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Sparkassen mit satten Gewinnsteigerungen in 2017: Wir erklären, wie das bei Nullzinsen funktioniert

Wir kennen ja alle das Jammerlied von Banken und Sparkassen inzwischen auswendig. Die EZB hat die Zinsen abgeschafft, und deswegen ist die Zinsmarge auch weg (vereinfacht ausgedrückt). Deswegen könne man kein Geld mehr…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir kennen ja alle das Jammerlied von Banken und Sparkassen inzwischen auswendig. Die EZB hat die Zinsen abgeschafft, und deswegen ist die Zinsmarge auch weg (vereinfacht ausgedrückt). Deswegen könne man kein Geld mehr verdienen, und allen (in der Branche) geht es schlecht. Dass die Realität anders aussieht, zeigt heute der Dachverband der Sparkassen (DSGV). Er veröffentlichte heute für alle 386 deutschen Sparkassen einen Jahresgewinn 2017 von insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 7,4% gegenüber 2016.

Sparkassen ersetzen Zinsen durch Gebühren

Gar nicht mal so schlecht für eine kaputte Branche, die am Hungertuch nagt! Und so macht man das: Wo die Zinserlöse schrumpfen, erhöht man die Gebühren. Das ist ja eh gewünscht von der EZB und so ziemlich jedem Unternehmensberater. Die Banken und Sparkassen sollen endlich rentabler und unabhängiger von Zinsen werden. Der Zinserlös (große Balken in der folgenden Grafik) machen immer noch den Großteil der Erlöse der Sparkassen aus.

Selbst minimale Zinsdifferenzen (mal abgesehen vom Dispo) addieren sich bei Millionen Kunden zu einem Jahreserlös von immerhin 21,5 Milliarden Euro. Das sind 700 Millionen Euro weniger als 2016. Im Gegenzug steigen die Provisionserlöse (Gebühren aller Art) um 600 Millionen auf 7,8 Milliarden Euro. Der DSGV schreibt selbst stolz, dass die Provisionen die rückläufigen Zinserträge ersetzen.

Sparkassen

Runter mit den Kosten

Aber hey, zusammengerechnet 29,3 Milliarden Euro Gesamteinnahmen bei allen deutschen Sparkassen. Und nur 2,2 Milliarden Euro Gewinn? Man hat auch enorme Kosten mit den vielen Mitarbeitern und „noch“ vielen Filialen. Aber auch hier tut sich was. Zitat DSGV:

Die Institute hätten bewiesen, dass sie in schwieriger Zeit rentabel wirtschaften könnten, so Schleweis. „Die geldpolitisch bedingten Einbußen im Zinsüberschuss konnten durch ein besseres
Provisionsergebnis kompensiert werden. Hierzu hat auch das gute Ergebnis im Wertpapiergeschäft beigetragen.“ Mit einem Plus von 16,5 Prozent hätten in diesem Marktsegment die Provisionserlöse die
höchsten relativen Zuwächse erreicht.

Entscheidend für die guten Geschäftsergebnisse sei auch gewesen, dass die Sparkassen die Kosten im Griff hätten. So sank der Verwaltungsaufwand trotz Preis- und Tarifsteigerungen um 143 Millionen Euro auf 19,1 Mrd. Euro. Bei den Personalkosten sparten die Sparkassen im Vergleich zum Vorjahr 71 Millionen Euro ein.

Ende 2017 hat man insgesamt 216.116 Menschen beschäftigt. Dies entspricht einem Abbau von 8.555 Stellen. Der DSGB legt Wert darauf, dass der Stellenabbau über natürliche Fluktuationen (Rente und Vorruhestand) durchgeführt wurde, und nicht über Entlassungen.

Die Sparkassen haben letztes Jahr 3,7% ihrer Filialen geschlossen, und hatten noch 13.305 Filialen in Betrieb. Man betont, dass man insbesondere kleine Geschäftsstellen geschlossen habe. Die Zahl der SB-Filialen stieg um 7,9%. Der Trend geht also volle Kraft weiter, denn 3,7% weniger Filialen in nur 12 Monaten, das ist ein enormer Abbau! Weniger Filialen, weniger Mitarbeiter, höhere Gebühren, mehr SB-Terminals – dann ist doch alles bestens!?

Mit 911,1 Milliarden Euro sind die Kundeneinlagen der Sparkassen gegenüber 2016 übrigens um 2,4% gestiegen.

Sparkassen
Foto: DSGV

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marko

    7. März 2018 19:45 at 19:45

    „Gar nicht mal so schlecht für eine kaputte Branche, die am Hungertuch nagt! Und so macht man das: Wo die Zinserlöse schrumpfen, erhöht man die Gebühren. Das ist ja eh gewünscht von der EZB und so ziemlich jedem Unternehmensberater (!!!!). Die Banken und Sparkassen sollen endlich rentabler und unabhängiger von Zinsen werden. Der Zinserlös (große Balken in der folgenden Grafik) machen immer noch den Großteil der Erlöse der Sparkassen aus.“

    Das da hier ist einfach gesagt : Unsinn !!!!!!!

    Die Banken leben von der „Normalität“, d.h. von Zinsen, die „Normalität“ darf niemals der negative Einlage-Zinssatz sein.

    Der Trend bei den den Banken ist die Digitalisierung. Punkt !

  2. Avatar

    Marko

    7. März 2018 19:53 at 19:53

    Das Interesse der Banken muss (!!) darin liegen , dass die EZB die Zinsen erhöht !

    Es geht hier um eine Normalisierung zwischen den Anleihen- und den Aktienmärkten.
    Lehman, ABS-Securities usw… Das sollte man doch eigentlich wissen ?

    Aber, der Markus war das nicht… ist mir schon klar.. ;)

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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