Während der S&P 500 auf neue Rekordstände klettert, greifen institutionelle Anleger mit wachsender Zuversicht wieder verstärkt zu Aktien. Eine aktuelle Umfrage der Bank of America offenbart: Fondsmanager setzen inmitten eines freundlicheren konjunkturellen Umfelds und robuster Unternehmensgewinne so stark auf Risikoanlagen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Allokationen in US- und europäische Aktien steigen rasant – getragen vom Glauben an ein anhaltendes Wachstum, einer Entspannung im Handelskonflikt und baldiger Zinsenkungen der US-Notenbank. Doch trotz der Euphorie bleibt das geopolitische Risiko omnipräsent.
S&P 500: Anleger strömen in Risikoanlagen
Laut der monatlichen Umfrage der Bank of America investieren Fondsmanager aufgrund des optimistischen Wirtschaftswachstums und den anhaltend hohen Unternehmensgewinnen wieder in Rekordtempo in risikoreiche Anlagen wie Aktien und Kryptowährungen. Daraufhin erklommen sowohl der Bitcoin als auch der S&P 500 neue Rekordhöhen.
Wie Bloomberg berichtet, ist das Risikoniveau in den Portfolios der Anleger laut der Umfrage auf Dreimonatsbasis so hoch wie seit 2001 nicht mehr. Die BofA-Umfrage zeigte auch einen starken Anstieg der Allokationen in US-amerikanische und europäische Aktien sowie in Technologiewerte. Vor allem der Kaufrausch bei Tech-Aktien trieb die fulminante Rally des S&P 500 und Nasdaq 100 an. Dabei sticht die Nvidia-Aktie heraus, die seit dem Tief im April um satte 89 Prozent zugelegt hat. Während die Nvidia-Aktie ein Rekordhoch erreicht, ist Jay Goldberg von Seaport Research Partners der einzige Analyst an der Wall Street, der eine Verkaufsempfehlung ausspricht.
Da der S&P 500 neue Rekordhöhen erreicht, werden die meisten Fondsmanager jedoch zunehmend optimistischer – in der Zuversicht, dass die Trump-Administration in der Lage sein wird, Handelsabkommen auszuhandeln. Michael Hartnett, Stratege bei der Bank of America, erwartet im Sommer keinen großen Rückschlag bei Aktien. Er fügte hinzu, dass das Engagement an den US-Aktienmärkten noch nicht „extrem” sei und die Volatilität bei Anleihen nach wie vor niedrig sei. Der Fear and Greed Index von CNN zeigt jedoch ein anderes Bild. Der viel beachtete Index befindet sich trotz des brodelnden Zollkonflikts wieder im Bereich „extremer Gier”.
In der Juli-Umfrage stieg die Allokation der Anleger in US-Aktien so stark wie seit Dezember nicht mehr. Technologieaktien verzeichneten den stärksten dreimonatigen Anstieg seit 2009 und die Fonds gaben an, Aktien aus der Eurozone so stark übergewichtet zu haben wie seit vier Jahren nicht mehr.

Ergebnisse der BofA-Umfrage
Die Umfrage der Bank of America ergab, dass der Optimismus hinsichtlich der Unternehmensgewinne im S&P 500 so stark gestiegen ist wie seit 2020 nicht mehr. Gleichzeitig sagten 59 % der Befragten, dass eine Rezession im kommenden Jahr unwahrscheinlich sei – ein völliger Stimmungsumschwung, nachdem Präsident Donald Trump am „Tag der Befreiung” im April Zölle verhängt hatte.
Weitere bemerkenswerte Ergebnisse der vom 3. bis 10. Juli durchgeführten Umfrage, an der 175 Teilnehmer mit einem Vermögen von 434 Milliarden Dollar teilnahmen:
Die Anleger erwarten, dass die USA ihren Handelspartnern einen endgültigen Zollsatz von 14 % auferlegen werden, gegenüber 13 % im Juni. Sie gehen somit davon aus, dass der Zollkonflikt glimpflich ausgeht und der S&P 500 seinen Anstieg fortsetzen kann.
Ein Handelskrieg, der eine weltweite Rezession auslöst, wird als größtes Tail-Risiko angesehen, gefolgt von der Inflation, die eine Zinssenkung der Federal Reserve verhindert.
Ein Einbruch des Dollars wird als drittgrößtes Tail-Risiko angesehen.
Die überfülltesten Trades sind: Short US-Dollar (34 %), Long Magnificent Seven (26 %), Long Gold (25 %) und Long EU-Aktien (6 %).
FMW/Bloomberg
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