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Spanien + Portugal: Eurostat macht den „Aufschwung“ sichtbar (Halbsatire)

Redaktion

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am

Von Claudio Kummerfeld

Immer wieder hört man dieser Tage bei Anne Will und Maybrit Illner von bestimmten Talkgästen Spanien und Portugal hätten ihre Krisen erfolgreich gemeistert, nur Griechenland bekomme es einfach nicht hin. Hier der Beweis, so sieht der Aufschwung in Zahlen aus! (Halbsatire)

Wenn es darum geht, dass die Sparpolitik Griechenland kaputt macht, wird als Standardargument dagegengehalten, dass Länder wie Spanien und Portugal genau diese Sparpolitik die letzten Jahre durchgezogen haben und jetzt die Früchte dieser Tortur ernten. Hier präsentieren wir die Ergebnisse, dargestellt von der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Bruttoninlandsprodukt

Spanien BIP
Grafik: Eurostat

Der Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt in Spanien lag 2012 noch im negativen Bereich, entwickelt sich in der Tat seitdem positiv auf jetzt +0,9%.

Spanien BIP 2

Langfristig sieht man beim Bruttoinlandsprodukt für Spanien in realen Zahlen, dass es sich nach dem Anstieg bis 2007 zurück entwickelte und man sich seitdem schwer tut wirklich auf das Vorkrisenniveau zu steigen.

Portugal BIP
Grafik: Eurostat

Der Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt in Portugal lag 2012 noch bei -1,4%, inzwischen angestiegen auf +0,4%. Also auch hier eine erst mal gute Entwicklung.

Portugal BIP 2

Auch die nackten Zahlen von Portugal auf lange Sicht betrachtet zeigen, dass man das Vorkrisenniveau beim BIP noch lange nicht erreicht hat. Man kann von einer vorsichtigen Erholung sprechen, aber nicht davon, dass die Länder ihre Krisen erfolgreich gemeistert haben.

Wenn man von einem dramatisch tiefen Niveau aus startet, wirken sich schon minimale Steigerungen in einem netten prozentualen Plus aus.

Arbeitslosenquote

Warum Halbsatire? Man muss auch mal gucken, wie sich denn die Arbeitslosenquote langfristig entwickelt hat. Betrachtet man nur das letzte Jahr, ist die Quote in Spanien rückläufig (von 26,1 auf 24,5%). Aber von so einem hohen Niveau diese Erholung hinzulegen, darf man als einen ersten Reflex bewerten. Was jahrelang steigt, muss auch irgendwann mal einen Tick fallen, und umgekehrt. Wäre die Arbeitslosigkeit inzwischen auf z.B. 15% zurückgegangen, das wäre eine beeindruckende Erholung.

Spanien Arbeitslosenquote

Bei Portugal sieht es ähnlich aus. Nach einer langen Phase des dramatischen Anstiegs der Arbeitslosigkeit gibt es erst seit ganz kurzer Zeit einen kleinen Rückgang, von der Spitze (16,4 in 2013) der Rückgang auf 14,1% in 2014. Bei den Arbeitslosenzahlen von Eurostat muss man immer auch bedenken, dass dies die „Erwerbslosenquote“ ist, die statistisch gut 30-40% tiefer berechnet wird als die deutsche Arbeitslosenquote. Also kann man getrost diesen Prozentsatz oben drauf rechnen, wenn man die Zahl mit der „deutschen Arbeitslosenquote“ vergleichen will.

Portugal Arbeitslosenquote

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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