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So pusht Trump den Ölpreis – Druck auf Venezuela und Iran weiter erhöht

Eigentlich ist ein steigender Ölpreis gut für die US-Ölindustrie und hunderttausende neue Jobs. Aber nervig am steigenden Ölpreis ist für Donald Trump, dass alle seine Wähler ihn an der Zapfsäule zu spüren bekommen. Also was denn jetzt – ist das gut oder schlecht für die USA? Wahrscheinlich wird Trump nicht so weit denken, was seine Aktionen letztlich für Auswirkungen für den Endverbraucher haben. Aber er scheint eh getrieben zu sein von seinem neuen Ultra-Hardliner-Berater John Bolton (ganz rechts im Bild von gestern).

Venezuela

Donald Trump hat gestern mit einer ganz frischen Unterschrift die Sanktionen gegen Venezuela noch mal verschärft, nachdem Präsident Maduro die Wahlen (ohhh Wunder) gewonnen hat. Man wolle dafür sorgen, dass die Regierung keinerlei Möglichkeit habe Wertgegenstände aller Art im Ausland zu Geld zu machen. Dadurch wird der wirtschaftliche Niedergang Venezuelas noch weiter beschleunigt.

Für die staatliche Ölgesellschaft PDVSA heißt das: Noch weniger technische Ausrüstung, noch weniger Geld um Löhne und Ausrüstung bezahlen zu können usw. Die Ölförderung des Landes, die eh schon von Monat zu Monat dramatisch rückläufig ist, wird also noch weiter einbrechen, und am globalen Ölmarkt für weniger Öl-Angebot sorgen.

Iran

Der neue US-Außenminister Mike Pompeo will dem Iran quasi dessen gesamte Außenpolitik vorschreiben. Nicht er als Minister sei für die strengen Sanktionen gegen das Land verantwortlich, sondern der Iran selbst durch sein „Fehlverhalten“, so Pompeo gestern in einer Rede. Der Iran müsse seine Unterstützung für Hisbollah, Hamas, für die Palästinenser, für Syrien etc einstellen. Auch solle der Iran aufhören bestimmte Waffen zu exportieren. Und als hätte es das Atomabkommen mit dem Iran gar nicht gegeben, spult er eine Forderung ab für den Zugang zu iranischen Atomanlagen, dem Stop der Urananreicherung usw.

Aus Pompeo´s Rede wird ganz klar deutlich: Die USA wollen, dass sich jeder entscheiden muss. Wollt ihr Geschäfte mit dem Iran machen, oder mit den USA? Natürlich ist das eine rhetorische Frage, weil der US-Markt unermesslich größer ist für jeden Exporteur. Jeder (abgesehen von China und Russland) wird sich für den US-Markt entscheiden. So sagte Pompeo, dass man seine Politik gegenüber seinen Partnern erklären werde. Die Verbündeten könnten natürlich entscheiden beim Atomabkommen zu bleiben – aber sie wüssten ja auch, wo die USA stehen. Man werde diejenigen zur Verantwortung ziehen, die verbotene Geschäfte mit dem Iran tätigen, so Pompeo.

Es wird also knallhart durchgezogen – wer weiterhin mit dem Iran Geschäfte macht, muss mit Milliardenstrafen durch die US-Regierung rechnen. Trotz aller Beteuerungen der EU-Kommission von letzer Woche ist es nicht vorstellbar, dass beispielsweise die deutsche Bundesregierung Milliarden-Kompensationen an Siemens, Airbus und Co zahlen wird, damit die Unternehmen weiterhin in den Iran exportieren. Auch diese nun bekräftigte Haltung der US-Regierung sorgt für einen tendenziell weiter steigenden Ölpreis, weil der Iran Schwierigkeiten haben sollte Abnehmer für sein Öl zu finden.

Ölpreis steigt weiter

Der Ölpreis (WTI) ist übers Wochenende von 71,35 Dollar auf jetzt 72,62 Dollar gestiegen. Vor allem durch die gestrige Sanktionsverschärfung gegen Venezuela ist der Preis gesprungen. Nach oben scheint erst einmal jede Menge Platz zu sein.

Ölpreis steigt weiter - Trump drückt gegen Venezuela und Iran
Donald Trump bei der gestrigen Unterzeichnung neuer Sanktionen gegen Venezuela. Foto: whitehouse.gov



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