Die wichtigsten Eckpunkte
- KI-Aktien stark, Gesamtmarkt schwach
- 78 Prozent der Indexaktien fallen
- Equal Weight droht siebte Verlustwoche
- Wenige Schwergewichte stützen den S&P 500
Der S&P 500 steht nahe seinem Rekordhoch, doch für die meisten US-Aktien ist die Rally längst vorbei. Während wenige Tech- und KI-Aktien den Aktienmarkt stützen, fallen unter der Oberfläche immer mehr Werte zurück. Der gleichgewichtete S&P 500 steuert sogar auf eine historische Verlustserie zu. Die entscheidende Frage lautet deshalb, wie lange die Tech-Schwergewichte einen Markt zusammenhalten können, dessen Fundament zunehmend bröckelt.
Wenige Gewinner stützen den Aktienmarkt
Auf den ersten Blick wirkt die Wall Street erstaunlich widerstandsfähig. Der S&P 500 schloss am Mittwoch zwar 0,25 Prozent tiefer bei rund 7.651 Punkten. Am Donnerstagmorgen deuteten die Futures mit einem Plus von 0,5 % aber bereits wieder auf einen Anstieg hin. Der Abstand zum Rekord beträgt damit indikativ nur rund 1,7 Prozent.
Noch deutlicher zeigt sich die Stärke der Technologieaktien im Nasdaq 100. Trotz steigender Anleiherenditen gewann der Index am Mittwoch 0,23 Prozent auf 30.408 Punkte. Vorbörslich legte er nochmals fast 0,5 Prozent zu und näherte sich seinem Rekord bis auf rund 0,6 Prozent.
Doch diese Stabilität hat eine schmale Grundlage. Die 20 stärksten S&P-500-Aktien gewannen seit dem 31. August zusammen rund 1,7 Billionen Dollar Börsenwert hinzu. Die übrigen 480 verloren insgesamt etwa 1,9 Billionen Dollar, berichtet MarketWatch unter Berufung auf Dow Jones Market Data. Viele Gewinner profitieren vom KI-Boom. Ihre Kursgewinne verdecken dabei die laufende Korrektur im restlichen Aktienmarkt.
Dem gleichgewichteten S&P 500 droht dagegen die siebte Verlustwoche hintereinander. Sollte die Serie bis Freitag halten, wäre es erst der dritte solche Fall überhaupt. Die bisherigen Vergleichsphasen stammen aus dem Dotcom-Bärenmarkt 2002 und dem Börseneinbruch 2022.
Hier zählt jede Aktie annähernd gleich viel. Im klassischen S&P 500 vereinen dagegen allein die zehn größten Aktienpositionen knapp 39 Prozent des gesamten Indexgewichts auf sich. Die Schwäche der gleichgewichteten Variante zeigt, wie weit sich die Entwicklung des durchschnittlichen Indexmitglieds vom Gesamtindex entfernt hat. Auch das langfristige Verhältnis des Equal-Weight-ETF RSP zum S&P 500 fällt deutlich. Die Dominanz der Schwergewichte wächst.
Die Korrektur ist längst da
Die Septemberbilanz verdeutlicht das Ausmaß. Während der S&P 500 lediglich 0,5 Prozent verlor, schlossen 78 Prozent seiner Aktien den Monat im Minus. Rund 60 Prozent büßten mindestens fünf Prozent ein, 27 Prozent mehr als zehn Prozent. Neun der elf Sektoren gaben nach.
75% of S&P 500 stocks were down this month 📉 📉 pic.twitter.com/ZQTSp936Qo
— Barchart (@Barchart) September 30, 2026
Für viele Unternehmen reicht die Schwäche erheblich weiter zurück. Nach einer MarketWatch-Auswertung lagen zum Montagsschluss mehr als 40 Prozent der S&P-500-Aktien mindestens 20 Prozent unter ihrem jeweiligen 52-Wochen-Hoch. Sie befinden sich damit bereits im Bärenmarktbereich. Bei 17 Aktien betrug der Rückstand sogar mindestens 50 Prozent. Dazu gehören prominente Namen wie beispielsweise Nike, Oracle und Coinbase.
Auch die Trendindikatoren sprechen eine klare Sprache. Zum Mittwochsschluss notierten laut ChartRow nur rund 40 Prozent der auswertbaren S&P-500-Mitglieder über ihrer 200-Tage-Linie. Über der 50-Tage-Linie lagen lediglich 21 Prozent. Hinzu kamen 34 neue Jahrestiefs gegenüber acht neuen Jahreshochs.
Droht eine neue Dotcom-Falle?
Die schmale Rally weist inzwischen Parallelen zur Dotcom-Blase auf. Fidelity-Stratege Jurrien Timmer verweist darauf, dass am Ende der Internetblase nur etwa 20 Prozent der Aktien über ihrer 200-Tage-Linie lagen. Davon ist der Aktienmarkt zwar noch ein Stück entfernt. Doch auch heute stützen immer weniger Aktien die großen Indizes. Die trügerische Ruhe an der Oberfläche erinnert ebenfalls an die Dotcom-Zeit.
Laut Ned Davis Research war die Marktbreite bei einem S&P 500 so nahe am Rekordhoch noch nie zuvor derart schwach. Zusätzlich erhöhen anspruchsvolle Bewertungen die Fallhöhe. Ein von Advisor Perspectives berechneter Durchschnitt aus vier Bewertungsmodellen lag im August auf einem historischen Höchststand. Hohe Bewertungen können allerdings lange bestehen bleiben. Gefährlich wird die Kombination vor allem dann, wenn die Gewinner ihre hohen Erwartungen enttäuschen und gleichzeitig aus dem restlichen Aktienmarkt kaum Unterstützung kommt.
All diese Warnsignale ergeben keinen sicheren Crashtermin. Es zeigt aber, wie extrem abhängig der US-Aktienmarkt von wenigen Gewinnern geworden ist. Solange diese steigen, bleibt die breite Korrektur im Gesamtmarkt kaum sichtbar. Verlieren auch die KI-Schwergewichte ihren Rückhalt, droht die Korrektur mit voller Wucht auf den gesamten S&P 500 durchzuschlagen.
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„…S&P 500 nahe Rekord – Bärenmarkt unter der Oberfläche…“
Ein Naturgesetz. Philosophisch betrachtet: Jedes Licht hat einen Schatten und jeder Schatten hat ein Licht.
Das gilt für alles, für jedes Asset. Wenn etwas glänzt, wartet schon der Schatten und umgekehrt.
Im Moment geht’s wieder aufwärts…. weil darüber spekuliert wird …die Europäer könnten weite Teile ihrer Dieselreserve freigeben…auf Forderung Trumps..was dann wiederum den Dieselpreis in den USA senken könnte…und damit die Inflation…folglich fallen die Renditen der US Staatsanleihen…auch die mit längerer Laufzeit…sehr stark…
Die US- 30 Jährige war heute morgen auf dem Weg in Richtung der 6 Prozent… was natürlich für die USA weniger gut wäre…6 Prozent …ein Niveau was wir zuletzt um die Jahrtausendwende sahen…früher eigentlich normal…eher unterer Durchschnitt….heute fürchten die Bullen diese 6 Prozent wie der Teufel das Weihwasser..
Ob die Europäer da mitmachen wird man sehen..im Augenblick aber denkt man das…