Indizes

S&P 500: Wall Street auf Erholungskurs – Vorsicht ist geboten

S&P 500: Wall Street auf Erholungskurs – Vorsicht ist geboten Ukraine-Konflikt

Der Wall Street in Gestalt von dem S&P 500 ist ein erster Befreiungsschlag gelungen, nachdem Moskau erste Entspannungssignalen im Ukraine-Konflikt gesendet hat. Aktuell befindet sich der Leitindex in einer Aufwärtskorrektur in einem validen Abwärtstrend. Ob sich aus der jüngsten Erholungsrally mehr ergeben kann, hat derzeit viel mit der Nachrichtenlage rund um die Themen Ukraine-Krise und Zinswende zu tun. Die Aktienmärkte sind gegenwärtig äußerst sensibel und News getrieben. Dabei kommt es zu volatilen Bewegungen in beide Richtungen.

Was beeinflusst die Märkte?

Wochenlang gab es nur ein Thema an der Wall Street, nämlich die bevorstehende Zinswende der US-Notenbank wegen der ausufernden Inflation. Der eingeschlagene hawkishe Kurs der Fed hat schließlich zu einem zwölf prozentigen Kurseinbruch im Leitindex S&P 500 geführt. Höher als erwartete Inflationsdaten hatte zuletzt die Wall Street erneut unter Druck gebracht. Laut dem FedWatch Tool erwarten Marktteilnehmer inzwischen sechs Zinsschritte allein in diesem Jahr. Damit aber nicht genug, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommt es nun auch noch zu einer Zuspitzung im Konflikt zwischen Russland auf der einen Seite und der Ukraine und dem Westen auf der anderen Seite.

Am Freitag haben Meldungen der US-Regierung über einen bevorstehenden Angriff Russlands, die angeblich auf Geheimdienstinformation basieren, zu kräftigen Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten geführt. Der S&P fiel dabei auf ein Tief bei 4.355 Punkten zurück.  Seitdem sehen wir aber erste Entspannungssignale aus Moskau. Erst gestern hat die russische Regierung Truppen von der Grenze zu der Ukraine abgezogen. In einem offensichtlich genau orchestrierten Treffen signalisierten der russische Außenminister Lawrow und Kreml-Chef Putin diplomatische Verhandlungsbereitschaft im Ukraine-Konflikt.

Zu den Erfolgsaussichten der Gespräche mit dem Westen hat der Außenminister gesagt, „dass es immer eine Chance gibt“. Zudem hat Lawrow vorgeschlagen, die Gespräche fortzusetzen und sogar zu verstärken. Die Entspannungssignale wurden von den Märkten euphorisch aufgenommen. Der S&P kletterte in der Folge bis auf ein Hoch bei 4.474 Punkte und setzt seine Erholung zwischenzeitlich im vorbörslichen Handel fort. An den Reaktionen der Marktteilnehmer können wir sehr gut ablesen, wie sensibel die Märkte derzeit auf das Thema reagieren. Je nach Nachrichtenlage kann es sowohl zu schnellen Abverkäufen als auch zu kräftigen Erholungsrallys an der Wall Street kommen.

Mögliche Szenarien im Ukraine-Konflikt

Aufgrund des Drucks aus dem Westen auf Russland deutet sich derzeit ein Szenario an, dass von langwierigen Verhandlungen geprägt ist, in denen immer wieder neue Statusmeldungen die Volatilität an den Märkten steigen lassen. Im schlimmsten Fall, wovon derzeit nicht auszugehen ist und wobei alle Beteiligten verlieren würden, kommt es zu einer Invasion in die Ukraine. Dann könnte es zu starken Verwerfungen an den Märkten kommen.

Der S&P 500 dürfte in der Folge weitere 5 bis 10 Prozent nachgeben. Gelingt es jedoch eine Einigung zu erzielen, die zu einem Rückzug der Truppen von der ukrainischen Grenze führt, könnte es zu einer Ausweitung der Erholung kommen. Zu große Hoffnungen sollten sich die Bullen aber nicht machen, denn das bestimmende Thema bleibt die Zinswende und der Liquiditätsentzug der US-Notenbank. Das Thema wird die Märkte weiterhin beeinflussen. Neue Hinweise könnten wir schon heute Abend erhalten, wenn um 20:00 Uhr das FOMC-Sitzungsprotokoll erscheint. Nach der letzten Veröffentlichung kam es im S&P zu einem starken Abverkauf – es bleibt also spannend.

S&P 500: Charttechnik

Die laufende Aufwärtskorrektur hat vorbörslich einen Widerstand im Bereich zwischen 4.474 und 4.487 Punkten erreicht. Hier verläuft auch der 10-Tage-Durchschnitt (blau), der einen erster Anlaufpunkt in einem übergeordneten Abwärtstrend darstellt. Seit dem Freitagstief bei 4.355 Punkten kam es zu einer Stabilisierung, die anschließend zu einer Erholungsrally geführt hat. Dabei konnte sogar die 200-Tage-Linie überwunden werden. Beim Blick auf den Chart des S&P sehen wir aber, dass der Abwärtstrend unterhalb des letzten lokalen Hochs bei 4.520 Punkten weiterhin valide ist. Erst bei einem nachhaltigen Anstieg darüber könnten die Bullen das Doppeltop bei 4.583 Zählern anpeilen.

Unterhalb des lokalen Hochs bei 4.520 Punkten haben die Bären die Oberhand. Aufgrund der angespannten Situation an den Märkten, kann es immer wieder zu kräftigen Gewinnmitnahmen kommen. Im Gegensatz zu vielen Privatanlegern haben sich Großinvestoren abgesichert, da man weiterhin mit einer stärkeren Korrektur rechnet. Ein erstes Schwächesignal liefert der S&P, wenn er die 200-Tage-Linie wieder nach unten bricht. Der Bruch der Tiefs von Freitag und Montag würde schließlich eine weitere Verkaufswelle in Gang setzen.

S&P 500 - Aufwärtskorrektur an der Wall Street

Disclaimer

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor dieser Veröffentlichung erklärt, dass er jederzeit in einem der genannten und analysierten bzw. kommentierten Finanzinstrumente investiert sein kann. Dadurch besteht möglicherweise ein Interessenkonflikt. Der Autor versichert jedoch, jede Analyse und jeden Marktkommentar unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt zu haben.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen in den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine mündliche Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Risikohinweis:
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 72% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Handlungsansätze von XTB dar.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage