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S&P 500: Verschnaufpause in Sichtweite!

Der S&P 500 befindet sich in einem voll intakten Aufwärtstrend. Dessen Zielbereich liegt noch weit entfernt vom aktuellen Niveau, sodaß Torschlußpanik nicht angebracht ist. Die anstehende mittelfristige Korrektur trägt keine dramatischen Züge in sich, auch wenn deren Potenzial durchaus schmerzhaft ausfallen kann..

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Eine Analyse von Henrik Becker

In meinem ersten Teil hatte ich vergangene Woche („Chartanalyse S&P500: Längst noch kein (k)altes Eisen!“) den langfristigen Ausblick (Chart 1) aufgezeigt. Im Folgenden werde ich etwas näher auf die kurz- und mittelfristigen Avancen Stellung beziehen. Anmerken möchte ich, daß kurzfristig bei mir einen Zeitraum bis ca. 6 Monate darstellt:


(Charts durch Anklicken vergrößern!)

Aussicht:

Die mittelfristigen Aussichten gestalten sich gegenüber den langfristigen nicht so stabil. Wie Sie es dem Chart entnehmen können, erwarte ich eine etwas größere Korrektur sowohl in Kurs als auch in Zeit. Bereits an den kommenden Tagen wird der Index bis zum 1.62 Retracement bei 2.672 Punkten, steigen. Mit diesem Schritt wird Welle (3) abgeschlossen und damit der Ausbildung von Welle (4) die Tür geöffnet.

Das dieser Welle zur Verfügung stehende Potenzial nimmt sich dabei nicht so dramatisch aus. In aller Regel fällt eine „4“ nicht tiefer als bis in den Zwischenraum der beiden 0.24 / 0.38 Retracements. Rein regeltechnisch könnte die Korrektur aber bis zum 0.62 Retracement verlaufen. Die auf Welle (4) folgende (5) läßt den Index wieder steigen, wobei das idealtypische Ziel dieser Bewegung mit dem 1.00 Retracement (simuliert bei 2.830 Punkten) in relativ nachvollziehbarer Entfernung liegt.

Allein der Aspekt, daß auf diesem Niveau auch das übergeordnete 1.00 Retracement (2.875 Punkte) befindet, läßt ein signifikant höheres Ansteigen nicht wahrscheinlich erscheinen. Wie die beiden Zeitlineale es aufzeigen, liegt der Zielbereich tief im kommenden Jahr und sollte auch erst in der zweiten Hälfte angelaufen werden. Auch für den mittleren Horizont kann ich derzeit keine größeren Gefahren erkennen.

Der Aufwärtstrend würde erst durch den Bruch des bereits erwähnten 0.62 Retracements bei aktuell 2.286 Punkten vorzeitig beendet werden. Die Chancen auf Realisierung stufe ich momentan als äußerst gering ein. Vielmehr wird sich der Index, wie auf Seite 1 beschrieben, auch künftig weiter positiv entwickeln.

Fazit:
Der S&P 500 befindet sich in einem voll intakten Aufwärtstrend. Dessen Zielbereich liegt noch weit entfernt vom aktuellen Niveau, sodaß Torschlußpanik nicht angebracht ist. Die anstehende mittelfristige Korrektur trägt keine dramatischen Züge in sich, auch wenn deren Potenzial durchaus schmerzhaft ausfallen kann. Sichern Sie Ihre kürzeren Positionen auf dem 0.38 Retracement (2.286 Punkte) ab.

Mehr von Henrik Becker unter http://neo-wave.de/

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    leser

    8. Dezember 2017 17:30 at 17:30

    Interessant. Wir werden sehen, ob die 2672 eine Welle 3 oder eine 5 ist.
    Schön wäre es, wenn es die Prognose auch für den DAX gäbe.
    Einen besinnlichen zweiten Advent.

  2. Avatar

    Andreas

    8. Dezember 2017 17:31 at 17:31

    Wieder mal eine verständliche und schöne Analyse des Elliott Wellen Meisters!
    Ich weiß nicht mehr genau wer das hier mal geschrieben hat, aber ich muss dem Recht geben:
    Die Charts sind sehr minimalistisch gehalten. So muss es sein! Kein Firlefanz, sondern klare Linien und Ziele.

    Bin zwar heute Mittag schon short in den s&P eingestiegen, bin jetzt aber auch sehr gespannt was Silber demnächst macht. Fetter Long würde mich schon reizen.

    • Avatar

      Henrik Becker

      9. Dezember 2017 08:32 at 08:32

      Für eine Langzeitanalyse benötige ich in aller Regel 2-3 Tage, bis die endgültige Version vorliegt; auch wenn die „minimalistischen“ Charts eine andere Sprache sprechen. In meinen Charts stelle ich nur die für den Betrachtungszeitraum relevanten Instrumente dar, da alles andere irreführend wäre. Der eigentliche Chart ist im Grunde nicht mehr vermittelbar, nicht mehr zu erläutern.
      Für die großen Indizes; Devisen und Rohstoffe erstelle ich 2 x jährlich eine solche Betrachtung. Da der Dax sehr häufig nachgefragt wird, werde ich Herrn Fugmann noch vor den Feiertagen eine Analyse zur Verfügung stellen.

      Beste Grüße
      Henrik Becker
      P.S: Silber und fetter Long, sind meiner Ansicht nach zwei konträre Geschichten! Jedenfalls für den längerfristigen Zeitraum!

      • Avatar

        Dennis

        10. Dezember 2017 22:42 at 22:42

        Versuche momentan, mir die EW-Theorie anzueignen. Habe diverse Videos gesehen und mich dann beim Blick in die realen Charts gewundert, dass ich oft kein Muster erkennen konnte. Erst in den Videos von Herrn Becker erkannte ich warum. Bin echt erstaunt. Wäre wirklich klasse, wenn Sie hier weitere Analysen bereitstellen.

        • Avatar

          Henrik Becker

          11. Dezember 2017 10:47 at 10:47

          Ich würde Ihnen folgendes Buch empfehlen: „Elliott-Wave-Finanzmarktanalyse“ von Werner H. Heussinger. Dieses Buch vermittelt die Grundlagen leicht verständlich und nachvollziehbar. Damit habe vor vielen Jahren angefangen.

          Beste Grüße
          Henrik Becker

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Rüdiger Born: Charttechnik bei Nasdaq und Gold

Rüdiger Born

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Dax: Der deutsche Leitindex und die deutsche Wirtschaft

Wie kann es sein, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht?

Wolfgang Müller

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Derzeit wird viel darüber gerätselt, warum es sein kann, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht? Im Bereich der Gastronomie und in vielen Dienstleistungsbranchen herrscht große Not und viele Firmen können sich nur knapp über Wasser halten. Woher also diese Divergenz, spielen die Börse komplett verrückt?

Der Dax und Deutschlands geschrumpfte Wirtschaft

Vor Kurzem wurde die erste Berechnung für das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands des Jahres 2020 veröffentlicht. Es ist um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, von 3,44 auf 3,329 Billionen Euro, macht pro Bürger 40.033 Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Das Verarbeitende Gewerbe war besonders durch den Totaleinbruch im zweiten Quartal 2020 um 10,4 Prozent gefallen. Der Dienstleistungsbereich mit Handel, Verkehr und Gastgewerbe um 6,4 Prozent, allerdings nur deshalb vergleichsweise wenig, weil der Onlinehandel einen gewaltigen Boom erlebt hat. Die Bauausgaben hingegen nahmen gegenüber dem Vorjahr sogar um 1,4 Prozent zu.

Die Konsumausgaben der Bürger erlebten mit minus 6 Prozent den größten Rückgang seit Jahrzehnten, allerdings wirkten die Ausgaben des Staates mit plus 3,4 Prozent dagegen stabilisierend.

Der Außenhandel mit seinen Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen ging im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders stark natürlich der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

„Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 158,2 Milliarden Euro. Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden.“ So das Statistische Bundesamt.

Wieso steht der deutsche Leitindex nun knapp über seinem Stand vom Februar 2020, dem Beginn der Corona-Krise?

Die Besonderheit des Dax

Warum also steht der deutsche Leitindex Dax höher als vor der Krise, trotz der schlechten Wirtschaftsdaten? Dafür dürfte es mehrere Ursachen geben.

Zum einen blickt der Index bereits weit in das Jahr 2021, also auf die Zeit, in der man glaubt das Virus eingedämmt zu haben und zum anderen ist er kein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft mit seinen vielen exportorientierten Titeln. Dies wird allein schon aus seiner Marktkapitalisierung ersichtlich. Diese beträgt aktuell 1,265 Billionen Euro, im Vergleich zum deutschen Bruttoinlandsprodukt von 3,329 Billionen Euro. Ganz anders die USA, wo allein der S&P 500 mit seiner 40-Billionen-Marktkapitalisierung fast schon das Doppelte der US-Wirtschaftsleistung ausmacht (20,8 Billionen Dollar).

Viele der Branchen, die das deutsche BIP ausmachen, sind gar nicht im Dax repräsentiert, oder gar nicht börsennotiert. Etwa der Mittelstand, oder die derzeit so gebeutelten Dienstleistungsbranchen, wie das Gastgewerbe, oder auch Tourismus und Kultur. Betrachtet man die vielen Pleiten und schmerzhaften Einschnitte in diesen Bereichen, so wird erkennbar, dass diese (zunächst) nicht den deutschen Leitindex tangieren. Beispielsweise Karstadt, Kaufhof, Douglas, Adler, Klier, Arko, Eiles u.v.m.

Die Unternehmen im Dax legen zum Teil schon wieder starke Unternehmensergebnisse vor. Sei es die deutsche Post, die die große Paketflut kaum bewältigen kann, der Spezialchemiekonzern Covestro, oder jüngst der größte Chemiekonzern Europas, BASF. Besonders bedeutsam, weil dieser weltweite Lieferant von Grundprodukten so etwas wie ein Frühindikator der Weltwirtschaft gilt. Die Ludwigshafener sind in nicht weniger als 90 Ländern dieser Erde präsent. Abertausende von Firmeninsidern haben dafür gesorgt, dass der Aktienkurs seit dem Coronatief bereits wieder um 75 Prozent gestiegen ist.

Was wird erst demnächst Infineon für Zahlen liefern, angesichts der großen Nachfrage nach Chips (Automobilbau)?

Unsere Automobilindustrie zeigt deutlich, wo die Corona-Krise bereits überwunden ist, in Fernost. BMW, Daimler und Volkswagen haben sehr von der Erholung der chinesischen Wirtschaft profitiert. Diese Firmen verkaufen bereits 30 bis 40 Prozent ihrer Fahrzeuge in China. Dort gibt es nach Jahren der Schrumpfung wieder einen richtigen Boom im Automobilsektor. Nicht zu vergessen der US-Markt, wo es zumindest 2021 einen schuldenfinanzierten Aufschwung geben sollte. Über die Pläne der neuen US-Administration wurde schon ausführlich berichtet.

So bleibt festzustellen: Die Kurs/Gewinn-Verhältnisse der Unternehmen des Dax liegen bei 20 von 30 Unternehmen für das Jahr 2021 gleich oder besser als der 10-Jahresdurchschnitt.

Fazit

Laut der deutschen Börse ergibt sich für den Dax in den vergangenen 30 Jahren ein durchschnittliches Kurs/Gewinn-Verhältnis von 19, längerfristig von 15. Das aktuelle KGV für das Jahr 2021 wird mit 19 angegeben, sollte es mit der deutschen Wirtschaftserholung tatsächlich so klappen, wie erwartet. Die ersten Ergebnisse der Unternehmen deuten daraufhin, dass es tatsächlich der Fall sein könnte, wenn Volkswagen selbst im Corona-Jahr noch einen Gewinn von 10 Milliarden Euro ausgewiesen hat. Der deutsche Leitindex ist zweifelsohne hoch bewertet, aber seine Kennziffern zeigen kein völliges Auseinanderdriften zur Wirtschaft, wie es zum Beispiel in den USA bei vielen Werten der Fall ist. Aber hier liegen auch die Probleme des deutschen „Performance-Index“. Er ist abhängig von der Entwicklung der großen Volkswirtschaften von China und den USA und von der Wall Street. Wenn dort die Kurse einbrechen, tun es unsere auch, zumal sich der Dax auch noch in Summa in den Händen ausländischer Investoren befindet, zumeist angelsächsischen (Beispiel BlackRock). Aber eines ist er gewiss nicht: Ein Abbild der deutschen Volkswirtschaft.

Spiegelt der Dax die deutsche Wirtschaft wider?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Woche der Quartalszahlen

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Er bespricht die nun anstehende wichtigste Woche bei den Quartalszahlen in den USA.

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