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Neue Dynamik am Aktienmarkt S&P 500: Darum erwartet Goldman Rekordzuflüsse in US-Aktien

Ein Schild von Goldman Sachs an der New Yorker Börse (NYSE). Foto: Michael Nagle/Bloomberg

Goldman Sachs sieht eine mögliche neue Aufwärtsdynamik im Leitindex S&P 500, da algorithmische Investoren verstärkt in US-Aktien zurückkehren könnten. Nach dem jüngsten geopolitisch getriebenen Abverkauf, insbesondere im Zuge des Iran-Konflikts, wurden Positionen massiv reduziert. Nun rücken vor allem systematische Strategien wie CTAs wieder in den Fokus der Marktteilnehmer. Die Konsequenz: Ein erheblicher Kapitalzufluss könnte kurzfristig als neuer Kurstreiber wirken.


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Goldman sieht starke Aktiennachfrage

Für Aktienoptimisten, die nach dem nächsten Impuls für steigende Kurse suchen, haben Händler von Goldman Sachs eine klare Botschaft: Rekordkäufe durch algorithmusgesteuerte Fonds könnten bevorstehen.

Laut einem Bloomberg-Bericht stehen diese systematischen Investoren kurz davor, eine Rekordsumme in US-Aktien zu investieren, nachdem sie ihre Engagements im Zuge des jüngsten, durch den Iran-Krieg ausgelösten Ausverkaufs reduziert hatten. Commodity Trading Advisors (CTAs), die zur Gruppe des sogenannten „Fast Money“ gehören und typischerweise eher Preisentwicklungen als fundamentale Unternehmensdaten verfolgen, verkauften laut dem Handelsteam von Goldman Sachs im vergangenen Monat S&P-500-Futures im Wert von rund 48 Milliarden US-Dollar.

Trendwende bei systematischen Strategien


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Diese Entwicklung könnte sich nun umkehren. Modelle der Goldman-Händler zeigen, dass CTAs sowohl auf Wochen- als auch auf Monatssicht wieder zu Nettokäufern von US-Aktien werden könnten – unabhängig von der Marktrichtung. Selbst in einem Szenario seitwärts tendierender Aktienmärkte könnte die Nachfrage laut Paul Leyzerovich von Goldman Sachs innerhalb einer Woche etwa 45 Milliarden US-Dollar erreichen – einer der größten jemals verzeichneten Zuflüsse.

S&P 500: Goldman Sachs sieht starke Zuflüsse von Investoren in US-Aktien
Quelle: Goldman Sachs

Auch Momentum-Signale drehen ins Positive. Nach der jüngsten Erholungsrally sind Goldmans Schwellenwerte für kurzfristige, mittelfristige und langfristige Nachfrage wieder positiv, was die Argumentation für erneute Käufe zusätzlich stärkt.

Investoren beobachten diese Kapitalströme genau, da sie sich durch Geschwindigkeit und Volumen auszeichnen. Systematische Strategien, darunter CTAs und volatilitätsgesteuerte Fonds, passen ihre Marktpositionen rasch anhand von Trend- und Volatilitätssignalen an und verstärken damit häufig bestehende Marktbewegungen. Steigen Aktien über einen längeren Zeitraum und sinkt gleichzeitig die realisierte Volatilität, wird typischerweise ein Kaufsignal ausgelöst.

Volatilität und Liquidität als Schlüsselfaktoren

Im vergangenen Monat trennten sich kurzfristig orientierte Investoren von globalen Aktien im Umfang von rund 240 Milliarden US-Dollar, ausgelöst durch erhöhte geopolitische Spannungen. Volatilitätskontrollfonds reduzierten ihre Aktienquote laut Daten von Barclays von 95 % zu Jahresbeginn auf etwa 52 %, während die Positionierung der CTAs auf den niedrigsten Stand seit Mai fiel.

Diese Abflüsse verstärkten die jüngsten Marktschwankungen erheblich, da eine abnehmende Liquidität die Auswirkungen von erzwungenen Verkäufen zusätzlich vergrößerte. „Die volatilen Kursbewegungen bei globalen Aktien, Anleihen und Rohstoffen haben Trendsignale durcheinandergebracht und sowohl Liquidationen als auch algorithmische Verkäufe verstärkt“, erklärte Dan Ghali, Senior-Rohstoffstratege bei der Toronto Dominion Bank.

S&P 500 mit bullischen Signalen

Mittlerweile hellt sich das Umfeld jedoch wieder auf. Trotz eines potenziell anhaltenden Energieschocks verbesserte sich die Stimmung an den Aktienmärkten spürbar. Der S&P 500 hat mit einem Plus von 3,6 % die stärkste Wochenperformance seit November hingelegt, unterstützt durch nachlassende Sorgen über Energiepreise im Zuge der Waffenruhe und anstehenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Auch technische Indikatoren senden bullische Signale. Der S&P 500 hat sowohl seine 50- als auch 200-Tage-Linie überschritten, die Marktbreite verbessert sich und der Volatilitätsindex geht zurück. Der Cboe VIX Index ist zum Wochenschluss unter die Marke von 20 gefallen.

Diese Normalisierung der Volatilität über verschiedene Anlageklassen hinweg ist laut Scott Rubner von Citadel Securities entscheidend, da nachhaltige Rückgänge der Volatilität in der Regel eine Voraussetzung dafür sind, dass systematische Fonds ihre Risikopositionen erhöhen.

„Systematische Strategien sind im Verhältnis zu den sich verbessernden realisierten Marktbedingungen weiterhin unterinvestiert“, schrieb Rubner, „was Potenzial für zusätzliche Kaufströme schafft, sobald sich die Aktienmärkte stabilisieren.“

Solche Käufe könnten wiederum diskretionäre Investoren dazu veranlassen, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Laut Alex Altmann, globaler Leiter für taktische Aktienstrategien bei Barclays, könnten sich diese Investoren gezwungen sehen, selbst bei höheren Kursniveaus im S&P 500 wieder Risiken einzugehen – schlicht deshalb, weil die systematischen Marktteilnehmer bereits vorgelegt haben.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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4 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Goldman Sachs….? Das waren die Selben …die die historischen Chancen zum Einstieg … im März 2003 und März 09… als bloße Rallye im Bärenmarkt abtaten…und vom Einstieg abrieten…!

    Der Index würde sich nochmals halbieren…dabei standen wir schon relativ tief…bei jeweils deutlich unter den 750….in den oben genannten Zeiträumen…

    Aber jetzt …wo die Indizes sich teilweise mehr verzehnfacht haben…da müssen wir alle unbedingt rein…!

  2. Klingt nach Facebook, Instagram, Amazon Prime Video-App, ExxonMobil und eben nach den Goldmännern.

  3. ja, da hat man gute nachrichten und jederzeit könnte das überraschende passieren, was man nicht erwartet.
    wer kann schon erwarten was überraschend passiert? normalerweise wär eine überraschung nicht zu erwarten.
    wenn doch das überraschende passiert, muss für irgendeinen derer ein wichtiger grund vorliegen.
    welcher die sind weiß das fugmanns theorem.
    wenn der preis nach unten fällt und die panik zu mir hält, verkauf ich gerne mit verlust, das es aufwärts geht hab ich nicht gewußt. die preise steigen, ich bin draus, von außen schauts auch besser aus.

  4. Giuseppe Buoiocchi

    Goldmann Sachs hat bestimmt interesse daran die Märkte zu Pushen damit Sie Profit machen ,und die klein anleger in eine fall zu manovrieren

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