SpaceX hat seit seinem Börsengang eine Achterbahnfahrt hingelegt, die selbst für eine gehypte Neuemission außergewöhnlich ist. Nach dem Sprung von 135 auf 225 US-Dollar folgte der Absturz von mehr als 50 % bis auf 105 Dollar, ehe die Aktie zuletzt wieder deutlich anzog. Für André Stagge stellt sich deshalb die entscheidende Frage: Ist der Crash bereits die große Kaufchance – oder nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu noch tieferen Kursen? Die Antwort könnte vor allem davon abhängen, wer die SpaceX-Aktie in den kommenden Wochen kauft und ob aus der jüngsten Erholung eine nachhaltige Rally entsteht.
SpaceX-Aktie zwischen Hype und Risiko
Das Kernproblem der SpaceX-Aktie liegt im extrem niedrigen Free Float. Zum Börsengang waren lediglich 4,9 Prozent der insgesamt rund 13 Milliarden Aktien frei handelbar. Dadurch traf enorme Nachfrage auf ein künstlich begrenztes Angebot – eine Kombination, die den explosiven Kursanstieg nach dem IPO begünstigte, gleichzeitig aber die Basis für extreme Schwankungen legte. Besonders Privatanleger spielten dabei eine ungewöhnlich große Rolle: Rund 30 Prozent der beim IPO vergebenen Aktien gingen an Retail-Investoren.
Fundamental lieferte SpaceX zuletzt eigentlich Argumente für Optimisten. Der Quartalsumsatz erreichte 7,81 Milliarden Dollar und übertraf damit die erwarteten 6,83 Milliarden deutlich. Auf Jahressicht legten die Erlöse um 92 Prozent zu, während sich die Zahl der Starlink-Kunden innerhalb eines Jahres verdoppelte. Selbst der Verlust je Aktie fiel geringer aus als erwartet. Doch ausgerechnet ein anderer Wert verschreckte die Wall Street: Die Investitionen explodierten auf 18,37 Milliarden Dollar innerhalb eines Quartals – mehr als doppelt so viel wie der Umsatz. Rund 15,83 Milliarden Dollar sollen dabei allein in den KI-Bereich geflossen sein.
Milliarden Aktien werden zum Schlüssel
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Für Anleger könnte die Aktienstruktur nun noch wichtiger werden als das operative Wachstum. Anfang August kamen laut André Stagge weitere 911 Millionen SpaceX-Aktien an den Markt. Damit erhöhte sich der handelbare Bestand schlagartig massiv. Bis Jahresende sollen zudem weitere Tranchen folgen, wobei deren Freigabe teilweise an bestimmte Kursschwellen gekoppelt ist. Bernstein schätzt, dass bis Jahresende rund 40 Prozent des Unternehmens frei handelbar sein könnten.
Genau daraus entsteht ein ungewöhnliches Spannungsfeld: Steigt der Kurs, können zusätzliche Aktien freigegeben werden. Gleichzeitig wächst dadurch das Angebot, das vom Aktienmarkt absorbiert werden muss. André Stagge vermutet, dass Investmentbanken inzwischen stärker an einer Stabilisierung interessiert sein könnten. Beweisen lässt sich eine solche Kurspflege allerdings nicht. Auffällig ist zumindest die kräftige Erholung der SpaceX-Aktie von 105 auf rund 146 Dollar innerhalb weniger Handelstage.
Für den ehemaligen Portfoliomanger ist SpaceX deshalb aktuell weniger ein klassisches Langfristinvestment als ein Momentum-Trade. Sein Ansatz: Zeigt die Aktie einen Anstieg von mindestens 20 Prozent vom lokalen Tief, spricht dies für zunehmendes institutionelles Interesse und einen intakten Aufwärtstrend. Rücksetzer könnten sich dann als Kaufchance erweisen, allerdings verbunden mit konsequentem Risikomanagement und einem Trailing-Stop von 20 Prozent.
Die operative Wachstumsstory bleibt intakt, doch hohe Bewertung, enormer Kapitalbedarf und wachsender Free Float sorgen dafür, dass zwischen neuer Rally und erneutem Kursrutsch nur ein schmaler Grat liegt.
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