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Analyse von S&P Autoproduktion in Europa könnte bald drastisch einbrechen

Laut einer aktuellen Analyse von S&P könnte die Autoproduktion in Europa nächstes drastisch einbrechen. Hier die Analysedetails.

Autoproduktion

Die Rezession in Europa läuft wohl bereits. Die Nachfrage der Verbraucher dürfte dank explodierter Energiekosten und allgemein hoher Inflation nachlassen. Darunter dürfte auch die Autoindustrie leiden. Einem aktuellen Bericht zufolge könnte die Autoproduktion in Europa von Ende dieses Jahres bis über das ganze Jahr 2023 hinweg um mehr als 1 Million Fahrzeuge pro Quartal zurückgehen, da die steigenden Energiekosten die Lieferketten belasten, so berichtet es Bloomberg.

Teileknappheit und Lieferengpässe dürften die Autohersteller von Ende diesen Jahres über das ganze Jahr 2023 hinweg am stärksten belasten, vor allem, wenn in den kalten Wintermonaten Energie eingespart wird, so S&P Global Mobility in einem heute veröffentlichten Bericht. „Der Druck auf die Lieferketten der Autoindustrie wird stark sein, vor allem je weiter man sich von der Autoproduktion entfernt“, sagte Analyst Edwin Pope. Fabriken könnten gezwungen sein, „die Auslieferung von fertigen Fahrzeugen aufgrund von Engpässen bei einzelnen Komponenten zu stoppen.“

Die Regierungen in ganz Europa greifen ein, um die Auswirkungen der Energiekrise abzumildern, aber die Maßnahmen reichen möglicherweise nicht aus, um die Autoindustrie vor Produktionsstopps in diesem Winter zu schützen. Auch Just-in-time-Liefermodelle werden Probleme bekommen, da einige Zulieferer energieeffiziente Schichtpläne einführen. Die daraus resultierenden Teileknappheit und Engpässe könnten Produktionsstopps auslösen, wie sie während der Pandemie und der russischen Invasion in der Ukraine aufgetreten sind, so der Bericht.

S&P hat prognostiziert, dass die in Europa ansässigen Fabriken 4 bis 4,5 Millionen Fahrzeuge pro Quartal produzieren würden. Wenn Energiebeschränkungen eingeführt werden, könnte die Autoproduktion auf bis zu 2,8 Millionen pro Quartal sinken. Auf Jahresbasis würde dies einem Produktionsausfall von 4,8 bis 6,8 Millionen Einheiten entsprechen.

Die Prognose untersuchte 11 wichtige Automobilproduktionsstandorte in Europa und ordnete sie danach ein, welche Länder am besten positioniert sind, um den erwarteten Gegenwind im Winter zu überstehen. Die Tschechische Republik und Deutschland schnitten dabei am besten ab, wobei Deutschland insbesondere von seiner relativ geringen Abhängigkeit von gasbetriebenem Strom und seinen derzeitigen Gasspeichern profitiert, so der Bericht. Die größten Risiken bestehen für Fabriken in Spanien, Italien und Belgien, wobei alle drei Länder die niedrigste Bewertung für die Energieautarkie erhielten.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Weniger Autos auf den Straßen ist doch ein Ziel der Grünen, selbst wenn es Elektroautos wären.
    Und dann müssen eben auch weniger Autos hergestellt werden.
    Läuft doch alles nach Plan.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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