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S&P 500: Warum Anleger die unvermeidbare Bewegung falsch einschätzen

S&P 500: Warum Anleger die unvermeidbare Bewegung falsch einschätzen

Nach den starken Kursverlusten seit Jahresbeginn – S&P 500 minus 20 Prozent, Nasdaq minus 30 Prozent – hat sich der Aktienmarkt zuletzt erholt. Die dynamische Gegenbewegung hat wohl einige Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt. Denn die meisten Anleger erwarten eine zweite Verkaufswelle und sind daher immer noch extrem bärisch positioniert. Angesichts der zahlreichen Belastungsfaktoren ist das durchaus nachvollziehbar. Allerdings gehen die Aktienmärkte häufig den Weg des größten Schmerzes – dieser liegt derzeit auf der Oberseite.

Neben der extrem hohen Absicherungsquote sehen wir auch noch eine extrem niedergeschlagene Stimmung an den Aktienmärkten. Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger zeigt ein deutliches Übergewicht aufseiten der Bären. Nur noch 20 Prozent der Anleger zählen demnach zu den Optimisten. Eine derart negative Stimmung gab es zuletzt während des Corona-Crashs. Zudem weist der Fear and Greed Index mit einem Wert von 21 extreme Angst aus. Anleger sorgen sich nicht nur wegen der hohen Inflation und der Zinswende, sondern auch vor einer nahenden Rezession. Dementsprechend hat der US-Leitindex S&P 500 mit sieben Wochen fallenden Kursen in Folge die längste Durststrecke seit mehr als 20 Jahren durchlaufen.

Turnaround an den Aktienmärkten

In der vergangenen Woche gelang den US-Indizes S&P 500, Dow Jones und Nasdaq schließlich der Turnaround. Grund dafür waren vor allem die Hoffnung auf eine weniger falkenhafte US-Notenbank. Die Marktteilnehmer sind seit der Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls zuversichtlich, dass die Fed im Herbst eine Pause der Zinserhöhungsschritte einlegt und einen etwas weniger straffen Kurs einschlagen könnte. So kam es dann letztlich zu einer dynamischen Erholungsrally im S&P 500. Die entscheidende Frage lautet nun: Ist das Tief erreicht und kommt jetzt die Wende an den Aktienmärkten?

S&P 500: Anleger leiten Trendbruch ein - Erholungsrally am Aktienmarkt

S&P 500: Indikatoren haben die Rally angekündigt

Die dynamische Gegenbewegung, die wir derzeit im S&P 500 sehen, macht jedenfalls aus der Perspektive der Bullen Lust auf mehr. Den Abwärtstrendkanal hat der S&P 500 nach oben gebrochen und zudem einen Boden ausgebildet. Peter von Game of Trades geht in dem folgenden Video der Frage auf den Grund, ob es jetzt zu einer größeren Gegenbewegung kommt bzw. sogar ein neuer Bullenmarkt begonnen hat. Dafür schaut er sich das makroökonomische Umfeld, das Put/Call-Ratio, die Marktpsychologie, aber auch den Junk-Bond-Markt an.

Zudem nimmt er die Advance Decline Line unter die Lupe, die als Trendindikator für den Gesamtmarkt gilt. Sowohl der die Advance-Deckline-Line als auch der Relative-Stärke-Index haben zuletzt Divergenzen aufgezeigt, die für eine Gegenbewegung gesprochen haben. Der S&P 500 kommt aus einer deutlich überverkauften Phase mit einem extrem negativen Sentiment und ist zuletzt über wichtige technische Level ausgebrochen, dies spricht zunächst für eine kräftige Erholungsrally. Wie sich der Aktienmarkt jetzt verhält, wird zeigen, ob es sich um eine Bärenmarktrally oder um einen neuen Bullenmarkt handelt.



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2 Kommentare

  1. Also nur 20% sind Optimisten ( Käufer am Tief, oder eher Daytrader) die Rally mit tiefem Volumen waren also Eindeckungen ( Zwangskäufe) wie soll diese Rally weitergehen ? Im besten Fall geht es quer bis der letzte Schönredner die kommende Rezession nicht mehr negieren kann.

  2. Diese rein technische und oberbullische Analyse passt überhaupt nicht zu Herr Jäger. Ich schätze die eigenen DAX Analysen von Herr Jäger am Morgen sehr,da sie auch Wirtschaftsdaten berücksichtigt. Peter von Game of Trade ,der jetzt auf einen Turnaround hofft, wird wohl noch lernen müssen ,dass Börse doch kein Spiel ist und irgendwann nach 700% Anstieg auch 30% Korrektur möglich wären.Übrigens war die Rally von 3810 auf 4200 schon üppig und auf diesem Niveau gibts auch wieder Bären.Einige renommierte Fondsvewalter müssen ihren Kunden zuerst erklären warum sie in die angekündigte Baisse getappt sind und plötzlich 10bis25% weniger Vermögen haben bevor sie neue Käufe tätigen,wenn sie denn überhaupt noch könnten.

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