An den amerikanischen Aktienmärkten ist in diesem Jahr der Wurm drin. Während europäische und chinesische Aktien eine fulminante Rally hinlegen, kommen die US-Pendants nicht vom Fleck. Im Gegenteil: Der US-Leitindex S&P 500 musste in den vergangenen vier Tage Verluste hinnehmen und verlor in der Spitze 3,8 Prozent. Damit hat er seine Gewinne seit Jahresbeginn fast vollständig aufgezehrt und liegt auf Jahressicht nur noch 1 Prozent im Plus. Für BofA-Stratege Michael Hartnett ist die derzeitige Entwicklung, vor allem der großen Tech-Aktien, ein Warnsignal.
Denn der größte Belastungsfaktor für die US-Aktienmärkte sind derzeit die großen Technologiewerte, die Magnificent Seven, die in den vergangenen zwei Jahren die Aktienindizes S&P 500 und Nasdaq 100 fast im Alleingang angetrieben haben. Seit Mitte Dezember sind die sieben Tech-Schwergewichte jedoch zusammen um 10 Prozent gefallen und befinden sich damit in der Korrekturzone.
Aktienmärkte: Skepsis gegenüber Big Tech
Mit Blick auf das weitere Aufwärtspotenzial an der Wall Street wächst laut Bank of America bei Anlegern die “Skepsis”, während die Aktienmärkte in Europa und China Stärke zeigen.
“Je länger es dauert und je schwieriger es für den S&P 500 ist, neue Hochs zu erreichen, desto größer werden die Zweifel”, sagte BofA-Stratege Michael Hartnett im Bloomberg-TV-Interview. “Europa funktioniert, China funktioniert, sogar Anleihen in Amerika beginnen zu funktionieren.”
Hartnett empfiehlt in diesem Jahr statt US-Aktien ausländische Titel. Er geht davon aus, dass die “Magnificent Seven” im Technologiesektor ins Wanken geraten — und damit der Motor der Börsenrally Sand ins Getriebe bekommt.
Die Anleger seien keineswegs pessimistisch, was die großen Technologiewerte angehe, so der BofA-Stratege. Angesichts des anhaltenden Bullenmarktes seien die Anleger bis zum Anschlag in Aktien investiert. Allerdings seien die großen Tech-Aktien anfällig für Kursverluste, wenn das Handelsszenario “nicht mehr funktioniert”.
S&P 500: US-Aktien hinken hinterher
US-Aktien sind in diesem Jahr hinter den internationalen Märkten zurückgeblieben. Für Skepsis der Anleger sorgten hohe Bewertungen der Tech-Aktien und Bedenken in Bezug auf die beträchtlichen Ausgaben für künstliche Intelligenz.
Der S&P 500 notiert im Jahr 2025 nur rund 1 Prozent im Plus, nachdem der Index vier Tage in Folge Verluste eingefahren hat. Der Index der Magnificent Seven verlor zuletzt 3,3%. Der MSCI All-Country World Index ohne die USA legte dagegen um 7 Prozent zu.
Sollte der S&P 500 auf 5.600 bis 5.700 Punkte fallen, dürften die Anleger laut Hartnett wahrscheinlich mit einer fiskalischen Intervention der US-Regierung rechnen. Nach der jüngsten Korrektur stehen nach US-Börsenschluss erstmal die Zahlen von Nvidia im Fokus, die den Aktienmärkten neue Impulse verleihen könnten.
“Der Aktienmarkt ist seine Ampel”, sagte der Stratege mit Blick auf Präsident Donald Trump. Vom aktuellen Niveau bis zu diesem mutmaßlichen Interventionsniveau, bei dem die Ampel auf Rot springt, wären es rund sechs Prozent. Das vollständige Interview des BofA-Strategen bei Bloomberg TV sehen sie ab Minute 29:15:
FMW/Bloomberg
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