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S&P 500 – Das Symbol der US-Dominanz an den Welt-Börsen

Die Dominanz der US-Aktienmärkte symbolisiert durch einen Index-Giganten – und das Klumpenrisiko

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Obwohl gerade sehr viel über die Umstrukturierung des Dow Jones Industrial Index infolge des Aktiensplits von Apple und dem Ausscheiden von Exxon, Pfizer und Raytheon gesprochen wird, zeichnet man hiermit eigentlich ein wenig ein falsches Bild der Börsenwelt: Denn der nach Aktienwert eigentümlich berechnete Dow Jones, wird zwar oftmals mit der Wall Street in synonymer Weise kombiniert, die Musik spielt aber eigentlich im S&P 500, der eine Dimension in seiner Gewichtung in der Welt der Börsen angenommen hat, die bei genauem Hinsehen schwindelig macht – oder auch nachdenklich.

S&P 500: Das Billionen Dollar Schwergewicht in der Börsenwelt

Eigentlich gibt es den größten Index der Welt noch gar nicht so lange, nämlich erst seit 1957 – und damit sehr viel kürzer als den ehrenwerten Dow Jones Industrial Index (1884). Am 4. März 1957 begründete Standard&Poors den S&P 500 anhand der Marktkapitalisierung der 500 Aktiengesellschaften, die an der New Yorker Börse und an der Nasdaq gehandelt werden. Berechnet wird der Index nach der Wertindex-Formel, um Dividendenzahlungen bereinigt (anders als unser Dax) und auch Aktiensplits spielen keine verzerrende Rolle (anders beim Dow Jones). Damit ist der S&P 500 der modernere Index im Vergleich zum Dow und er wird daher als zentrale Messlatte verwendet.

Zum Beispiel als Grundlage für den Volatlitätsindex VIX, ein immer populäreres Stimmungsbarometer, welches die vom Markt erwarteten kurzfristige Schwankungsintensität anhand von Optionspreisen auf diesen Leitindex misst.

Wie auf FMW bereits kommuniziert wurde, befand sich dieses Barometer auf einem 15-Jahrestief. Will heißen: Die Marktteilnehmer sichern sich aktuell kaum ab, sind extrem zuversichtlich, dass es vor den Wahlen zu keinen großen Rückschlägen kommt – dafür sollen Fed, wie auch Regierung und sogar die Opposition sorgen. Keinem kann am Einbruch des US-Konsums gelegen sein, weder der Wirtschaft, noch der Politik – so die Interpretation.

Der S&P 500 ist ein so wichtiger Wirtschaftsindex, so dass man ihn bis 1928 (tägliche Kurse), oder 1918 (wöchentliche Kurse) und sogar bis 1789 (monatliche Kurse) zurückberechnet hat.

Noch ein bisschen Historie:

Berechnungen ergeben vom 1. Januar 1801 bis Ende 1900 einen Indexzuwachs von 150,7 Prozent (Jahresrendite im Schnitt 0,9 Prozent) und von Januar 1901 und Ende Dezember 2000 von 19,118 Prozent (durchschnittliche Rendite 5,4 Prozent). Ab 1957, dem Jahr seiner Neugestaltung in heutiger Form, liegt die Rendite bei rund 10 Prozent p.a. Die Amerikaner sind von ihren Aktienmarkt in hohem Maße abhängig geworden. Nun zu ein paar Superlativen:

  • Der S&P 500 steht für 75 Prozent der Marktkapitalisierung der US-Börsen
  • Im Februar 2017, bei einem Indexstand von 2326 Punkten vermeldete der Wirtschaftssender CNBC, dass der Leitindex die 20-Billionen-Dollargrenze überschritten hat.
  • Dies bedeutet heute bei einem Indexstand von etwa 3470 Punkten, dass der Index sich mit über 29,5 Billionen Dollar bereits der Schallmauer von 30 Billionen Dollar nähert.
  • Zum Vergleich: Im Jahr 1957, in seinem Gründungsjahr, war der S&P 500 gerade mal 172 Milliarden Dollar schwer. Inflationsbereinigt wären das rund 1,470 Billionen Dollar gewesen.
  • Im Zuge der Finanzkrise, im März 2009 und nach einem Absturz von über 56 Prozent, lag der S&P 500 in seinem Tief bei 676 Punkten, heute 11 Jahres später gut bei 3440 Punkten – eine glatte Verfünffachung und ein Anstieg der Marktkapitalisierung von unter sechs auf fast 30 Billionen Dollar.
  • Aber bereits vor der Jahrtausendwende gab es eine ähnliche Kurs-Bubble. Zwischen 1995 und 1999 vervierfachte sich die Marktkapitalisierung von drei auf zwölf Billionen Dollar. Ab 2000 stürzte der Index von seinem Rekordstand von 1527 Punkten um 49 Prozent in die Tiefe.

Aus diesen Zahlen wird einmal mehr ersichtlich, wie abhängig die USA von ihrem Aktienmarkt geworden sind und warum sowohl der US-Präsident, als auch die Federal Reserve so dafür sorgen, dass die Märkte nicht einbrechen. Betrachtet man dies aus globaler Sicht, so wird dies noch einmal deutlicher.

Die Dominanz der US-Börsen in der Welt

Wie bereits dargelegt, nähert sich der S&P 500 der Marke von 30 Billionen Dollar. Damit besitzt bereits ein einziger Index ein Gewicht von über 30 Prozent an der Marktkapitalisierung aller Weltbörsen in Höhe von zuletzt 89,7 Billionen Dollar. Doch es kommt noch extremer: Der Wert aller US-Aktien zusammen hat, wie Markus Fugmann vorgestern noch einmal erwähnt hat, 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Staaten erreicht. Wenn man für die US-Wirtschaft etwa 22 Billionen Dollar ansetzt, bedeutet dies eine Marktkapitalisierung von „schlappen“ 40 Billionen Dollar. Wie hoch dagegen ist der Anteil der US-Wirtschaft am Bruttosozialprodukt der Welt?

Fazit

Zurück zum Jumbo S&P 500, dem König aller Indizes: Mit seiner enormen Größe macht der S&P 500 mittlerweile ein Drittel der weltweiten Marktkapitalisierung aus. Damit erscheint der deutsche Leitindex Dax mit seinem 1,2 Billionen Euro Marktkapitalisierung fast wie ein Zwerg.

Es wird ständig über das Klumpenrisiko der sieben größten Tech-Unternehmen in den USA geschrieben. Nicht nur in den USA, sondern auch in den großen Indizes, die die Welt abbilden. Zum Beispiel im Weltindex MSCI World, in dem die USA mit den oftmals erwähnten 63,4 Prozent vertreten sind. Mit einem Bevölkerungsanteil von 4,7 Prozent an der Weltpopulation und einem Anteil seiner Wirtschaft, kaufkraftbereinigt, von noch knapp 15 Prozent, ist das nicht das Klumpenrisiko per se?

Kein Wunder, dass US-Präsident Trump von der „greatest economy ever“ spricht. Er meint wahrscheinlich die US-Börsen mit ihren 40 Billionen Dollar Gewicht. Das ist der eigentliche „American Dream“ – der irgendwann ein „Nightmare“ wird?

Der S&P 500 als Dominator der weltweiten Aktienmärkte

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