Die US-Aktienmärkte präsentieren sich in Bestform – der S&P 500 kratzt an neuen Rekordständen. Doch unter der glänzenden Oberfläche mehren sich leise, aber deutliche Warnsignale. Trotz ruhiger Kursverläufe und scheinbar stabiler Lage deutet vieles darauf hin, dass die Dynamik der Rallye ins Stocken gerät. Anleger und Analysten fragen sich nunS&P 500-Rally stockt: Fed, Zölle, Zinsen – Kippt die Stimmung: Steht der nächste Schub bevor – oder folgt die überfällige Korrektur?
S&P 500-Rally sendet Warnsignale
Laut einem Bericht von Bloomberg mehren sich unter der Oberfläche der jüngsten Rekordjagd der Wall Street die Anzeichen dafür, dass der Aufwärtstrend an Schwung verliert. Der Leitindex S&P 500 hat mittlerweile 17 Handelstage ohne eine Bewegung von mindestens 1 % in eine der beiden Richtungen hinter sich – die längste Phase relativer Ruhe seit Dezember. Für Matt Maley von Miller Tabak & Co. ist die abnehmende Volatilität ein klares Signal dafür, dass die Dynamik der Aktienmärkte nach dem rasanten Rebound aus den zollbedingten Tiefständen im April nachlässt.
Vor dem Hintergrund anhaltender Schlagzeilen über die Zukunft von US-Notenbankchef Jerome Powell und dem andauernden Handelsstreit von Präsident Donald Trump scheinen Anleger zunehmend ermüdet. Insbesondere warten viele vergeblich darauf, dass auch andere Sektoren die von Tech-Werten dominierte Rallye mittragen, so Chefstratege Maley.
„Wenn eine eng geführte Rally an Fahrt verliert, suchen Investoren meist nach Anzeichen für eine breitere Marktteilnahme“, erklärt Maley. „Bleiben diese aus, neigen sie dazu, sich erst einmal zurückzuziehen.“ Ein solches Verhalten ist angesichts der derzeitigen Gemengelage kaum verwunderlich: Die Berichtssaison hat gerade erst begonnen, die Handelsgespräche bleiben angespannt und die Erwartungen steigen, dass die Fed frühstens im September über mögliche Zinssenkungen entscheiden könnte.
Auch Aaron Nordvik von UBS Securities sieht nachlassenden Rückenwind für die Aktienmärkte. Saisonal positive Faktoren wie die statistisch starke Juli-Performance verlören im August an Wirkung.
„Ich war in letzter Zeit recht optimistisch, aber die meisten positiven Nachrichten sind jetzt eingepreist“, sagt Nordvik, Makro-Aktienstratege bei UBS. Zwar hält er einen drastischen Rückschlag des S&P 500 für unwahrscheinlich, doch sei das Chance-Risiko-Verhältnis inzwischen deutlich weniger attraktiv als noch vor wenigen Wochen.

Berichtssaison, Fed und Zölle als Trigger
Die an Fahrt aufnehmende Berichtssaison dürfte diese Woche für neue Impulse sorgen. Zwei Mitglieder der sogenannten „Magnificent Seven“, Tesla und die Google-Mutter Alphabet, veröffentlichen ihre Quartalszahlen. Die Erwartungen sind hoch, insbesondere im Hinblick auf Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, die von der Wall Street mit Spannung erwartet werden.
Danach folgt am 30. Juli der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Zwar gilt ein unveränderter Leitzins als sicher, doch der Markt wird genau beobachten, ob Jerome Powell auf den anhaltenden Druck von Präsident Trump reagiert – oder gar auf Spekulationen über eine mögliche Amtsenthebung. Sowohl die Berichtssaison als auch die Entscheidung der Fed haben das Potenzial, die Aktienmärkte zu bewegen – positiv wie negativ.
Auch der brodelnde Handelskonflikt bleibt ein wichtiger Faktor dafür, ob die Rally weitergehen kann. Sollten die neuen Zölle am 1. August wie geplant in Kraft treten, könnte dies die Aktienmärkte erneut unter Druck setzen. Ein Bloomberg-Stratege sagt daher: „Die Aktien werden nicht durch Trumps TACO-Trade gerettet.”
Abnehmende Marktbreite
Zwar notieren die US-Aktienmärkte nahe ihrer Allzeithochs, gestützt durch eine widerstandsfähige Konjunktur und eine weiterhin verhaltene Inflation. Doch auch technische Indikatoren deuten auf nachlassenden Schwung hin. So verweist Dan Greenhaus von Solus Alternative Asset Management darauf, dass der Anteil der S&P 500-Unternehmen über ihren 20- und 50-Tage-Durchschnitten rückläufig sei – ein klassisches Warnsignal.
„Angesichts solider Konjunktur- und Inflationsdaten sowie überwiegend positiver Unternehmensprognosen würde ich diesen technischen Signalen derzeit jedoch nicht zu viel Gewicht beimessen“, betont Greenhaus.
Ein weiteres Argument für eine mögliche Fortsetzung des Aufwärtstrends liefert die niedrige Volatilität. Der sogenannte Angstindex des Marktes, der VIX, notiert nur knapp über seinen Jahrestiefstständen.
„An der Wall Street sagt man: ‘Never short a dull market’ – Ruhige Aktienmärkte mit geringer Volatilität tendieren oft nach oben“, so Dave Lutz, Aktienhändler und Makrostratege bei Jonestrading.
Gute Zahlen, verhaltene Reaktion
Allerdings fehlt bislang ein klarer Katalysator, um neue Aktienkäufe auszulösen. Die Unternehmenszahlen sind solide – doch die Marktreaktion ist bislang verhalten. Ein Indiz dafür, dass viele der positiven Nachrichten bereits im Kursniveau eingepreist sind, das sich derzeit auf historisch hohem Bewertungsniveau bewegt.
Auch wenn jüngste Wirtschaftsdaten die bullische Argumentation stützen, warnen Strategen der Citigroup: Vieles davon sei bereits reflektiert und eingepreist.
„Das Problem ist das Setup“, schrieb Scott Chronert, Leiter der US-Aktienstrategie bei Citi, in einer Notiz am Freitag. „Es wirkt, als ob die Aktienmärkten den positiven Entwicklungen bereits vorausgeeilt sind.“
FMW/Bloomberg
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Das allergrößte Rückschlagpotential haben die US Techs….um den Nasdaq 100..
Hier empfiehlt es sich einen 3 ender Put Optionsschein ohne Knock Out Barriere in’s Depot zu legen…
Der läuft automatisch während der Restlaufzeit- bis Ende 28- selbst in’s Geld…
Schwer zu sagen wo diesmal das Limit liegt…2000 waren es Intraday über 85 Prozent…
Diese Blase ist so gigantisch ,das sie alles- bis dahin gewesene- übersteigt…
Dem gegenüber war Dot Com ein Kindergeburtstag…