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Abwärtstrend intakt S&P 500: Warum das Reversal in den US-Indizes keine Trendwende ist

S&P 500: Warum das Reversal in den US-Indizes keine Trendwende ist

Beeindruckendes Reversal nach den Inflationsdaten, aber keine Trendwende. Die US-Indizes S&P 500, Dow Jones und Nasdaq haben nach der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise ein spektakuläres Reversal hingelegt. Der Turnaround im marktbreiten S&P war eines der größten Intraday-Reversal in der Historie des Index. Aus einem deutlichen Minus zum Handelsstart machten die US-Börsen ein deutliches Plus. Der S&P 500 beendete den Handel schließlich mit einem Zugewinn von 2,6 Prozent.

Der Schock über die höher als erwarteten Inflationsdaten war schnell verdaut, denn der Preisdruck scheint allmählich nachzulassen. Die Teuerungsrate lag zwar mit 8,2 % leicht über der Prognose von 8,1 Prozent, aber es war bereits der dritte Rückgang in Folge. Am Ende überwog dann doch die Hoffnung, dass die Inflation ihren Peak erreicht hat. Ungeachtet dessen sind die Zinserwartungen gestiegen. Die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten großen Zinsschritt im November sind auf rund 98 Prozent gestiegen. Zudem geht der Markt davon aus, dass die US-Notenbank im Dezember die Zinsen ein weiteres Mal um 75 Basispunkte anhebt.

Inflationsdaten: Fed dürfte Zinskurs beibehalten

Trotz der dynamischen Gegenbewegung ist es zu früh eine Trendwende auszurufen. Die Reaktion auf die Inflationsdaten war zwar positiv, aber die anhaltend hohe Inflation zeugt nicht gerade von einem nachlassenden Preisdruck. Für die Fed gibt es also keinen Grund, den Fuß vom Gaspedal zunehmen. Dennoch sehen wir eine Entspannung an den Aktienmärkten. Warum dann die starke Gegenbewegung? Das kann unterschiedliche Gründe haben. Ersten der Markt ist deutlich überverkauft, die Absicherungsquote ist so hoch wie lange nicht mehr und die Stimmung liegt am Boden. Zudem haben die Marktteilnehmer im Gegensatz zu den vorherigen Veröffentlichungen der Inflationsdaten mit dem schlimmsten gerechnet.

Zu guter Letzt begründet sich die Erholung zusätzlich auf einem charttechnischen Faktor. Der S&P 500 hat seine für den Trend extrem wichtige 200-Wochen-Linie unterschritten. Wäre der Index nachhaltig darunter gefallen, hätte das ein starkes Verkaufssignal generiert. Vor allem die großen Adressen wie Pensionskassen, Banken und Fonds schauen auf den wichtigen Trendindikator. Die Marktteilnehmer wollten scheinbar nicht, dass der Index nach unten wegbricht. Die starken Käufe haben schließlich viele Shorts aus dem Markt gedrückt, was die Bewegung noch beschleunigt hat. Folglich hat die Dynamik zugenommen, wie bei einer Kettenreaktion.

Ein weiterer Sell-Off wurde immerhin verhindert – zumindest erst einmal. Der Druck auf die Fed bleibt weiterhin hoch und die Zinssorgen könnten schnell wieder zunehmen. So beeindruckend das gestrige Reversal auch war, eine Trendwende ist es noch nicht. Zudem gilt es abzuwarten, wie die Berichtssaison aufällt, die heute mit den Großbanken JP Morgan, Morgan Stanley, Wells Fargo und Citibank beginnt. Die Aussichten der Unternehmen könnten für die ein oder andere böse Überraschung sorgen.

S&P 500: 200-Wochen-Linie im Fokus

Wie gesagt, der S&P 500 hat eine technisch wichtige Unterstützungszone erreicht. Die Kreuzunterstützung aus 200-Wochen-Linie (3.600) und horizontaler Unterstützung ist richtungsweisend für die kommenden Wochen. Die Zone zwischen 3.600 und 3.550 Punkten gilt es weiterhin zu beobachten. Oberhalb der Unterstützung könnte sich die Erholung ausweiten. Allerdings stößt der S&P 500 im Bereich von 3.705, 3.720 und 3.745 Punkten auf markante Widerstände. Natürlich kann der Index die Hürden überwinden und sogar das letzte lokale Hoch bei 3.807 Punkten anpeilen. Das bedeutet aber nicht, dass wir die Jahrestiefs schon gesehen haben. Die 200-Wochen-Linie könnte noch länger im Fokus stehen.

Inflationsdaten lösen Reversal im S&P 500 und den anderen US-Indizes aus

S&P 500-Chart von TradingView

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