Indizes

So läuft es an der Wall Street an Tagen mit Fed-Entscheidung!

Ein Grund, warum wir die Amerikaner so fürchterlich lieb haben – neben der unbestreitbaren Tatsache, dass sie derzeit den besten Präsidenten aller Zeiten und aller vorstellbaren Galaxien haben – ist ihre starke Statistik-Verliebtheit. Für alles gibt es jenseits des Atlantiks minutiöse Statistiken, sei es im Sport, sei es über die Mortalitätsrate schwarzer Katzen – oder eben auch über die Finanzmärkte bzw. die Aktienindizes. Und weil ca. die Hälfte der Amerikaner Aktien besitzen und dem Thema Aktienmärkte eine ungleich größere Bedeutung beigemssen wird als im Land der Riskoaversion Deutschland, sind solche Statistiken für die Amerikaner gern gesehene Orientierungshilfen!

Das gilt besonders an Tagen, an denen die Fed ihre Entscheidung zu den Leitzinsen bekannt gibt – und ein solcher Tag ist bekanntlich auch heute. Was also wird heute passieren – laut statistischer Wahrscheinlichkeit? Also los geht´s: seit dem Jahr 1994 hat der Leitindex S&P 500 durchschnittlich +0,28% zulegen können an Tagen mit Fed-Entscheidung – und damit viel mehr als der durchschnittliche Tagesgewinn in diesem Index von +0,03%.

Wenn die Fed die Zinsen dagegen senkt (was heute mit einer eher geringen Wahrscheinlichkeit der Fall ist), dann liegt der durchschnittliche Tagesgewinn beim S&P 500 sogar bei +0,44%. Aber die Zeit der Zinssenkungen sind erst einmal vorbei – vielmehr wird die Fed heute (laut Fed Fund Futures mit einer Wahrscheinlichkeit von 94%) die Zinsen anheben. Aber selbst wenn die Fed die Zinsen angehoben hat, so stieg der S&P 500 durchschnittlich um +0,25%. Hauptsache Fed, scheint das Motto seit dem Jahr 1994 also zu sein.

Also geht es auch heute nach oben? Nein, zumindest nicht nach der zuletzt gültigen Wahrscheinlichkeit: bei den letzten zehn Handelstagen mit Fed-Entscheid nämlich verliert der S&P 500, durchschnittlich um -0,13%. An allen der letzten vier Fed-Entscheidungs-Tagen fiel der S&P 500, am Stärksten am 02.Mai mit einem Minus von -0,72% – nicht dramatisch also, aber eben doch negativ. Dass der S&P 500 nun viermal hintereinander fällt an Fed-Entscheidungs-Tagen, gab es seit dem Jahr 1994 nur zweimal: zuletzt im September 1996 und im September 2002. A propos September: US-Statistiker werde nicht müde zu betonen, dass die Fed, wenn sie die Zinsen heute anhebt, dies das erste Mal im September tun würde seit der Zins-Wende.

Wie aber lief es an der Wall Street bei den letzten vier Fed-Entscheidungstagen? Der S&P 500 startete jeweils gut in den Handelstag, fiel dann jeweils etwas ab, erholte sich dann bis zum Zeitpunkt der Fed-Entscheidung (20Uhr deutscher Zeit) – um danach jedoch relativ stark abzusacken, durchschnittlich um mehr als 20 Punkte:


Grafik: Bespoke Investment Group; Grafik durch anklicken vergrößern)

Wird sich dieses Muster heute wiederholen?

So oder so: was wären wir bloß ohne die Amerikaner und ihre Statistiken – und ohne den größten US-Präsidenten aller Zeiten, dem wir unbestreitbar stets steigende Aktienkurse an der Wall Street verdanken..



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