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Alarmsignal für Wall Street S&P 500: Bulle Yardeni senkt Prognose von 8.400 auf 7.900 Punkte – die Gründe

Im August noch Bulle. Jetzt senkt Ed Yardeni sein Jahresendziel für den S&P 500 deutlich von 8.400 auf 7.900 Punkte. Hier die Gründe.

Ed Yardeni
Ed Yardeni. Foto: Christopher Goodney/Bloomberg

Was wir seit Tagen „predigen“: Die ständig steigenden Anleiherenditen werden zu einer immer größeren Belastung für die globalen Aktienmärkte. Noch ist ein echter Aktiensturz ausgeblieben. Aber je höher die Renditen, desto größer das Risiko. Dies bespricht aktuell auch Ed Yardeni, einer der Top-Strategen der Wall Street. Er senkt sein Ziel für den S&P 500 Index deutlich, und das nur einen Monat nach der letzten Anhebung seines Ziels. Daran sieht man, wie schnell die höheren Renditen inzwischen die Prognosen belasten.

Yardeni senkt Ziel für S&P 500 deutlich

Der Präsident und Chef-Anlagestratege von Yardeni Research senkt sein Kursziel von 8.400 auf 7.900 Punkte zum Jahresende – zuletzt war dies noch die höchste Schätzung an der Wall Street. Yardeni sieht zunehmendene Risiken eines Abschwungs in den nächsten drei bis sechs Monaten. Das neue Kursziel impliziert einen Anstieg von 4,1 % gegenüber dem Schlusskurs des Aktienindex am Dienstag. Basierend auf einer Bloomberg-Umfrage unter mehr als 20 Strategen liegt es zudem im Mittelfeld.

„Angesichts des jüngsten Anstiegs der Anleiherenditen senken wir unsere Schätzung für das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 zum Jahresende von 19,8 auf 18,6, was unser Jahresendziel von 8.400 auf 7.900 senkt“, schrieb Yardeni laut Bloomberg in einer Mitteilung an seine Kunden. Der erfahrene Stratege hatte sein Kursziel für den S&P 500 im August von 8.250 auf 8.400 angehoben – ein Niveau, das angesichts der „fabelhaften“ Gewinnentwicklung sogar sein eigenes, höchstes Kursziel für den Index übertraf.

Kursverlauf im S&P 500 mit Prognoseniveau von Ed Yardeni

Yardeni ist der zweite Stratege in dieser Woche, der seine Prognose für den S&P 500 senkt, da Analysten angesichts des nahenden Endes eines Jahres, in dem in den USA Zwischenwahlen stattfinden, zunehmend skeptisch werden. Ohsung Kwon von Wells Fargo senkte sein Ziel von 7.950 auf 7.700 und erklärte, dass sich ein seit einem Jahrzehnt andauernder Gewinnwachstumszyklus letztendlich verlangsamen werde, während die Risiken im Technologiesektor zunähmen.

Ziel von 10.000 Punkten bis 2030 bleibt bestehen

Yardeni geht weiterhin davon aus, dass „die Wirtschaft bis zum Ende des Jahrzehnts ohne Rezession wachsen wird“. Der Analyst erklärte, sein Kursziel für den S&P 500 für das Ende dieses Jahrzehnts bleibe bei 10.000. Er fügte hinzu, dass die bisherige Jahresendprognose von 8.400 nun zu einem Zielwert für den S&P 500 für Mitte 2027 geworden sei. Sein Zielwert für den Gewinn pro Aktie im Jahr 2027 von 425 US-Dollar bleibt unverändert.

Alle Augen sind auf die Federal Reserve gerichtet, die am Mittwoch über eine Zinserhöhung abstimmt – ein Ergebnis, das die meisten Händler erwarten, da der Vorsitzende Kevin Warsh verspricht, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Yardeni schrieb in einer früheren Mitteilung, dass „für Aktien die stagflationäre Kombination aus höherer Inflation und langsamerem Wachstum besonders problematisch wäre“.

Optimisten

Andere Strategen hingegen haben diese Woche ihre Prognosen angehoben, darunter Savita Subramanian von der Bank of America und Michael Purves von Tallbacken Capital Advisors, dessen Kursziel von 8.500 derzeit den höchsten Wert unter den Marktteilnehmern darstellt.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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