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So sieht China die Lage: Trump will den Kuchen essen – und ihn gleichzeitig behalten

In den westlichen Medien ist monatelang die Gewißheit geschürt worden, dass es zu einem Handelsdeal zwischen den USA und China kommen werde – aber das ist nun ungewisser denn je! Daher macht es Sinn, nicht nur westliche, sondern vor allem die chinesische Sicht der Dinge zu analysieren, um abschätzen zu können, wie groß die Chancen auf einen Deal wirklich sind!

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Es ist vor allem die „Global Times“, die die Wahrnmung der Führung in Peking am Deutlichsten auf den Punkt bringt – und dort ist heute ein Artikel erschienen, der klar macht, wie sich die Lage nun darstellt!

Erstmals sagt man von Seiten der Chinesen klar: ja, wir haben die Forderungen der Amerikaner abgelehnt:

China has turned down the US demands at the final stage of negotiation. It was not only encouraged by its strength, but also motivated by its belief in the principle of equality. China is not afraid of conflict with the US at the last moment. In the face of the „big stick“ of the US tariff threats, China has once again demonstrated its confidence in coping with an escalated trade war.“

Warum aber sendet Peking angesichts der Eskalation dennoch eine Delegation nach Washington? Da müsse man besser die Amerikaner fragen, warum sie die Einladung aufrecht erhalten hätten, so die „Global Times“:

„Many people may ask: Under such circumstances, why is Beijing still sending the delegation to Washington? In fact, it’s really Washington that should be answering the question: Under such circumstances, why is the Chinese delegation invited to Washington for more trade talks?“.

Und nun kommt eine Passage, die zeigt, dass Peking die im Grunde widersprüchliche Lage Trumps genau analysiert hat – er will Dominanz gegenüber den Chinesen demonstrieren, aber gleichzeitig möglichst nicht den Aktienmärkten schaden:

„Washington has found itself caught in a dilemma between its ambition to gain the upper hand in trade over China and its desire to minimize any negative impacts on its stock market. Beijing is serious about both trade talks and trade wars. Now, it is fully ready to switch to the mode of „fighting and talking.“

Man sie viel besser vorbereitet auf eine Eskalation als die USA:

„China is well prepared for an escalation in trade tensions. A variety of plans are in place, such as countermeasures for any tariff rise, and favorable policies to minimize losses for Chinese enterprises. Mentally and materially, China is much better prepared than its US counterpart.“

Faktisch also sieht sich China in einer besseren Position – und daher hat man wenig Neigung verspürt, die harten Forderungen der Amerikaner abzunicken. Peking wolle keinen Handelskrieg, aber wenn es nicht anders gehe, dann werde man ihn eben ausfechten:

„If Washington has its mind set on going back down the path of a trade war, then China will fight it to the end. China has always had a firm stand on a trade war: China does not want it; China is not afraid of it; China will launch it when necessary.“

Wenn man all das zusammenfaßt, erscheint ein Deal heute fast ausgeschlossen. Entweder Trump zieht seine harte Linie durch, oder er muß faktisch eingestehen, dass er zu hoch gepokert hat und sich damit innenpolitisch extrem angreifbar machen. Trump will die Hegemonie der USA über China aufrecht erhalten ohne den Aktienmärkten zu schaden – er will den Kuchen essen, aber gleichzeitig den Kuchen behalten!

Spieltheoretisch gesehen ist das eine Lage, die nur minimale Chancen auf eine Lösung bereit zu halten scheint..

 


By Kremlin.ru, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40087092



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1 Kommentar

  1. Schon die März deadline war von den Chinesen als bluff enttarnt worden. Trump konnte das noch verkaufen als entgegenkommen weil die Gespräche so gut laufen sollen. Wenn er jetzt nochmal zurückziehen sollte, verliert er seine Glaubwürdigkeit. Daher denke ich, dass er es leider durchziehen wird mit der zollerhöhung…

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