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Wenn Geschichte sich reimt SpaceX-IPO: Wiederholt sich die Geschichte an der Börse?

SpaceX-IPO als Belastungsfaktor
Grafik: ChatGPT

Der IPO von SpaceX am heutigen Freitag sorgt für enorme Aufmerksamkeit an den Aktienmärkten. Die Nachfrage nach den neuen Aktien ist so groß, dass der Börsengang bereits als mehrfach überzeichnet gilt. Laut einer Analyse von Bravos Research könnte die Milliarden-Emission jedoch nicht nur als größter IPO der Geschichte in die Bücher eingehen, sondern zugleich ein wichtiges Warnsignal für die laufende Aktienrallye im S&P 500 sein. Die zentrale These: Historisch betrachtet fanden einige der größten Neuemissionen genau dann statt, als die Euphorie unter Anlegern ihren Höhepunkt erreichte – häufig kurz bevor es zu deutlichen Kurskorrekturen kam.


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Wiederholt sich die Geschichte?

Der Vergleich mit früheren Marktphasen fällt dabei bemerkenswert aus. So erinnert Bravos Research an den Börsengang der Goldman Sachs Trading Corporation im Jahr 1928, der kurz vor dem Crash von 1929 stattfand. Ähnliche Muster zeigten sich bei Intel in den 1970er-Jahren oder bei mehreren großen Technologie-IPOs rund um die Dotcom-Blase im Jahr 2000. Damals markierten diese Börsengänge nicht zwangsläufig den exakten Höchststand, fielen jedoch in eine Phase extremer Marktbegeisterung und hoher Bewertungen.

Besonders auffällig sei die aktuelle Marktdynamik. Der US-Leitindex S&P 500 legte seit dem Tief Ende März in der Spitze um rund 20 Prozent zu und erreichte neue Rekordstände. Ein derartiger Anstieg wurde laut den Analysten in den vergangenen 100 Jahren lediglich zweimal beobachtet – unmittelbar vor dem Schwarzen Dienstag 1929 und vor dem Schwarzen Montag 1987.


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Während damals neue Technologien wie Automobile oder Personal Computer die Fantasie der Anleger beflügelten, übernimmt heute die Künstliche Intelligenz diese Rolle. Ausgerechnet jetzt steht mit SpaceX der wohl meistbeachtete Börsengang der jüngeren Geschichte bevor. Für viele Marktbeobachter drängt sich daher eine Frage auf: Wiederholt sich die Geschichte?

Die Gefahr der IPO-Welle

Im Zentrum der Analyse steht die aktuelle IPO-Welle. Unternehmen wie SpaceX und Anthropic könnten 2026 zusammen mehr als 200 Milliarden US-Dollar über Börsengänge einsammeln. Selbst inflationsbereinigt wäre dies der größte IPO-Boom aller Zeiten. Das Problem dabei: Das Kapital für diese Neuemissionen muss irgendwoher kommen. Gibt es nicht genügend Liquidität an der Seitenlinie, müssen Investoren bestehende Aktienpositionen verkaufen, um neue IPO-Anteile erwerben zu können. Möglicherweise zeigt sich dieser Effekt bereits an den Aktienmärkten, denn die Kapitalumschichtungen könnten auch zum jüngsten Dämpfer der KI-Rallye beigetragen haben.

Die Nachfrage nach SpaceX-Aktien verdeutlicht die aktuelle Euphorie. Berichten zufolge ist der IPO bereits drei- bis vierfach überzeichnet, während der Schattenhandel zeitweise einen Kursaufschlag von rund 35 Prozent signalisiert hat. Genau diese Mischung aus hoher Nachfrage und enormen Erwartungen erinnert an frühere Marktphasen kurz vor wichtigen Wendepunkten.

Genau dieser Mechanismus habe bereits während der Dotcom-Blase eine wichtige Rolle gespielt. Während Privatinvestoren begeistert neue Technologieaktien kauften, nutzten frühe Investoren und Risikokapitalgeber die Gelegenheit zum Ausstieg. Dadurch entstand erheblicher Verkaufsdruck auf andere Marktsegmente. Nach Ansicht von Bravos Research könnte sich ein ähnliches Szenario nun wiederholen.

Besonders kritisch bewertet der Analyst die aktuelle Liquiditätslage. Das verfügbare Kapital außerhalb der Aktienmärkte befindet sich gemessen an der Marktkapitalisierung auf ähnlich niedrigen Niveaus wie zur Jahrtausendwende. Gleichzeitig schätzt JPMorgan, dass passive Fonds rund 95 Milliarden US-Dollar aus bestehenden Technologiewerten umschichten müssten, um Platz für neue Schwergewichte wie SpaceX in wichtigen Indizes zu schaffen. Bereits jetzt zeigten Aktien wie Meta, Amazon, Microsoft oder Broadcom erste Schwächezeichen.

Die Fed bleibt entscheidend

Trotz dieser Warnsignale siehen die Strategen keinen unmittelbaren Grund, sämtliche Aktien zu verkaufen. Entscheidend sei vielmehr die Geldpolitik der US-Notenbank. Historische Marktgipfel gingen häufig mit steigenden Zinsen einher, die dem Finanzsystem Liquidität entzogen. Zwar hat die Federal Reserve die Bedingungen zuletzt eher gelockert, doch die Zinserwartungen haben sich gedreht. Derzeit sehen die Terminmärkte die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember. Das könnte den Druck auf die KI-Rallye und die Aktienmärkte in den kommenden Wochen erhöhen.

Für Anleger empfiehlen die Analysten daher keinen vollständigen Rückzug aus den Aktienmärkten. Stattdessen wird eine breitere Diversifikation vorgeschlagen. Insbesondere Gold habe sich in früheren Phasen erhöhter Marktvolatilität als wirksamer Schutz erwiesen. Eine Kombination aus Aktien und Gold könne zwar die langfristige Rendite nicht zwangsläufig erhöhen, dafür aber die Schwankungen eines Portfolios deutlich reduzieren.

SpaceX: Historischer IPO oder Mega-Blase?

Unterm Strich sieht Bravos Research im SpaceX-Börsengang weniger den unmittelbaren Auslöser eines Crashs als vielmehr ein mögliches Symptom einer weit fortgeschrittenen Hausse. Ob sich die Geschichte diesmal tatsächlich wiederholt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Angesichts der enormen Nachfrage stellt sich zunehmend die Frage, ob SpaceX vor einem historischen Börsengang steht – oder vielleicht doch vor der größten Bewertungsblase der jüngeren Börsengeschichte.

Fest steht jedoch: Die Kombination aus Rekordbewertungen, KI-Euphorie, gewaltigen IPOs und knapper Liquidität könnte den S&P 500 in den kommenden Monaten anfälliger für Kursschwankungen und stärkere Rückschläge machen.



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. bezeichnend ist ja, dass hier den musk-fanboys/girls mit einem minimalen – aber vermutlich gut überlegten – minimalen freefloat anteil von wenigen prozent die aufgabe zukommt, die ohnedies absurde bewertung für die altaktionäre zu bestätigen/zu pushen. zudem kommt die struktur der mafiösen msci/etf strukturen, die diese pseudobewertung in den indizes verpflichtend verankern und so jeden kleinen etf sparer gleich zwangsweise mitverpflichten die melkkuh zu machen.

    eine farce wie sie inzwischen in den postfaktischen usa den ursprünglichen gedanken von aktien und börse in einem maß manipuliert und pervertiert, dass es eigentlich unglaublich ist. es wird wie im trump-amerika heute so üblich per dekret in einem abstrusen umfang luftvermögen „erzeugt“ deren einzige substanz eine vision – die nicht mal den einfachsten realitätscheck überlebt – wie noch nie in der historie. klar, man muss ja den anleihe schulden auch etwas entgegenstellen. taschenspielertricks in richtig großem maßstab.

    aber was ist in einem amerika unter der „führung“ des orangenen und seiner faschistoiden tech oligarchie schon zu erwarten? ….man wird sich noch wundern was alles möglich ist….. aber bald wird allen voran musk die situation davongaloppieren und er auch nur mehr ein milliardär unter einigen sein – seine blase ist wohl die erstaunlichste, und in der größenordnung des 100 fachen inflationiert.

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