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So verdient Wolfgang Schäuble gutes Geld mit neuen Schulden – neuer Rekord aufgestellt

Es ist jedes Mal aufs Neue merkwürdig so ein groteskes Schauspiel zu betrachten. Erwachsene Menschen, die bei großen Pensionskassen, Fonds, Versicherungen und Banken arbeiten, zahlen Geld dafür, dass sie…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist jedes Mal aufs Neue merkwürdig so ein groteskes Schauspiel zu betrachten. Erwachsene Menschen, die bei großen Pensionskassen, Fonds, Versicherungen und Banken arbeiten, zahlen Geld dafür, dass sie jemand anderem Geld leihen dürfen. Normalerweise müsste es stets anders rum laufen, aber die EZB wie auch die anderen großen Notenbanken haben jegliches logisches Finanzgefüge außer Kraft gesetzt. Eine Grundregel, die von der Logik her schon fast ein Naturgesetz sein könnte, besagt: Wer Geld verleiht, geht immer das Risiko ein sein Geld nicht zurückzuerhalten – daher muss er für dieses Risiko immer eine Risikoprämie erhalten, den Zins.


Bei so einem Deal darf auch Wolfgang Schäuble schon mal jubeln wie diese Kadetten? Foto gemeinfrei

Heute zeigt mal wieder die kurz laufende deutsche Staatsanleihe (Bundesschatzanweisung), dass es in der Realität anders aussieht. Der deutsche Staat hat heute für zwei Jahre 5 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen. Für eine Nominalschuld (volle Schuldensumme) von 100% (5 Milliarden Euro) haben die institutionellen Anleger nicht 100% gezahlt, sondern 101,89% (Anleihekurse notieren immer in Prozent). Am Ende der Laufzeit am 15. März 2019 erhalten sie aber nur 100% zurück. Der Zinskupon liegt bei exakt 0,00%. Da man keine Verzinsung erhält, und da man mehr zahlt, als man am Laufzeitende zurückerhält, hat man eine Negativrendite. Man verliert also in der Realität faktisch Geld als Anleger, und dies ist einem schon beim Erstkauf der Anleihe voll bewusst.

Die Negativrendite liegt bei dieser Emission bei -0,92% nach vorher -0,75% für die selbe Kategorie (2 Jahre). Für diese Laufzeit ist die aktuelle Rendite sogar ein Rekordminus! Offiziell wollte man 5 Milliarden Euro an die Anleger verkaufen. Gebote gab es über 7,3 Milliarden Euro, davon 4,3 Milliarden Euro mit maximalen Kaufkurs, 3 Milliarden unlimitiert. Die „Finanzagentur Deutschland GmbH“ verkaufte letztlich aber nur 4,14 Milliarden Euro Volumen für Wolfgang Schäuble. Nur mit dieser Emission verdient er letztlich im Namen des Steuerhaushalts 78,4 Millionen Euro.

Jetzt denkt man als deutscher Steuerzahler: Mensch, echt super klasse der Deal. Aber irgendwoher kommt dass Geld ja… wenn „wir alle“ 78,4 Millionen Euro verdient haben, hat sie irgendwer anders verloren. Da in der Regel nur große Kapitalsammelstellen wie Fonds, Pensionsfonds, Versicherungen etc hier investieren, kann es genau der deutsche Steuerzahler sein, der sich vordergründig freut, hintenrum aber wieder verliert, weil seine private Rentenversicherung oder Lebensversicherung geringere Renditen für ihn erwirtschaftet – eben genau weil man bei Anleihen sogar noch draufzahlt, mit dem Geld, dass der Kleinsparer dort über mehrere Zwischenstationen laufend arbeiten lässt.

Warum nur kommt man auf den Gedanken, dass Wolfgang Schäuble Gefallen finden könnte an diesem Kurzläufer von 2 Jahren…? Nach heute 4,14 Milliarden Euro Einnahme und 78,4 Millionen Euro Gewinn zeigt die Finanzagentur Deutschland bereits jetzt an, dass für Ende März und Ende April zwei Aufstockungen der heutigen Emission um jeweils weitere 5 Milliarden Euro angesetzt sind. Zuschlagen und gut Geld machen, solange die kurzen Laufzeiten noch schön Gewinn in die Kasse spülen? Ein großer (unausgesprochener) Dank geht an Mario Draghi!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Bernd Vetter

    28. Februar 2017 19:04 at 19:04

    Wer heute noch sein Geld Schuldner gibt, die zwar heute „gut“im Vergleich zu anderen Schuldner dastehen, aber nicht bedenkt, dass alles sehr auf wackligen Füssen steht, der spielt wahrhaftig mit dem „Feuer“.
    Deutschland wird eines Tages der Alleinige Hafter sein für die immens aufgelaufenen Forderung des „Target-Abkommens“ (über 700 Milliarden) und für die Bürgschaften im ESM Vertrag. Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien werden jeden falls nichts zahlen. England als „schlaue“ ehemalige Weltmacht, hat das schon lange erkannt und hat seinen Hals jetzt aus dieser „Schlinge“ gezogen. Die werden eines Tages über unsere Dusseligkeit und Dummheit sich kaputtlachen!

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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