Man muss bei den folgenden Zahlen bedenken: Bis April, als Trump seine Zölle erstmals verkündete, lief der „Vorzieheffekt“. Importeuren in den USA war klar, dass höhere Zölle kommen werden – also kaufte man im ersten Quartal des Jahres noch schnell mehr Waren aus dem Ausland ein als üblich, um zu niedrigen alten Zollsätzen die Lagerbestände aufzufüllen. Ab April galten dann höhere Zölle, die auch deutsche Exporte in die USA ausgebremst haben.
Von daher dürfte der Vorzieheffekt aus dem ersten Quartal und sinkende Exporte im zweiten Quartal gegeneinander gewirkt haben. Unterm Strich sehen wir laut heutiger Meldung vom Statistischen Bundesamt: Deutschland exportierte im gesamten ersten Halbjahr Waren im Wert von 77,6 Milliarden Euro in die USA, 3,9 % weniger als im ersten Halbjahr 2024. Damit bleibt das Land aber immer noch der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Waren. In die USA wurden aus Deutschland 8,6 % weniger Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile geliefert. Die Exporte von Maschinen nahmen um 7,9 % ab.
Mit einem Wert von 786,0 Milliarden Euro sind die deutschen Exporte im 1. Halbjahr 2025 um 0,1 % gesunken und lagen damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Importiert wurden im ersten Halbjahr insgesamt Waren im Wert von 682,0 Milliarden Euro, 4,4 % mehr als im 1. Halbjahr 2024.
Wichtigste Exportgüter Deutschlands waren im 1. Halbjahr 2025 Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Wert von 131,8 Milliarden Euro, im Jahresvergleich ein Minus von 3,4 %. An zweiter Stelle lagen Maschinen mit einem Wert von 106,9 Milliarden Euro (-3,4 %). Bei den Chemie-Exporten lag das Volumen bei 70,3 Milliarden Euro, 2,7 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Man darf annehmen: Vor allem die Exportschwäche Richtung USA hat maßgeblich zu den rückläufigen Exportdaten verschiedener Industriebranchen beigetragen.
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