Folgen Sie uns

Allgemein

So tickt die Börse: Gewinner des TV-Duells ist..die Börse

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

Manchmal werden Geschichten geschrieben, die sich selbst ein Fantasy-Autor nicht hätte ausdenken können: Noch kurz zuvor machte sich Donald Trump über die Maske, mit der sich Joe Biden stets zeigt, lustig: Biden habe die größte Maske, die er je gesehen habe, polterte Trump. Biden fragte, warum Trump so häufig in der Öffentlichkeit keine Maske trage. Trump antwortete, er trage sie immer dann, wenn er es für notwendig erachte.

Nun ist offensichtlich, dass das eigenverantwortliche Handeln Trumps nicht ausgereicht hat, um ihn und seine Frau ausreichend zu schützen, behaupten jetzt die Trump-Gegner. Lediglich die Mitarbeiterin, die ihn infiziert hat, hätte eine Maske tragen müssen, erwidern die Befürworter, denn die Maske schützt nicht vor Ansteckung, sondern vermindert lediglich den Virus-Ausstoß in die Luft durch Infizierte.

Das erste von drei TV-Duellen der beiden Präsidentschaftskandidaten verlief chaotischer als jedes bisherige Präsidentschaftsduell. Je nachdem, welche Zeitung Sie aufschlagen, wird der eine oder der andere als Sieger der ersten Runde gekürt. Ich habe einen anderen Sieger ausgemacht: Die Börse.

Wir befinden uns jetzt in der heißen Wahlkampfphase und eigentlich sollten die Kontrahenten mit Konzepten für die Zukunft versuchen, Wählerstimmen zu gewinnen. In dem TV-Duell konnte ich jedoch keinerlei Konzepte erkennen, es wurde lediglich versucht, den jeweils anderen als lächerlich, dumm oder hinterhältig darzustellen. Ich hatte beispielsweise fest damit gerechnet, dass sich die beiden überbieten würden, wenn es um das Thema ausufernde Gesundheitskosten geht: Die Pharma-Industrie könnte an die Kandare genommen werden, die Krankenkassen, die Ärzte und Krankenhäuser, … aber nichts dergleichen wurde ausgerufen.

Biden warf Trump vor, Obamacare entgegen seinem Wahlversprechen nicht rückgängig gemacht zu haben. Trump erwiderte, er habe den wesentlichen Kernaspekt von Obamacare zurückgedreht. Während viele Marktbeobachter also befürchtet hatten, Trump könne an diesem Punkt nochmals ausholen und eine Fortsetzung seiner Aktivitäten gegen Obamacare betonen, hat er an dieser Stelle einfach nur Vollzug vermeldet. Aktien der Gesundheitsbranche sind am Tag nach dem TV-Duell kräftig angesprungen.

Die Linie der Demokraten ist seit vielen Jahren, dass die Banken an vielen Problemen der Gesellschaft schuld seien. Immer schärfere Regulierungen und immer mehr politische Einflussnahme haben die Banken unter Obama verkraften müssen. Immer neue Skandale (häufig mit der Deutschen Bank als Schlüsselfigur) fördern Rufe nach noch mehr Einflussnahme der Politik im Bankensektor. Ein gefundenes Fressen für Biden, denn Trump darf sich im derzeitigen Meinungsgefüge möglichst nicht auf die Seite der Banken schlagen. Doch die Banken wurden gar nicht angesprochen, Biden ließ dieses Thema aus. Auch die Bankaktien sind nach dem TV-Duell angesprungen.

Ganz nebenbei ließ Trump noch fallen, das man in den USA nur noch Wochen entfernt sei von einer erfolgreichen Behandlungsmethode für Covid_19. Kein Wunder, dass also nach dem TV-Duell sämtliche konjunktursensitiven Aktien ansprangen.

Boris Johnson hat nach seiner Corona-Infektion die Maßnahmen im UK drastisch hochgefahren. Wir dürfen gespannt sein, wie Donald Trump aus seiner Corona-Erfahrung heraus kommt. Wird auch er die Maßnahmen verschärfen? Oder wird er zumindest das Tempo für die Lockerungen der Maßnahmen verlangsamen und somit die Erholung der US-Wirtschaft bremsen? Oder aber bleibt er sich treu und hält an seinem vergleichsweise lockeren Umgang mit Corona fest? Um ehrlich zu sein, es würde mich nicht wundern, wenn Trump im Anschluss behauptet, er habe das alles nun selber durchgemacht und sei in seiner Überzeugung, dass es sich nur um eine schwere Grippe handele, bestärkt. Daher könne er die Lockerungen beschleunigen…

Vielleicht passiert aber auch das Folgende: Die Maskenverweigerer in den USA sind nun ihres Anführers beraubt und lenken ein, tragen Masken und führen somit zu einem schnelleren Rückgang des Infektionsgeschehens als in den vergangenen Monaten, so dass eine schnellere Öffnung möglich wird.

Börse: Trump oder Biden?

Wollen Sie von mir hören, wen ich lieber hätte? Wollen Sie von mir hören, wem ich die besseren Karten gebe? Es fällt mir schwer, mich da zu positionieren, da es eine Ja/Nein-Entscheidung ist. „Weiß nicht“ ist keine Meinung. Sie wissen, dass ich Trump wesentlich differenzierter sehe, als er in den deutschen Massenmedien dargestellt wird. Ich habe auch viel an ihm zu kritisieren. Der Blick auf die Alternative, Biden, macht es nicht leicht, sich zu entscheiden. Und wenn’s um die Chancen geht: Aus meiner Zeit in den USA weiß ich, dass die Amerikaner ihre politische Verantwortung völlig anders interpretieren als wir Deutschen. In den USA wird einmal alle vier Jahre gewählt, und dann lässt man den gewählten Amtsinhaber möglichst in Ruhe. Mir kam das dort wie Desinteresse vor, doch am Ende der Wahlperiode schauen sich die Amerikaner an, was erreicht wurde, und was nicht. Und dann entscheiden sie neu.

Wenn die Amerikaner heute noch immer so sind, wie ich sie vor 20 Jahren erlebt habe, dann wird sie das Medienfeuerwerk um Fake News etc. relativ kalt gelassen haben. Gemessen an seinen Versprechungen hat Trump durchaus einiges umsetzen können. Waren das gute oder schlechte Dinge? Nun, in den USA darf jeder Fehler machen (anders als bei uns). Fehler kann man korrigieren. Und nichts hassen die Amerikaner mehr als jemanden, der sich nicht durchsetzen kann.

Ich gebe Trump also durchaus bessere Chancen, als dies die aktuellen Umfragen widerspiegeln.

Doch auch Biden kommt langsam in die Gänge. Er ist nicht das Schreckgespenst aller konservativen Amerikaner, wie es Bernie Sanders war. Joe Biden ist ein konservativer Demokrat, vor dessen Wahlsieg zumindest an der Wallstreet nur wenige Angst hätten.

Sprich: An der Wallstreet ist die Wahl schon gelaufen. Ob Trump oder Biden, Hauptsache nicht Elizabeth Warren oder Bernie Sanders.

Die Börse ist der Gewinner des Duells zwischen Trump und Biden

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

weiterlesen

Allgemein

Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

weiterlesen

Allgemein

Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen