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Märkte extrem überverkauft S&P 500: Wann kommt die Gegenbewegung?

S&P 500 Gegenbewegung

Kommt zeitnah eine Gegenbewegung beim US-Leitindex S&P 500? Die Extremata in punkto Markttechnik werden immer größer. Deshalb stellt sich für Viele die Frage: Gibt es bald die Wiederholung einer Bärenmarktallye, zumindest in kleinerer Form, wie nach dem Ausverkauf der Aktien im Juni 2022? Als der Markt nach seinem raschen Einbruch bis auf circa 3640 Punkten beim S&P 500 bis zur 200-Tage-Linie bei 4327 Punkten Mitte August gestiegen war? Jetzt haben wir wieder dieses Tief des Sommerbeginns erreicht, der S&P 500 zeigt jetzt sogar schon seinen viertschlechtesten Jahresstart seit fast 100 Jahren. Liegt damit nicht bereits wieder eine Erholung in der Luft, nachdem das fiktive Gummiband der Indizes nach fünf Wochen fallender Kurse extrem gespannt ist? Oder reißt es vorher, sprich gibt es noch kurzfristig erheblich tiefere Kurse in einem von Panik geprägten Sellout?

S&P 500: Die Indikatoren erwarten das große Tief

Während die Kurse des marktbreiten Index S&P 500 sich in diesem Jahr zwischen Korrekturmodus und Bärenmarkt (der Index, nicht eine Vielzahl der Aktien) bewegen, richten sich die Anleger derzeit auf den ganz großen, aber eigentlich fast schon normalen Rückgang beim Auftreten einer Rezession ein. So wie das Sentiment der Investoren, das den größten Pessimismus seit der Finanzkrise 2009 widerspiegelt.

S&P 500 bärische Stimmung

Oder die Absicherung der Anleger, die sich mit Put-Optionen auf den großen Fall vorbereiten. Was aber eine gewaltige Kontraindikation darstellt, denn Optionen haben eine begrenzte Laufzeit und wenn sie geschlossen werden, führt dies zum Kauf des Basiswertes. Fast schon ein „bullishes“ Zeichen, wie Lance Robert in seinem Tweet aufzeigt:

S&P 500 Put-Call-Ratio

S&P 500: Extrem überverkauft

Selten waren die Positionierungen am Aktienmarkt so wechselhaft – in ihrer Geschwindigkeit. Hieß es Mitte August noch, dass der Markt stark überkauft sei, mit einer überaus großen Anzahl an Aktien, die über ihren gleitenden Durchschnitten notierten, so ist die aktuelle Lage eine komplett andere. Nur noch drei Prozent der Aktien im großen Index liegen noch über ihrem 50 Tage-Durchschnitt – ein historisch niedriges Level.

Aber was passierte eigentlich in der Vergangenheit nach einem solchen Abverkauf bei den Aktien im S&P 500? Derzeit kaum vorstellbar, aber eigentlich wieder ein positives Zeichen, die Grafik von Charlie Bilello:

Bilello What happens when stocks are oversold

 

S&P 500: Eine Rezession steckt noch nicht wirklich in den Kursen

Auch wenn sich das Börsenjahr für viele Investoren richtig desaströs anfühlt, aus Sicht der Rückgänge des großen Index bei Rezessionen ist der „Drawdown“ bisher vergleichsweise milde.

Normalerweise müsste es schon über 30 Prozent ins Minus gehen, wie die nachfolgende Übersicht zeigt. Aber viele Marktteilnehmer glauben eben noch an das Szenario eines Soft Landings, immer wieder im Zusammenhang mit einem überaus starken US-Arbeitsmarkt, bei dem eine Rezession so unplausibel klingt. Der Durchschnitt von minus 34 Prozent würde einem Stand von 3150 beim S&P 500 entsprechen.

Drawdown bei Rezessionen

Fazit

Extremwerte, wohin man blickt, eine Gegenbewegung ist überfällig.

Also woher soll die Meldung kommen, die dem Markt die oben skizzierte Bärenmarktrallye bringt? Normalerweise müsste diese vonseiten der Inflation kommen, die auch die Ursache für die jetzigen Tiefstände bei Aktien und Anleihen darstellt. Aber auch für einen starken US-Dollar, der nicht nur zu einer globalen Bedrohung des Finanzsystems wird, sondern auch für die USA selbst – Stichwort Exportindustrie. Die Inflationserwartungen gehen immer schneller zurück, aus 5-Jahressicht fast schon auf das sonst Übliche.

Inflation Expectations

Aber das oben Beschriebene wissen auch die Abertausenden von Profianlegern, die vor ihrem Terminal sitzen: es ist eingepreist, wie man es immer so trivial beschreibt. Nicht aber die überraschende Nachricht, so unbedeutsam diese auch sein mag, aber dennoch geeignet, um einen Hoffnungsimpuls auszulösen. Oder aber eine überraschend positive Inflationszahl, die man so nicht auf dem Radar hatte. Der Reigen an neuen Inflationsdaten beginnt jedenfalls in Bälde, diesseits und jenseits des Atlantiks.

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