Wir sagen es schon seit Wochen: Die starke Quartalssaison im zweiten Quartal ist eine Stütze für den Aktienmarkt, genau wie nach dem ersten Quartal 2026. Vor allem hohe Gewinne bei Energiekonzernen (Iran-Kriegsfolge) und die enormen KI-Gewinne treiben das Gewinnwachstum bei Unternehmen voran, nicht nur in den USA! Warum Gewinne der Unternehmen für den Aktienmarkt die wichtigste Kenngröße sind? Die Werthaltigkeit einer Aktie wird nun mal daran gemessen, wie viel Jahresgewinn ein Unternehmen dem Eigentümer einer Aktie liefern kann. Je mehr, desto besser. Und nur, wenn die Unternehmensgewinne weiter zulegen, hat auch die Aktie Luft nach oben, ohne dass die Relation zwischen beiden (KGV) ungesund wird. Das enorme Gewinnwachstum in der jüngsten Quartalssaison war bisher eine Art Schutzpanzer. Die ständig steigenden Anleiherenditen belasten immer stärker den Aktienmarkt, aber die enormen Gewinne und die Aussicht auf weiter steigende Gewinne der Konzerne konnten bisher einen deutlicheren Absturz bei Aktien verhindern – bisher.
Auch wenn im KI-Universum ein gigantisches Kreislaufsystem etabliert wurde, bei dem sich Chiphersteller durch Geldvergabe an Kunden quasi neue Umsätze schaffen, so laufen die offiziellen Unternehmensgewinne erst einmal weiter auf Hochtouren. Denn solange der Schornstein raucht, solange das Wachstum bei den Endkundenumsätzen von KI stimmt, kann dieses Konstrukt weiterleben?
Enormes Gewinnwachstum in USA und Europa
Die gute Nachricht ist, dass die Unternehmen des S&P 500 im zweiten Quartal ein Gewinnwachstum von 52,0 % verzeichneten – die höchste für diesen Index gemeldete Gewinnwachstumsrate seit dem zweiten Quartal 2021 (91,6 %), so berichtet es heute Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst beim Broker Swissquote. Der Stoxx 600 für die größten 600 europäischen Unternehmen verzeichnete demnach ein Gewinnwachstum von 24 % – das stärkste Wachstum seit dem 3. Quartal 2022. Abgesehen vom Aufschwung nach der Pandemie ist es für Europa das stärkste Wachstum seit mehr als einem Jahrzehnt.
Energie-, Bergbau- und Industriewerte, KI-Enabler sowie Banken trugen maßgeblich dazu bei, vor dem Hintergrund hoher Energiepreise, des massiven Ausbaus der KI und – im Falle der Banken – erhöhter Marktvolatilität sowie der Finanzierung des KI-Ausbaus, so Ipek Ozkardeskaya. Zu beachten sei, dass die „Big Tech“-Unternehmen – Amazon, Alphabet, Microsoft und Nvidia – im letzten Quartal zudem einen Gewinn von mehr als 160 Milliarden US-Dollar aus Investitionen in andere KI-Unternehmen verbuchten, was ihre Gewinne aufblähte, so Ipek Ozkardeskaya.
Letzteres konnte jedoch weder die Sorgen über den starken Rückgang ihres freien Cashflows zerstreuen – der sie dazu zwang, ihre Verschuldung in den letzten neun Monaten zu verdoppeln – noch die Bedenken, dass Buchgewinne die Stärke des KI-Booms überbewerten, so ihre kritische Anmerkung. Dennoch gelang es den „Mag 7“, den Rückgang von Mai bis Juni fast vollständig wieder auszugleichen. Die Frage, die sich derzeit alle stellen, lautet ihrer Aussage nach: Werden steigende globale Renditen ein Hindernis für weitere Kursgewinne der weltweiten Indizes sein, wenn die Gewinne doch so stark sind?
KGV, Anleiherenditen, Dividendenrenditen
Betrachtet man die Zahlen genauer, so handelt der Stoxx 600 bei etwa dem 14,6-Fachen seines erwarteten Gewinns, was dem Index eine Gewinnrendite von etwa 6,8 % bis 6,9 % beschert. Im Vergleich dazu ist die Rendite 10-jähriger deutscher Anleihen heute Morgen auf über 3,35 % gestiegen – den höchsten Stand seit 2011 –, während 10-jährige französische Staatsanleihen rund 4,20 % einbringen, den höchsten Stand seit 2008. Doch selbst angesichts der jüngsten Spitzenwerte sind die Anleiherenditen der europäischen Kernländer nicht stark genug gestiegen, um die relative Attraktivität des Stoxx 600 zu beeinträchtigen.
Beim S&P 500 liegen die Zahlen näher beieinander. Der Index notiert bei etwa dem 20-Fachen seiner erwarteten Gewinne; die Gewinnrendite liegt bei rund 5,10 %. Das sind nur wenige Punkte über der Rendite 10-jähriger US-Anleihen – heute bei fast 4,79 % – und unter der Rendite 30-jähriger Anleihen von 5,28 %. Mit anderen Worten, so Ipek Ozkardeskaya: Man kann sich eine Rendite von 5,28 % sichern, indem man einfach an einer langweiligen 30-jährigen US-Anleihe festhält, anstatt schlaflose Nächte damit zu verbringen, darüber nachzudenken, ob die Unternehmen im S&P 500 zu teuer sind, ob es sich um eine Blase handelt, ob Investitionen in KI sinnvoll sind, ob es zu einem massiven Ausverkauf kommen wird, ob dies eine weitere Dotcom-Krise sein wird usw.
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Die -zukünftigen- Unternehmnsgewinne sind dorch reine Fanatsien. Wer soll denn die Produkte und Dienstleistungen kaufen, wenn Zinsen und Inflation die Kaufkraft fressen?
Und die extremen Produktivitätssteigerungen, weshalb die Gewinne ins Unendliche gehen? Die Produktivitätssteigerungen haben doch alle, weshalb der Wettbewerb diese wieder zurückführt. Was bleibt allerdings, sind reichlich Arbeitslose im mittleren Beschäftigungssektor.
Das wäre dann Nullsummendenken. Die USA haben das reale Problem einer heraufziehenden Kreditkrise. Aber die Wirtschaft ist deutlich dynamischer als in Europa.
1. Es hat nicht jeder die gleichen Fortschritte. Einige setzen Technik ein anderen nicht. Der Markt bereinigt das zugunsten der höheren Produktivität.
2. Bisher hat noch jede technologische Innovation zu höherem Gesamtwohlstand geführt. Deswegen müssen wir heute nicht mehr hungrig im Kalten sitzen.
3. Es ist wahr: je höher der Wohlstand steigt, desto mehr wünschen sich ihre Ruhe auf dem erreichten Stand und neigen zu Regulierung und Umverteilung wie in Europa. Problem: es folgt erst Stagnation, und dann Rückschritt. Wenn man es lange genug laufen läßt, landen Gesellschaften im Sozialismus und werden arm. Es will aber kaum einer arm sein, also wird Unterdrückung notwendig.
Was mich betrifft: mir wäre es auch lieber, wenn der Fortschritt schön gemütlich kommt. Aber das ist eben nicht steuerbar.
In unserer Lebenszeit haben weder die Großrechner noch die PCs ein Desaster angerichtet. Ganz im Gegenteil. Das wird auch mit der KI nicht anders sein. Ein Problem wird aber der haben, der keine leistungsfähige KI hat.
Was an der Börse passiert ist ein ganz anders Thema. Beim Internet hat es nicht nur die offensichtlichen Geldverbrenner vernichtet, auch die großen Namen waren nicht die Sieger. Man denke nur an AOL oder Yahoo.