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S&P 500: Absturz oder Erholung – Rezession als Zünglein an der Waage

S&P 500: Absturz oder Erholung - Rezession als Zünglein an der Waage

Kommt die Rezession oder kommt sie nicht? Seit Jahresanfang notiert der S&P 500 bereits 22 Prozent im Minus. Eine hawkishe Fed hat mit ihrer restriktiven Geldpolitik im Kampf gegen die hohe Inflation die Kurse an den US-Börsen purzeln lassen. Infolgedessen hat der marktbreite Leitindex den schlechtesten Jahresstart seit 1932 hingelegt. Laut den Großbanken JP Morgan und Goldman Sachs haben die Investoren das schlimmste allerdings noch nicht überstanden. Aber wo Schatten ist, ist auch Licht. In der Historie der Wall Street folgte auf eine katastrophal schlechte erste Jahreshälfte meist ein deutlich besseres Halbjahr.

Inflations- und Konjunktursorgen bestimmen derzeit das Geschehen an den Aktienmärkten. Wobei die Angst vor einer Rezession immer mehr in den Vordergrund rückt. Daran haben auch die beschwichtigenden Worte von Fed-Chef Powell am Mittwoch nichts geändert. Rezession ja oder nein? Dies ist eine Frage, mit der sich die Aktienmärkte noch lange beschäftigen werden und die weiterhin für Unsicherheit sorgt.

Gelingt der US-Notenbank Fed ein Soft-Landing?

Die Börsen haben ein Großteil der aktuellen Risiken bereits in die Kurse eingepreist, bis auf ein entscheidendes Puzzlestück – eine Rezession. Das Risiko eines wirtschaftlichen Abschwungs hat zuletzt deutlich zugenommen. Daher stellt sich der Markt gerade die Frage, ob es den Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks gelingt, die Inflation einzudämmen, ohne dabei die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen?

Eine Rezession würde wohl zu weiter fallenden Kursen im S&P 500 führen und die Aktienmärkte weltweit belasten. Der Fed-Chef Jerome Powell ist jedenfalls zuversichtlich, dass die US-Wirtschaft stark genug sei, eine verschärfte Geldpolitik zu verkraften. Ähnlich sehen es die Strategen von Oppenheimer & Co. Aufgrund der Erfahrung der Fed im Umgang mit der Finanzkrise sei sie in der Lage, eine Rezession abzuwenden – also ein sogenanntes Soft-Landing hinzubekommen. Laut dem Investmentstrategen dürfte der S&P 500 seinen Boden bald sehen und von dort aus eine Rally starten, die uns im zweiten Halbjahr begleitet.

Anders sehen es die Analysten der führenden Banken von Goldman Sachs und JP Morgan. Hier ist man skeptischer und geht davon aus, dass das Schlimmste noch nicht überstanden ist. Das entscheidende Argument ist, dass eine wahrscheinliche Rezession noch nicht vollständig eingepreist ist. Sollte es zu einer Rezession kommen, dann gehen die Experten von einem weiteren Rutsch von 15 bis 20 Prozent aus, was circa einen Stand von 3.000 Punkten im S&P 500 bedeutet. Der Bärenmarkt ist nämlich erst vorbei, wenn die Fed die Inflation eingedämmt hat beziehungsweise, wenn die Gefahr einer Rezession gebannt ist.

Die aktuelle Stimmung liegt am Boden und die Charts sind ziemlich angeschlagen. Aus fundamentaler Sicht gibt es zwar kaum Gründe für eine Trendwende, das extrem bärische Sentiment könnte jedoch für eine Erholungsrally sorgen. In der Vergangenheit konnten wir schon häufig beobachten, dass wenn die Stimmung am Nullpunkt ist, die Märkte drehen.

S&P 500: 200-Wochen-Linie als wichtige Unterstützungen

Der S&P 500 ist in der Vorwoche an der 200-Wochen-Linie (EMA) bei rund 3.640 Punkten nach oben abgeprallt. Seitdem stabilisiert sich der Kurs über dem Tief. Zuletzt konnte der Leitindex die horizontale Unterstützung bei 3.728 zurückerobern. Können die Bullen den S&P 500 über die Marke von 3.800 Punkten hieven, wäre ein weiterer Hochlauf bis zum noch offenen Gap bei 3.900 zu erwarten.

Fällt der Leitindex hingegen wieder unter die Unterstützung bei 3.728, dann dürfte ein erneuter Test der 200-Wochen-Linie im Bereich von 3.640 anstehen. Unterhalb von 3.600 würde sich die Lage weiter eintrüben. Ein erstes Ziel liegt dann bei 3.540. Darunter folgt die nächste markante Unterstützung erst wieder bei 3.250.

S&P 500 nach der Rede vom Fed-Chef - 200-Wochen-Linie im Blick

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