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S&P 500 auf neuem Allzeithoch – die Gründe

Allzeithoch im S&P 500! Der KI-Hype lebt wieder, die Quartalssaison lief glänzend, und die Erwartungen an die Fed "verbessern" sich.

Grafik: user8818949-Freepik.com

Mit 7.798,99 Punkten erreichte der S&P 500 Index gestern Abend ein neues Allzeithoch. Im Chart sehen wir seit Jahresanfang einen Zuwachs von 13,71 %, dazu im Vergleich ein Plus von 19,35 % im Nasdaq 100 und +69 % im Philadelphia Semiconductor Index für US-Chipaktien. In seiner aktuellen Indikation hängt der Dax währenddessen heute früh noch 162 Punkte unterhalb seines Rekordhochs. Die Stimmung an den US-Börsen ist zumindest in diesem Augenblick optimistisch, aus drei Gründen.


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S&P 500 im Vergleich zu Nasdaq und SOX

S&P 500 auf Allzeithoch – Zinsausblick hilft

Niedrige und auch nicht weiter steigende Zinsen sind gut für die Börse. Denn niedrigere Kosten für Kredite helfen nun mal den Verbrauchern und der Wirtschaft. Und niedrigere Zinsen machen Anleihen in Relation zu Aktien weniger attraktiv! Was haben wir in den USA gesehen seit genau einer Woche? Ein sehr schwacher Arbeitsmarktbericht in den USA, eine Inflation exakt wie erwartet, und dann gestern niedrigere Erzeugerpreise als gedacht! Diese drei Daten helfen dabei, die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA deutlich abzusenken. Für den S&P 500 Index bringt das aktuell eine offenbar gern gesehene Unterstützung!

Das CME Fed Watch Tool zeigt die Markterwartungen: Noch vor vier Wochen wurde mit 50 % Wahrscheinlichkeit angenommen, dass die Federal Reserve im September die Zinsen um 25 Basispunkt erhöhen wird. Vor einer Woche lag die Wahrscheinlichkeit dann bei 44,4 %, heute bei 32,9 %. Die schwächeren Konjunktur- und Inflationsdaten aus den USA dämpfen also den Druck die Zinsen anzuheben, was die Börsianer freut.

Quartalszahlen und KI-Hype


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Die Gewinne der US-Unternehmen florieren. Sie wachsen derzeit sogar schneller als ihre Aktienkurse. Dies senkt die KGV-Erwartungen, und schafft potenziell Luft für weitere Kurssteigerungen im S&P 500. Und dank weiterhin enormer Investitionen der Hyperscaler in KI laufen die Geschäfte der Hardware-Hersteller glänzend. Der KI-Hype, der von Mitte Juni bis Ende Juli gefühlt tot war, weil die Aktienkurse nur fielen, ist wieder da. Die kleinen aber wichtigen Vermieter von KI-Kapazitäten Nebius und CoreWeave zeigten diese Woche mit grandiosen Wachstumssteigerungen, dass die Endnutzernachfrage nach KI-Anwendungen weiterhin enorm groß zu sein scheint. Sonst müssten die gewerblichen Kunden nicht bei diesen externen Anbietern KI-Kapazitäten buchen.

Was man unterschätzt: Auch außerhalb der KI-Branche profitieren viele Unternehmen vom Hype, zum Beispiel aus der Baubranche sowie Ausrüster aller Art. Man kann vermuten: Es setzt wieder die FOMO ein. Jetzt zu immer noch gedämpften Kursen gegenüber Juni einsteigen und wieder am KI-Boom profitieren, als „schon wieder“ am Seitenrand stehen und Gewinne verpassen. Das könnte aktuell das Motto vieler Anleger sein.

Risikofaktoren werden ignoriert

Die sehr hohen Anleiherenditen und vor allem die jüngst sehr hohen Emissionsrenditen für neu ausgegebene US-Staatsanleihen, die quasi ein Warnschuss für die hohe Staatsverschuldung sind, werden zumindest aktuell vom Aktienmarkt ignoriert. Genauso kann den S&P 500 aktuell nicht beeindrucken, dass der Ölpreis seit einer Woche um mehr als 7 Dollar angestiegen ist. Denn in Sachen Iran-Krieg geht nichts voran. Die Straße von Hormus bleibt gesperrt, und Donald Trump zeigt sich quasi hilflos. Es kann sein, dass diese negativen Faktoren wieder in den Vordergrund rücken. Aber aktuell jedenfalls wird die Erzählung nicht weiter steigender Fed-Zinsen in den Vordergrund gerückt, und vor allem die glänzend laufenden Quartalsahlen der Konzerne, sowie der wieder auflebende KI-Hype.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Laut gängiger MMT Theorie liegt wahrscheinlich schon wieder eine negative Realverzinsung vor…das heißt die Zinsen ….die man für’s Sparen erhält ( Tagesgeld, festverzinsliche Wertpapiere, Anleihen etc) liegen unterhalb der tatsächlichen ( nicht der Veröffentlichten) Inflationsrate…( Vermutung)

    Was keine Vermutung ist ist der absolute Wert der Verzinsung… von amerikanischen Wertpapieren…ich kenne noch Zeiten da warf ne US- Zehnjährige das Doppelte ab zu heute…( September 1990 )
    Was auch keine Vermutung ist… ist der Buffet Indikator… der sich jetzt den 250 Prozentpunkten nähert..eine neue Dimension..von dort aus ist es nicht mehr weit zu den 300 Prozentpunkten..fast dem Zehnfachen vom Anfang der Achtziger…auch eine neue Dimension…

  2. „Die sehr hohen Anleiherenditen“…sind wohl eher noch sehr niedrig…die USA dürfen sich glücklich schätzen, bei einer derartig hohen Verschuldung nur diese niedrigen Zinsen zahlen zu müssen…jedem anderen würde das nicht gelingen…von daher können die Amis vor Lachen nicht mehr…

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