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Spanien: Schlechte Verlierer? Oberster Gerichtshof weitet strafrechtliche Verfolgung gegen führende Separatisten aus

Spaniens Finanzmärkte sind unter Druck nach dem Sieg der Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien. Nun sorgt ein Schritt des Obersten Gerichtshofs in Madrid für eine weitere Eskalation!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach dem Wahlsieg der Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien herrscht weit verbreitete Ratlosigkeit – wie soll es jetzt weiter gehen? Klar ist: Madrid hat sich verspekuliert mit der Annahme, dass bei diesen von der spanischen Regierung diktierten Neuwahlen sich das Problem schon irgendwie erledigen werde, mithin also die Separatisten eine Niederlage erleiden würden. Dass es anders kam, liegt wohl vorwiegend an der repressiven Politik Madrids (Haftbefehl gegen Carles Puigdemont etc.), die den Unabhängigkeitsbefürwortern Rückenwind gab.

Nun aber scheint die Situation weiter zu eskalieren – und wieder tritt Madrid auf das Gaspedal! So hat heute vormittag Pablo Llarena, Richter am Obersten Gerichtshof Spaniens, verkündet, die strafrechtlichen Untersuchungen wegen der Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens (27.10.2017) auf weitere prominente Persönlichkeiten Kataloniens auszuweiten.

Dabei handelt es sich um sechs Personen: Anna Gabriel (von der radikal linken CUP), Marta Rovira (ERC), Mireia Boyá (CUP), Marta Pascal (PDeCat) und Neus Lloveras (Vorsitzende des Verbands der die Unabhängigkeit Kataloniens befürwortenden Städte und Gemeinden).

Am Prominentesten unter den jetzt neu Angeklagten aber ist der Vorgänger im Amt des katalonischen Ministerpräsidenten von Carles Puigdemont, Artur Mas. Den genannten Personen wird vorgeworfen, Teil der strategischen Führung gewesen zu sein, die die Unabhängkeitserklärung vorangetrieben hätten. Dabei hätten sie sich illegalerweise öffentlicher Mittel bedient, um ihre separatistische Sache voran zu treiben.


Artur Mas
De Generalidad de Cataluña, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42678142

Das sind die selben Anklagepunkte, die die spanische Justiz bereits gegen Carles Puigdemont erhoben hatte. Während Puigdemont nach Brüssel ins Exil geflohen ist, sitzen andere prominente Vertreter der Unabhängigkeitsbefürworter wie Oriol Junqueras in Haft – gewissermaßen als politische Gefangene.

Nach dem Wahlsieg der Unabhängkeitsbefürworter scheint in Madrid der Haussegen schief zu hängen. So trat heute der Kabinettschef der Rajoy-Regierung, Jorge Moragas, zurück. Vermutlich wird ihm die Niederlage angekreidet, man braucht nun Sündenböcke. Unterdessen hat Carles Puigdemont von Madrid gefordert, das Ergebnis der Wahlen anzuerkennen – dann sei er bereit, Rajoy zu treffen. Jedoch nicht in Spanien, sondern in Brüssel oder an einem anderen Ort in Europa. Rajoy wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als an den Verhandlungstisch zu gehen und den Katalanen weitere Autonmierechte zuzugestehen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Spaniens Finanzmärkte reagieren nachvollziehbarerweise wenig begeistert: der spanische Leitindex Ibex verliert -1,5%, die Renditen spanischer Anleihen steigen, nachdem die Märkte noch gestern auf eine Niederlage der Unabhängigkeitsbefürworter spekuliert und spanischen Anleihen haussiert hatten!


Der spanische Leitindex Ibex unter Druck

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Go Big or Go Home – Janet Yellen gibt Vollgas

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Janet Yellen spricht heute ab 16 Uhr deutscher Zeit im US-Kongress. Das kann die Kurse bewegen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Goldman Sachs mit Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet!

Claudio Kummerfeld

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Soeben wurden die Quartalszahlen von Goldman Sachs veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 11,74 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 9,96/Erwartungen 9,50).

Der Gewinn liegt bei 12,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 4,69/Erwartungen 7).

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 293 Millionen US-Dollar für das vierte Quartal 2020, 13 Prozent niedriger als im vierten Quartal 2019 und 5 Prozent höher als im dritten Quartal 2020. Das vierte Quartal 2020 enthielt Rückstellungsreduzierungen für Großkundenkredite, laut Goldman Sachs aufgrund einer Stabilisierung im breiteren wirtschaftlichen Umfeld nach den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Dies wurde teilweise aufgehoben durch höhere Rückstellungen aufgrund des Wachstums von Kreditkartenkrediten
im Vergleich zum vierten Quartal 2019.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +2,2 Prozent.

Kommentar vom Chef:

“It was a challenging year on many fronts, and I am deeply proud of how our people helped clients respond to the economic disruption brought on by the pandemic and the extreme market volatility experienced over the past months. Our people responded admirably to a series of professional and personal challenges, while working from home or in offices that were reshaped dramatically. Thanks to their perseverance, we were able to help clients navigate a difficult environment, and, as a result, achieved strong results across the franchise, while advancing our strategic priorities. We hope this year brings much needed stability and a respite from the pandemic, but we remain ready to handle a wide range of outcomes and are poised to meet the needs of our clients.”
– David M. Solomon, Chairman and Chief Executive Officer

Grafik zeigt die Quartalszahlen von Goldman Sachs

Goldman Sachs-Zentrale in New York
Die Goldman Sachs-Zentrale in New York Downtown. Foto: Youngking11 CC BY-SA 3.0

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