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S&P 500 hat Iran-Krieg hinter sich gelassen – Asien immer optimistischer

Der S&P 500 hat jetzt alle Verluste des Iran-Kriegs aufgeholt. Die Aktienmärkte in Asien machen große Schritte in diese Richtung.

Börsenkurse
Grafik: Thinkhubstudio-Freepik.com

Der amerikanische Leitindex S&P 500 schloss gestern Abend mit 6.886,24 Punkten. Am 27. Februar, wenige Stunden vor Ausbruch des Iran-Kriegs, schloss der Index mit 6.878,88 Punkten. Somit hat der breite US-Markt gestern die Verluste, die aus dem Iran-Krieg resultieren, hinter sich gelassen. Damit senden die Börsianer quasi das Signal: „Wir sehen hinter das Kriegsende, wo es wieder bergauf geht“. Eine riskante Wette, denn Donald Trump ist unberechenbar.

S&P 500: Anleger blicken hinter das Kriegsende

Dennoch: Der Iran-Krieg wird nicht ewig dauern. Und beide Seiten können sich monatelange Blockaden nicht leisten – aus verschiedenen Gründen. Gewiss, die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen werden auch nach einem Kriegsende noch monatelang spürbar sein. Aber der Iran-Krieg ist eine Art Sondereffekt, und keine tiefgreifende strukturelle Krise wie die Finanzkrise 2008. Wie ich gestern schrieb: Immer noch kann es zu einem Börsencrash in Folge des Iran-Kriegs kommen. Denn man weiß nie, was Trump und der Iran noch tun werden. Aber für diesen Augenblick jedenfalls glauben die Anleger an die Erholung nach dieser Krise. Und das ist ein nachvollziehbares Szenario. Die Börse handelt die Zukunft – eine alte Börsianer-Weisheit. Sie gilt wohl auch für diesen Augenblick. Der Chart zeigt den US500 CFD seit Kriegsausbruch im Iran – die Verluste wurden komplett aufgeholt. Daran erkennt man die aktuelle Euphorie der Börsianer.

S&P 500 im Anstieg

Asien im Auftrieb

Mit Abstand am schwersten betroffen vom Iran-Krieg und der Sperrung der Straße von Hormus ist Asien. Länder wie China, Indien, Südkorea etc haben große Teile ihrer Brenstoffe bisher von Ländern rund um den Golf bezogen. Von daher ist man derzeit von diesen Lieferungen abgeschnitten, und Knappheiten sind ein reales Szenario. Auch dort zeigen die Aktienkurse: Man glaubt an weitere Gespräche zwischen Iran und USA, und an ein absehbares Ende der Blockade der Meerenge. Die Aktienkurse sind für diese Sichtweise der perfekte Gradmesser.

Im folgenden Chart sehen wir quasi im Gleichschritt einen ETF für Emerging Markets, und einen ETF für Emerging Markets-Aktienmärkte in Asien. Man sieht: Die Verluste infolge des Iran-Kriegs, die am 23. und 31. März am größten waren, sind zu großen Teilen wieder aufgeholt worden. Man läuft in großen Schritten zu auf das Niveau vor Kriegsausbruch. Zwar hat man das vorige Niveau wie der S&P 500 noch nicht wieder erreicht. Aber das ist verständlich. Die USA produzieren für den eigenen Markt genug Öl und Gas, während Asien immer noch echte Knappheiten zu befürchten hat. Von daher ist der Optimismus schon erstaunlich. Aber auch hier darf man sagen: Die Börsianer blicken – zumindest in diesem Augenblick – auf die Zeit nach Kriegsende.

Aktien-ETF für Asien



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Der Index läuft jetzt an die 6920… dem Hoch aus dem Oktober 25…lässt er dieses hinter sich…stünden die 7010 an…das bisherige All Time High… aus dem Januar 26…

    Spätestens dann dürften erste Gewinnmitnahmen einsetzen…

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