mit Zahlen und Wachstum, die Konkurrenz aber nicht.

Aber dass Facebook dennoch gestern 26 Prozent im regulären Handel verlor, und dass andere Aktien ebenfalls zweistellig verloren (nur aus Angst), das sollte schon zu denken geben. Die Nervosität scheint groß zu sein. Man sollte hierbei die kräftigen Kursverluste der Tech-Aktien im Januar nicht vergessen. Sie waren zurückzuführen auf die unmittelbar bevorstehende Zinswende in den USA. Bei weiter steigenden Anleiherenditen oder sonstigen schlechten Nachrichten für die Tech-Konzerne könnte die Volatilität in den Aktien groß bleiben. Nächste Woche Donnerstag meldet übrigens Twitter als letzter Social Media-Anbieter seine Zahlen.



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