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Sparkassen: Bis zu 9,99 Euro für eine Echtzeitüberweisung?

Redaktion

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Seit dieser Woche bieten die Sparkassen in Deutschland flächendeckend die Echtzeitüberweisung an, die nach 10 Sekunden beim Empfänger ankommen soll. Funktionieren tut das momentan in Deutschland nur zwischen Sparkassen und mit Kunden der Hypovereinsbank, da das Empfangsinstitut bei diesem SEPA-Instant Payment-System auch mitmachen muss.

Eine tolle Sache ist das! Aber die Gebühren, ja die Gebühren. Das ist ein Problem. Offenbar haben die Sparkassen hier eine neue deftige Einnahmequelle entdeckt. Laut FAZ verlangt beispielsweise die Ostseesparkasse Rostock pro Echtzeitüberweisung 5 Euro. Die Sparkasse Hannover verlangt 2 Euro, wie gesagt, pro Überweisung! Ganz aktuell hat das Portal konto.org eine Übersicht veröffentlicht, von welchen Sparkassen bereits welche Gebühren für eine Echtzeitüberweisung fällig werden.

Zum Beispiel zeigt man dort einen ganz aktuellen Screenshot aus dem Gebührenverzeichnis der Sparkasse-Kierspe Meinerzhagen, wo 9,99 Euro aufgerufen werden. Dies könnte eine Fehldarstellung durch die Sparkasse sein, weil man eventuell hier die Kosten für die bisherigen sogenannten „Eilüberweisungen“ angegeben hat. Laut konto.org könne es zur Verwirrung bei Kunden kommen. In der Regel würden die Kosten durch die betreffenden Sparkassen kurzfristig korrigiert. Also ist noch nicht endgültig klar, ob wirklich einige Sparkassen so kräftig zulangen. konto.org verweist darauf, dass sich offensichtlich einige Sparkassen noch mit Fehlerkorrekturen beschäftigen – daher seien alle Angaben ohne Gewähr.

Schaut man sich die Gesamtübersicht an, dann liegen viele Sparkassen bei einer Gebühr pro Echtzeitüberweisung von 0-0,50 Euro. Einige liegen bei 0 Euro, aber beispielsweise nimmt die Sparkasse Nördlingen 1 Euro, und die Sparkasse Neuburg-Rain 5 Euro. Wir vermuten: Bei solch hohen Kosten wird die Echtzeitüberweisung bei den Sparkassen-Kunden floppen. Wir denken aber, dass durch die Konkurrenz auch seitens der FinTechs diese Überweisungskosten in Zukunft noch deutlich sinken werden.

Und die großen Geschäftsbanken wie Deutsche und Commerzbank wie auch die Volksbanken folgen ja erst noch mit der Einführung der Echzeitüberweisung. Es ist wirklich kaum vorstellbar, dass Kosten von mehreren Euro haltbar sind, wenn wirklich alle Banken flächendeckend diesen Service anbieten.


Frankfurter Skyline. Die großen Banken folgen erst noch. Foto: Christian Wolf, www.c-w-design.de (CC BY-SA 3.0 de)

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Michael

    13. Juli 2018 21:15 at 21:15

    Seit dieser Woche bieten die Sparkassen in Deutschland flächendeckend die Echtzeitüberweisung an…. Am Dienstag, als die landesweite Echtzeitüberweisung bei den Sparkassen groß verkündet wurde, habe ich nachgefragt, wie und wo das im Internet- oder Onlinebanking via Programm (z. B. Star Money) funktionieren soll.
    Seit heute (Dienstag) hieß es. Geht aber nicht, ich finde nichts, war meine Antwort.
    Moment, ich frage telefonisch bei der Technik nach, hieß es …
    Sie haben Recht, es gibt noch administrative Probleme, hieß es …
    Heute ist Freitag, eine Echtzeitüberweisung scheint noch weiterhin den administrativen Problemen unterworfen zu sein. Grandiose und effiziente Nutzung der Vorbereitungszeit, tolles Marketing mit Vorankündigung, alles recht seriös …

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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