Folgen Sie uns
jetzt kostenfrei anmelden fĂŒr das DAX-Signal

Anleihen

So gierig sind die institutionellen Anleger auf Negativrendite bei deutschen Staatsschulden

Veröffentlicht

am

Schon vor vier Wochen hatten institutionelle Anleger der Finanzagentur Deutschland die Bude eingerannt. Deutschland wollte fĂŒr 2 Jahre 3 Milliarden Euro Kredit aufnehmen, und die Nachfrage lag bei einem Volumen von 5,9 Milliarden Euro – einfach unglaublich! Und das bei einer Negativrendite von -0,63%.

Das bedeutet: Im Zuge der Italien-Unsicherheit nahmen Anleger liebend gerne in Kauf sogar mehr Negativzinsen zu zahlen als Banken es bei der EZB tun mĂŒssen (-0,40%). Also will man lieber sein Geld in deutschen Schulden parken und 0,63% verlieren, als es bei seiner Hausbank zu parken, wo man 0,40% verliert. Es ist schon erstaunlich.

Und heute, vier Wochen spĂ€ter? Die Lage hat sich kaum geĂ€ndert. Heute wollte Deutschland 4 Milliarden Euro fĂŒr zwei Jahre Laufzeit verleihen. Die Nachfrage lag immer noch deutlich darĂŒber mit 5,07 Milliarden Euro. Die Negativrendite liegt mit -0,61% fast unverĂ€ndert auf dem selben Niveau wie vor vier Wochen. Was sagt uns das? Die Angst ist geblieben, und der Sog hin in den sicheren Hafen Deutschland bleibt bestehen. Welch ein Segen fĂŒr unseren Finanzminister, der mit Nichts-Tun Geld verdient.

Seine Finanz-Manager bei der Finanzagentur Deutschland nehmen neue Schulden auf, und verdienen damit Geld. TatsĂ€chlich verkauft hat Deutschland heute ein Volumen von 3,185 Milliarden Euro mit einem Zinskupon von 0,00%. Der Verkaufskurs lag bei 101,265% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Heute erhĂ€lt man also 101,265% bezogen auf 3,185 Milliarden Euro, und muss in zwei Jahren nur den Nominalwert von 3,185 Milliarden Euro zurĂŒckzahlen.

Da man heute also 3,225 Milliarden Euro kassiert, macht man sofort 40,3 Millionen Euro Gewinn fĂŒr den Steuerhaushalt. Die Zeche zahlen die Kleinsparer, die ĂŒber Lebensversicherungen, BetriebsrentensparplĂ€ne, FondssparplĂ€ne etc monatlich Geld einzahlen, welches dann in deutsche Staatsschulden investiert wird. Der Verlust der Kleinsparer ist der Gewinn des deutschen Steuerhaushalts.


Der Schatz-Future seit 2012. Steigende Kurse bedeuten sinkende Renditen.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Marcus

    21. August 2018 22:13 at 22:13

    Unfassbar wie institutionelle diese Minus-Papiere kaufen ! Die verantwortlichen Portfoliomanager gehören eigentlich sofort entlassen aufgrund der Tatsache das sie mit ihren Investments das Geld ihrer Kunden verbrennen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur DatenschutzerklÀrung

Anleihen

Der große Sturm auf deutsche Schulden

Veröffentlicht

am

Der Kapitalmarkt stĂŒrzt sich auf neu ausgegebene deutsche Schulden. Erst gestern hatten wir ĂŒber die neuen zweijĂ€hrigen Bundesschatzanweisunegen berichtet, wo nur 41% der Kaufwilligen ĂŒberhaupt zum Zuge kamen, weil die Nachfrage von 7,5 Milliarden Euro einfach viel zu groß war (4 Milliarden Euro Angebot und nur 3,1 Milliarden Euro Verkaufsvolumen)

Heute beobachten wir ein noch krasseres MissverhĂ€ltnis zwischen Angebot und Nachfrage. Die Finanzagentur Deutschland hat jetzt fĂŒr eine Laufzeit von zehn Jahren ein Volumen von 3 Milliarden Euro angeboten. Die Nachfrage lag mit 6,18 Milliarden Euro in Relation zu gestern noch deutlich höher. Bei 3 Milliarden Euro Angebot wollten Anleger alleine fĂŒr 3,8 Milliarden Euro unlimitiert kaufen – sie wĂ€ren also bereit gewesen jeden Preis zu zahlen.

Letztlich verkauft wurden heute nur Bundesanleihen im Volumen von 2,43 Milliarden Euro. Somit konnten nur 39% des Nachfragevolumens befriedigt werden. Vor vier Wochen, als bei der letzten Ausgabe zehnjĂ€hriger Bundesanleihen noch ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage vorherrschte, lag die Emissionsrendite bei 0,33%. Heute liegt sie erstaunlicherweise bei 0,49%. Eigentlich mĂŒsste man ja annehmen, dass Deutschland als Emittent die starke Nachfrage ausnutzt um gĂŒnstigere Konditionen durchzusetzen.

Aber man will offensichtlich faire Marktkonditionen bieten, um den institutionellen Anlegern wie immer zu zeigen, dass man ein „verlĂ€sslicher Partner“ am Finanzmarkt ist. Der Chart zeigt den Kurs der Bundesanleihe seit Mai. Vor vier Wochen notierte der Kurs noch höher, und fiel bis jetzt ab. Deshalb steigt automatisch die Rendite. Aber wie gesagt: Bei der großen Nachfrage hĂ€tte man als Anbieter eigentlich eine niedrigere Rendite durchsetzen können.

weiterlesen

Anleihen

AuslÀnder kaufen unterm Strich deutlich mehr US-Staatsanleihen

Veröffentlicht

am

Die Summe von US-Staatsanleihen, welche von AuslÀndern gehalten wird, lag nach aktuellsten Angaben des US-Finanzministeriums Ende Juli bei 6,251 Billionen US-Dollar (die Daten werden immer mit zwei Monaten Verzögerung veröffentlicht). Das sind 40 Milliarden Dollar mehr als im Juni, und damit springt die Gesamtsumme auf den höchsten Stand seit November 2017.

Frankreich und Norwegen waren mit +17,6 und +11,1 Milliarden Dollar im Juli die grĂ¶ĂŸten KĂ€ufer von US-Staatsanleihen. China hat 7,7 Milliarden Dollar an Volumen verkauft. Diese Schwankung ist aber beim Gesamtvolumen von durch China gehaltenen 1,17 Billionen Dollar nur minimal – aber gleichwohl ist das die grĂ¶ĂŸte Reduzierung der US-AnleihebestĂ€nde durch China seit Januar. Und das Reich der Mitte hĂ€lt nun ein so geringes Volumen an US-Staatsanleihen wie seit Januar nicht mehr. Gestern stiegen die Renditen fĂŒr US-Staatsanleihen deutlich (die 10-jĂ€hrige US-Anleihe bei 3,05%) – möglicherweise also hat Peking in Reaktion auf Trumps Handelskrieg mit AnleiheverkĂ€ufen reagiert – aber das werden wir erst in zwei Monaten wissen, wenn die Daten aus dem September dann veröffentlicht werden!

Mit steigenden US-Zinsen werden Anlagen in US-Staatsanleihen wieder interessanter. Dieser Mittelzufluss von 40 Milliarden Dollar ist ein Beleg fĂŒr den Sog, den Fed und Dollar auf auslĂ€ndische Investoren ausĂŒben. Das Geld wird tendenziell aus anderen Anlagen im Ausland abgezogen und in US-Schulden geparkt, wo es dank der Fed nun nach und nach mehr Rendite abwirft.

Abschließend kann man sagen: China setzt sein Druckmittel, nĂ€mlich einen möglichen umfangreichen Verkauf von US-Papieren, bislang noch nicht ein im Handelskrieg. Anders hat es Russland gemacht. Man hatte in den letzten Monaten fast seinen kompletten (offiziellen) Bestand an US-Staatsanleihen verkauft.

China bleibt also trotz leichter Reduzierung von US-Staatsanleihen zusammen mit Japan der mit Abstand grĂ¶ĂŸte auslĂ€ndische Halter der stetig steigenden US-Staatsschulden – insgesamt besitzt China nur gut 7% der von den USA emittierten Staatsanleihen, den Löwenanteil der Anleihen hĂ€lt die Fed bzw. Institutionen wie amerikanische Pensionskassen.

US-Staatsanleihen
Zum VergrĂ¶ĂŸern bitte anklicken.
Grafik: US Treasury

weiterlesen

Anleihen

Der Geldfluss hin zu deutschen Staatsschulden ist gigantisch! Scholz macht heute 33 Millionen Euro Gewinn

Veröffentlicht

am

Es ist ein regelrechter Sog in Richtung „Sicherheit“. Er fließt in Europa in Richtung Schweiz, was den Schweizer Franken tendenziell weiter aufwerten lĂ€sst. Und der Sog lĂ€uft vor allem in Richtung Deutschland – genauer gesagt hin zu deutschen Staatsschulden. Der Drang nach Sicherheit ist aber so groß, dass aktuell gerade mal 41% der Anleger zum Zuge kamen, die heute neu ausgegebene zweijĂ€hrige Bundesschatzanweisungen kaufen wollten.

Heute wollte die Finanzagentur Deutschland fĂŒr den deutschen Finanzminister zweijĂ€hrige SchĂ€tze mit 0,00% Zinskupon im Volumen von 4 Milliarden Euro verkaufen. Die Nachfrage lag bei 7,5 Milliarden Euro. Verkauft wurde letztlich nur ein Volumen von 3,1 Milliarden Euro (also 41% des Nachfrage-Volumens). Es wird stets etwas weniger als die offizielle Brutto-Summe am Markt verkauft. Den Rest (in dem Fall die Differenz zu 4 Milliarden Euro in Höhe von 898 Millionen Euro) hĂ€lt man zurĂŒck als „Marktpflegequote“.

Wenn in den nĂ€chsten zwei Jahren im laufenden Börsenhandel niemand verkaufen will, aber Nachfrage vorhanden ist, kann die Finanzagentur die Kaufwilligen mit dieser Reserve bedienen. So konnte nur ein Volumen von 3,1 Milliarden Euro verkauft werden, und 59% des Nachfragevolumens ging heute leer aus. Ach ja… nur ganz nebenbei sei erwĂ€hnt: Die Negativrendite lag heute bei -0,54%. Bei der vorigen Emission vor vier Wochen mit gleichen Bedingungen waren es noch -0,61%.

Also macht der deutsche Finanzminister auch heute einen traumhaften Gewinn, in dem er neue Schulden aufnimmt. Bei 0,00% Zinsen wurden die SchĂ€tze heute zu einem Kurs von 101,066% verkauft (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Bei einem nominalen Verkaufswert von 3,1 Milliarden Euro wurden also in Wirklichkeit heute 3,133 Milliarden Euro eingenommen. Da man in zwei Jahren aber nur 3,1 Milliarden Euro zurĂŒckzahlt, macht der Staat heute per sofort 33 Millionen Euro Gewinn!

Olaf Scholz
Olaf Scholz. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

weiterlesen
AXITRADER

Anmeldestatus

Online-Marketing

Online-Marketing hier bei uns! Ihr Unternehmen / Pressefach auf finanzmartwelt.de = Effektives Online-Marketing
Höchst personalisierbare Strategien
Faire Preise
PressefÀcher und Meldungen
Content relevante Artikel und mehr
Jetzt informieren

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur DatenschutzerklÀrung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklĂ€rst du sich damit einverstanden.

Schließen