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SpaceSail: 1,8 Milliarden Euro für Starlink-Konkurrent aus China

Foto: JERO SenneGs - Freepik.com

Frisches Kapital für das Weltraum-Projekt aus China: Mit 15 Milliarden Yuan will SpaceSail das eigene Satelliten-Netzwerk ausbauen und damit die Vormachtstellung von Starlink und SpaceX brechen.


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SpaceSail: 1,8 Milliarden Euro für Starlink-Konkurrent aus China

Der chinesische Satellitenbetreiber SpaceSail will in einer neuen Finanzierungsrunde bis zu 15 Milliarden Yuan (rund 1,8 Milliarden Euro) einsammeln. Mit dem Geld soll die Satellitenkonstellation Qianfan („Tausend Segel“) ausgebaut werden. Die Kapitalerhöhung unterstreicht Chinas wachsenden Ehrgeiz, mit einem eigenen kommerziellen Satellitennetz zu Starlink aufzuschließen und sich einen Platz auf dem globalen Markt für satellitengestützte Kommunikation zu sichern.

Nach chinesischen Medienberichten plant SpaceSail, bis zu drei neue Investoren oder Investorengruppen aufzunehmen. Zusammen dürfen sie höchstens 20 Prozent der Unternehmensanteile erwerben. Die Mittel sollen in erster Linie in den Ausbau der Satellitenkonstellation, die technologische Entwicklung, die internationale Expansion und den laufenden Betrieb fließen.

Shanghai finanziert Satelliten-Netzwerk


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SpaceSail wurde 2018 in Shanghai gegründet und entwickelt die Satellitenkonstellation Qianfan, die international unter dem Namen Thousand Sails vermarktet wird. Hinter dem Projekt steht vor allem die Stadt Shanghai, die über ihre Beteiligungsgesellschaft Shanghai Alliance Investment 44,5 Prozent des Unternehmens kontrolliert. Weitere Anteile halten städtische Investitionsgesellschaften, staatliche Fonds und Organisationen aus dem Umfeld der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Bereits die Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr brachte 6,7 Milliarden Yuan (rund 810 Millionen Euro) ein.
Die Regelung zeigt, welchen Stellenwert Peking dem Projekt inzwischen beimisst. Satelliteninternet wird längst nicht mehr als gewöhnlicher Telekommunikationsdienst betrachtet, sondern als strategische Infrastruktur. Entsprechend stammt ein Großteil der bisherigen Finanzierung aus staatlichen oder staatsnahen Quellen.

Nachdem Starlink seit 2022 die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte maßgeblich absicherte, kamen Analysten der Volksbefreiungsarmee zu dem Schluss, dass der Verlust eines eigenen Zugangs zum satellitengestützten Internet im Ernstfall eine gravierende strategische Schwachstelle darstellen würde. Satelliteninternet gilt seither nicht mehr nur als Telekommunikationsdienst, sondern als kritische Infrastruktur mit unmittelbarer sicherheitspolitischer Bedeutung. Peking interpretiert Starlinks Dominanz als eine Form der „orbitalen Einkreisung“. Nach Einschätzung der PLA-Analytiker klärt das System im Krisenfall chinesische Raketenstarts auf und dient als Plattform für elektronische Kriegsführung. Die Antwort ist Souveränität durch eigene Infrastruktur.

Gemessen an Starlink bleibt der Abstand allerdings enorm, denn das Satellitennetz von SpaceX verfügt inzwischen über rund 9.600 Satelliten und mehr als zehn Millionen Nutzer weltweit. SpaceSail dagegen steckt wirtschaftlich noch in der Aufbauphase. Bis Ende Juni verfügte das Unternehmen über rund 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit. Bis Ende des Jahres soll diese Zahl auf 324 steigen, langfristig ist der Ausbau mit mehr als 15.000 Satelliten geplant.

Parallel entstehen private Projekte wie Geespace für das Internet der Dinge oder Honghu-3 von Hongqing Technology. Insgesamt haben chinesische Unternehmen inzwischen Pläne mit fast 38.000 geplanten Satelliten bei der Internationalen Fernmeldeunion angemeldet. Allerdings dienen diese Anmeldungen eher dazu, andere Satelliten-Betreiber zu blockieren, denn die Vergabe von Startplätzen erfolgt ähnlich dem System von Slots auf Flughäfen.

Hohe Raketen-Kosten bremsen Chinas Ambitionen

Der strukturelle Nachteil Chinas liegt in den Trägerraketen. Denn SpaceX verfügt mit Falcon 9 über eine vollständig wiederverwendbare Plattform, die Startkosten auf rund 3.000 US-Dollar je Kilogramm Nutzlast drückt, während Chinas Long-March-Flotte überwiegend für den einmaligen Gebrauch konzipiert ist und deren Transportkosten vier- bis sechsmal über denen des amerikanischen Marktführers liegen.

Trotzdem wächst das Marktpotenzial rasant. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua erreichte Chinas kommerzielle Raumfahrtindustrie bereits 2024 ein Volumen von 2,3 Billionen Yuan (rund 278 Milliarden Euro) und soll bis 2025 auf 2,8 Billionen Yuan (rund 338 Milliarden Euro) anwachsen. Der Markt für Satelliteninternet wurde 2025 auf 45,4 Milliarden Yuan (rund 5,5 Milliarden Euro) geschätzt. Weltweit rechnen Branchenanalysten bis 2030 mit einem Marktvolumen von mehr als 28 Milliarden Euro.

SpaceSail dürfte seinen größten Erfolg allerdings kaum in Europa oder den USA suchen, sondern versucht sich als Alternative bei Staaten des Globalen Südens und der Kooperationspartner der Neuen Seidenstraße zu positionieren. Das Unternehmen ist bereits in Brasilien und Kasachstan aktiv und hat zudem eine Kooperation mit Airbus im Luftfahrtbereich vereinbart.

Trotz der nahezu unbegrenzten staatlichen Unterstützung bleibt SpaceSail der wirtschaftliche Nachweis bislang schuldig. Milliarden aus öffentlichen Kassen finanzieren Raketenstarts, gleichen Verluste aus und erleichtern den Eintritt in ausländische Märkte. Eine zahlende Kundenbasis und ein profitables Telekommunikationsgeschäft entstehen dadurch nicht automatisch. Erst Millionen Nutzer und dauerhaft tragfähige Erlöse machen aus einem industriepolitischen Projekt einen globalen Satellitenbetreiber.



Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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2 Kommentare

  1. Mal sehen ob es klappt.

    Raumfahrt: China arbeitet an Weltraumkatapult auf dem Dach der Welt – Golem.de

    https://share.google/D45iViYZ7YaYqNv2M

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Die China Space, wird mal wieder vom Staat finanziert und die Amis `pissen` sich gegenseitig ans Bein.
    Die sollten Besser zusammenarbeiten mit Staatlichem Segen und Stütze.
    Für solch Brisante Projekte sollte es keine Wirtschaftsbegrenzungen geben….

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