Devisen

S&P 500 zurück auf Rekordhoch, Dollar steigt – was uns die US-Arbeitsmarktdaten damit sagen wollen

FMW-Redaktion

Die US-Arbeitsmarktdaten fallen den zweiten Monat in Folge deutlich besser aus als erwartet. Anders als noch im Juni ist die Schaffung neuer Stellen im Juli breit angelegt – neben Dienstleistungen (u.a. Catering für den Wahlkampf) gibt es unglaublich aber wahr auch kleine Zuwächse in der Produktion. Auch arbeitsmarktpolitisch „problematische Personengruppen“ wie Latinos, Jugendliche und Menschen mit einem geringen Bildungsniveau konnten im Juli bei neuen Stellen gut zulegen. Ob sie von ihrer Arbeit überhaupt leben können? Das dürfte die Fed kaum interessieren. Sie sieht nur: Der Arbeitsmarkt brummt auf breiter Front, das dürfte den Konsum anheizen, somit vermeintlich auch die Inflation. Die Folge?

Der Dollar zieht an. Denn eine stärker als bisher erwartete US-Konjunktur lässt die Wahrscheinlichkeit ansteigen, dass bei der nächsten Sitzung der Fed am 21. September der Leitzins angehoben wird, um eine zu stark anziehende Inflation einzudämmen. Die Fed Fund Futures zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung zu diesem Termin von gesten 9% auf aktuell 18% gestiegen ist. Für den Termin 2. November steigt die Wahrscheinlichkeit von 10,7% auf jetzt 20,6%. Und für dem Dezember-Termin, da wird es so richtig interessant – hier ist die Wahrscheinlichkeit schon von 29,4% auf 40% gestiegen. Damit werden Anlagen in US-Dollar tendenziell attraktiver, somit steigt der Dollar – und alles was gegen den Dollar gehandelt wird, fällt (vom Prinzip her).

Die gestiegene Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios preist der Markt natürlich sofort ein. So fiel der Euro gegen den US-Dollar heute seit 14:30 Uhr um mehr als 100 Pips. Bis jetzt ging der Verlust aber zurück auf nur noch 75 Pips auf 1,1080. Und das liebe Gold? Wenn Zinsanlagen attraktiver werden, verliert das zinslose Gold an Attraktivität. Der Absturz im Gold fällt etwas heftiger aus, als man es hätte erwarten können – der Goldpreis verliert von 1.361 auf 1.338 Dollar. Damit hat er gut die Hälfte seines schönen Aufwärtstrends der letzten Wochen verloren.

Gold
Der Goldpreis seit 19. Juli.

Und was machen die Aktienmärkte? Die schießen nach oben. Und das bringt uns eine interessante Erkenntnis. Neben der klaren Tendenz an den Devisenmärkten sagen uns die Aktienkurse, dass „der Markt“ davon ausgeht, dass die kräftig brummende US-Wirtschaft steigende Zinsen verkraften kann. Also herrscht hier ein richtig gutes Selbstvertrauen vor! Der S&P 500 ist aktuell nur noch 2 Punkte von seinem Rekordhoch vom 1. August entfernt – von 2.166 auf 2.180 Punkte von 14:30 Uhr bis jetzt.

S&P500
Der S&P500 seit 2002, jetzt fast am Rekordhoch vom 1. August.

Der Dax ist gleich ein doppelter Gewinner. Durch den schwächeren Euro freuen sich tendenziell die Exportwerte im Dax. Und zweitens ist der Dax von jeher der Nachzügler, der sich an den US-Aktienindizes orientiert. Also hängt man sich natürlich ran an die positive Entwicklung von Dow & S&P. Seit 14:30 Uhr geht es im Dax 116 Punkte rauf auf aktuell 10.366. Mittig im Chart sieht man das Jahreshoch bei 10.474 Punkten. Dieses kurze Hoch war die kurze Euphorie nach dem „ach so tollen“ Banken-Stresstest der EU. Da muss er rüber, wenn die Bullen die große Sommer-Rally einläuten wollen.

Dax
Der Dax seit dem 22. Juli.

Und der Ölpreis? Auf Wochenverlaufsbasis gesehen interessiert der sich für all das nicht, sondern nur für sich selbst. Er fristet sein tristes Dasein über der 41 Dollar-Marke im WTI vor sich hin. Lassen wir ihn erst mal in Ruhe.

Das Fazit oder besser gesagt der Ausblick für die nächste Woche: Stand heute haben wir eine positive Bewegung des Dollar – die könnte sich fortsetzen! Die Aktienhändler vertrauen in die Robustheit der US-Konjunktur, und lassen Aktien trotz wahrscheinlicher US-Zinserhöhung weiter steigen. Das lässt auch Indizes wie den Dax steigen. Diese Entwicklung muss natürlich nicht in Stein gemeißelt sein!



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1 Kommentar

  1. “Arbeitsmarkt brummt auf breiter Front“ Im welcher Welt leben Sie eigentlich?

    Google und Youtube könnten hilfreich sein.

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