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Sozialstaat Deutschland: Wir leben strukturell über unsere Verhältnisse

Claudio Kummerfeld

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am

Mit dem Sozialstaat, da ist das so eine Sache. Jede einzelne Maßnahme für sich genommen, bei der der Staat einzelnen Personengruppen mehr Geld zukommen lässt, oder sogar völlig neue Geldflüsse bereitstellt, mag einen Sinn ergeben. Das aktuellste Beispiel dafür ist die Grundrente (schon seit einiger Zeit ein umstrittenes Thema). Es erscheint äußerst sinnvoll, dass Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, im Alter dank der Grundrente mehr Geld haben als jemand, der sein Leben lang arbeitslos war. So könnte man die Liste endlos fortsetzen. Aber all das muss ja auch bezahlt werden.

Sozialstaat wächst schneller als die Wirtschaftsleistung

Und da kommen wir zum einem strukturellen Problem. Schon seit Jahren bläht sich der deutsche Sozialstaat viel schneller auf als es strukturell gesund ist. Dies erkennt man am Verhältnis zwischen dem Anwachsen der Sozialausgaben pro Jahr, und dem Anwachsen der Wirtschaftsleistung pro Jahr (Bruttoinlandsprodukt). Jüngst hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit seinen Bericht für das Sozialbudget 2019 veröffentlicht.

Daraus sieht man ganz klar, dass der deutsche Sozialstaat strukturell über seine Verhältnisse lebt! Nicht nur, dass in 2019 erstmals die runde Summe von 1 Billion Euro für Sozialausgaben überschritten wurde. Nein, die runde symbolische Marke hat eher symbolischen Charakter. Mit 1,04 Billionen Euro Gesamtausgaben für den Sozialstaat bedeutet dies einen Zuwachs von 4,5 Prozent gegenüber den Ausgaben im Jahr 2018. Das Ministerium selbst erwähnt dazu, dass in 2019 die Wirtschaftsleistung aber nur um 2,7 Prozent gestiegen war. Also steigen die Sozialausgaben deutlich stärker als die Wirtschaftsleistung. Das Verhältnis von Sozialleistungen zum Bruttoinlandsprodukt – die Sozialleistungsquote – fällt deshalb mit 30,3 Prozent um 0,5 Prozentpunkte höher aus als im Vorjahr, so das Ministerium.

Corona wird Missverhältnis beschleunigen

Auf lange Sicht gesehen kann das nicht gut gehen, wenn Kosten viel schneller steigen als die Leistung, die es erst ermöglicht, dass Ausgaben finanziert werden können. Für das Jahr 2020, da muss man kein Experte sein, werden dank Coronavirus die Sozialausgaben drastisch explodieren, und die Wirtschaftsleistung sowie die Steuereinnahmen massiv einbrechen. Das Missverhältnis wird also dramatisch beschleunigt. Wenn dann nächstes Jahr für 2020 das Sozialbudget veröffentlicht wird, dann wird es natürlich heißen: Das Coronavirus ist schuld! Dass schon seit Jahren ein strukturelles Missverhältnis vorliegt, wird dann eine Zeit lang niemanden mehr interessieren.

Denn auch schon vor 2019 blähte sich der deutsche Sozialstaat viel schneller auf als die dahinter stehende Wirtschaftsleistung, die ihn eigentlich finanzieren muss. Alleine in den letzten fünf Jahren gab es vier Mal ein deutlich stärkeres Wachstum der Sozialausgaben als beim Bruttoinlandsprodukt. Und mal ehrlich. Den Kostenblock bei den Sozialausgaben, den kann man nicht kürzen. Er wird aufgrund zahlreicher Faktoren stetig weiter kräftig ansteigen – da machen wir uns bitte nichts vor. Die letzten Jahre konnte Deutschland dank abgeschaffter Zinsen seine gesamte Schuldenlast sogar abbauen. Da konnte selbst ein Olaf Scholz glänzen, ohne wirklich etwas tun zu müssen. Mit der Aufnahme neuer Schulden verdiente er dank saftiger Negativrenditen sogar Geld. Aber selbst bei Null- und Negativzinsen werden die Kosten für den Sozialstaat irgendwann dazu führen müssen, dass der deutsche Staat zum Mittel der dauerhaften Neuverschuldung greift, um die Lücken zu schließen. Nicht als Ausnahmefall, sondern strukturell.

Wo soll das Geld herkommen?

Weil nämlich irgendwann der Punkt erreicht sein wird, wo die Ausgaben dauerhaft nicht mehr durch die Einnahmen gedeckt werden können. Am Schlimmsten und Klarsten erkennt man so ein strukturelles Problem in den USA, wo die Ausgaben in keinerlei Relation mehr zu den Einnahmen stehen, und das schon sei Jahren. Jahr für Jahr steigt der Schuldenberg deshalb immer weiter an (hier jüngste Daten). Oder will Deutschland zukünftig ein Wirtschaftswachstum von 5, 6 oder 7 Prozent pro Jahr hinlegen, um die ausufernden Kosten für den Sozialstaat tragen zu können? Nur wie will man solches Wachstum dauerhaft schaffen? Nur in 2021, da wird womöglich aufgrund von Aufhol-Effekten nach Corona ein so hohes Wirtschaftswachstum möglich sein. Wie auch immer. Derjenige, der den Sozialstaat immer weiter ausbaut, und sich (im Einzelfall auch berechtigterweise?) neue Ausgaben ausdenkt, muss sich auch Gedanken machen, wie sie bezahlt werden sollen. Eine Möglichkeit wäre: Besteuern wir doch einfach die Reichen und die Besserverdiener noch mehr als jetzt schon, und verteilen um. Das wird (ganz sicher?) funktionieren?

Hubertus Heil ist quasi der Hüter über den deutschen Sozialstaat
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil führt gerade voller Stolz die Grundrente ein, ein neuer Kostenblock für den Sozialstaat. Foto: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    20. Juli 2020 11:09 at 11:09

    Moin, moin,

    das Problem des Sozialstaates ist m.E. unsere Wahlsystem. Wieso?

    Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme, egal ob er arbeitet oder keine Lust zur Arbeit hat. Ergo wird die Politik alles tun, um die Gruppe der Transferempfänger „ruhig zu stellen“, mit immer noch mehr Geld. Denn jeder aus dieser Gruppe hat eine Stimme und die Gruppe der Transfer-„einkommen“-bezieher in der BRD ist sehr groß. Da verzichtet die Politik lieber auf die Stimmen einiger Personen aus dem Mittelstand oder der Reichen. Wahlen werden über die Massen gewonnen und die wollen Geld, mehr Geld und noch mehr Geld und das alles ohne eigene Leistung (Prinzip, man würde ja gerne arbeiten, aber…).

    Ferner kann auf Dauer nichts verteilt werden, was nicht vorhanden ist. Nur Wohlstand (Überschuss) kann verteilt werden. Je größer der Wohlstand, desto größer die potentielle Masse, die zur Verteilung bereit steht. Aber der Wohlstand läßt nach, es wird immer schwieriger noch etwas verteilen zu können, trotz der hohen Steuereinnahmen.

    Der Versuch Steuern und Abgaben zu erhöhen wird zum Rückgang der Wirtschaftsleistung führen, oder einfacher gesagt, wo nichts mehr für Unternehmen und Arbeitnehmer zu verdienen ist, da gibt es deren Arbeit dann auch nicht mehr (siehe Altenpflegen, Raumreiniger, LKW-Fahrer etc.).

    Es kommt was kommen muss, der Hauptschüler wird nach Beendigung der Schule mit Mitte 20 nicht mehr eine Sozialwohnung bekommen, er wird arbeiten gehen müssen. Aus
    Sicht der Arbeitnehmer ist die Stunde Null die Lösung und ein Wahlsystem, dass die Wahlstimme an die Steuerleistung knüpft (bspw. 1 Stimme = 10.000 Euro Steuerleistung, Deckel bei 10 Stimmen pro Person). Warum sollte jemand der nicht Arbeit über die Verteilung der Steuergelder mitbestimmen? Es ist wie eine billige Grillparty, jeder bringt etwas mit. Die „Freunde“ des guten Oldesloer Korns und der Billigwurst fragen gleich nach den Steaks und dem Dimple-Whiskey. Einfach oder?

    • Avatar

      donotlike

      20. Juli 2020 12:33 at 12:33

      Also erhält der Unternehmererbe 10 Stimmen, der Erbe von drei großen Miethäusern in München 5 Stimmen (obwohl er gar nicht arbeitet) und der hart schuftende Kumpel im Steinkohlebergbau oder in der Stahlproduktion 1 Stimme. Tausende von Entlassenen aus der Automobilbranche haben keine Stimme, ebenso wie Hausfrauen, Mütter und Studenten. Klasse Plan!

    • Avatar

      Steuerprüfer

      20. Juli 2020 13:02 at 13:02

      Das hätte den poitiven Nebeneffekt, dass Steuerbetrüger nur noch Beträge über 100.000 Euro in Steuerparadiese verschieben. Dürfen die dann auch dort entsprechend ihrer Steuerleistung wählen?

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      asisi1

      20. Juli 2020 13:15 at 13:15

      In einem richtigen Rechtsstaat und einer funktionierenden Demokratie, dürften die Menschen welche vom Staat alimentiert werden nicht wählen!
      Dazu gehören insbesondere unsere 10 Millionen Politier und Beamte!
      Diese Gruppen werfen das Geld mit vollen Händen raus, erhöhen sich die Gehälter und Pensionen wie sie wollen und halsen uns noch die Kosten für den ganzen Asylirrsinn auf!

      • Avatar

        leftutti

        20. Juli 2020 17:03 at 17:03

        In einem richtigen Rechtsstaat … ein recht zweideutiger Begriff angesichts des parallel geäußerten Demokratieverständnisses 😂 🤣 🙈

    • Avatar

      Dreamtimer

      20. Juli 2020 23:56 at 23:56

      Für den Fall, dass das nicht jedem klar ist, aber vor dem besten Deutschland aller Zeiten und der Weimarer Republik gab es mal ein Drei-Klassenwahlrecht und das sog. „bürgerliche Zeitalter“ ( allerdings auch einen starken Militäradel ):

      https://de.wikipedia.org/wiki/Dreiklassenwahlrecht

      Da die Finanzoligarchie im derzeitigen Wahlsystem, aufgrund ihrer geringen Zahl, keinerlei Sinn darin sehen kann, sich direkt politisch zu repräsentieren, macht sie dies auf Umwegen, über Lobbyarbeit und Parteispenden, Stiftungen und NGOs …
      Sie findet immer Mittel und Wege, ihre Interessen durchzusetzen, gerne auch mit demokratischen und int. Organisationen und weniger in ihnen. Im modernen Wahlrecht entfällt die moderierende Funktion der „bürgerlichen Mitte“ – eigentlich nur noch ein Schwafelbegriff ohne Substanz.

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    20. Juli 2020 11:11 at 11:11

    Europa ist ja unausweichlich wieder auf dem Weg zum Sozialismus. Nur diesmal neu als Finanzsozialismus mit Gelddrucken und Bestimmung durch die EZB, was welchen Wert überhaupt noch haben soll. Wenn alle Anleihenkurse durch die Nationalbanker bestimmt werden, gibt es keine Marktmechanismen mehr die der Realität entsprechen mit echten Risikoträgern. Es geht unausweichlich nur noch darum, wer die nächsten Massnahmen der EZB frühzeitig zu nutzen weiss und sich dies durch die Bürgen von Europa bzahlen zu lassen. Wie weit dies gehen wird? Nun bis alles verteilt und ins Auzsland in Sicherheit gebracht wurde.

  3. Pingback: Aktuelles vom 20. Juli 2020 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Avatar

    lopus magnum

    20. Juli 2020 13:16 at 13:16

    Ds Problem ist leider auch, dass das Sozialgeld mit beiden Handen zum Fenster hinausgeworfen wird und an Leute verschenkt wird, die uns noch auf der Nase herumtanzen.
    Währenddessen lassen wir unsere alten Menschen darben und machen die Gründung einer Familie zum Luxus für junge Menschen. Der Sozialstaat hat durchaus seinen Sinn in einer modernen arbeitsteiligen und monadisierten Gesellschaft, aber der Zugang dazu sollte eng an Staasbürgerschaft und Wohunsitz im Lande gebunden sein.

  5. Avatar

    Klempner

    21. Juli 2020 09:18 at 09:18

    Und BÄHÄÄM da ist die Kohle 1,8 BIO am EU-Gipfel.Und zum Teil sogar umsonst.Das ist die
    Kohle die das Bankensystem und die Familien der Finanziers dahinter so dringend gebraucht haben.Da werden in manch einer Lounge jetzt die Korken knallen.Sie haben erfolgreich und schadfrei
    die revolvierenden Anleihen umgeschuldet.Many thanks to Mr. Macron .

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Börse: Chancen und Risiken – welche Anlageklassen werden boomen?

Redaktion

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Die Börse hat den Corona-Crash scheinbar überwunden – die Aktienmärkte handeln an Allzeithochs, den Notenbanken sei Dank! Wie aber geht es nun weiter, mittel- bis langfristig?

„Die Börse ist gut drau und geht davon aus, dass alles gut wird“, sagt der ehemalige Hedgefundmanager Florian Homm. Dieses Mantra aber sei gefährlich und risikoreich, so Homm. Angesichts der Bewertungen an der Börse seien die Perspektiven eher mau: selbst wenn die Aktienmärkte im besten Fall 4% pro Jahr weiter steigen würden, bestünde die Gefahr, dass diese Zugewinne durch eine steigende Inflation zunehmend aufgefressen würden.

Homm analysiert in folgendem Video verschiedene Anlageklassen: Edelmetalle, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Kryptowährungen, Anleihen und Aktien. Was dürfte in den nächsten Jahren am besten funktionieren? So oder so: „Wir befinden uns in einer spannenden, hochriskanten Dekade“, sagt Florian Homm. Aber angesichts der finanziellen Repression gehe aber eben kein Weg an der Börse vorbei, so Homm. Dabei zeigt er fünf Szenarien auf:

An der Börse geht angesichts der finanziellen Repression kein Weg vorbei

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Aktiensplit bei Tesla – folgen andere bald nach?

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Es ist Thema in vielen Wirtschaftsteilen der Medien – der Aktiensplit von Tesla und die extreme Kursreaktion eines Automobilherstellers, der schon zuvor fast so viel wert war wie alle Autoproduzenten Europas. Passt natürlich auch ins Schema von Elon Musk, der einen gigantischen Optionsvertrag besitzt, der ihm beim Erreichen hoher Werte in punkto Marktkapitalisierung Zuteilungsrechte eröffnet, die es so noch nicht gegeben hat. Zig-Millionen an Aktien in Stufen bis zu einem Unternehmenswert von 650 Milliarden Dollar, wie im Artikel vom 24. Juli dargelegt.

Der Aktiensplit zum Monatsende

Durch den exponentiellen Anstieg der Aktie von Tesla von 400 Dollar zu Jahresanfang bis auf fast 1800 Dollar, Mitte Juli und in sechseinhalb Monaten, war nicht nur ein Fahnenstangen-Chart entstanden, der nach Korrektur schreit, sondern auch ein psychologisches wie auch praktisches Problem entstanden. Für Millionen Kleinanleger, vor allem die vielen Neuen des Jahres 2020, war das Papier einfach zu teuer. Claudio Kummerfeld hat gestern die Wirkung der Fünftelung des Aktienpreises in einem Artikel beschrieben. Und es hat funktioniert. Am Tag nach der Ankündigung, einen Aktiensplit zu machen, erreichte die Aktie im New Yorker Handel 1585 Dollar und schloss bei 1554 Dollar, sagenhafte 13 Prozent im Plus, obwohl sich fundamental deshalb schon rein gar nichts geändert hat. Bei Beurteilung der Börsenreaktion von Tesla muss man aber die besondere Situation bei diesem Highflyer berücksichtigen. Einer der „meistgeshorteten“ großen Titel, bei dem die Leerverkaufsquote schon einmal 25 Prozent des Free Floats ausmachte. Zuletzt waren es immer noch über 10 Prozent oder 14 Millionen und da kann jede positive Meldung einen Pain Trade auslösen, in Form der berüchtigten Short Squeezes.

Nichtsdestotrotz gibt es Anleger, die keine Aktien mögen, weil sie optisch sehr teuer wirken. Als ob eine Deutsche Bank mit 8 Euro attraktiver wäre als eine Allianz mit 180 Euro.

So hatte kürzlich erst die Ankündigung von Apple, einen Aktiensplit von 4 zu 1 zu planen, Furore gemacht.

Ende August gibt es dann viermal so viele Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt. Statt etwa 455 Dollar wie am gestrigen Tag würde das Papier dann nur noch etwas mehr als 110 Dollar kosten. Die angekündigte Aktiensplit hatte selbst bei einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von über 1,9 Billionen Dollar große Wirkung und ließ den Kurs nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe schnellen. Diese Reaktion macht Anleger neugierig und man hält Ausschau nach Titeln, die optisch teuer sind und wo sich das Management zu so einem Schritt entscheiden könnte. Nach Ansicht von Experten sollten Aktien, die für einen Aktiensplit in Frage kommen, zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssten in der letzten Zeit stark nach oben gegangen sein und die Aktien sollten über 400 Dollar kosten.

Welche Werte könnten dem Beispiel folgen?

Angesichts der „Anomalie“ einer folgenden Kurssteigerung infolge von optischen Psychotricks könnte es nicht verkehrt sein, nach Titeln Ausschau zu halten, die extrem gestiegen und extrem hohe Kurswerte aufweisen. Da fällt einem natürlich sofort Amazon ins Auge, die Online-Aktie, die es bereits zum Schnäppchenpreis von 3100 Dollar gibt. Wann wird sich Jeff Bezos zu diesem Schritt entscheiden, schließlich wurde die Aktie in diesem Jahrhundert auch noch nicht gesplittet? Immer wieder unglaublich anzusehen, die Entwicklung dieses Wertes, der im Crash des Jahres 2001 auf unter 10 Dollar gefallen war. Dann gibt es natürlich noch weitere FAANG-Aktien, die die großen Renner des Jahres waren: Alphabet mit über 1500 Dollar, Netflix mit über 450 Dollar, aber auch andere bekannte Titel wie BlackRock (580 Dollar), Adobe (450 Dollar), Nvidia (460 Dollar) oder der sehr teure und auch in Deutschland bekannte Online-Reisekonzern Booking.com mit über 1800 Dollar. An Auswahl mangelt es nicht.

Wie ist es in Deutschland?

Natürlich kennen wir hierzulande auch den Aktiensplit, vor einem Jahr war es der Sportartikelhersteller Puma, der seine Aktien gezehntelt hatte. Vor Kurzem war es die Medizintechnikfirma Eckert und Ziegler. Aber auch die großen Werte aus dem DAX wie BASF, Beiersdorf, Eon, Fresenius, SAP oder Siemens haben ihre Anteilsscheine schon geteilt, aber das ist schon viele Jahre her. Optisch richtig teure Werte gibt es derzeit nicht im Dax, aus dem MDax ragt der Küchenhersteller Rational mit seinem 600 Euro Kurswert hervor. Aber wer weiß, deutsche Unternehmen ahmen nicht selten angelsächsischen Gepfogenheiten nach und schließlich befindet sich unser Leitindex auch in seiner Mehrheit in ausländischen Händen.

Fazit

Tesla hat strategisch nachgemacht, was Apple bereits vor Monatsfrist erfolgreich vorgemacht hat: Die teuerste Firma der Welt hat bereits vier Mal einen Aktiensplit durchgeführt, der fünfte ist für Ende August angekündigt und hat zu den gewohnten (positiven) Kursreaktionen geführt. Ohne die Splits würde die Aktie des Börsengiganten Apple heute bereits 24.000 Dollar kosten. Für viele Kleinanleger unhandelbar. Dass es dennoch anders geht, zeigt die Aktie von Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Diese kostete bei seiner Übernahme der Firma im Jahre 1965 unter 20 Dollar und heute in der Ur-Form als A-Aktie ungesplittet etwa 318.000 Dollar, eine Performance von über 2 Millionen Prozent, allerdings in einem für Normalanleger unvorstellbar langem Zeitraum. Geschadet hat es der Performance der Aktie auf lange Sicht nicht, weil zu guter Letzt die Fundamentaldaten zählen.

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